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NEIN zum Ausstieg aus dem Ausstieg -BdEV unterzeichnet Campact-Erklärung

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AKW NEE:
Bund der Energieverbraucher e.V. unterzeichnet Campact-Erklärung
( 23. Juli 2008 ) Eigentlich soll der Atomausstieg endlich greifen: Vier Reaktoren stehen vor der Abschaltung. Doch die Atomlobby will längere Laufzeiten für ihre AKWs erwirken - und den Atomausstieg auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben. Jetzt müssen wir Bürger/innen die Abschaltung durchsetzen.

Die Bürgergruppe Campact hat dazu eine Aktion gestartet, die vom Bund der Energieverbraucher e.V. getragen wird. Sie besteht aus folgendem Aufruf:

Sagen Sie Nein zum Ausstieg aus dem Ausstieg! Unterzeichnen Sie unsere Erklärung! Die Erklärung und die Unterschriften veröffentlichen wir als Anzeigen in großen Tageszeitungen und bei medienwirksamen Aktionen.Die Erklärung: Atomkraftwerke abschalten - Nein zum Ausstieg aus dem Ausstieg!

Endlich soll der Atomausstieg greifen: Vier Reaktoren stehen vor der Abschaltung. Doch jetzt versucht die Atomlobby, den Ausstieg auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben. Für längere Laufzeiten verspricht sie mehr Klimaschutz und niedrige Strompreise. Den Lügen der Energiekonzerne gehen wir nicht auf den Leim. Wir Bürgerinnen und Bürger sagen Nein zum Ausstieg aus dem Ausstieg! Atomkraftwerke müssen abgeschaltet werden, denn:

Das Risiko von Unfällen steigt kontinuierlich. Die deutschen Reaktoren werden immer maroder. Die Gefahr eines SuperGAUs nimmt mit jedem Betriebsjahr zu. Vor Terrorangriffen sind Atomreaktoren nicht effektiv zu schützen.

Atomkraft macht Strom nicht billig, sondern Konzerne reich. Strom aus abgeschriebenen Reaktoren ist billig – und wird teuer verkauft. Mit jedem Jahr Laufzeitverlängerung spülen die Kraftwerke den Unternehmen rund 10 Milliarden Euro Gewinn in die Kasse.

Der Atommüll strahlt unbegrenzt. 450 Tonnen radioaktiver Müll entstehen jährlich in deutschen Atomreaktoren – ohne dass es eine sichere Entsorgung über Millionen Jahre gibt.

Atomkraft schützt nicht das Klima. Würden keine Atomreaktoren ausgeschaltet, gäbe es zu viel Strom auf dem Markt. Die Konzerne würden dann noch stärker die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung behindern. Die Energiewende wäre gestoppt, noch ehe sie richtig begonnen hat.

Strom ist genug da. Das Umweltbundesamt hat es vorgerechnet: Wir können aus der Atomkraft aussteigen und auf neue Kohlekraftwerke verzichten, ohne dass der Strom knapp wird.

Atomkraft muss ein Auslaufmodell bleiben. Sonne, Wind und Wasser plus Energieeffizienz gehören die Zukunft!

DieAdmin:
Ergänzend zu AKW NEE\'s Posting.
(im Übrigen hier zu finden: http://www.energienetz.de/index.php?itid=1209&content_news_detail=7309&back_cont_id=4043 )

...Auch unterzeichnen hier.

Cremer:
@AKW NEE,

\"Sag nein zum Ausstieg aus dem Ausstieg\"

Nun, das gefällt Ihnen :D :D :D


Die fünf Punkte in dem Aufruf sind reiner Populismus

Von diesem:

--- Zitat ---Sonne, Wind und Wasser plus Energieeffizienz gehören die Zukunft
--- Ende Zitat ---

werden wir nicht leben können! Diese Energieträger können den Primärenergiebedarf in Deutschland nicht annähernd decken, auch nicht in 30 Jahren.

RR-E-ft:
@Cremer

Sie stellen eine m. E. sehr gewagte These zum Primärenergiebedarf in 30 Jahren und zu dessen Abdeckung auf.

Bisher betrifft die Kernenergienutzung nur die Stromerzeugung. Für Heizzwecke und als Antrieb im Verkehrsbereich spielt Kernenergie keine oder keine signifikante Rolle. (Kaum jemand nutzt z. B. privat ein Atom- U- Boot für den Weg zur Arbeit. Möglicherweise nicht nur wegen des Wegfalls der Pendlerpauschale.)

Es handelt sich mithin wohl um eine Frage des Primärenergiebedarfs allein im Stromerzeugungssektor. Dieser Primärenergiebedarf hängt neben dem Bedarf nach elektrischer Energie vornehmlich von den Wirkungsraden der Stromerzeugungsanlagen ab.

Als Primärenergie kommen fossile Brennstoffe und Kernbrennstoff, deren Vorkommen endlich sind, in Betracht, aber auch sog. erneuerbare Energien wie Wind, Wasser, Sonne und Biomasse, die sich nicht \"verbrauchen\".

Die derzeit in Betrieb befindlichen Stromerzeugungsanlagen, insbesondere Großkraftwerke haben einen Wirkungsgrad oft deutlich unter 50 Prozent. Der Wirkungsgrad der Kernkraftwerke, um deren Laufzeitverlängerung sich die aktuelle Debatte dreht, beträgt gerade einmal 35 Prozent.

Das bedeutet, dass weniger als 50 Prozent der eingesetzten Primärenergie überhaupt in Sekundärenergie umgesetzt wird um als solche nutzbringend eingesetzt zu werden. Der Rest der Primärenergie geht als Abwärme über Kühltürme und mit dem Kühlwasser \"den Bach runter\". Ziel wäre es, den ungenutzten Wärmeenergieanteil zunehmend zu nutzen. Denn davon hängt der Primärenergiebedarf maßgeblich ab.

Von der verbleibenden Energieausbeute geht noch ein signifikanter Anteil durch den Stromtransport über weite Strecken zwischen den Stromerzeugern und den Stromverbrauchern verloren.

Wenn man die Erzeugungsstruktur im Sinne einer dezentralen Stromerzeugung mit verbrauchsnahen, zudem wärmegekoppelten Blockheizkraftswerken verändern würde, die einen weit höheren Wirkungsgrad aufweisen und zudem durch Wärmedämmung und Energieffizienzmaßnahmen den Verbrauch senkt, stellt sich doch die Frage nach dem tatsächlichen Primärenergiebedarf völlig neu.

Intelligente Netztechnik könnte es zudem ermöglichen, die vielen kleinen dezentralen Erzeugungsanlagen zu virtuellen Kraftwerken zu verbinden und auch die an das Netz angeschlossenen intelligenten Verbrauchsgeräte ließen sich zunehmend so steuern, dass Erzeugung und Verbrauch  in ein Gleichgewicht gebracht werden könnten. Kühltruhen würden zB. intelligent gesteuert den Strom in lastschwachen Zeiten aus dem Netz beziehen.

Weshalb der dadurch  deutlich veringerte Primärenergiebedarf nicht ohne Kernenergie abgedeckt werden könnte, ist nicht ersichtlich.

Die angestellte Prognose für die nächsten 30 Jahre mag möglicherweise Bestand haben, wenn sich an der aktuellen Erzeugungs- und Verteilungs- wie auch der Netzstruktur nichts ändert.  Diesen Zustand in die nächsten 30 Jahre fortzuschreiben erscheint indes nicht gerade intelligent und innovativ.

Längst gibt es Überlegungen, wie man die bei der Stromerzeugung und industriellen Prozessen entstehende Wärme (ggf. nach Zwischenspeicherung) nutzen kann. Vor noch nicht einmal hundert Jahren brachte noch der Eismann das Eis für den Eiskeller/ den Eisschrank. Kälteenergie wurde so verteilt. Möglicherweise ließe sich auch Wärmeenergie ähnlich vertreiben....

Es gibt auch bereits sehr fundierte Überlegungen dazu, welches Ausmaß Sonnenkraftwerke in der Sahara haben müssten, um den europäischen Strombedarf zu decken, und welche Kosten entsprechende Erzeugungs- und Netzstrukturen erfordern würden...

Unverdrossen nur so weiterzumachen wie bisher, wird nichts bringen.

Der kaum steigerbare Populismus- Vorwurf könnte deshalb auch einem leider etwas eingeschränkten Vorstellungsvermögen geschuldet sein. ;)

nomos:
Eine Prognose, wie die Energiequellen, die Nutzung und der Energiebedarf  in 30 Jahren aussehen werden, sind sicher gewagt und nur unter Annahme diverser Szenarien überhaupt einigermaßen seriös möglich. Manche sehen da ja nur noch Elektroautos fahren. Strom würde dann, aus welchen Quellen auch immer, auf jeden Fall noch gebraucht.

Die Feststellung, dass heute schon genug Strom da ist, um ohne Sorgen aus der Atomkraft aussteigen und auf neue Kohlekraftwerke verzichten zu können, halte ich auch nicht gerade für zweifelsfrei und risikolos. Global gesehen schon gar nicht.

Ersatz wird  für alle auslaufenden Alt-Kraftwerke gebraucht werden, wenn wir die Abhängigkeiten im Energiebereich nicht noch ausweiten wollen. Wind & Co. sind heute noch kein zuverlässiger und ausreichender Ersatz.

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