Energiepolitik > Fossile Energie / Atomkraft
Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
PLUS:
--- Zitat ---Original von RR-E-ft
Und wenn sogar eine Verpflichtung bestehen sollte, Gefahren, die aus dem Ausland einwirken können, zu reduzieren, so ist dies jedenfalls kein tragfähiges Argument dafür, im eigenen Haus die Gefahrenabwehr nicht bestmöglich zu betreiben.
Sonst spielt man in Europa Schraps hat den Hut verloren bzw. Schwarzer Peter (nicht gemeint: Peter Hintze).
--- Ende Zitat ---
\"Wenn\", ist diese Frage nicht schon beantwortet. Deutsche Soldaten sind doch wegen der Gefahrenabwehr \"außer Haus\" stationiert. Was da für unterschiedliche Spiele gespielt werden, ist noch eine ganz andere Frage, die den Rahmen und das Thema hier sprengen dürften. Es ging um die Kanzlerin und die weniger sachliche Kritik. Was ist denn der konkrete Vorschlag oder die Forderung. Sollte oder könnte die Kanzlerin alle AKWs sofort abschalten?! Welche konkreten \"besseren\" Optionen gibt es als die Reaktion der Kanzlerin auf diese Naturkatastrophe mit der katastrophalen Folge für die japanischen AKW. Was wäre, wenn Schröder noch Kanzler wäre? etc. pp.[/list]
RR-E-ft:
Wenn sich ergibt, dass eine nicht mehr hinnehmbare Gefährdung besteht, müssen die AKW in Deutschland so schnell wie möglich vom Netz und dafür sind alle notwendigen Voraussetzungen schnellstmöglich zu schaffen.
Erste Voraussetzung wäre wohl, die umstrittene 11. und 12.Novelle des Atomgesetzes unverzüglich zu kassieren.
Dies allein würde jedoch ersichtlich noch nicht genügen. Denn auch gegenüber dem Zustand vor der umstrittenen 11. und 12.Novelle des Atomgesetzes hat man es wohl mit einer veränderten Lage zu tun.
Das hat etwa mit der Frage, ob und ggf. wie es mit den Atomkraftwerken in Frankreich weiter geht- wie oben aufgezeigt - nichts zu tun.
Sich dafür einzusetzen, dass auch von französischen Atomkraftwerken keine entsprechenden Gefährdungen drohen, kann ein weiterer Schritt sein.
Wenn man selbst die richtigen Lehren gezogen hat, muss man versuchen, auch die europäischen Nachbarn und Partner davon zu überzeugen.
Das gebietet schon die Freundschaft zu unseren Nachbarn.
Schließlich kann es uns nicht egal sein, ob etwa unsere französischen Freunde weiter solchen Gefahren ausgesetzt sind, die man bei uns für nicht hinnehmbar erkannt hat.
Dass unsere französischen Freunde nicht kurzfristig aus der Nutzung der Kernenergie aussteigen können, selbst wenn sie unsere neue Erkenntnis und unseren daraus resultierenden Entschluss teilen, liegt auf der Hand.
Man wird mit Nachdruck gemeinsam nach neuen Lösungen für die sichere Energieversorgung Europas suchen müssen.
RR-E-ft:
Es steht ernsthaft zu bezweifeln, dass man darüber verhandeln kann, ob man die erkannte Gefahr hinnimmt, dass sich unter widrigsten Umständen etwa vor den Toren Bremens und Bremerhavens jene Folgen einstellen, die man nun in Fukushima zu beklagen hat.
Gefährdungsatlas
RR-E-ft:
Laufzeitverlängerung laut FDP nicht mehr sicher
--- Zitat ---Die derzeit abgeschalteten Atomkraftwerke sollen nach Vorstellungen der FDP nicht wieder in Betrieb genommen werden. ....
Derzeit sind die sieben vor 1980 ans Netz gegangenen deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet. Zudem steht seit 2007 nach verschiedenen Pannen das AKW Krümmel (Schleswig-Holstein) fast ununterbrochen still. SPD und Grüne fordern, dass diese acht Anlagen endgültig stillgelegt werden und die Reststrommengen nicht auf neuere Anlagen übertragen werden können. Wenn die Regierung die Meiler nach Ende des Moratoriums am 15. Juni auf Dauer vom Netz lassen will, muss ein neues Atomgesetz erlassen werden.
--- Ende Zitat ---
Brüderle sieht Spaß am Amt
--- Zitat ---Doch Brüderle erklärte am Dienstagvormittag, nicht aus dem Wirtschaftsministerium ausscheiden zu wollen. Das Amt mache ihm \"Spaß\".
--- Ende Zitat ---
Helle Aufregung über den neuen Kurs der Führung
Wolfgang_AW:
--- Zitat ---Orginal von Plus
Es macht unter der Risikobetrachtung wirklich wenig Sinn, wenn Deutschland alleine aus der Atomkraft aussteigen würde.
--- Ende Zitat ---
Gerade das macht Sinn. Jedes abgeschaltete AKW reduziert auch das europäische Restrisiko.
Mit Abschaltung von Atomkraftwerken ist es ja nicht wie bei einer alten Hütte, Schlüssel rumdrehen und aus isses.
Dazu Punkte, die mit bedacht werden sollten.
[*]1. Die Brennstäbe müssen noch ca. fünf Jahre abklingen. In den alten Atomkraftwerken sind die Abklingbecken nicht im Containment, sondern in der Betriebshalle. Will heißen, selbst die Abklingphase birgt ein Restrisiko.[/list]
[*]2. Zwölf der Atomkraftwerke sind gleichzeitig als Standort-Zwischenlager, die Lagerung bis 40 Jahre genehmigt. Auch das ein Restrisiko, da sich die Wand-/Deckenstärken der Hallen in Grenzen halten.[/list]
Zwischenlager
Hier wirft sich natürlich die interessante Frage auf, inwieweit man den Betrieb eines Reaktors für, nach heutigem Stand der Technik, unsicher halten kann, da das Containment z.B. gegen den Aufschlag eines Flugzeuges ungenügend gesichert sei, dies aber für das nebenliegende, weniger gesicherte Zwischenlager in Abrede stellt.
Die Konzequenz hieße nämlich, dass allen genehmigten Zwischenlagern die Betriebserlaubnis entzogen werden müßte. bzw. auch dort entsprechende Nachrüstungen zu erfolgen hätten.
--- Zitat ---Orginal von Plus
Sollte oder könnte die Kanzlerin alle AKWs sofort abschalten?!
--- Ende Zitat ---
W
Ob sie sollte, muss sie (energie)politisch entscheiden, wie auch immer. Es muss eben ein tragfähiger Konsens herauskommen.
Ob sie könnte ist ein rechtliches Problem und daher war die Frage nach der Verfassung gestellt.
In den Leitsätzen des Urteils zu Kalkar des BVerfG, 2 BvL 8/77 vom 08.08.1978 heißt es:
--- Zitat ---3. Hat der Gesetzgeber eine Entscheidung getroffen, deren Grundlage durch neue, im Zeitpunkt des Gesetzeserlasses noch nicht abzusehende Entwicklungen entscheidend in Frage gestellt wird, kann er von Verfassungs wegen gehalten sein zu überprüfen, ob die ursprüngliche Entscheidung auch unter den veränderten Umständen aufrechtzuerhalten ist.
4. In einer notwendigerweise mit Ungewißheit belasteten Situation liegt es zuvorderst in der politischen Verantwortung des Gesetzgebers und der Regierung, im Rahmen ihrer jeweiligen Kompetenzen die von ihnen für zweckmäßig erachteten Entscheidungen zu treffen. ...
6. ... Für die Gestaltung der Sozialordnung muß es insoweit bei Abschätzungen anhand praktischer Vernunft bewenden. Ungewißheiten jenseits dieser Schwelle praktischer Vernunft sind unentrinnbar und insofern als sozialadäquate Lasten von allen Bürgern zu tragen.
--- Ende Zitat ---
Also sie könnte, wenn sie die Regierung und das Parlament hinter sich bringt.
Die sauberste Lösung wäre ein neues Atomgesetz
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang_AW
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