Autor Thema: Abschaltung der Fernwärme (Nahwärme) geplant  (Gelesen 214 mal)

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Offline mfricke

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Abschaltung der Fernwärme (Nahwärme) geplant
« am: 19. Oktober 2018, 14:49:30 »
Hallo zusammen!

Ich wohne im schönen Warstein und habe vor einem Jahr meinen Neubau bezogen.
Beim Grundstückskauf wurde ich zum Anschluss an die Nahwärme (Hackschnitzel) verpflichtet. Dazu wurde auch ein „Baukostenzuschuss“ von ca. 7500 € mit dem Grundstückskaufpreis bezahlt. Dieser ist separat aufgeführt.  Erst im weiteren Bauverlauf erhielt ich einen Versorgungsvertrag der bis zum 31.12.2021 befristet ist.
So richtig viel dabei gedacht habe ich mir nicht. Grundsätzlich ist eine Befristung eines Versorgungsvertrages ja erstmal nicht ungewöhnlich.
Ab Juli 2017 wurden neue Grundstückkäufer über die mögliche Abschaltung informiert. Zu dem Zeitpunkt lag mein Hausanschluss noch nicht und das Gebäude war noch ein Rohbau. Leider wurden wir auch dann nicht informiert und einfach an die Nahwärme angeschlossen.

Leider wurde uns nun ziemlich genau nach einem Jahr wohnen mitgeteilt, dass die Nahwärme vermutlich Ende 2021 abgeschaltet wird. Diese Entscheidung muss zwar noch im Stadtrat getroffen werden, aber aufgrund der hohen finanziellen Verluste der Nahwärme ist dies sehr wahrscheinlich.
Ich bin also nun gezwungen, das Haus mit einer Wärmepumpe auszustatten. Die angedachte (günstigere) Lösung mit einer Gastherme (Gas wird im Baugebiet neu verlegt) kommt aufgrund des KFW 55 Standards nicht in Frage.  Dies verursacht natürlich erhebliche Baumaßnahmen, da weder Hauseinführung für die Wärmepumpenleitungen noch sonstige Vorbereitungen existieren. Aktuell gehe ich von Kosten zwischen 15.000 und 20.000 Euro aus.

Dazu kommt noch der §11 der EnEV. Ist dieses „Verschlechterungsverbot“ hier relevant? Eine Verschlechterung ist beim Umstieg von der Nahwärme per Hackschnitzel mit einem Primärenergiefaktor von 0,1 ja praktisch immer gegeben. Kann man die Stadtwerke hier zur weiteren Belieferung zwingen wenn sich der Primärenergiefaktor derart verschlechtert?
Wenn andere Hauseigentümer (ingesamt 66 Gebäude) auf Gas umstellen, ist die Nutzung von erneuerbaren Energien ja komplett dahin. Leitungen für Solarunterstützung bekommt man ja auch nicht mehr problemlos auf das Dach.

Aktuell sehen die Stadtwerke hier keine Verpflichtung den Anwohner entgegen zu kommen. Man überlegt die Verrechnung des Baukostenzuschusses auf 10 Jahre, was relativ unverschämt ist. Dann hätte ich in drei Jahren bis zur Umrüstung  sehr teuer geheizt. Abgesehen von der im Vergleich zum Gas Tarif des Grundversorgers um über 400 € höherer Grundgebühr pro Jahr zzgl. Ca. 20 % höhrem Arbeitspreis.

Die Anlieger sind im Moment relativ ratlos, ich als „frischer“ Bauherr bin extrem verärgert.
Wie kann man vorgehen? Ich bzw. wir als Anwohner sind für jeden Tipp dankbar!
Sollten Informationen fehlen, liefere ich die gerne nach!

Offline Netznutzer

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Re: Abschaltung der Fernwärme (Nahwärme) geplant
« Antwort #1 am: 20. Oktober 2018, 16:09:43 »
Evtl. kannst du mit KWK und Erdgas, oder sogar Biogas (dann nach EEG) kompensieren. Mittlerweile gibt es einige kleinere KWK-Anlagen, die auch für Einfamilienhäuser dimensioniert sind.

Gruß

NN

Offline mfricke

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Re: Abschaltung der Fernwärme (Nahwärme) geplant
« Antwort #2 am: 20. Oktober 2018, 19:17:03 »
Hi!

Danke für den Hinweis. Kommt aber aufgrund vieler Details nicht in Frage. Wenn umgerüstet wird, wird es eine Wärmepumpe.
Mir und den anderen Anwohner geht es aktuell eher darum, ob die Stadt einfach so verfahren kann und darum unsere eigene Investition in einem überschaubaren Rahmen zu halten.

Schwer zu akzeptieren das ein Energieversorger einfach machen kann was er will und die "Kunden" (erzwungen) jetzt damit leben sollen und die Kosten tragen müssen.

 

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