Forum des Bundes der Energieverbraucher
Energiepolitik => Erneuerbare Energie => Thema gestartet von: Ben am 27. Februar 2015, 10:29:34
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Droht wegen der Sonnenfinsternis am 20. März der Stromnetz-Kollaps?
Die ÜNB bereiten sich jetzt schon darauf vor.
http://www.wiwo.de/politik/europa/stromausfall-wegen-sonnenfinsternis-bricht-die-elektrizitaetsversorgung-zusammen/11419496.html
http://www.amprion.net/pressemitteilung-192
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Dann müßte es ja jeden Abend einen Kollaps geben ! Um 19 Uhr ist der Stromverbrauch am höchsten (http://www.mo-energy.at/index.php?option=com_content&view=article&id=64&Itemid=62) . Panikmache !
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Dann müßte es ja jeden Abend einen Kollaps geben ! Um 19 Uhr ist der Stromverbrauch am höchsten . Panikmache !
Der war gut, wirklich richtig gut.
Gruß
NN
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Naja, so eine Sonnenfinsternis ist mit einem abendlichen Sonnenuntergang nicht wirklich vergleichbar. Die PV-Leistungsschwankungen sind bei der Sonnenfinsternis schon deutlich "schärfer", d.h. mit steileren Flanken. Allerdings sind sie ja im Voraus genau bekannt und die Stromwirtschaft kann sich darauf vorbereiten.
Das HTW Berlin hat hierzu eine Studie angefertigt, die das Thema sachlich ausführlich beleuchtet:
http://pvspeicher.htw-berlin.de/sonnenfinsternis (http://pvspeicher.htw-berlin.de/sonnenfinsternis)
Kernaussage dieser Studie:
Im Fokus der Studie stand die Analyse der daraus resultierenden Schwankungen in der Solarstromerzeugung. Bestimmt wurde sie für unterschiedliche Bewölkungssituationen. Wie die Studie zeigt, ist während der Sonnenfinsternis mit Änderungen in der Solarstromleistung zu rechnen, die bis zum 3,5-fachen der gewöhnlichen Leistungsänderungen entsprechen können – vorausgesetzt, der Himmel über Deutschland ist frei von Wolken.
Der Ausgleich dieser Schwankungen kann durch verschiedene Maßnahmen auf der Erzeugungs- und Nachfrageseite erfolgen. "Aus technischer Sicht könnten schon allein die in Deutschland vorhandenen Pumpspeicherwerke die Leistungsschwankungen auch bei wolkenlosem Himmel vollständig ausgleichen“, sagt Prof. Dr. Volker Quaschning. Ergänzend könnte der Einsatz von flexiblen Kraftwerken wie schnell regelbaren Gaskraftwerken zum Ausgleich beitragen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Sonnenfinsternis in der Kraftwerkseinsatzplanung vorausschauend berücksichtigt wird.
(Hervorhebungen von mir)
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Wie sich Netzbetreiber auf die partielle Sonnenfinsternis am 20.03.2015 vorbereiten sollten (http://www.derenergieblog.de/alle-themen/energie/nacht-am-helllichten-tag-wie-sich-netzbetreiber-auf-die-partielle-sonnenfinsternis-am-20-03-2015-vorbereiten-sollten/#more-21578)
Die nächste partielle Sonnenfinsternis in Europa steht am 20.3.2015 bevor, und auch Deutschland wird betroffen sein. Einige Netzbetreiber wurden hierzu bereits von ihren regelzonenverantwortlichen Übertragungsnetzbetreibern informiert. In den Schreiben der Übertragungsnetzbetreiber werden die Bilanzkreisverantwortlichen auf eine bestmögliche viertelstundenscharfe Bewirtschaftung ihrer Bilanzkreise an diesem Tag hingewiesen, und von Netzbetreibern werden Informationen zur installierten und abregelbaren PV-Leistung abgefragt sowie Anpassungsmaßnahmen in der Kaskade (Lastabwurf bzw. Einspeisereduzierung) als mögliche Folge der partiellen Sonnenfinsternis angekündigt werden. Als Reaktion sind erste nachgelagerte Netzbetreiber an ihre sensiblen Großkunden herangetreten, um auf mögliche Versorgungsunterbrechungen hinzuweisen.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang_AW
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Falls es wirklich zu Lastabwürfen o.ä. kommen sollte, dann wäre das ein Armutszeugnis für das bestehende System. Es müsste dann dringend über eine größere Reform des Regelsystems und der Bewirtschaftung desselben nachgedacht werden.
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Sonnenfinsternis: Stresstest für die Energiewende.
http://www.swr.de/zur-sache-baden-wuerttemberg/sonnenfinsternis-der-stresstest-fuer-die-energiewende/-/id=3477354/did=15037324/nid=3477354/gwyb2n/index.html
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Falls es wirklich zu Lastabwürfen o.ä. kommen sollte, dann wäre das ein Armutszeugnis für das bestehende System. Es müsste dann dringend über eine größere Reform des Regelsystems und der Bewirtschaftung desselben nachgedacht werden.
Die Netzbetreiber ließen sich offensichtlich kein Armutszeugnis ausstellen. ;-)
Stromnetz besteht Stresstest (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/stromnetz-besteht-sonnenfinsternis-stresstest-a-1024754.html)
Deshalb muss das Stromsystem noch viel konsequenter als bisher nach den Bedürfnissen der erneuerbaren Energien umgebaut werden. Sie sind nicht mehr im Stromnetz zu Gast, sie sind schon seit einer Weile Herr im Haus. Und ihre Bedeutung wird weiter steigen.
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Es wäre absurd, diesen weithin gewünschten Trend mit dem Verweis auf ein veraltetes Stromnetz abzuwürgen. Deshalb muss die Bundesregierung alles daran setzen, dieses Rückgrat intelligent zu stärken.
Dabei schlägt Klasse Masse. Netzbetreiber dürfen die Gebühren der Stromverbraucher nicht für unnötige Megaprojekte verschwenden, die letztlich vor allem ihnen selbst nützen, in Form einer üppigen Rendite.
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Es mutet wie ein schlechter Scherz an, dass die Netzbetreiber zum Teil gar nicht wissen, wie viel Solarstrom in bestimmten Gebieten gerade eingespeist wird. Bessere Informationstechnologie und gut gemanagte dezentrale Speicher können in Zukunft manchen Ärger verhindern.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang_AW