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Autor Thema: Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse  (Gelesen 174744 mal)

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Offline gas-wucher

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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #60 am: 24. April 2006, 23:03:47 »
Zitat von: \"Sukram\"
Russland will weniger Öl nach Europa liefern

>Erst vergangene Woche drohte Gasprom der EU damit, weniger Gas zu liefern - nun gibt es schon wieder neue Zweifel an der Zuverlässigkeit der Energieversorgung aus Russland. Der Chef des Pipeline-Giganten Transneft will künftig weniger Öl nach Europa befördern - die Preise dort seien zu niedrig. ...
...
Weiter:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,412751,00.html

***

...und nochmal 2 Windungen an den Daumenschrauben...


Die Frage ist, ob es "nur" Foltermethoden sind (Rußland also schwach ist und nur vom einzigen Kunden EU Nachgiebigkeit abpressen will oder ob ein Kundenpolypol besteht). Sollte ein Kundenpolypol bestehen wäre es noch schlimmer: Rußland bräuchte keine Damenschrauben, sondern könnte sein Gas einfach versteigern. Kurzum: Rußlands neue Regierung ist noch fähiger und intelligenter als die OPEC, die dem Westen auch schon mehrfach ausgetrickst hatte.

Dies bedeutet selbstverständlich einen sehr starken Preistrieb: Nur eben: Von den 5.5-6.5 ct/kWh bleiben momentan noch 3.5-4.5 ct/kWh im Land hängen, 2 ct/kWh geht nach Rußland. Erhöht Rußland um 100% (Gedankenspiel) und würde den Direktvertrieb mittels Gasprom zum kleinsten 1-Zimmer-Mieter übernehmen, dann wäre für diesen sog. "Kleinen Mann" das Gas eher billiger denn teurer.

Nichtsdestotrotz bedeutet dies für die langfristige Energiepolitik: Weg von Erd-Gas und Öl, hin zu Kohle und neuen Energieformen.

Offline Sukram

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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #61 am: 04. Mai 2006, 12:41:17 »
Zitat
Bundespräsident spricht über Jagd nach Rohstoffen in Afrika


Bundespräsident Horst Köhler warnt vor neuen Problemen in Afrika durch die weltweite Jagd nach Rohstoffen. ...In dem Interview vom 1. April 2006 wurde der Bundespräsident unter anderem gefragt, ob Deutschland auch eigene nationale Interessen in Afrika verfolge. Daraufhin antwortete Köhler: "Dass wir auch deutsche Interessen identifizieren und einbringen, möchte ich doch sehr hoffen...Auch wir müssen mit vitaler Aufmerksamkeit unsere Energie- und Rohstoffversorgung sichern ...wenn nach der Sklaverei, nach dem Kolonialismus, nach dem Kalten Krieg jetzt ein neuer Megatrend, nämlich die Nachfrage nach Rohstoffen und Öl, afrikanische Bemühungen um Demokratie, um gute Regierungsführung und Armutsbekämpfung unterlaufen würde."



http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Afrika/bundespraes.html



...unser Bundeshorstl versucht sich in Klartext - und dert Aussenminister haut in die selbe Kerbe:


Zitat
Steinmeier sprach über "Energie-Außenpolitik"

Im Februar hatte auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 5. Februar vor den versammelten Militärs und Politikern unter anderem über die "Energie-Außenpolitik" der deutschen Bundesregierung gesprochen. "Die Endlichkeit fossiler Energieressourcen lässt befürchten, dass Probleme im Zugang zu erschwinglicher Energie immer häufiger auch Quelle von Auseinandersetzungen werden", so Steinmeier.
...


Und schließlich:


Zitat
Jung: Wir müssen Verteidigung neu definieren

02. Mai 2006
Verteidigungsminister Jung (CDU) strebt eine weitgehende Verfassungsänderung mit einer Neudefinition des Verteidigungsbegriffs an.....


Jung sprach sich für eine nicht nur werte-, sondern auch interessengeleitete Sicherheitspolitik aus. Dazu gehörten auch wirtschaftliche Interessen wie Ressourcensicherung oder die Sicherung von Energielieferungen.

http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E5FC348696A9E46AF97CE58524034A7F0~ATpl~Ecommon~Scontent.html

*********

Nachgeliefert 16.5.: Kommentar der ZEIT:

Zitat
Sterben fürs Öl?
Verteidigungsminister Jung (CDU) will die Armee zur Sicherung deutscher Wirtschaftsinteressen einsetzen. Das klingt schlimmer, als es ist

...Dass die Bundeswehr auch die Aufgabe hat, Ressourcen zu sichern, mag zwar nicht schön klingen in pazifistischen Ohren, steht aber seit Jahren in sicherheitspolitischen Dokumenten. Kurz vor seinem Rücktritt im März 1992 hatte Gerhard Stoltenberg, damals Kohls Verteidigungsminister, in einem Positionspapier die „Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des Zugangs zu strategischen Rohstoffen“ als „deutsche Sicherheitsinteressen“ definiert. Der Gedanke fand einige Monate später Eingang in die „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ und tauchte – etwas blasser formuliert – auch im Bundeswehr-Weißbuch von 1994 auf.
...

mehr & komplett:

http://www.zeit.de/online/2006/20/Bundeswehr_Rohstoffversorgung

******

Der "Bund der Energieverbraucher ;-)" schließlich meint hier

http://www.energieverbraucher.de/index.php?itid=1814&content_news_detail=5166&back_cont_id=4043

Zitat
Soll Bundeswehr für Öl kämpfen?
Deutsche Kriege für das "nationale Interesse"?


(18. Mai 2006) In einem Beitrag für das Internet-Magazin Telepolis
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22686/1.html
schreibt Peter Bürger über die Neuausrichtung der Bundeswehr. Verteidigungsminister Jung will im Weißbuch den Auftrag der Bundeswehr neu definieren.

Wegmarken einer Abkehr von der im Grundgesetz verankerten Friedensstaatlichkeit
...

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Den MitGutMenschInnen, die mich in diesem Thread schon verdroschen haben, wird\'s die Zehennägel aufrollen aufgrund allergischen Schocks ;-)

Keine Angst.Herr Ströbele - ihre Klientel hat ja sowieso verweigert, muss nicht mit & geht dafür PACE - Fahnen auf Lichterkettendemos schwenken.

Verteidigung nicht nur am Hindukusch, sondern auch im Schwarzen Kontinent ...

Wie war das nochmal mit dem von mir schon einige Male angeführten Eroberns von neuem Lebensraum vor 60 Jahren?

Wurscht: Die AKWs müssen weg.
Zumindest hier.
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Offline Sukram

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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #62 am: 04. Mai 2006, 13:52:30 »
"Wingas Europa" soll deutsch/russische
Energiepartnerschaft festigen  
 

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eid (In Auszügen) Am Ende war dann doch alles gut. Der durch die vielstimmigen russischen Drohungen, für Europa bestimmte Energielieferungen einzuschränken und nach Fernost umzuleiten, entstandene Streit scheint bei dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin im sibirischen Tomsk beigelegt worden zu sein. Bei Abreise der deutschen Delegation herrschte wieder weitgehend Harmonie.
...

Den vollständigen Bericht und noch viel mehr lesen Sie in der neuen Ausgabe des EID 18/06, die am 02. Mai 2006 erscheint und zu beziehen ist als Einzelheft zum Preis von 15,20 Euro zzgl. Versand beim EID-Verlag.
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Offline Sukram

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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #63 am: 08. Mai 2006, 12:13:41 »
die bisherige Theorie der abgeschotteten Gas - Regionalmärkte (wobei sich die Russen bemühen, ihre "Region" bis nach China zu erweitern) wird durch den insbesondere durch die Amis forcierten Einsatz von Flüssiggas zunehmend osolet; die Norweger erschließen ein komplettes Feld ausschließlich zur Verflüssigung, an  der Waterkant werden neue LNG-Terminals aufgebaut...

hier eine Analyse:

*****************

But what happens next winter when LNG spot cargoes are being bid at an equivalent Henry Hub price of $18-$20 in Europe and we need those same cargoes? Indeed, European LNG spot delivery prices surged past $33 in April.....This compares to $6-$12 prices in the United States, with the exception of a brief spike in mid-December when domestic prices touched the mid-$15 range. By comparison, U.S. prices appear low to some (now around $7),...


mehr:
http://www.chron.com/disp/story.mpl/editorial/outlook/3845733.html
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Offline Sukram

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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #64 am: 14. Juni 2006, 13:32:34 »
ein einschlägig Bekannter wagt wieder mal, gegen den Stachel zu löcken:

**********

Energie Prognose: 2015 ist Öl-Nachfrage grösser als die Fördermenge. Das rasante weltweite Wachstum treibt Preise für Öl, Gas und Kohle in die Höhe. Repower-Chef Fritz Vahrenholt fordert Ausbau alternativer Technologien.

Von DANIELA STÜRMLINGER
komplettes Interview hier:

http://www.abendblatt.de/daten/2006/06/12/572558.html

****

Die Öllobby sieht aber auch für Putins Gas baldige Flaute:

******
...der Importanteil wird nach gängiger Meinung im kommenden Vierteljahrhundert bei einem insgesamt steigenden Bedarf von heute rund 50 Prozent auf bis zu 80 Prozent steigen. Noch ist nicht klar, woher die zusätzlichen Mengen kommen. „Selbst unter der Voraussetzung, dass alle heute geschlossenen langfristigen Gasimportverträge verlängert werden, ergibt sich im Jahr 2020 eine Deckungslücke im Erdgasaufkommen von mehr als 30 Prozent oder rund 210 Milliarden m3 Erdgas“...

kpl.:

http://www.eid.de/
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Offline cabello

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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #65 am: 15. Juni 2006, 08:51:27 »
Gas hin Gas her,

anscheinend haben wir ja Geld genug,
deshalb wird die Förderung, der Sonnen-Biomasse für Heizung und WWasser reduziert.   siehe hier
Oder hat vielleicht Gazpomm dieses mit der Bundesregierung ausgehandelt??

Blos nicht Unabhängig von den Energie-Importe werden.

ich verbleibe

Offline Sukram

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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #66 am: 29. Juni 2006, 13:11:01 »
"Die Europäer könnten am Ende die Geiseln sein"

Andris Piebalgs hat einen schwierigen Job: Der EU-Kommissar ist für den sensiblen Bereich Energie zuständig. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt er, warum Gaslieferungen aus Russland schon bald ausbleiben könnten und weshalb sich Verbraucher zu Unrecht von Energieanbietern abgezockt fühlen.

Auszug:

Zitat
...SPIEGEL ONLINE: Aber wo liegt das Problem?

Piebalgs: Die bisher erschlossenen Felder jedenfalls reichen nicht dazu aus, um die bestehenden Verträge in den nächsten Jahren zu erfüllen. Ich habe Informationen, dass Gasprom die Lieferungen für die eigene Bevölkerung schon limitiert hat, um das Exportvolumen voll aufrecht zu erhalten. Und dabei will der Konzern noch nach neuen Kunden suchen. Es müsste also dringend in neue Förderanlagen in Russland investiert werden.
....

komplett:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,423167,00.html

***

Gazprom:Lieferengpässe im Winter
 
Erdgas. Ukraine will wegen ihrer Pipeline weniger für Gas zahlen.

...

http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=e&ressort=eo&id=567454

****

Als eine "weitere Alarmglocke für Europa" bezeichnet der amtliche Gasprom-Sprecher Sergej Kuprijanow die jüngste Äußerung von Julia Timoschenko zur Notwendigkeit einer Revision der Gasverträge mit Russland.

...

http://wirtschaft.russland.ru/mainmore.php?tpl=%D6l+und+Gas&iditem=1371

****

Nach dem Gasstreit mit der Ukraine zu Jahresbeginn hält der russische Gasförderer Gasprom erneute Engpässe bei der Versorgung Europas im kommenden Winter für möglich.

...

http://www.verivox.de/News/ArticleDetails.asp?aid=15157


****

Gaswirtschaft rechnet mit Preisschub im Herbst
 
Die Gasunternehmen rechnen für den Herbst mit deutlich steigenden Preisen - zeitgleich mit dem ab Oktober geplanten Beginn des freien Wettbewerbs auf dem Gasmarkt. Die steigenden Ölpreise führten zu einem "Preisschub" beim Erdgas zum Herbst hin, sagte der Präsident des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft, Michael G. Feist, der "Sächsischen Zeitung".  

...

http://de.biz.yahoo.com/14062006/286/gaswirtschaft-rechnet-preisschub-herbst.html

****

 
[N24]  
Gasprom will mehr Einfluss in Europa
 
Der russische Energiekonzern Gasprom hat das Interesse an einer stärkeren Einbindung in den europäischen Energiemarkt bekräftigt
...

http://www.n24.de/wirtschaft/wirtschaftspolitik/index.php/n2006060222012800002

****

 
[Telepolis]  
Rohrfrei in Fernost
 
"The Great Game" in Zentralasien bleibt weiter spannend und komplex

...

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22783/1.html

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Offline Sukram

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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #67 am: 22. September 2006, 16:03:46 »
EU: Verbrauch & Abhängigkeit von Energieimporten gewachsen

Der Energieverbrauch pro Kopf in der EU25 entsprach 3,6 tRÖE im Jahr 2005, im Vergleich zu 7,8 tRÖE pro Kopf in den USA und 4,1 tRÖE pro Kopf in Japan (in beiden Fällen Daten für 2003)...

Entsprechend zeigen die ersten Schätzungen für 2005, dass die EU25 im Hinblick auf den Energiebedarf zu 56% von Einfuhren abhängig war, während der Wert im Jahr 2004 bei 54% lag.

Über einen längeren Zeitraum gesehen stieg der Energieverbrauch in der EU25 zwischen 1995 und 2004 um 11%, die Produktion ging um 2% zurück, und die Nettoeinfuhren stiegen um 29%.

Im Jahr 1995 lag die Energieabhängigkeitsquote bei 44%.

http://www.financial.de/newsroom/wirtschaft/79481.html


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Tja- da helfen die Alternaiven wohl nicht wirklich...
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Offline Sukram

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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #68 am: 13. Oktober 2006, 14:21:25 »
BUNDESREGIERUNG : "Unsere Energieversorgung ist keineswegs gesichert"

Kanzleramtsminister Thomas de Maizière hat bei einem Symposium des Bundesnachrichtendienstes (BND) über Energiesicherheit im internationalen Kontext gesprochen. Er wies auf das Konfliktpotenzial der wachsenden Konkurrenz um knappe Ressourcen hin.



Redeentwurf: Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Kollegen aus dem In- und Ausland, Exzellenzen, Mitglieder des Deutschen Bundestages, sehr geehrte Gäste, sehr geehrter Herr Präsident Uhrlau,

ich begrüße es sehr, dass der Bundesnachrichtendienst die Energieversorgung zum Thema des diesjährigenBundeskanzleramtschef Thomas de MaizièreFoto: REGIERUNGonline / Fassbender Vergrößerung Kanzleramtschef Thomas de Maizière Symposiums macht. Der BND befasst sich nicht alleine mit der Thematik. Diskussionen um die Energieversorgung werden gegenwärtig auf nationaler wie internationaler Ebene intensiv geführt.

Auch ein Großteil der innen- und wirtschaftspolitischen Debatte, die wir z.B. soeben beim zweiten Energiegipfel unter Vorsitz der Bundeskanzlerin geführt haben, beschäftigt sich mit dieser Frage. Dies soll aber hier nicht weiter vertieft werden. Ich möchte mich vielmehr auf diesem Workshop auf einige strategische und sicherheitspolitische Fragen im Rahmen außenpolitischer Betrachtungen konzentrieren.

1. Das Problem: Unsere Energieversorgung ist keineswegs gesichert

Die Energiepreisentwicklung der letzten Jahre zeigt: Eine sichere und wirtschaftliche Energieversorgung ist ein wichtiger Standortfaktor für alle Volkswirtschaften. Sie entscheidet mit über deren Zukunftsfähigkeit.

Auch die Energieversorgung Europas kann keineswegs als gesichert angesehen werden.

Für jedermann erkennbar hat sich die Konkurrenz am Weltöl- und -gasmarkt in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Der starke Anstieg der Ölimporte Chinas und anderer prosperierender Volkswirtschaften in Asien und der weiter steigende Energiebedarf der USA stellen nicht nur für die Preisentwicklung am Energiemarkt ein Problem dar. An diesem Trend ändert auch die Tatsache nichts, dass sich der Preisauftrieb zuletzt etwas beruhigt hat.

Große Öl- und Gasreserven vor der Haustür Europas - so z.B. in Nordafrika, oder am Rande Europas wie in Norwegen - haben in den vergangenen Jahren das Interesse US-amerikanischer und chinesischer Öl- und Gasgesellschaften geweckt. Wer hätte noch vor wenigen Jahren damit gerechnet, dass sich US-Unternehmen den größten Teil neuer Ölförderlizenzen in Libyen sichern könnten oder dass die Hälfte des Erdgases, das vor der Küste Nordnorwegens demnächst gefördert wird, als LNG, also als verflüssigtes Gas, in die USA exportiert wird?

Selbst das Gas aus Nordwestsibirien, das seit langem mehr als ein Drittel unserer Erdgasimporte sichert und damit unverzichtbar ist, könnte zu einem Teil nach China abfließen. Entsprechende Äußerungen russischer Verantwortlicher haben in den letzten Monaten in Europa beträchtliche Unruhe verursacht.

Die Energieversorgung auf unserem Planeten steht aber auch vor anderen Herausforderungen, die es zu berücksichtigen gilt: So gewinnen Aspekte der Klimaverträglichkeit und der schonenden Ressourcennutzung bei der Energienutzung zunehmende Bedeutung. Das Thema Energie ist zudem mehr als Öl und Gas.

Der sich beschleunigende Klimawandel verlangt entschiedenes globales Handeln. Die Klimaforscher sind sich einig: der globale Temperaturanstieg darf nicht mehr als 2 ° Celsius betragen. Weltweit muss der Verbrauch fossiler Energieträger dafür drastisch gesenkt werden.

Klimaschutz und Versorgungssicherheit führen zu einer klaren, gemeinsamen Schlussfolgerung: Eine zukunftsfähige Energiepolitik muss sich viel stärker als bisher auf die Steigerung der Energieeffizienz konzentrieren.

Jedes Fass Öl, das durch moderne Technologien eingespart wird, muss nicht importiert werden, belastet nicht die Umwelt und bringt Innovation und Modernisierung unser Volkswirtschaft voran.

Vor dem Hintergrund anhaltend hoher Preise für diese beiden Energieträger wird die Bedeutung der vergleichsweise kostengünstigen Kohle und der erneuerbaren Energien deutlich zunehmen.

Dennoch besteht kein Grund zur Entwarnung: Die Energiepolitik steht heute vor den größten Herausforderungen seit der ersten sog. Ölkrise 1973/74.

2. Wie stellt sich die Lage für Deutschland und Europa aktuell dar?

Die Abhängigkeit Deutschlands und Europas von Importen fossiler Energieträger steigt.

Das Problem ist nicht die begrenzte Reichweite der verschiedenen fossilen Energieträger, sondern deren ungleiche Verteilung. Der größte Teil der Weltöl- und -gasreserven ist auf wenige Länder konzentriert. Politisch instabile Weltregionen werden für die Versorgung immer wichtiger. So liegen allein im Mittleren Osten fast zwei Drittel der Weltölreserven.

Allein die nachgewiesenen Ölreserven Irans oder Iraks sind mehr als doppelt so groß wie diejenigen Russlands, dem aktuell mit Abstand wichtigsten Öllieferanten der EU. Die Ölreserven Saudi-Arabiens übertreffen die Russlands sogar um das Vierfache!

Der Mittlere Osten ist mit diesen Reserven auch für die Ölversorgung Europas langfristig unverzichtbar. Gleichzeitig gibt es weltweit keine andere Region, die mit derart vielen Konflikten zu kämpfen hat: Der Nahost-Konflikt strahlt seit fast 60 Jahren auf die gesamte Region aus.

Die Auseinandersetzungen im Irak haben die dortige Ölproduktion schwer getroffen.

In Saudi-Arabien ist der Ölsektor in die Optik islamistisch motivierter Terroristen geraten. Außerdem befinden sich große Teile der erkannten Ölvorkommen auf dem Siedlungsgebiet der schiitischen Minderheit. Angesichts der aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten ergibt sich zusätzliches Konfliktpotenzial.

Aber auch andere ölproduzierende Staaten der Region befinden sich in einer Konfrontation mit einer gewaltbereiten islamistischen Opposition.

Verschärfend kommt hinzu, dass die ölreichste Region der Erde gleichzeitig zu den wasserärmsten gehört.

Die Verteilung des nutzbaren Wassers ist wie die Frage der Energiesicherheit eine zentrale Zukunftsfrage, der wir uns stellen müssen. Ausreichende Süßwasservorkommen sind in weiten Teilen der Welt nicht vorhanden und die Vorräte reichen für die teilweise schnell wachsenden Bevölkerungen in Nordchina, Nahost und Teilen Afrikas bei weitem nicht aus. Neue Staudämme, wie in der Türkei, haben nachhaltige Auswirkungen auf die Nachbarstaaten (Syrien und Irak). Die Menschheit mit Trinkwasser zu versorgen, hat somit auch eine bedeutende sicherheitspolitische Dimension.

Verteilungskämpfe oder der Einsatz der Wasserversorgung als Drohkulisse und Kriegsgrund ist daher ebenfalls ein Thema, bei dem sich der Bundesnachrichtendienst wie andere Dienste einbringen muss. Zudem ist zu befürchten, dass mögliche innerstaatliche und zwischenstaatliche Konflikte ums Wasser die regionale Stabilität beeinträchtigen. Und das könnte Auswirkungen auch auf die Ölproduktion dieser Staaten haben.

Die Marktmacht der OPEC-Staaten, die zu einem großen Teil aus dem Mittleren Osten kommen, wird in den nächsten Jahrzehnten drastisch zunehmen. Ihr Anteil an der Weltölproduktion wird von heute weniger als 40% auf über 50% im Jahr 2020 ansteigen. Davon dürfte Europa in besonderem Maße betroffen sein, weil einerseits die Eigenproduktion aus der Nordsee stark rückläufig ist und andererseits die USA und China einen großen Teil des derzeitigen Zuwachses der Ölproduktion in den Nicht-OPEC-Staaten – vor allem in Sub-Sahara-Afrika und in Zentralasien – bereits für sich gesichert haben.

Die Lage bei der Zukunftsenergie Erdgas stellt sich kaum günstiger dar: Hier sind die Importe Deutschlands und der EU noch weniger diversifiziert. Der weitaus größte Teil der EU-Gasimporte kommt aus nur drei Lieferländern: Russland allein stellt deutlich über 40% unserer Erdgasimporte, gefolgt von Norwegen mit knapp 30% und Algerien mit ca. 20%. Gerade einmal 5% der EU-Gasimporte entfallen auf andere Länder!

Die Fixierung auf nur wenige Lieferländer ist von großer Bedeutung, weil bei der Gasversorgung über Pipelines technisch bedingt Abhängigkeiten noch stärker und langfristiger wirken als beim Öl, wo ein vergleichsweise flexibler Markt mit einer größeren Zahl von Anbietern besteht. Noch problematischer wird diese Abhängigkeit, wenn – wie aktuell geschehen – innerhalb dieser kleinen Gruppe von Gaslieferanten auch noch Vereinbarungen unter der Überschrift „strategische Zusammenarbeit“ – nicht nur bei der Produktion, sondern auch beim Vertrieb – geschlossen werden. Diese Entwicklung müssen wir mit großer Wachsamkeit verfolgen.

Bei der Kohle finden wir zwar neben unseren eigenen Reserven eine breite Palette von politisch vergleichsweise stabilen Förderländern, auch ist die Versorgungssicherheit und die Reichweite der Reserven größer, aber die unzureichende Klimaverträglichkeit schränkt die Nutzung der Kohle ein. Allerdings eröffnen mittel- und langfristig neue bzw. optimierte Technologien (CO2-Abscheidung, Kohleverflüssigung bzw.
-vergasung) durchaus auch neue Chancen für die Kohle.

Das Ausmaß der weiteren Nutzung der Kernenergie bleibt in der EU umstritten. Selbst deren Befürworter gehen aber nicht davon aus, dass die Kernenergie allein einen Königsweg zur Lösung der Probleme darstellt. Die Kernfusion wird noch auf Jahrzehnte hinaus für eine kommerzielle Nutzung nicht zur Verfügung stehen.

Der Trend zu einer verstärkten Nutzung der Kernenergie in Schwellenländern wirft Proliferationsgefahren auf, die von den Nachrichtendiensten weltweit aufmerksam beobachtet werden. Das verständliche Streben nach Energiesicherheit oder sogar Energieunabhängigkeit geht teilweise Hand in Hand mit der Gefahr des missbräuchlichen Umgangs mit Nuklearmaterial.

Das aktuelle Beispiel des Kernwaffentests in Nordkorea belegt anschaulich, wie das grundsätzlich als legitim einzuschätzende Streben nach friedlicher Nutzung der Kernenergie im Falle des Missbrauchs die Internationale Gemeinschaft herausfordert.

Wir müssen deshalb der Aushöhlung der multilateralen Abrüstungs- und Nichtverbreitungsverträge gemeinsam entschieden entgegentreten.

Eine nicht ausschließlich zivile Nutzung der Kernenergie in immer mehr Ländern der Erde könnte zu einem neuen atomaren Wettlauf führen, der dramatische Auswirkungen auf die sicherheitspolitische Lage nicht nur für die betroffenen Regionen hätte. Die mögliche Weitergabe von Atomwaffen bzw. Spaltprodukte an terroristische Organisationen könnte darüber hinaus neue Bedrohungsszenarien im Bereich des internationalen Terrorismus hervorrufen. Daher ist auch in Zukunft ein sicherheits- und außenpolitischer Fokus auf Aufrüstungsbestrebungen verschiedener Drittweltstaaten zu legen. Fälle von Nuklearschmuggel oder der Missbrauch der zivilen Nutzung der Kernenergie würden die internationale Sicherheitsarchitektur nachhaltig gefährden.

Das Streben nach Energiesicherheit darf insgesamt also nicht als Deckmantel für Machtpolitik und Aufrüstung missbraucht werden.

Ein Lichtblick: Die erneuerbaren Energien erleben derzeit einen kaum vorhergesagten Aufschwung und werden als langfristig verfügbare, einheimische Energiequellen einen deutlich höheren Anteil der Energieversorgung decken als bisher. Auch für den Energiegroßverbraucher „Verkehr“ werden sie zunehmend interessant.

Die hohen Energiepreise begünstigen daneben den Trend zu einer weiteren Steigerung von Energieeffizienz und Energieeinsparungen. Deutschland hat diese Entwicklung frühzeitig erkannt. Die deutsche Industrie ist heute Weltmarktführer bei vielen Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Energieeffizienzsteigerung.

Das macht deutlich: es geht dabei auch um ein Kernthema der Wirtschaftspolitik.

Energieeffizienz und ein wirtschaftlich effizienter Ausbau der erneuerbaren Energien bedeuten umfassende Modernisierung unserer Infrastruktur und unseres Anlagevermögens, technologische Innovation und Erschließung wichtiger Zukunftsmärkte. Bei zumindest längerfristig weiter steigenden Energiepreisen legen wir bereits heute eine wichtige Grundlage für unsere Wettbewerbsfähigkeit von morgen.

Das ist auch der Grund, warum wir das Thema Energieeffizienz zu einem Schwerpunkt des 2. Energiegipfels am letzten Montag gemacht haben. Wir haben uns ein ambitioniertes Aktionsprogramm Energieeffizienz vorgenommen, mit dem wir die enormen Effizienzpotenziale, die es in Deutschland gibt, nutzen können.

Ein schonender Umgang mit Energie durch die Industrie- und Schwellenländer ist übrigens auch angewandte Sicherheitspolitik, weil es die Risiken von Verteilungskämpfen reduziert und den Zugang der Entwicklungsländer zu bezahlbarer Energie ermöglicht.

Meine Damen und Herren,

der Handlungsbedarf für Deutschland und Europa zur Sicherung seiner Energieversorgung ist also groß.

Dabei ist von großer Bedeutung: Im Wettlauf um Energie setzt eine zunehmende Anzahl von Staaten nicht auf marktwirtschaftliche Regeln, sondern versucht über staatlichen Interventionismus nationale Interessen durchzusetzen. Dies gilt sowohl für Energienachfrager (z.B. China) wie auch Energieexporteure. Wir beobachten mit Besorgnis, dass einige große Öl- und Gasproduzenten ihren Ressourcenreichtum als politisches Mittel entdecken.

Langfristig wird übrigens auch die Weltöl- und Gasversorgung dadurch beeinflusst, dass absehbar nur die großen, kapital- und technologiestarken internationalen Öl- und Gasgesellschaften die immer schwerer zugänglichen Öl- und Gasvorkommen (z.B. im Tiefseebereich) effizient erschließen können.

Das Ergebnis all dieser Entwicklungen sind tiefgreifende Veränderungen der geopolitischen Landschaft, die noch vor wenigen Jahren kaum absehbar waren.

Diese Entwicklungen zu beobachten und zu analysieren ist eine wichtige Aufgabe auch und vor allem für Nachrichtendienste.

3. Diversifizierung und Kooperation als Kernpunkte eines strategischen Ansatzes

Die Lageanalyse zeigt: Die Sicherung der Energieversorgung ist zu einem zentralen Feld der Wirtschafts-, der Innen-, der Außen- und Sicherheitspolitik mit neuen Facetten und Herausforderungen in Deutschland und in Europa geworden.

Der Diversifizierung der Energieversorgung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Dies gilt sowohl für den Energiemix, für die Versorgungsräume, die Verbindungswege wie auch die Transitländer.

Generell gilt es, kooperative Energiesicherungsstrukturen zu stärken: Die gegenseitige Abhängigkeit von Konsumenten und Produzenten, d.h. die Schaffung einer Energiepartnerschaft in einer Win-Win-Situation, ist eine gute Voraussetzung für eine hohe Energieversorgungssicherheit. Europas Bedarf an Öl und Gas und der Bedarf an Kapital und Know-how unserer Lieferländer könnten und sollten sich hervorragend ergänzen.

Daneben gilt es, den Dialog mit den Energieexporteuren insbesondere in instabilen Weltregionen zu intensivieren und stabilisierend auf die dortigen Entwicklungen einzuwirken. Wenn Deutschland und Europa einen Beitrag zur Lösung regionaler Konflikte in diesen Räumen leisten, erbringen sie damit auch einen Beitrag zur Sicherung ihrer eigenen Energieversorgung. Ich habe bereits die herausragende Rolle des Mittleren Ostens für die Weltölversorgung erwähnt. Gerade an diesem Beispiel wird deutlich, wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist und wie sensibel und mit langem Atem dabei vorgegangen werden muss.

4. Die Sicherung der verwundbaren Energieinfrastruktur – eine wichtige Aufgabe auch für Nachrichtendienste

Neben den Diversifizierungs- und Kooperationskonzepten sollte unser Augenmerk aber auch der Sicherheit der weltweiten Energieinfrastruktur gelten. Die globale Energieinfrastruktur ist an vielen Stellen verwundbar – durch terroristische Anschläge, aber auch durch Kriegshandlungen.
Von großer Bedeutung ist hier vor allem die Beobachtung und Analyse der sogenannten Chokepoints, d.h. der Nadelöhre für die internationale Seeschifffahrt, die insbesondere für die Ölversorgung eine herausragende Rolle spielen. So werden allein durch die Straße von Hormuz fast 30% des international gehandelten Öls transportiert.

China und Japan beziehen mehr als drei Viertel ihrer Ölimporte über die Straße von Malakka, die durch Piraterie bedroht ist. Aber auch die Ölinfrastruktur zu Lande ist gefährdet. Dies hat der versuchte Anschlag auf die weltweit größte Ölverarbeitungsanlage von Abqaiq in Saudi-Arabien im Februar dieses Jahres bewiesen. Wäre er erfolgreich gewesen, hätte dies schwerwiegende Folgen für die Weltölversorgung gehabt. Dieser fehlgeschlagene Anschlag belegt besser als jeder andere, dass die Bedrohung der internationalen Energieinfrastruktur durch den internationalen Terrorismus vor allem qualitativ signifikant zugenommen hat. Für die Nachrichtendienste ergeben sich hier umfangreiche Betätigungsfelder für Prävention und Aufklärung.

Die Information von Unternehmen aus der Energiebranche über derartige Gefahrenpotenziale ist eine wichtige Aufgabe für Auslandsnachrichtendienste. Damit können Nachrichtendienste direkt und unmittelbar einen Beitrag zur Energieversorgungssicherheit leisten.

5. Fazit: Nur ein integrierter strategischer Ansatz kann einen Beitrag zur Erhöhung unserer Energieversorgungssicherheit leisten


Letztlich kann also nur über einen integrierten Ansatz und ein breites außen- und sicherheitspolitisches Maßnahmenbündel ein Beitrag zur Erhöhung unserer Energieversorgungssicherheit geleistet werden. Der dramatische Anstieg der Energiepreise der vergangenen Jahre sollte uns allen ein warnendes Signal sein: Eine verlässliche und wirtschaftliche Versorgung mit Energie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist eine zentrale Aufgabe, dazu können auch die Nachrichtendienste beitragen.

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne einen interessanten und fruchtbaren Austausch bei der heutigen Veranstaltung.
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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #69 am: 17. Oktober 2006, 16:54:08 »
Es erfült mich einigermaßen mit Befriedigung, dass  sich der Club of Rome meiner bereits 2004 im Achillesversen - Thread
Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
ausgesprochenen Forderung nunmehr anschließt  :wink:

*********************


Zitat
Club of Rome: Politiker fordern sauberen Strom aus den Wüsten
 
http://www.solarserver.de/l8mimages/trec-map.jpg
Skizze einer möglichen Infrastruktur für eine nachhaltige Stromversorgung in Europa, dem Nahen Osten und Nord-Afrika.    
 
Politiker von SPD und Bündnis90/Die Grünen setzen sich für eine Energiepartnerschaft zwischen Europa, Nord-Afrika und dem Nahen Osten ein. Dabei greifen sie ein Konzept des Club of Rome auf, das einen großen Schritt im Kampf gegen den Klimawandel und in den Bemühungen um eine langfristig sichere Energieversorgung darstellen könnte. Schwerpunkt sei hierbei die Erzeugung von Solarstrom durch solarthermische Kraftwerke in Wüstengebieten und von Windstrom in den Regionen der Passatwinde, so der Club of Rome in einer Pressemitteilung. Ein Teil des umweltfreundlich erzeugten Stroms soll mittels verlustarmer Hochspannungs-Gleichstromleitungen nach Europa geliefert werden.
 

...

Weitere Informationen unter http://www.TRECers.net/de/

16.10.2006   Quelle: Club of Rome   © Heindl Server GmbH
Bildquelle: Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation (TREC)

http://www.solarserver.de/news/news-5984.html


Auf den Applaus der sogenannten Grünen hätte ich dagegen gerne verzichtet...
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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #70 am: 19. Oktober 2006, 13:24:08 »
Spiegel Online - 18.10.2006

Zitat
ENERGIE: Forscher warnen vor Gasknappheit in Europa
Europa muss dringend mehr Erdgas aus Afrika und dem Mittleren Osten importieren - sonst rutscht es bis 2020 in die Energiekrise, warnt das Deutsche Institut fuer Wirtschaftsforschung. Die Ressourcen seien schon heute knapp, und der Verbrauch steigt.

Weiter im http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,443283,00.html

Zitat
Europäische Erdgasversorgung – Importabhängigkeit steigt

BERLIN. - Um die Europäische Union bis zum Jahr 2020 ausreichend mit Erdgas zu versorgen, müssen zusätzlich zu den bereits heute vertraglich vereinbarten Importen in erheblichem Umfang weitere Lieferungen gesichert werden. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 42/2006. Um eine zu starke Abhängigkeit von Russland zu vermeiden, sollten die zusätzlichen Gasmengen zu einem erheblichen Anteil auch aus anderen Ländern beschafft werden. ...

 ....

kpl.:
http://www.brennstoffspiegel.de/frame.php?module=articles&id=1106&page=1&menu=7

Mehr beim DIW:

http://www.diw.de/programme/jsp/presse.jsp?pcode=530
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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #71 am: 14. November 2006, 13:56:26 »
DNK in Berlin: Energie-Außenpolitik wird immer wichtiger

eid (In Auszügen) Die global wachsende Nachfrage nach Energie und anderen Rohstoffen verbunden mit dem in vielen Staaten [...] zunehmenden Einfluss von Regierungen auf die Energiewirtschaft lässt allerorts die Zweifel an einer sicheren, bezahlbaren und umweltverträglichen Energieversorgung wachsen. Unter solchen Umständen wird für energiewirt¬schaftliche Engagements eine besser koordinierte nationale und europäische Energieaußenpolitik immer wichtiger.
...
[...]

http://www.eid.de
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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #72 am: 20. November 2006, 13:35:39 »
Fernsehtipp: Warum ist bei uns der Strom so teuer?

Fernsehtipp: Warum ist bei uns der Strom so teuer?

Auf diese Frage gibt das Wirtschaftsmagazin "Profile" in einer Extra-Sendung am kommenden Montagabend ab 21.20 Uhr im Bayerischen Fernsehen eine Antwort. Recherchen des Autors Günter Ederer zeigen, dass die Energiekostenexplosion in Deutschland weitgehend hausgemacht und ideologisch begründet ist.

München (red) - Die steigenden Kosten, vor allem für Gas und Öl, sind nach Ansicht des Wirtschaftsmagazins "Profile" nicht die Hauptursache. Profile-Autor Günter Ederer fasst in der Sendung das Ergebnis seiner jahrelangen Recherchen zusammen und zeigt die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Kostenexplosion im Energiemarkt.

Links zur News

http://www.br-online.de/profile/
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« Antwort #73 am: 19. Februar 2007, 13:00:46 »
Iran hat bald fertig:

******************

Iran\'s top leader Ayatollah Ali Khamenei said on Saturday that the country\'s oil and gas reserves will dry up eventually, thereby justifying Teheran\'s need to produce nuclear fuel so the country would not have to "beg the West" for it, state-run television reported.

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1170359879878&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull


Teheran - Kurz vor Ablauf des UNO-Ultimatums an Teheran hat der der Oberste iranische Führer, Ayatollah Ali Khamenei, den Anspruch seines Landes auf eine eigene Atomtechnik bekräftigt. Nach Angaben des staatlichen Fernsehens unterstrich Khamenei am Samstag, die Öl- und Gasvorkommen des Landes seien nicht unerschöpflich. Daher benötige der Iran alternative Energiequellen, um nicht vom Westen abhängig zu werden. Der Willen zum Fortschritt auf diesem Gebiet "darf nicht gestoppt, es darf keine Schwäche gezeigt werden", erklärte Khamenei........


http://derstandard.at/?url=/?id=2772841

********

Bemerkenswert weitsichtig: bei denen dauert\'s noch 20-25 Jahre bis zum Engpass heimischer Energie-

während ustere politische Elite (u. a.) auf Kohlekraftwerke mit CO2-Abscheidung und -Deponierung setzt, wo noch nichtmal  die Grundlagenforschung abgeschlossen ist- und die AKW vorzeitig abstellen will. Bei einem weltweiten Ölfördergipfel ab 2015.


Muss man jetzt über die Vor- und Nachteile der Demokratie philosophieren?
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Die deutsche Energieversorgung wird die Achilles-Ferse
« Antwort #74 am: 19. März 2007, 13:53:15 »
Der Ruf nach Energiesicherheit - Herausforderung für eine neue Sicherheitspolitik?
Von Otfried Nassauer

Bis heute sind die Debatten über Sicherheits- und Energiepolitik meist durch die gleichen Stichworte geprägt: Energieabhängigkeit, Energiesicherheit, Versorgungssicherheit - um nur einige zu nennen. Schon diese Schlagwörter lassen die Perspektive erahnen: Ein Land wie Deutschland, das stark von Energieeinfuhren abhängig ist, muss dafür sorgen, dass ihm der Energiehahn nicht zugedreht werden kann.
...

Otfried Nassauer ist freier Journalist und leitet das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit - BITS
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