Autor Thema: Stadtwerke Bonn  (Gelesen 26068 mal)

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Offline Cremer

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #15 am: 30. September 2006, 14:20:38 »
@sesi,

Protestschreiben genügt nicht. Das schmeißen die in den Papierkorb.

Aktiv werden

Widerspruch einlegen !!!

Abschläge kürzen !!

Die jahresrechnung am Ende selbst erstellen.
MFG
Gerd Cremer
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Offline Potta

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #16 am: 03. Oktober 2006, 22:23:34 »
Hallo zusammen,
gehöre auch zu den (lt. GA) 132 Bonner "Billigkeit-des-Gaspreises-Einwender", habe mich jetzt aber schon länger nicht mehr um das Thema gekümmert. Da wir wohl in Kürze die Jahresabrechnung 2005/2006 erhalten werden, die folgende Frage:
- Ist jemandem bekannt, ob die Stadtwerke Bonn jemals schon den Rechtsweg beschritten haben bei Zahlungsforderungsverweigerung
(mit ihrem BPG-Freibrief hat die SWB ja dahingehend "alles" vorbereitet).

Und die 2.te Frage: Ist ein Gasanbieterwechsel für einen Bonner inzwischen möglich? (Habe dazu bis dato nichts finden können...)

Vielen Dank für eure Antworten,
Grüße, Potta

Offline Abraham

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #17 am: 11. Oktober 2006, 13:13:05 »
Hallo Mitstreiter!

Wenn man den Medien Glauben schenken kann, dann gibt es bald Konkurrenz in Bonn im Gassektor.

siehe http://forum.energienetz.de/viewtopic.php?t=4427
und http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=news&itemid=10002&detailid=230320

Es soll ein 1-Jahres-Fixpreisvertrag angeboten werden, der günstiger ist, als der derzeitige Stadtwerkepreis.

Frage: Wie soll man reagieren, wenn die Stadtwerke den Versorgungsvertrag kündigen? Kann man sich trotz Konkurrenz auf die Monopolstellung der SWB berufen und der Kündigung widersprechen? Bleibt also alles beim alten?

Abraham

Offline Potta

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #18 am: 11. Oktober 2006, 21:29:44 »
Hallo Abraham,
vielen Dank für den Hinweis, sehr interessant, würde ich erstmal als very good news bezeichnen. Schneller Vergleich der aktuellen Mainova- zu den SWB-Gaspreisen ergibt, dass man bei 20.000 kWh-Jahresverbrauch immerhin schonmal 174 EURO p.a sparen würde (vorausgesetzt Mainova bietet ihre regionalen Tarife so auch in Bonn an).
Ich bin die altbackene und dreiste Art der SWB (und die flankierende Unterstützung der Bonner Politik) sowieso so leid, dass ich in jedem Fall wechseln werde, sobalds geht - insofern stellt sich für mich die Frage der SWB-seitigen Vertragskündigung nicht.
Bin allerdings der Meinung, dass, sobald spürbare Konkurrenz im Gasgeschäft existiert, unsere §315-Argumentation ab dann(!) nicht mehr zieht und dann bei Zahlungsverweigerung natürlich auch SWB-seitige Vertragskündigung legitim ist (da müssten aber noch einige Anbieter mehr im Markt verfügbar sein).

Grüße, Potta

Offline lunatic71

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #19 am: 13. Oktober 2006, 09:02:28 »

Offline aquinatus

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #20 am: 16. Oktober 2006, 14:01:15 »
Hallo an alle,

dann lasst uns ab Neujahr das *neue Gas* einmal die Bonner Gasleitungen durchputzen ;) :lol:  !

Pressemeldung der Mainova unter
http://www.mainova.de/uebermainova/198_17030.jsp

Zitat
Das Angebot richtet sich an Privathaushalte mit einem jährlichen Verbrauch bis 80.000 kWh und beinhaltet eine Preisgarantie bis zum 31. Dezember 2007.
... was die SWB dazu gebracht hat, ihren Kunden (zu denen ich sicherlich bald nicht mehr gehoere) auch einen Fixpreis anzubieten: BonnFixx.

Zitat
Der Kunde muss keine Abschlagszahlungen mehr leisten, sondern erhält drei, gemäß dem tatsächlichen Verbrauch erstellte Rechnungen. Die Anmeldung für "novagas" ist absolut einfach: Der Kunde meldet sich online unter http://www.novagas.de/ mit seiner Zähler- und Kundennummer des bisherigen Lieferanten an. Alle Kündigungsformalitäten beim bisherigen Versorger übernimmt Mainova. Im Zusammenhang mit dem Lieferantenwechsel fallen für den Kunden keine weiteren Kosten an. Ganz im Gegenteil: Sollte er bis zu drei Monate nach Lieferbeginn nicht von "novagas" überzeugt sein, kann er seinen Vertrag kündigen und muss lediglich die verbrauchte Gasmenge bezahlen. Mainova erstattet ihm in diesem Fall sogar eine Aufwandspauschale in Höhe von 25 Euro.
Kundenbeziehungen lassen sich also auch anders gestalten, als es die SWB macht.

Die Preise der (ab Januar 2007 moeglichen) Erdgaslieferung sind abrufbar unter http://www.mainova.de/privatkunden/16973_17017.jsp

Zitat
Grundpreis €/a
netto 168,07
zzgl. 16% MwSt. 194,96
zzgl. 19% MwSt. 200,00

Arbeitspreis ct/kWh
netto 4,92
zzgl. 16% MwSt. 5,71
zzgl. 19% MwSt. 5,85


Dagegen die Preise der SWB - in Form von BonnFixx (Festpreis 01.10.2006-30.09.2007):

Zitat
Grundpreis €/a
netto 163,80
zzgl. 16%/19% (bis 30.09.2007) MwSt. 189,96

Arbeitspreis ct/kWh
netto 5,28
zzgl. 16%/19% (bis 30.09.2007) MwSt. 6,12


Ich hab*s mir mal durchgerechnet: Wir sparen monatlich (zwar nur) 5 EUR, dafuer lasse ich mir gerne zwei kuehle Blonde durch die Kehle laufen.  :P

Alles weitere zu novagas unter: http://www.mainova.de/privatkunden/novagas.jsp

Ciao, Thomas

Offline Monaco

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #21 am: 16. Oktober 2006, 16:30:58 »
@aquinatus

Ob man derzeit mit einem Fixpreisangebot richtig liegt scheint zumindest fraglich. Immerhin ist der Rohölpreis in den vergangenen Monaten um über 20% zurückgekommen. Von über 78 US-$ (Anfang August) auf aktuell unter 60 US-$. Immerhin fast 25%! Und da die Gaspreise immer mit einer entsprechenden zeitlichen Verzögerung an den Endkunden weitergegeben werden, bleibt zumindest die Hoffnung, dass kurzfristig die Preise eher sinken als steigen werden. Ob Sie ggf. mit ihrer Entscheidung richtig gelegen haben, werden Sie jedoch erst in einem Jahr wissen.

Dann pflegen Sie doch lieber weiter die Brieffreundschaft mit Ihren "geliebten" Bonner Stadtwerken und bleiben bei Ihrem Preiswiderspruch. Dann haben Sie womöglich eine größere Chance, ein gutes Geschäft zu machen. Oder glauben Sie etwa Mainova hat etwas zu verschenken ...


Mit freundlichen Grüßen

Monaco.

Offline aquinatus

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #22 am: 16. Oktober 2006, 22:47:19 »
Hallo, Monaco!

Du schreibst:
Zitat
Immerhin ist der Rohölpreis in den vergangenen Monaten um über 20% zurückgekommen.
... was die SWB nicht davon abgehalten hat, erst jetzt zum 1. Oktober die Gaspreise wieder zu erhoehen.

Zitat
Und da die Gaspreise immer mit einer entsprechenden zeitlichen Verzögerung an den Endkunden weitergegeben werden, bleibt zumindest die Hoffnung, dass kurzfristig die Preise eher sinken als steigen werden.
Du glaubst doch nicht wirklich, dass die SWB bis zum 30.09.2007 die Preise derart senken wuerde, dass monatlich 5 EUR uebrig bleiben?

Zitat
Ob Sie ggf. mit ihrer Entscheidung richtig gelegen haben, werden Sie jedoch erst in einem Jahr wissen.
Es geht doch auch darum, den etablierten Monopolisten zu zeigen, dass es genau so wie bisher nicht mehr geht. Sobald da Bewegung im Markt ist, wird sich auch die SWB bewegen ... und koennte dann ja wieder attraktiv werden.

Zitat
Dann pflegen Sie doch lieber weiter die Brieffreundschaft mit Ihren "geliebten" Bonner Stadtwerken und bleiben bei Ihrem Preiswiderspruch
Man koennte fast meinen, Du sitzt in der Sandkaule und betreibst *Kundenbindung* ;)

Ciao, Thomas

Offline Cremer

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #23 am: 16. Oktober 2006, 23:07:34 »
@aquinatus,

auch hier wird nach der Referenzmethode der Preis berechnet.

Mal bitte auf die quartalsmäßigen Preisankündigungen achten.

Bei uns wurde die Referenzperiode von 6/3/3 auf 6/1/3 umgestellt.
MFG
Gerd Cremer
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Offline Abraham

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #24 am: 20. Oktober 2006, 10:10:19 »
http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=news&itemid=10490&detailid=233598

Es ist für Januar die nächste Preiserhöhung geplant. Mann haben die Nerven!

Offline Monaco

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #25 am: 20. Oktober 2006, 13:13:50 »
@aquinatus

Welche Preise wann wer verlangen wird steht derzeit wohl noch "in den Sternen". Fakt ist jedoch, dass zumindest die Tendenz derzeit nach unten geht. Und in diesem Fall halte - zumindest ich - es für ratsam sich nicht länger an einen hohen Preis zu binden. Anders wäre es, wenn Öl derzeit bei 90 oder 100 US-$ gehandelt würde. Dann würde auch ich zusehen, dass ich mir noch den "alten" Preis sichere. (Kann man schon fast mit dem Abschluss eines Baudarlehens vergleichen). Immerhin laufen die Gaspreise der aktuellen Entwicklung ca. ein halbes Jahr hinterher. So wären auch die derzeitigen Preiserhöhungen noch zu begründen.
Ob man 5 Euronen im Monat einsparen kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Beim Preis nach oben, waren aber 5 Euro pro Monat fast nichts. Und ob mit einem zweiten Anbieter ein wirklicher Wettbewerb entsteht, bleibt allemal fraglich (siehe Strom).
Bedenken Sie bitte auch, dass ihr Geld dann künftig nach Hessen geht und die Gewinne dann auch dort verbleiben werden. In Bonn würde dann einiges vielleicht noch teuer und die 5 gesparten Euros gingen dann anderswo schnell wieder dahin ...So könnte der Schuss letztlich auch nach hinten los gehen.

Die sicherste Methode - vielleicht jetzt und später etwas Geld zu sparen - scheint daher nach wie vor der Preiswiderspruch nach §315 BGB.


In diesem Sinne

mit freundlichen Grüßen

Monaco.

Offline Potta

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #26 am: 24. Oktober 2006, 21:54:11 »
@Abraham: Die letzten Freitag verbreitete Nachricht über eine neuerliche Gaspreiserhöhung zum 01.01.2007 war ein Missverständnis, siehe
http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=news&itemid=10490&detailid=234055

@Herr Cremer: was meinen Sie mit Umstellung von 6/3/3 auf 6/1/3 ?

Tja, zur Zeit stellt sich tatsächlich die Gretchenfrage "Weiter bei der SWB bleiben und §315 geltend machen oder zur Mainova wechseln?"
Dass das Geld beim Wechsel dann nach Hessen wandert, halte ich allerdings nicht für ein tragfähiges Gegenargument. Ohne Wettbewerb bekommen wir niemals marktkonforme Preise.

An dieser Stelle nochmal meine Frage: Hat hier jemand der SWB schon spürbar die Jahresrechnung gekürzt (ich hatte das letztes Jahr gemacht, da gings aber nur um ein paar Euro - das hat die SWB bisher ohne Reaktion akzeptiert)? Wie hat die SWB bei euch auf die Kürzung reagiert?

Schönen Gruß, Potta

Offline Cremer

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #27 am: 24. Oktober 2006, 23:07:59 »
@Potta,

Referenzperiode 6/3/3 bedeutet

6 Monate wird der Ölpreis beobachtet und dann vom Stat. Bundesamt festgesetzt
3 Monate ist Ruhephase, wo nichts passiert
3 Monate lang gilt dann der neue Gaspreis

Konkret für einen neuen Preis ab Okt. bedeutet dies:
6/3/3
Jan bis Juni Ölpreisermittlung mit Festsetzung des dem Monat folgenden 15. (juli)
Juli bis Sept. ist Ruhephase
Okt. bis Dez. gilt der neue Preis

6/1/3
Wird die Ruhephase auf einen Monat verkürzt, gilt Beobachtung also Marz bis Aug, dann muss der Preis vom Statistischen Bundesamt am 15.9. vorliegen, um bis zum 1.10. einen neuen Preis zu kalkulieren und zu veröffentlichen.


Fehlt dieser zum 15.9., dann wollen nach den neuen Vertragsbestimmungen der SW KH diese einen Schätzpreis nehmen, hier konkret den der WIBERA Wirtschaftprüfungsgesellschaft.

Tolle Sache, was???
MFG
Gerd Cremer
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Offline Abraham

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #28 am: 25. Oktober 2006, 08:39:37 »
Zitat von: \"Potta\"
@Abraham: Die letzten Freitag verbreitete Nachricht über eine neuerliche Gaspreiserhöhung zum 01.01.2007 war ein Missverständnis, siehe
http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=news&itemid=10490&detailid=234055

Ja, und wie die Medien sich gleich drauf gestürzt haben... Nun ja, gewundert hätte es mich nicht.


Zitat von: \"Potta\"

An dieser Stelle nochmal meine Frage: Hat hier jemand der SWB schon spürbar die Jahresrechnung gekürzt (ich hatte das letztes Jahr gemacht, da gings aber nur um ein paar Euro - das hat die SWB bisher ohne Reaktion akzeptiert)? Wie hat die SWB bei euch auf die Kürzung reagiert?


Was ist schon spürbar? Unsere Kürzungen befinden sich mittlerweile im niedrigen dreistelligen Bereich, was sich nach der Jahresrechnung (müsste bald eintreffen) ändern dürfte. Die SWB berechnen immer noch Mahngebühren für gekürzte Abschläge. Mein letzter Brief zum Thema (Anfang Obktober) blieb bisher unbeantwortet. Vielleicht kommt die Antwort mit der Jahresrechnung.

Stichwort Mainova:

Was soll der Quatsch? Stadtwerk heißt Stadtwerk, weil es eine Stadt versorgt. Die hohen Preise liegen doch größtenteils in den vorgeschalteten großen Ferngasgesellschaften begründet. Man sieht es doch beim Strom, was die Marktöffnung gebracht hat, es ist noch teurer geworden.

Worüber soll denn Wettbewerb und Preisunterschiede entstehen?

1. Die Einkaufspreise
Die Einkaufspreise aus dem Ausland können sich je nach Abnahmemenge nur marginal unterscheiden.
-> geringe Möglichkeit für Preisunterschiede

2. Die Weiterverteiler
Netzkosten

Nun, die Netze müssen instandgehalten werden. Die Preise dafür werden sich auch nur geringfügig unterscheiden können, andernfalls leidet die Qualität des Netzes.
-> geringe Möglichkeit für Preisunterschiede

Personalkosten

Ok, das ist auf die Gesamtheit der Kosten gerechnet auch nur ein kleiner Teil. Bei Vorständen etc. könnte man u.U. eine erkleckliche Summe einsparen.
-> eher geringe Möglichkeit für Preisunterschiede

3. Die Endverteiler

siehe Weiterverteiler

4. Gewinne

Hier und nur hier sehe ich eine Möglichkeit die Preise entscheident zu senken durch Reduzierung des Gewinns.
-> derzeit große Möglichkeiten für Preisunterschiede

Fazit:

Im Bereich der Daseinsvorsorge ist es einfach unmöglich sinnvollen Wettbewerb zu generieren. Das Gas oder der Strom unterscheidet sich ja nicht von Anbieter zu Anbieter, so wie sich z.B. Autos unterscheiden. Das sollte man einfach mal zu Kenntnis nehmen. Was nützt es uns, wenn den Angestellten der Gasversorger in die Tasche gegriffen oder am Netz gespart wird, nur um etwas billiger als der Konkurrent zu sein?


Grüße, Abraham

Offline Monaco

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Stadtwerke Bonn
« Antwort #29 am: 26. Oktober 2006, 11:21:48 »
@Abraham

In den meisten Punkten gebe ich Ihnen Recht.

Der wohl entscheidende Punkt: Die Endverteiler (Stadtwerke, Regionalversorger) sitzen zwischen zwei Stühlen - müssen sich letztlich aber in erster Linie ihren Gesellschaftern beugen.

Wenn die Ferngasgesellschaften an den Endversorgern mit hohen Prozentanteilen beteiligt sind, kann doch der Einkauf gar nicht anderswo preisgünstiger erfolgen. Es sei denn, der Geschäftsführer möchte sich zukünftig um eine neue Anstellung bemühen ...

Selbst wenn auch die Stadtwerke erhabliche Gewinne einfahren, die eigentlichen Nutznießer sind doch die großen (Eon\'s und RWS\'s) über ihre Ferngasgesellschaften. Diese verdienen übrigens (mindestens) doppelt: Über Ihre Gesellschafter-Gewinnbeteiligungen (Ausschüttungen) und den überteuerten Verkauf ihrer Energieträger.

So könnte es sogar so sein, dass die Preise der Stadtwerke tatsächlich (unmittelbar) billig sind, weil man einfach vielzuviel für das Gas bezahlt hat.

Wenn z.B. russisches Erdgas vom Grenzübergang bis zum Verbraucher eine seltsame "Verwertvollerung" um bis zu 100% erlebt, dann stimmt das schon nachdenklich.

Der Druck muss vom Verbraucher also über die Endversorger über die Ferngasgesellschaften auf die Energiemultis durchschlagen. Wie das geschehen soll, kann ich mir leider im Moment nicht vorstellen.

Da sind Strukturen und Verknüpfungen soweit eingefahren, dass es wohl kaum einen Schritt zurück geben kann. Zu alledem fehlt wohl auch der Politik der Mut, hier etwas grundsätzliches zu unternehmen.

Warten wir ab, wo die Entwicklung hinführt - und tragen wir dazu bei, dass sie zumindest etwas in die von uns angestrebte Richtung zielt. Mehr mag ich mir im Moment gar nicht zu versprechen.


Mit freundlichen Grüßen

Monaco.

 

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