Autor Thema: Umrechnungsfaktor Heizung  (Gelesen 19840 mal)

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Offline Pitschie

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Umrechnungsfaktor Heizung
« am: 31. März 2015, 14:34:56 »
In dem Mietshaus, in dem ich wohne, gibt es in den jeweiligen Zimmern (Wohn-, Schlafzimmer, Küche, Bad) augenscheinlich gleiche Heizungen, aber unterschiedliche Umrechnungsfaktoren (UF), mit denen der individuelle Verbrauch multipliziert wird. Nach meinem Verständnis müssten die UF gleich sein. Ist das so?

Offline Wolfgang_AW

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Re: Umrechnungsfaktor Heizung
« Antwort #1 am: 31. März 2015, 17:36:44 »
In dem Mietshaus, in dem ich wohne, gibt es in den jeweiligen Zimmern (Wohn-, Schlafzimmer, Küche, Bad) augenscheinlich gleiche Heizungen, aber unterschiedliche Umrechnungsfaktoren (UF), mit denen der individuelle Verbrauch multipliziert wird. Nach meinem Verständnis müssten die UF gleich sein. Ist das so?

Was heißt augenscheinlich gleiche Heizungen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass z.B. in einem relativ kleinen Bad ein Heizkörper angebracht ist, der in seinen Abmessungen gleich dem Heizkörper des Wohnzimmers ist.

Im Allgemeinen findet man in Wohnungen entweder Gliederheizkörper oder auch Plattenheizkörper (Flachheizkörper), im Bad evtl noch Röhrenheizkörper. In neueren Bauwerken auch Fussboden- oder Wandheizungen.

Nun zu den Unterschieden was den Umrechnungsfaktor betrfft.

Jeder Heizkörper gibt eine definierte Wärmeleistung ab, die auf dem Heizkörpertyp und dessen Abmessungen basiert. Diese Leistung wird über die Heizkostenverteiler (Verdunster oder heute oftmals elektronisch) gemessen.

Für jeden Heizkörper gibt es ein Grunddatenblatt in dem die Daten und die Wärmeleistung aufgenommen ist.
Zum Beispiel für einen Gliederheizkörper ist die Heizkörpergröße nach Gliederzahl (GZ), Bauhöhe (BH), Bautiefe (BT), Gliedlänge (GL) und resultierende Wärmeleistung unter normierten Temperaturbedingen in Watt ausgewiesen. Diese Wärmeleistung ist der Ausgangspunkt zur Bestimmung des Umrechnungsfaktors.

Bei gleichen Heizkörpern kann somit aus der Wattzahl auf den Umrechnungsfaktor geschlossen werden. Aus den unterschiedlichen Wärmeleistungen resutieren die unterschiedlichen Umrechnungsfaktoren.
Gleicher Hersteller + gleicher Typ + gleiche Abmessungen + Bezug auf gleichen Basisheizkörper = gleicher Umrechnungsfaktor

Beispiel: Heizleistung eines Heizkörpers bei Normbedingungen:             3542 Watt
              Heizleistung eines Basis-Heizkörpers bei Normbedingungen:    2277 Watt
              3542 / 2277 = 1,5555 aufgerundet auf volle 0,025 ergibt Umrechnungsfaktor 1,575

Wobei die Abrechnungsfirmen ihre eigene Datenbanken haben und sich darin den Basisheizkörper frei wählen können, somit auch die Umrechnungsfaktoren der einzelnen Abrechnungsfirmen für gleiche Heizkörper unterschiedlich sein können.

Ein Beispiel: Abrechnungssystem mit Heizkostenverteilern

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang_AW
„Es hat sich bewährt, an das Gute im Menschen zu glauben, aber sich auf das Schlechte zu verlassen.“

(Alfred Polgar)

Offline Pitschie

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Re: Umrechnungsfaktor Heizung
« Antwort #2 am: 01. April 2015, 00:09:32 »
Danke für die schnelle, detaillierte Antwort. Ich muss mich damit noch auseinandersetzen, auch mit Blick auf Datenblätter des Ablese-Unternehmens sowie auf selbstrecherchierte Zahlen.
"Augenscheinlich gleich" bezieht sich selbstverständlich auf die vergleichbaren Räume - alle Badezimmer-Heizkörper sehen gleich aus, alle Küchen-Heizkörper sehen gleich aus, alle Schlafzimmer- ... ...

 

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