Autor Thema: Altkessel-Bashing  (Gelesen 4373 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Sukram

  • Forenmitglied
  • Beiträge: 1.949
  • Karma: +0/-0
  • Geschlecht: Männlich
Altkessel-Bashing
« am: 23. August 2004, 17:17:03 »
Ich würde mir wünschen, dass der Bund der Energievergbraucher nicht wie die Presse unreflektiert unhaltbare Behauptungen nachquatscht, wie z.B.

http://www.energiedepesche.de/index.php4?pre_cat_open=42&id=114&subid=1226&

Schließlich sollte der BDE eine der wenigen Anwälte der Energieverbraucher sein, und nicht den der Heizungsbauer. Wär\' doch peinlich, wenn in 5 Jahren der Brennstoff nicht mehr bezahlbar ist, und man hat einen quasi neuen Kessel im Keller rumstehen...

- Auch bei Kesseln VOR \'78 in nicht selbstgenutzten EFH/ZFH verlangt die EnEV einen Austausch nicht zwingend: Es gibt viele Schlupflöcher, teils zwischen den Zeilen...

- ein entsprechender Altkessel läst sich mit minimalem Kapital- und Zeitaufwand ohne weiteres um 20% Nutzungsgrad verbessern: Erste und rentabelste Maßnahme - Zusätzliche Rundumdämmung des Kessels und des Speichers.

Mein Umstellbrander von \'73 hat mittlerweile über 83% Jahresnutzungsgrad, und ich habe lange nicht den Aufwand betrieben wie Martin Harvenith, der auf http://www.heizungsoptimierung.de.vu zeigt, was man alles machen kann.

-die Zahl der Brennerstarts hat hauptsächlich Einfluss auf die Schadstoffemissionen, nicht aber auf die Verluste: Diese beschränken sich auf Kesselauskühlung durch die paar Sekunden Vor- und ggf. Nachbelüftung, und diese gehen ja nicht komplett durch den Schornstein, sondern dienen als Kaminabwärme tls. dem inneren Wärmegewinn des Hauses.
Ich fordere eine PV - Ertragssteuer!
_________________________________

LVZ: Mit was Heizen Sie Herr Minister?

BMU: Eine 40 Jahre alte Ölheizung, welche vor 10 Jahren einen neuen Brenner erhielt und in Berlin mit einer Gasheizung.

Offline Martin Havenith

  • Wenigschreiber
  • Beiträge: 8
  • Karma: +0/-0
    • http://www.heizungsoptimierung.de.vu
Altkessel-Bashing
« Antwort #1 am: 08. September 2004, 19:05:27 »
@ sukram
 
 wie du im HTD angeregt hast, werde ich hier selbst mein Statement abgeben.
 
 In dem von dir oben gelinkten Beitrag ist ein Sachlicher Fehler drin, der immer wieder gemacht wird----sogar vom IWO, die es eigentlich wissen müssten:
 
 Zitat:
 
 Aus den Messwerten lässt sich klar ableiten, dass der JAHRESNUTZUNGSGRAD bei sinkendem Wärmeverbrauch der Gebäude kleiner wird, obwohl die absoluten Wärmeverluste des Erzeugers sinken. Als Folge erreicht die gleiche Kesselanlage in einem NIEDRIGENERGIEHAUS einen niedrigeren JAHRESNUTZUNGSGRAD als in einem Altbau. Die aus Monatsmesswerten ermittelten Effizienzmerkmale der Kessel (mittlerer UmwandlungsWIRKUNGSGRAD im Betrieb etwa 90 % und mittlere Bereitschaftswärmeverluste 0,5 % - beide bezogen auf den oberen HEIZWERT, d.h. BRENNWERT) lassen eine vom Nutzen unabhängige Bewertung des Kessels zu und sind unmittelbar mit Herstellerwerten vergleichbar. In Zukunft sollten sie zur Bewertung der Effizienz herangezogen werden.

Zitat Ende
 
 Bereitschaftsverluste von 0,5% bezogen auf den HuB ist der beste Werbegag, den ich je gelesen habe. Das das sachlich total falsch ist, ignorieren immer wieder alle \"Fachleute\"
 
 Der Grund ist wohl darin zu sehen, das in den schönen Kuchendiagrammen, beispielsweise beim IWO,  dann der Vergleich zwischen alten und neuen Kesseln viel besser zugunsten der neuen Kessel ausfällt.
 
 Fakt ist jedoch, das der Bereitstellungsverlust sich nicht auf den Verbrauch bezieht, sondern auf die Kesselnennleistung und die Bereitstellungsdauer. Er tritt nämlich alleine dadurch auf, das der Kessel existiert und warm ist. Eine Flamme braucht nicht zu brennen.
 
 Daraus resultiert auch die von mir immer wieder propagierte Notwendigkeit von Total-Abschaltungen der Gesmtanlage bei Nutzungsunterbrechungen.
 
 Bezogen auf moderne Gebäude bedeutet der Bereitstellungsverlust übrigens eine überproportionale Größe, die Leicht 15 - 20 % des Jahresbrennstoffverbrauches betragen kann.
 
 Da die Bereitstellungsverluste sich nur auf die Kesselgröße und die Bereitstellungsdauer beziehen, ist nur vollkommen logisch, das der Prozentuale Verlust bei gleicher Kesselgröße bei einem niedrigen Verbrauch erheblich höher ist, als bei einem hohen Verbrauch.
 
 Aus diesem Grunde ist auch eine möglichst genaue Dimensionierung der Kesselleistung bei Gebäuden mit niedrigem Wärmebedarf von besonders großer Bedeutung, da eine Überdimensionierung hier nur einen Überproportionalen Anteil an Bereitstellungsverlusten erzeugt.
 
 Vielleicht kannst du ja mal als Moderator auf diese Tatsache hinweisen.
 
 Obwohl ich mittlerweile davon überzeugt bin das dieser gravierende Darstellungsfehler mit Absicht als Werbe-Strategie eingebaut wurde...

Falls erwünscht, kann ich die Angelegenheit mit Herstellerdaten nochmals anhand von Zahlenbeispielen verdeutlichen. Ich hoffe allerdings, das das nicht notwendig sein wird, da Kluge Fachleute diesen Sachverhalt leicht nachvollziehen können.

Ich würde mich sehr freuen, wenn hier der Bund der Energieverbraucher auf die Benutzer dieser falschen Werbung einwirken würde, auf die Verwendung dieser falschen Darstellung zu verzichten.
 
 Martin Havenith
 
 www.heizungsoptimierung.de.vu

Offline Sukram

  • Forenmitglied
  • Beiträge: 1.949
  • Karma: +0/-0
  • Geschlecht: Männlich
Altkessel-Bashing
« Antwort #2 am: 08. September 2004, 19:15:02 »
den ungekrönten König der Altkesselfrisierer bei uns begrüßen.

Appplaaaaaaaauuuus!  :lol:
Ich fordere eine PV - Ertragssteuer!
_________________________________

LVZ: Mit was Heizen Sie Herr Minister?

BMU: Eine 40 Jahre alte Ölheizung, welche vor 10 Jahren einen neuen Brenner erhielt und in Berlin mit einer Gasheizung.

Offline Martin Havenith

  • Wenigschreiber
  • Beiträge: 8
  • Karma: +0/-0
    • http://www.heizungsoptimierung.de.vu
Altkessel-Bashing
« Antwort #3 am: 08. September 2004, 20:04:09 »
Danke für die Blumen, aber das ist zuviel der Ehre.

Das kann jeder denkende Heizungsbauer..... :twisted:

Offline heinbloed

  • Forenmitglied
  • Beiträge: 90
  • Karma: +0/-0
Altkessel-Bashing
« Antwort #4 am: 08. September 2004, 20:15:28 »
Danke Martin Havenith !
Sukram auf die Aufgaben eines Moderators hinzuweisen ist manchmal noetig,lasen Sie sich von aehnhlich \"qualifizierten Beitraegen\" nicht davon abhalten uns auf die Tatsachen hinzuweisen.

Offline Martin Havenith

  • Wenigschreiber
  • Beiträge: 8
  • Karma: +0/-0
    • http://www.heizungsoptimierung.de.vu
Altkessel-Bashing
« Antwort #5 am: 08. September 2004, 20:57:23 »
Der Sukram macht das schon ganz ordentlich.
Gewöhnlich vertritt er vehement die Position des Verbrauchers. Auch wenn diese manchmal unangenehm ist.

Nebenbei bemerkt war der Fehler ja nicht in Sukrams Beitrag, sondern in dem von Ihm zitierten Artikel....
Und mich ärgetr dann, das Leute mit einem Titel solche Fehlleistungen erbringen, die dann immer wieder neu aufgelegt werden, ohne zu hinterfragen oder zu prüfen.

Offline Sukram

  • Forenmitglied
  • Beiträge: 1.949
  • Karma: +0/-0
  • Geschlecht: Männlich
Altkessel-Bashing
« Antwort #6 am: 09. September 2004, 17:21:43 »
Meinungen mag der Herr halt einfach nicht zulassen...

http://forum.energienetz.com/viewtopic.php?t=242&highlight=

(Mutmaßliche Ursache der Aversion)

aber NOCH steht nirgens, dass ein Mod keine eigene haben kann und das Maul zu halten hat. Außerdem hab\' ich mich um den Job nicht gerissen.
Ich fordere eine PV - Ertragssteuer!
_________________________________

LVZ: Mit was Heizen Sie Herr Minister?

BMU: Eine 40 Jahre alte Ölheizung, welche vor 10 Jahren einen neuen Brenner erhielt und in Berlin mit einer Gasheizung.

 

Der Verein für gerechte Energiepreise

Bund der Energieverbraucher e.V. | Impressum & Datenschutz