Autor Thema: Unterschiedliche Preise für Neukunden und Bestandskunden (in Grundversorgung)  (Gelesen 686 mal)

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Offline EviSell

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Zur Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Unterschiedliche Preise für Neukunden und Bestandskunden

Vielleicht sollten die Grundversorger einfach einen neuen Tarif bereitstellen, der dann nicht "Grundversorgung" heißt und den Bestandskunden in der Grundversorgung offeriert wird.  8)

Aber eben auch Grundversorger sind Anbieter, die vor dem selben Problem stehen, welches durch das Chaos an der Großhandelsbörse verursacht wird, bloß die können keine defizitären Kunden "abwerfen" (ich vermute mal, dass es erst die höher verbrauchenden Kunden trifft). 6 Wochen sind ein lange Zeit, gerade bei Gas zum Heizen in der Heizperiode.

« Letzte Änderung: 21. Dezember 2021, 09:27:46 von EviSell »
„Zwei Wahrheiten können sich nie widersprechen.“ - Galileo Galilei

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Offline EviSell

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Da ich für jemanden nach einem anderen Stromanbieter auf der Suche bin, konnte ich die preisliche Unterscheidung in der Grundversorgung bei meinem "heimischen" Energieversorger feststellen: https://www.evi-energy.de/de/Strom/Grund-und-Ersatzversorgung/

Vergleichsportale bieten derzeit wenig Hilfe. Von gestern zu heute ging weiterhin der Preis nach oben. In solchen Zeiten möchte ich auch keinen empfehlen, sich für dieses hohe Preisniveau ein Jahr lang, oder gar noch mehr zu verpflichten. Natürlich in der Hoffnung, dass es an der Strombörse auch mal wieder abwärts mit dem Preis geht.

Beim Absuchen einzelner Anbieter direkt auf deren Website, soweit sie überhaupt für Neukunden zur Verfügung stehen, las ich Arbeitspreise von über 50 ct/kWh oder gar auch über 60 Ct/kWh. Selbst der hohe Preis in der Grundversorgung für Neukunden scheint da attraktiver, zumindest erstmal einen Monat die Entwicklung abzuwarten.

Wie auch immer man sich entscheidet, es ist so oder so eine reine Zockerei.

Der dynamische Tarif von Vivi-Power wär ja eigentlich prädestiniert in solchen Zeiten, aber auch die wollen derzeit keine Neukunden.  :(
« Letzte Änderung: 30. Dezember 2021, 11:56:10 von EviSell »
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Offline El Zorro

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....
 Natürlich in der Hoffnung, dass es an der Strombörse auch mal wieder abwärts mit dem Preis geht.

Vielleicht sind folgende Ausführungen eine kleine Entscheidungshilfe:
An einer Börse werden mit Waren gehandelt, je nach Angebot und Nachfrage entwickelt sich der Preis. Bei einem Produkt, welches knapp ist, aber die Nachfrage hoch, steigt der Preis. Der Mechanismus wirkt auch bei Strom.
In Deutschland haben wir die Situation, dass durch immer weniger Stromerzeuger der Strom zur Mangelware geworden ist. Gleichzeitig forciert man, noch mehr Stromverbraucher ans Netz zu bringen, z.B. durch Elektroautos und auch der alternative "Sprit" ist in der Herstellung stromintensiv.

Der Strommangel in Deutschland ist eine Folge der politischen Entscheidungen. Stichwort: Kraftwerksabschaltungen (Liste, im Arbeitsblatt "endgültig stillgelegte KWe")

Die immer höher steigenden Preise sind die Folge des bisher eingeschlagenen Kurses vergangener und jetziger Regierungen. Der Preisentwicklung könnte politisch also entgegengewirkt, evaluiert und korrigiert werden. Allein es bedarf den Willen dafür. Bei der derzeitigen Bundesregierung sieht es nicht nach einer Korrektur dieses Kurses aus. Im Gegenteil, für manche Regierungsmitglieder sind die Lebenshaltungskosten der Menschen immer noch zu niedrig.

« Letzte Änderung: 30. Dezember 2021, 13:09:37 von El Zorro »

Offline EviSell

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Zitat
...
Hintergrund ist die angespannte Lage auf den Strommärkten. Bei der Bundesnetzagentur haben bis Ende 2021 mindestens 38 Anbieter angezeigt, ihren Kunden keinen Strom mehr liefern zu wollen. Die Unternehmen begründen das mit den stark gestiegenen Preisen an den Strombörsen. Hunderttausende Kunden dürften betroffen sein.
...

https://www.bz-berlin.de/berlin/stromanbieter-liefert-ploetzlich-nicht-mehr-tausende-berliner-rutschen-in-grundversorgung
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Offline EviSell

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Es würde mich nicht wundern, wenn die Grundversorger wieder in gewohnter Manier - selbst in dieser Krise - nicht scheuen, ihre Häubchen auf die Preise draufzusetzen, damit sie ihre Quersubventionierungsaufträge weiter erfüllen können.
Die Stadtwerke Gotha schießen den Vogel ab mit über 86 ct/kWh in der Ersatzversorgung (Wer bietet mehr?):
Zitat
...
18 der insgesamt 30 Grundversorger im Freistaat [Anmerkung: Thüringen] haben zwischen dem 15. und dem 30. Dezember 2021 Preise für die Ersatzversorgung in Kraft gesetzt, die ausschließlich für neue Kunden gelten. Zwischen 47,53 Cent (Stadtwerke Ilmenau) und 86,57 Cent (Stadtwerke Gotha) kostet hier nun eine Kilowattstunde für alle, die man nicht ablehnen darf.
...
(Fetthervorhebung durch mich)

Zitiert aus: https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/strom-preise-anbieter-wechseln-ersatzversorgung-100.html

Und über kurz oder lang - wenn diese Krise so weiter geht - werden diese Höchstpreise die Bestandkunden auch treffen. Und unter diesen Kunden dürfte der große Teil ohnehin zu den "traditionellen" finanzschwächsten Haushalten zählen.

 
Schade, dass der mdr nur bei den Grundversorgern nachfragte und nicht auch bei den Verbraucherverbänden, wenn man schon so eine Verunglimpfung der wechselhaften Kunden veröffentlicht. Mich ärgert das zutiefst.  >:(
« Letzte Änderung: 16. Januar 2022, 11:44:01 von EviSell »
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