Autor Thema: Tank-Angebot zu teuer?  (Gelesen 1012 mal)

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Offline Mustermann

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Tank-Angebot zu teuer?
« am: 20. Februar 2018, 16:44:21 »
Mir wurde gerade ein neuer unterirdischer 2,1T-Flüssiggastank angeboten, Inhalt ca. 4650 Liter. Allerdings erscheinen mir die Kosten dafür recht heftig:
Tank 2215,- netto
Transport 300,- netto (aus 200km Entfernung)
Test 50,- netto
Abnahmeprüfung 50,- netto
Umfüllen von altem Gas in neuen Tank 75,- netto

Später dann die zweijährige Prüfung 30,- Euro und die 10jährige Prüfung vom TÜV etwa 500 Euro

Gibt es in Sachsen günstigere Anbieter? Wenn ja, wer?

Offline Mustermann

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Re: Tank-Angebot zu teuer?
« Antwort #1 am: 27. Februar 2018, 22:02:12 »
Ich glaube langsam, das Forum hier ist tot. Und ein Eigentumstank ist u.U. die teuerste Möglichkeit.

Offline TÜV-SV

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Re: Tank-Angebot zu teuer?
« Antwort #2 am: 08. März 2018, 17:46:34 »
Es wird sich sicher um einen 4850 Liter Tank handeln, nicht um 4650 Liter, spielt aber keine Rolle.

Mit 2215 Euro für den Tank bist Du noch an der unteren Preisgrenze, vor allem da es sich um einen unterirdischen Behälter handelt, der auch noch ein bisschen teurer als ein gleichgrosser oberirdischer ist.

Und 300 Euro für einen Transport per LKW über 200 km ist auch nicht teuer. Überleg Dir, daß dafür ein LKW kommen muß, der auch irgendwie mit bezahlt und mit Sprit betankt werden will, daß da noch ein Fahrer drin sitzt, der für 3 Stunden Fahrt zu Dir und 3 Stunden zurück auch bezahlt werden muß. Aufladen und Abladen vor Ort kostet auch alles Arbeitszeit und damit Geld. Du kannst ja mal schauen, ob Du anderswo einen LKW samt Fahrer für die Zeit und die Kilometer-Leistung für einen günstigeren Preis bekommst. Da wirst Du schwerlich was finden.

Mit dem Test ist sicherlich der Hochspannungstest der Korrosionsschutzbeschichtung gemeint.

Abnahmeprüfung für 50 Euro ist auch fast geschenkt. Wenn der TÜV das machen würde, würde das locker das dreifache kosten.

Umfüllen des alten Gases in den neuen Tank für 75 Euro ist auch nicht übertrieben. Das wird sicherlich zwei Stunden dauern, zumindest wenn der Tankwagenfahrer den alten Behälter komplett leer und drucklos machen soll.

Die 2-jährige Prüfung für 30 Euro ist auch kein Wucher. Auch da mußt Du Dir überlegen, daß jemand Zeit und Auto-Kilometer aufwenden muß, um zu Dir zu fahren, um dann vor Ort etwa 10 bis 30 Minuten (je nach örtlichen Gegebenheiten) die Prüfung durchzuführen. Und das alles für 30 Euro.

500 Euro für die TÜV-Prüfung alle 10 Jahre ist noch ein Schnäppchen für einen unterirdischen Behälter. Ich hab da schon ganz andere Preise gehört. Für einen oberirdischen Behälter würde es etwa ein Drittel dieses Preises kosten.

Natürlich kriegst Du auch einen Privattank nicht geschenkt. Der Gasversorger, der Dir das Ding verkauft, muß ja auch ein bisschen Gewinn machen oder zumindest kostendeckend arbeiten.
Das einzige, was Du für Dich selbst ausrechnen mußt ist: Was kostet der Tank Dich über 20 Jahre in Summe, wenn Du ihn selbst kaufst und dafür immer den günstigsten Gaseanbieter selbst aussuchen und bei dem tanken kannst. Und was kostet Dich ein vergleichbarer Miettank über 20 Jahre, der Dich zwar erst mal nichts kostet und bei dem im Mietpreis alle laufenden Wartungs- und Prüfkosten enthalten sind, Du aber dafür in Kauf nehmen mußt, immer bei dem Gasversorger zu tanken, dem der Tank gehört, selbst wenn dort vielleicht der Liter 20 oder 30 Cent teurer ist als auf dem freien Markt. Bei 4.000 Litern macht eine Preisdifferenz von 20 Cent schon 800 Euro aus. Und das ist nur das, was Du dann MEHR bezahlst, womöglich pro Jahr, wenn Du einmal im Jahr tanken mußt.

Für deine persönliche Situation ausrechnen mußt Du Dir das schon selbst, da nur Du deine persönliche Situation (Hausgröße, Heizbedarf etc.). Und dann mußt Du einfach schauen, was für Dich billiger und/oder komfortabler ist.
Denk aber bitte daran, daß wenn Du einmal den Mietvertrag unterschrieben hast, Du wahrscheinlich deine Seele an den Teufel verkaufen mußt, um aus diesem Vertrag je wieder raus zu kommen. Fallbeispiele dazu kannst Du überall im Internet und auch hier im Forum nachlesen.

Entscheiden, was für Dich dann besser ist, mußt Du selbst.

Und der Eindruck, daß das Forum hier tot sei, sei Dir unbenommen. Das mit dem Flüssiggas ist eben kein Millionen-Leute-Thema wie die Frage, wer zur letzten Oscar-Verleihung welches Kleid getragen hat. Demzufolge schauen die meisten hier auch nur alle paar Wochen mal rein.

Mit bestem Gruß
TÜV-SV
Zu mir:
- Sachverständiger Dampf- und Drucktechnik bei einem TÜV
- Bisher etwa 3.000 Flüssiggastanks geprüft, davon sehr viele erdgedeckte und halboberirdische Tanks
- Nehme gern Stellung zu technischen Fragen rund um die wiederkehrende Tankprüfung
- Zu vertraglichen Dingen kann ich nicht viel sagen

Offline Mustermann

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Re: Tank-Angebot zu teuer?
« Antwort #3 am: 13. Juli 2018, 16:21:49 »
Vielen Dank! Mir ist es nach langem hin und her gelungen, den eigenen Tank für knapp 1150,- netto zu kaufen. Ist zwar schon über 20 Jahre alt, aber die innere Prüfung ist noch 8 Jahre gültig. Ich denke, das war die preiswerteste und stressfreieste Lösung. Die äußere Prüfung hat der neue Gaslieferant gleich kostenlos mit der Gasbestellung erledigt. Eine 10jährige innere Prüfung würde beim TÜV jedoch aktuell satte 625 Euro netto kosten.

Offline Watzl

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Re: Tank-Angebot zu teuer?
« Antwort #4 am: 26. Juli 2018, 14:41:21 »
Wenn sie einen einen eigenen Tank haben, dann können sie das Gas kaufen bei wem und wo sie wollen. Sie sind dann nicht der Gunst ihres Vetragshändlers ausgeliefert.
Die Kosten für die innere Prüfung in der 10 Jahresfolge sind bei einem unterirdischen Tank tatsächlich in dieser Höhe.

H. Watzl

 

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