Autor Thema: Thüringer Kartellbehörde will prüfen  (Gelesen 3759 mal)

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Offline RR-E-ft

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Offline enerveto

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Thüringer Kartellbehörde will prüfen
« Antwort #1 am: 12. Juni 2008, 21:56:32 »
@RR-E-ft
Ist Ihre wiederholte \"Botschaft\" hier einmal angekommen?!

Zitat
\"Es gebe aber den Verdacht, dass die dabei angewandte Bindung an den Ölpreis nicht nur beim Import in Rechnung gestellt, sondern auch beim deutschen Zwischenhandel zu  Aufschläge genutzt werden könne.\"

Offline RR-E-ft

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Thüringer Kartellbehörde will prüfen
« Antwort #2 am: 13. Juni 2008, 11:55:10 »
Weiß ich nicht. Dass die Marge der EVG, einer gemeinsamen Tochter der E.ON Ruhrgas AG und der VNG Verbundnetz Gas AG, sich erhöht hatte, ergibt sich indes wohl schon aus deren Geschäftsberichten. Diesen Zwischenhändler braucht kein Mensch. Es ist nicht ersichtlich, warum die Stadtwerke und Regionalversorger den Bezug nicht ausschreiben und hiernach direkt bei den Importeuren beziehen. Durch die gemeinsame Tochter EVG werden die Interessensphären der beteiligten Konzerne gewahrt. Ein Wettbewerb zwischen E.ON Ruhrgas und VNG Leipzig um die Stadtwerke als Kunden findet nicht statt.

Es geht für Thüringer Stadtwerke offensichtlich auch anders.

Die Jenaer Stadtwerke haben den Bezug ausgeschrieben. Die Bezugskosten ändern sich nicht, die Gaspreise steigen gegenüber dem bisherigen Festpreis um 0,10 Ct/ kWh und bleiben im Übrigen bis 2010 weiter  konstant. Das ist der Unterschied zwischen Gasbeschaffung im Wettbewerb und Ölpreisbindung. Ölpreisbindung ist oft eine recht dumme Ausrede, die den Verbraucher sehr teuer zu stehen kommt. Der internationalen Ölpreisbindung wäre Rechnung getragen, wenn man die Vorlieferantenpreise auf die Erdgasimportpreise indexiert.

Thüringen beabsichtigt Tiefenprüfung der Branche

Zitat
Das Thüringer Wirtschaftsministerium verdächtigt den regionalen Gas-Versorger EVG, der 22 Stadtwerke in Thüringen beliefert, die derzeitigen Preisrekorde bei Erdgas noch mit einem kräftigen Aufschlag zu versehen.

Zitat
Reinholz erklärte gestern, es müsse dafür gesorgt werden, dass die Thüringer Verbraucher nur die unvermeidliche Teuerung an den Weltmärkten erreiche \"und kein Cent mehr\". Deshalb habe die Energiekartellbehörde des Landes eine Untersuchung eingeleitet, bei der alle mit der EVG geschäftlich verbundenen Stadtwerke angeschrieben werden sollen, damit diese ihre Verträge mit dem Zwischenversorger offenlegen. Die Behörden interessiert dabei nach eigener Darstellung vor allem, ob sich die Vereinbarungen zur Anpassung des Gaspreises an den Ölpreis auch auf regionaler Ebene an den internationalen Gepflogenheiten orientieren, oder ob diese Ölpreisbindung, so Reinholz, \"noch einmal mit einem kräftigen Aufschlag versehen wird\". Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, will er das Bundeskartellamt, gegebenenfalls sogar die EU-Kommission einschalten. Die Ölpreisbindung dürfe \"nicht dazu genutzt werden, um im Schatten des weltweiten Anstiegs der Energiepreise zusätzliche Gewinne zu Lasten von Wirtschaft und Verbrauchern einzufahren\".Die betroffenen Stadtwerke wollten sich gestern nur eingeschränkt zu dem Vorgang äußern. Noch liege kein Schreiben aus dem Ministerium vor, sagte Thomas Bauer, Chef der Stadtwerke Arnstadt. Sobald dies eingetroffen sei, werde man rechtlich prüfen, welche Angaben verlangt würden. Die Stadtwerke Erfurt wiesen darauf hin, dass sie mit dem jeweils günstigsten Anbieter und nicht nur mit der EVG Verträge schlössen.

 

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