Autor Thema: Gaspreiserhöhung zum September  (Gelesen 4285 mal)

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Offline scheukett

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Gaspreiserhöhung zum September
« am: 14. Juli 2008, 13:55:45 »
Die Katze läßt das Mausern nicht - oder wie soll man die neusten Gaspreiserhöhung der RWE deuten. Nachdem im vergangenen Jahr der Preis etwas gesunken ist, greift die RWE uns (dem Verbraucher) mal wieder richtig tief in die Tasche. 27% sind es diesmla.

Siehe auch hier: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/gaspreise100.html

Die RWE versendet mit der schriftlichen Ankündigung auch wieder die Option einen eigenen Gastarif abzuschließen.
Allen,, die bisher Einspruch nach §315 eingelegt haben (habe ich in 2005 und zahel nicht mehr als 3.5 C/kWh), kann ich nur daten diesen Vertrag nicht abzuschließen. Sobald ein Sondervertrag vorliegt, hat der Einspruch nach §315 für diesen Vertrag keinerlei Gültigkeit mehr.

Als an alle: Einspruch einlegen, Rechnungen kürzen und sich nciht einschüchtern lassen!! Der Gashahn kann bei Zahlung der Grundgebühr nicht abgestellt werden!!

P.S. Ich würde mich freuen mit vielen Gegner für Gaspreiserhöhungen aus dem Raum Kerpen zusammen zu setzen. Bitte melden!!

Viele Grüße

scheukett
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Offline ProRebell

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #1 am: 17. Juli 2008, 18:04:39 »
Hallo Scheukett,

gerne würde ich Deinem Beitrag folge leisten. Wie legt man Einspruch gegen ein Angebot ein? Wie kürze ich die mtl. Kosten? Beruhigend zu wissen, dass man den Gashahn nicht abgedreht bekommt, wenn man die Grundgebühr bezahlt.

Gruß

ProRebell
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Offline bjo

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #2 am: 17. Juli 2008, 19:22:27 »
Zitat
Original von ProRebell
Hallo Scheukett,

gerne würde ich Deinem Beitrag folge leisten. Wie legt man Einspruch gegen ein Angebot ein? Wie kürze ich die mtl. Kosten? Beruhigend zu wissen, dass man den Gashahn nicht abgedreht bekommt, wenn man die Grundgebühr bezahlt.

Gruß

ProRebell

alles was du brauchst steht hier im Forum und auf der Page!
http://www.energieverbraucher.de/index.php?itid=600

Offline ProRebell

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #3 am: 17. Juli 2008, 22:02:06 »
Hallo bjo,

ich finde eine Antwort nicht.
Frage: Der Energieversorger hat eine Einzugsermächtigung für die mtl. Raten erhalten.
Wenn ich nun auf das neue Angebot nicht reagiere, werden dann die bisher gezahlten Abschlagszahlungen weiter abgebucht?

Gruß
ProRebell
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ProRebell
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Offline BerndA

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #4 am: 18. Juli 2008, 11:46:52 »
Hallo ProRebell,

natürlich tut er das und deshalb sollten Sie jetzt sofort

1. Widerspruch mit dem Musterschreiben einlegen

2. Die Einzugsermächtigung kündigen und selbst zahlen per Dauerauftrag

3. Die Abschläge und die Jahresrechnungen wie empfohlen kürzen

4. Nochmal genau folgende Seite durchlesen und sich nicht abwimmeln lassen

http://www.energieverbraucher.de/index.php?itid=600

Gruß

BerndA
Regionalvertretung Münsterland

Offline Cremer

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #5 am: 18. Juli 2008, 21:43:13 »
Auszug aus der Presserklärung der BIFEP vom 18.7.08

Rechtzeitig zur kommenden Heizperiode erhöhen die RWE Rhein-Ruhr die Gaspreise. Der Preis steigt zum 1. September 2008 um unglaubliche 32% im Tarif „Optimo Maxi“ (Sonderpreisregelung) beim Arbeitspreis, der Grundpreis bleibt gleich. Dies ist die höchste der BIFEP bekannte Preissteigerung hier in unserer Region in Rheinhessen und dem Naheland. Die Preissteigerung hält die BIFEP für nicht billig. Die Schere zwischen dem Grenzübergangspreis und den Kundenverkaufspreisen geht damit weiter auseinander. Die Gewinne der Gasversorger, die RWE ist einer der 4 Oligopole in Deutschland, werden kräftig erhöht, die Kunden dagegen weiter kräftig abgezockt.

Gleichzeitig führen die RWE Rhein-Ruhr ein neues Tarifkonzept ein, den Tarif „Optimo Fix“. Die RWE bietet mit diesem Tarif einen Festpreis bis zum 30.8.2011 an. Der Kunde schließt mit dem RWE somit einen Vertrag mit ausgehandelten Preisen ab. Mit diesem Vertrag „Optimo Fix“ gelten nicht die üblichen GasGVV und auch nicht die AVBGasV, da diese gemäß den AGB nicht wirksam in den Vertrag einbezogen sind.

Bei den AGB für den neuen Tarif „Optimo Fix“ möchte die BIFEP auf zwei weitere Punkte besonders kritisch hinweisen.

Unter Punkt 9.1 der AGB steht wörtlich: „Ändern sich die Preise, können die nach der Preisänderung anfallenden Abschläge entsprechend angepasst werden“ Der Satz lässt rein rechtlich Preisänderungen zu, obwohl eine Preisänderung bei dem Fixpreisvertrag ja eben nicht möglich sein soll. Das dies sich nur auf Änderungen, wie unter Punkt 6 beschrieben, bezogen sein sollen, steht aber da eben nicht.

Der Punkt 11: „Darf die RWE Rhein-Ruhr den Vertrag ändern?“ ist höchst interessant. Es steht nämlich da wörtlich: „RWE Rhein-Ruhr kann diesen Vertrag ändern oder neu fassen, um ihn an aktuelle Gesetzesentwicklungen oder sonstige Änderungen von Rechtsvorschriften sowie an aktuelle Rechtsprechung oder einschlägige Verwaltungsentscheidungen anzupassen…“ Hier ist das bekannte Hintertürchen, um auch einen solchen Vertrag zu lösen und zu ändern.

Es möge jeder Verbraucher die AGB selbst kritisch lesen und bewerten, bevor er einen solchen Vertrag „Optimo Fix“ abschließt. Ferner macht die BIFEP auf einen Fehler der Internetseite der RWE Rhein-Ruhr aufmerksam. Bei dem Tarif „Optimo Maxi“ sind die AGB des Tarif „Optimo Fix“ verlinkt; die AGB des Tarif „Optimo Maxi“ können nicht gefunden werden.

Richtig ist, dass der Sondertarif „Optimo Fix“ Einsparungen gegenüber dem Tarif „Optimo Maxi“ bringt. Bei angenommenen jährlichen Preissteigerungen von 10% im Tarif „Optimo Maxi“ in 2009 und 2010 ergibt sich bei einem Bezug von jährlich 20.000 kWh und 10 KW Kesselleistung eine Einsparung nach 3 Jahren von 280,56 €, bei einem Bezug von jährlich 40.000 kWh und 20 KW Kesselleistung eine Einsparung nach 3 Jahren von 839,58€.

Es empfiehlt sich jedoch allen Kunden Widerspruch nach § 315 BGB und § 307 BGB mit Musterbrief gegen die unbilligen Preiserhöhungen von 32 % zum 1.9.2008 einzulegen. Weiter sind die Abschläge zu kürzen und eigene Jahresrechnungen zu erstellen.
MFG
Gerd Cremer
BIFEP e.V.

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Offline scheukett

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #6 am: 21. Juli 2008, 08:53:50 »
Hallo Cremer,

danke für die weiteren Infos. So genau habe ich mir dieses Schreiben dann doch nicht zu Gemüte geführt. Alleine Posr von RWE ist wie ein rotes Tuch für mich :-).

Ich gehe sowieso davon aus, dass alle \"Sondeverträge\" einen Haken haben, denn zu verschenken haben die auch nichts.


Hallo BerndA,

vielen Dank für Deine umfassende Erklärung.

Hallo ProRebell,

umsetzen und an viele weitergeben :-)

Gruss scheukett
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Offline Cremer

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #7 am: 21. Juli 2008, 10:10:42 »
@scheukett,

bei \"Liebesbriefen\" von Versorgern, bitte \"kein Blutdruck\" und keine \"roten Tücher\"  :D

Nüchtern alles bis hin zu den AGB lesen 8)
MFG
Gerd Cremer
BIFEP e.V.

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Offline scheukett

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #8 am: 22. Juli 2008, 09:45:59 »
@cremer

ne, dazu ist mir das Leben zu schade. Ich ignoriere \"individuelle Veträge\", die ich nicht angefordert habe, einfach. Alles andere ist zu anstrengend. Wenn ich etwas möchte, kümmere ich mich selber darum - ud dann lese ich auch bis zum Ende und vor allem nüchtern  :evil:
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Offline Kettner

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #9 am: 13. August 2008, 09:54:22 »
Hallo,

eine massive Gaspreiserhöhung ist auf breiter Front zu beobachten. Auch im Main-Kinzig-Kreis werden die Gaspreise zum Oktober um über 27% angehoben. Das bedeutet Mehrkosten von fast 25 EUR/Monat oder über 290 EUR pro Jahr! Wer soll das noch bezahlen?
Und dies alles vor dem Hintergrund, daß es sich bei den Gasversorgern nicht um notleidende Unternehmen handelt, sondern hochprofitable Läden sind, an denen sich einige wenige eine Goldene Nase verdienen.
Wir im Kinzigkreis streiken bereits seit über drei Jahren mit über 1500 Preisstreikern, aber die Main-Kinzig-Gas stört das überhaupt nicht. Daher werden wir den Druck nun erhöhen: Wir starten eine Wechselkampagne, die einem Unternehmen mit knapp 27000 Kunden richtig weh tun wird.
Mehr dazu unter http://www.energieverbraucher-mkk.de

Viele Grüße
Dr. Carsten Kettner
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Offline tangocharly

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #10 am: 13. August 2008, 10:11:45 »
Zitat
Wir starten eine Wechselkampagne, die einem Unternehmen mit knapp 27000 Kunden richtig weh tun wird.

....... und dann ? Sekt oder Selters ?

Tschuldigung, aber ich habe auch auf der homepage nichts gefunden, was mich darüber informiert, wie die Lösung durch den Wechsel dann aussehen sollte.

Ich finde die Idee ja klasse; aber, worin liegt der win-win-effekt ?

Wenn Ihre Rebellen dann vom neuen Anbieter abgezockt werden, wer ist dann Ihrer Meinung nach der Gewinner ?

Boykottaufrufe können u.U. auch in\'s UWG einschlagen  -  nur mal so auf die Schnelle und ohne Tiefenprüfung (mir sind da noch Fälle im Hinterkopf, wo sich VZen bei Gericht reiben durften und einfuhren).
<<Die stillsten Worte sind es, die den Sturm bringen>>

Offline Kettner

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #11 am: 13. August 2008, 16:20:48 »
Hallo Tangocharly,

ich weiß nicht, auf welcher Webseite Sie nachgelesen haben. Aber auf unserer sollte sich herauslesen lassen, daß wir für sozialverträgliche Energiepreise eintreten und auch dafür, daß die Daseinsvorsorge nicht in private, sondern in kommunale Hände gehört. Dafür arbeiten wir: Rekommunalisierung des Grundversorgers.
Dann kommt es auf die Strategie im jeweiligen Versorgungsgebiet und in Bezug auf den Grundversorger an.

Unserem Grundversorger war die hessenweit stärkste Streikbewegung schnurz. Die fahren weiterhin Renditen von 25% ein und verteilen die Kohle brav an ihre Gesellschafter. Unsere Sammelklage zieht sich hin. Weitere Streiks wollen wir nicht initiieren, da wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht wissen, wie groß der Anteil von Abzocke bzw. der Einkaufspreis vom Endpreis ist. Für die Zeit zu Anfang unseres Streiks wissen wir\'s.

Eine massenweise Abwanderung von Kunden weg vom Grundversorger hin zu anderen Abz..@@@..Anbietern sorgt für Wettbewerb im langsam wachsenden Markt, sorgt möglicherweise für ein Umdenken beim Grundversorger, sorgt möglicherweise auch dafür, daß die Rekommunalisierung Wirklichkeit wird, weil ein 50%-Gesellschafter keine Lust mehr auf dieses Unternehmen hat.

Wir haben unseren Wechselaufruf prüfen lassen und es gibt keine rechtlichen Bedenken, zumal auch andernorts bereits Wechselaufrufe stattfanden. Der Wechselaufruf fällt unter die freie Meinungsäußerung, auch wenn diese von einer BI geäußert wird.

Sekt oder Selters? Keine Ahnung, wird sich zeigen. Wir haben unsere Möglichkeiten jedoch ziemlich ausgeschöpft.
Dr. Carsten Kettner
65551 Limburg

Offline tangocharly

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #12 am: 13. August 2008, 19:52:31 »
Da haben Sie sich aber ganz schön hohe Ziele gesteckt.

Wenn Sie aber schreiben:
Zitat
..... daß die Daseinsvorsorge nicht in private, sondern in kommunale Hände gehört.
dann sollten Sie sich einmal mit dem Beitrag vom 18.07.2008 befassen.

Dort berichtet man aus Österreich, wie sich die Daseinsvorsorge in der öffentlichen Hand entwickelt.

Die öffentliche Hand, als Eigentümer, Gesetzgeber und Aufsichtsorgan - eine sehr blümerante Mischung.

Solange es um Marge, Rendite, Gewinne und Quersubs geht, wird diesem Übel, bei dem die gigantische Melkkuh (Energieverbraucher) bis zur Amnesie gemolken wird, kein wirksamer Gegeneffekt entgegen gesetzt.

Interessant wäre schon - und letztlich nur - ein funktionierender Wettbewerb. Dann ist es auch völlig egal, ob die Resourcen in der öffentlichen oder in der privaten Hand liegen.

Bei Lieschen Müller findet kein Wettbewerb statt; sie fällt irgendwie in die Grundversorgung und schon ist die \"automatische Melkmaschine\" an sie angeschlossen. Schaut sie sich nach einem anderen Melker um, was anscheinend das einzige wirksame Gegenmittel sein soll, dann stellt sie fest : der ist ja genau so gierig wie der alte.

Nehmen wir den Industriellen Großkunden (IGK). Und Wunder was, da findet jetzt plötzlich Wettbewerb statt (und was stellt Lieschen Müller in ihrem Gaspreisprozess fest : dessen Bezugspreise seien für sie nicht relevant. Ja noch schlimmer, dessen Bezugspreise werden in den Bezugsrechnungen des Vorlieferanten abgedeckt, geschwärzt, etc.)

So, Wettbewerb ist im Energiesektor also möglich ! Nur nicht bei Lieschen Müller. Und dabei kosten die Energiebezüge den Versorger immer gleich, gleich ob für Lieschen Müller oder für IGK. Oder vielleicht doch nicht ? Laufen da Verkaufsverhandlungen zwischen dem Vorlieferanten und dem Versorger nach dem Motto : \"also hör mal, dieses Gas kaufen wir für unseren IGK xyz und das restliche Gas ist für unsere Doofen.\"

Wenn Sie die Daseinsvorsorge in die geldnotleidenden kommunalen Haushalte überführen, dann wird der \"Bock zum Gärtner\" gemacht (Aufsicht hin, Aufsicht her).

Wenn nicht der Bundesgesetzgeber (und wenn nicht der, dann der Europarat) bei der Gewinnabschöpfung einen Riegel vorschiebt, z.B. Gewinnbegrenzung auf 6% bei einer sauberen Haushaltsauftrennung, dann wird das nix.

Sowieso wundert mich der Europagesetzgeber. Der schwitzt sich nun schon seit Jahren Richtlinine für Richtlinie aus den Rippen, wonach die Daseinsvorsorge im Energiesektor eine soziale Aufgabe ist, zwingt die Bundesregierung einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, der mit Jahresverspätungen durch den Bundestag gepuscht wird (EnWG 2005), und schaut nahezu regungslos zu, was Deutschland mit der vorgegebenen Umsetzungspflicht macht.

Wenn ein Bundesgesetz für den VIII. Senat soviel Spielraum läßt, dass der vom Anfangspreis, von Substitutionswettbewerb und von Geheimhaltungspflichten zugunsten der Versorgungswirtschaft (vgl. BVerfG, 16.05.1989, Az.: 1 BvR 705/88 = NJW 1990, 1783; ) träumt, dann ist m.E. die Richtlinienkodifikation nicht umgesetzt. Dann muß eben auf Europarecht direkt zugegriffen werden.

Also wenn das alles nix nützt, was unsere Rechtspflege dazu fertig bringt, dann bleibt nur die Konzentration der Verbraucherpotentiale. Und wenn sich dann die eingangs des vorstehende Reports angesprochenen Verbraucher mit weiteren Verbrauchern zusammen schlössen, dem Grundversorger gemeinsam die rote Karte zeigten und nun instiutionalisiert in den Markt eingriffen, dann ......  (träumen ist halt doch so schön ).
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Offline Kettner

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Gaspreiserhöhung zum September
« Antwort #13 am: 15. August 2008, 10:25:23 »
Zitat
Da haben Sie sich aber ganz schön hohe Ziele gesteckt.

Es geht um nachhaltige Perspektiven und nicht um Streiks und Widerstand bis zum St. Nimmerleinstag.


Zitat
dann sollten Sie sich einmal mit dem Beitrag vom 18.07.2008 befassen.

Dort berichtet man aus Österreich, wie sich die Daseinsvorsorge in der öffentlichen Hand entwickelt. Die öffentliche Hand, als Eigentümer, Gesetzgeber und Aufsichtsorgan - eine sehr blümerante Mischung.

Mag sein, jedoch ist die gegenwärtige Lösung - in Privathand - auch nicht besser. Die Idee ist doch folgende: Die Betriebe zur Daseinsvorsorge (Gas, Wasser, Strom, Bahn etc.) werden und wurden in die private Hand überführt in der Hoffnung auf wirtschaftlich effektiven Betrieb. Effektiver als in der öffentlichen Hand jedenfalls. Die Folge jedoch sind Gebietsmonopole, Marktabschottungen, Abzocke und Profitmaximierung. Die Politik wäscht sich rein, da sie nichts ändern kann/will.

Eine Rekommunalisierung bedeutet jedoch, zum einen die öffentliche Daseinsvorsorge wieder dort zu transferieren, wo sie hingehört, nämlich öffentliche Hand. Und zum anderen wird die Politik als Aufsicht wieder in die Pflicht genommen. Was glauben Sie, wie aufsichtsführende Politiker den Spagat zwischen Poppularität und Wirtschaftlichkeit hinkriegen müssen? Die Politik ist wieder in der Verantwortung. Vorausgesetzt, man hat etwas aus dem Staatsmonopolismus der DDR gelernt, und vorausgesetzt, unsägliche Seilschaften wirtschaften einen solchen Laden nicht herunter.
Dies bleibt abzuwarten.

Dass die Gesetzgebung so ist, wie sie gegenwärtig zu erleben ist, liegt doch auch daran, daß wirtschaftliche Interessen eben beim Gesetzgebungsverfahren einfließen. Andernorts wird das auch als Korruption oder Vorteilsnahme oder schlichtweg Dummheit genannt.
Dr. Carsten Kettner
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