Forum des Bundes der Energieverbraucher

Energiepolitik => Erneuerbare Energie => Thema gestartet von: Netznutzer am 28. November 2012, 23:42:59

Titel: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: Netznutzer am 28. November 2012, 23:42:59
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article111621719/Staat-zwingt-Buerger-zur-Oekostrom-Verschwendung.html

Erfolgsstory EEG, immer dran denken! Es ist wichtig, dass EE unkontroliert, in unkontrolierten Mengen, jederzeit, ohne Fahrplan, in irgendwelche Netze zu Lasten der Stromverbraucher, natürlich nicht priviligiert, mit Vorrang eingespeist werden, oder eben auch nicht, zu Garantieentschädigungen in der selben Höhe wie die Garantie-Einspeisevergütung, DAS ist wichtig u8nd vorrangig. Damit die Leute, die auch hier ständig vehement das schwachsinnige System als richtig anpreisen, ihren Garantieprofit machen. Gut gemacht, Herr Trittin, Herr Gabriel, Herr Röttgen, Herr Altmaier. Es ist immer wichtig, dass Minderheiten mit Vorrang behandelt werden, das erhöht die Akzeptanz eines fehlerhaften Systems ungemein.

Gruß

NN
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: superhaase am 29. November 2012, 07:36:00
Der Kardinalfehler in der aktuellen Gesetzeslage besteht halt darin, dass die Netzbetreiber die Entschädigungszahlungen für nicht einpeisbaren Ökostrom (Windparkabschaltungen) auf die Netzentgelte abwälzen dürfen.
Ist doch klar, dass eine "Strafzahlung", die der nachlässige Netzbetreiber gar nicht selbst zahlen muss, sondern einfach durchreichen darf, keine Wirkung hat und somit die Netzbetreiber nicht anregt, für ausreichende Netzkapazitäten zu sorgen.
Müssten die Netzbetreiber diese Entschädigungszahlungen selbst tragen, hätte sie eine Motivation, rechtzeitig für ausreichende Netzkapazitäten sorgen.
Wenn man das Problem lösen will, muss man also die Wälzung der Entschädigungszahlungen beenden.
Dann werden dadurch auch die Verbraucher nicht mehr belastet.

Es ist also eigentlich ganz einfach.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: hko am 29. November 2012, 08:48:30
Der Kardinalfehler in der aktuellen Gesetzeslage besteht halt darin, dass die Netzbetreiber die Entschädigungszahlungen für nicht einpeisbaren Ökostrom (Windparkabschaltungen) auf die Netzentgelte abwälzen dürfen.
Ist doch klar, dass eine "Strafzahlung", die der nachlässige Netzbetreiber gar nicht selbst zahlen muss, sondern einfach durchreichen darf, keine Wirkung hat und somit die Netzbetreiber nicht anregt, für ausreichende Netzkapazitäten zu sorgen.
Müssten die Netzbetreiber diese Entschädigungszahlungen selbst tragen, hätte sie eine Motivation, rechtzeitig für ausreichende Netzkapazitäten sorgen.
Wenn man das Problem lösen will, muss man also die Wälzung der Entschädigungszahlungen beenden.
Dann werden dadurch auch die Verbraucher nicht mehr belastet.

Es ist also eigentlich ganz einfach.
der Kardinalfehler besteht in Wirklichkeit in der Trennung von Erzeugung und Verteilung. Diese Trennung war sicher gut gemeint, um allen Anbietern die Möglichkeit zu geben, ihren Strom über die vorhandenen Netze zu vertreiben.
 
Aber wie heißt es so schön: das Gegenteil von gut gemeint ist gut gemacht.

Jetzt haben wir die Situation, dass jemand ein Kraftwerk irgendwohin (z.B. Offshore) bauen kann ohne sich auch um die Verteilung kümmern zu müssen.

Ergebnis: Es werden Kraftwerke gebaut. Für die Netze sind ja andere zuständig und der erzeugte oder auch nicht erzeugte Strom wird wird sowieso per Gesetz bezahlt.

Gruß hko
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: Energiesparer51 am 29. November 2012, 09:23:22
Normalerweise muss nach EEG der Anlagenbetreiber die Leitung bis zum nächsgelegenen, geeigneten Netzverknüpfungspunkt selbst zahlen. Die Netzbetreiber müssen Ihr Netz ggf. ausbauen.  Dieses Prinzip wurde zugunsten der Offshoreparks verändert, zulasten der Stromkunden. Und zu wessen Vorteil? Wer investtiert in dei Offshore-Windparks, die vom EEG 2012 besser vergütet werden als PV? Und wem wird das Risiko der Netzinvestitionen angenommen?
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 29. November 2012, 09:54:40
Erfolgsstory EEG, immer dran denken! Es ist wichtig, dass EE unkontroliert, in unkontrolierten Mengen, jederzeit, ohne Fahrplan, in irgendwelche Netze zu Lasten der Stromverbraucher, natürlich nicht priviligiert, mit Vorrang eingespeist werden, oder eben auch nicht, zu Garantieentschädigungen in der selben Höhe wie die Garantie-Einspeisevergütung, DAS ist wichtig u8nd vorrangig.

Sie wissen schon dass Sie hier falsche Information verbreiten?

EE werden kontrolliert nach Fahrplan in das Netz eingespeist. Der Vorrang der Einspeisung steht nur auf dem Papier, da die Netzbetreiber mit Vorrang die EE abschalten wenn das Netz eng wird, obwohl nach dem Gesetz die nicht system-relevanten konventionellen Kraftwerke abgeregelt werden müssten. Dass dann die abgeschalteten Anlagen ihren Schaden ersetzt bekommen ist nur recht und billig. Nur sollte die Kosten dafür der Netzbetreiber tragen müssen, da er seinen Verpflichtungen nicht nach kommt. Und natürlich dürften die Kosten für die Abschaltungen keine Grundlage für die Berechnung der Netzentgelte bilden.

Geld fürs Abregeln. (http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/120807d1.htm)

Vielleicht ist es doch eine Lösung statt des Netzausbaus einfach mal verschiedene Preiszonen einzuführen. (http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/110907.htm)

Wenn dann Strom vom Osten nach Frankreich exportiert wird, oder Offshore-Windkraft vom Norden in den Süden Deutschlands verkauft wird, dann fallen für den Käufer höhere Netzkosten an. Da würden sich die Käufer schon überlegen ob sie den benötigten Strom regional nicht viel günstiger bekommen.

Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: PLUS am 29. November 2012, 10:34:14
Erfolgsstory EEG, immer dran denken! ......
Sie wissen schon dass Sie hier falsche Information verbreiten?
Netznutzer beschreibt nur den EE-Unfug, der das Gegenteil der immer schön formulierten Ziele bewirkt. Da ist nichts in Sicht, keine sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung der Allgemeinheit. "EE kontrolliert nach Fahrplan". Wer verbreitet da falsche Informationen?!

Dass die Verantwortlichen handeln und eingreifen bevor die Drähte durchglühen ist eine Selbstverständlichkeit. Mit einem geregelten und zuvelässigen Fahrplan hat das nichts zu tun.

Jetzt will man Kraftwerksbetreiber zwingen, Kraftwerke, die exakt wegen der PV-Vorrangeinspeisung sich nicht mehr rechnen, am Netz zu halten. Mehrere Dutzend Gaskraftwerke arbeiten nicht mehr kostendeckend.
Die Bundesregierung bereitet eben das nächste Eigentor vor. Die Betreiber prüfen jetzt intensiv, ob sie vor Inkrafttreten des Gesetzes die Anlagen endgültig schließen. Das ist verständlich, wer lässt sich schon widerstandslos in den Ruin treiben.  Vermutlich fällt der Regierung aber vorher wieder eine Entschädigungslösung ein, die dann wieder die nicht privilegierten Verbraucher bezahlen.

@egn, Ihre "wahren" Informationen sind teuere Informationen, insbesondere für ganz normale Verbraucher, für die laut Überschrift das Forum hier gedacht ist. Es steht da Energieverbraucher nicht Erzeuger. Der Profit der PV-Stromerzeuger schlägt sich nochmal und weiter steigend auf die Stromrechnung der nicht privilegierten Verbraucher. Die unverzichtbaren Gaskraftwerke rechnen sich insbesondere wegen der vorrangigen und teuersten Einspeisung nicht mehr. Das Übel ist wieder die PV! Eine unzuverlässig, nicht bedarfsgerechte Vorrangeinspeisung zu Wucherpreisen ohne jede Pflicht und Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Die Verbraucher bezahlen mehrfach für nicht erbrachte Leistungen. Das kommt aus der gleichen krummen Ecke wie die GEZ-Zwangsanstaltssteuer. Bald zahlt hier auch noch der, der gar keine Steckdose hat. 
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: Netznutzer am 29. November 2012, 11:22:59
Zitat
Sie wissen schon dass Sie hier falsche Information verbreiten?

@egn

Zeigen Sie mir EINEN EEG-Einspeiser, der nach EEG vergütet wird, der einen Fahrplan einreicht!
Der Vorrang steht auf dem Papier... ist Ihre Interpretation! Dass konventionelle Kraftwerke abgeschaltet=stillgelegt werden, beweist das Gegensteil.
Nur sollte die Kosten dafür der Netzbetreiber tragen müssen... ist absoluter Schwachsinn, weil aufgrund der Komplexität und des plötzlichen Ausfalls der EE von jetzt auf gleich, es sinnvoller ist, eine Windmühle abzuregeln, statt eines Grundlast liefernden Kraftwerks das wieder Tage zum Anfahren braucht, das wissen mittlerweile sogar Grundschüler.
Aber unsere Ökofreunde haben D lieber ohne Strom, 1.000 Sonnenstromstunden und 1.800 Windstromstunden sind genug, dass haben Sie hier neulich bereits zum Besten gegeben, denn wir brauchen keine Grundlastktaftwerke.

Ich verbreite also falsche Informationen. In Ihrem Fall will ich es mal als Unwissenheit einstufen.

Gruß

NN
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: Cremer am 29. November 2012, 13:02:02
@Netznutzer,
Sie haben es auf den Punkt gebracht. 
Ich pflichte Ihnen voll bei.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: superhaase am 29. November 2012, 13:12:42
... ist absoluter Schwachsinn, weil aufgrund der Komplexität und des plötzlichen Ausfalls der EE von jetzt auf gleich, es sinnvoller ist, eine Windmühle abzuregeln, statt eines Grundlast liefernden Kraftwerks das wieder Tage zum Anfahren braucht, das wissen mittlerweile sogar Grundschüler.
Das ist ja gerade die Krux, dass diese beschissenen und völlig überflüssigen Grundlastkraftwerke protegiert werden.
Würde man diese entsprechend der Produktionsprognose der EE - ist übrigens der Fahrplan, der den Netzbetreibern durchaus vorliegt, schauen Sie sich doch die Prognosen auf der EEX an - längerfristig runterregeln oder teilweise abstellen, dann hätten auch die flexiblen Gaskraftwerke wieder ausreichend Betriebsstunden.

Aber stattdessen laufen die Grundlast-Dreckschleudern durch und deren überflüssiger Strom wird ins Ausland gedrückt, notfalls zu negativen Preisen.
DAS ist das Problem!

Der Vorrang der EE muss endlich durchgesetzt werden.
Dazu muss den Netzbetreibern untersagt werden, dass sie jegliche Entschädigungszahlungen an die EE-Kraftwerke auf die Netzentgelte weiterwälzen dürfen.
Nur so kann das wirklich funktionieren.

Es hat doch überhaupt keinen Sinn, die Grundlast-Dreckschleudern weiterlaufen zu lassen, egal ob wir nun genügend sauberen Strom im Netz haben oder nicht.
Wenn man nicht bereit ist, die zeitweise Abschaltung oder Drosselung der Grundlast-Dreckschleudern über mehrere Tage oder Wochen oder Monate durchzusetzen, wenn sauberer Strom da ist, dann ist die ganze "Energiewende" ja völlig GAGA - hätte man sich das ganze Geld sparen können und schön weiter voll auf "fossil" setzen und mit Vollgas dem energiewirtschaftlichen Zusammenbruch entgegenrasen können.

Das ist doch klar wie Kloßbrühe!
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: RR-E-ft am 29. November 2012, 23:58:34
Derzeit werden die so gescholtenen sog. Grundlastkraftwerke noch benötigt, da sie Leistung gesichert zur Verfügung stellen.
Dass man diese nicht so schnell abregeln kann wie etwa Windkraftanlagen, hat wohl nachvollziehbare technische Ursachen.

Wenn es mal gelingt, den EE- Strom zwischenzuspeichern, etwa in dem mit diesem Methan erzeugt, das im Gasnetz zwischengespeichert wird und in Zeiten mit geringer EE- Stromerzeugung in Gaskraftwerken wieder verstromt werden kann, mag dies anders sein.

http://www.powertogas.info/


Dem Netzbetreiber als solchen ist es grundsätzlich egal, aus welcher Stromerzeugungsanlage der Strom kommt, um das Gleichgewicht zwischen Einspeisung und Verbrauch herzustellen. 

Der Netzbetreiber hätte dann keine an EE- Anlagenbetreiber geleisteten Entschädigungszahlungen mehr zu wälzen, wenn man solche Entschädigungen ganz einfach abschaffen würde. Wenn man dem  Netzbetreiber eine Verpflichtung zu solchen Entschädigungszahlungen auferlegt, so kann man diese Lasten natürlich nicht bei ihm belassen, sondern muss ihm die Möglichkeit einräumen, diese weiterzuwälzen. Er hat nunmal nur die Netzentgelte, mit denen er diese Lasten weiterwälzen kann.

Die EE- Anlagenbetreiber können sich vielleicht dann berechtigterweise beklagen, wenn sie ohne staatliche Förderung (EEG- Einspeisevergütung) auskommen, dabei kostengünstiger produzieren als die sog. Grundlastkraftwerke und dann immer noch statt derer allein aufgrund  technischer Determinanten abgeregelt werden müssen.
Aber soweit sind wir ja wohl noch nicht.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 30. November 2012, 07:29:39
"EE kontrolliert nach Fahrplan". Wer verbreitet da falsche Informationen?!

Informieren Sie sich doch einfach mal wie Strom aus EEG Anlagen vermarktet werden. Dies geschieht genau nach dem Fahrplan der sich aus der Prognose ergibt.

Zitat
@egn, Ihre "wahren" Informationen sind teuere Informationen,

Sie schreiben richtig: Die informationen sind wahr, ich gebe sie aber kostenlos.  :P

Zitat
insbesondere für ganz normale Verbraucher, für die laut Überschrift das Forum hier gedacht ist.

Richtig, die Verbraucher müssen über die wahren Hintergründe informiert werden und sich nicht durch die Propaganda des Energiekartells und deren Anhänger und Angestellten die hier schreiben täuschen lassen.

Zitat
Es steht da Energieverbraucher nicht Erzeuger. Der Profit der PV-Stromerzeuger schlägt sich nochmal und weiter steigend auf die Stromrechnung der nicht privilegierten Verbraucher.

Sie versuchen schon wieder vom Thema abzulenken. Es geht hier nicht um PV.

Zitat
Die unverzichtbaren Gaskraftwerke rechnen sich insbesondere wegen der vorrangigen und teuersten Einspeisung nicht mehr. Das Übel ist wieder die PV! Eine unzuverlässig, nicht bedarfsgerechte Vorrangeinspeisung zu Wucherpreisen ohne jede Pflicht und Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Sie widersprechen sich! Wenn die Einspeisung nicht bedarfsgerecht wäre warum reduziert sich dann die Laufzeit der Gaskraftweke, die früher vorwiegend zu Spitzenlastzeiten eingespeist haben?

Gerade dass diese anderen Kraftwerke durch die EE Einspeisung ersetz werden und weniger Laufzeit haben, zeigt dass die EE, insbesondere die PV völlig bedarfsgerecht einspeisen.

@Netznutzer:
Zitat
Zeigen Sie mir EINEN EEG-Einspeiser, der nach EEG vergütet wird, der einen Fahrplan einreicht!

Das brauchen die EEG-Einspeiser nicht machen da das die ÜNB gebündelt für alle machen. Sie bieten im Day-Ahead-Markt den Strom für die EEG-Anlagen genauso an wie es alle anderen Kraftwerksbetreiber machen. Für jede Stunde des Folgetages geben sie ein Gebot mit der Menge und dem Preis ab.

Zitat
Der Vorrang steht auf dem Papier... ist Ihre Interpretation! Dass konventionelle Kraftwerke abgeschaltet=stillgelegt werden, beweist das Gegensteil.

Es geht hier um die willkürliche Abschaltung von EE Anlagen bei Netzengpässen, nicht darum dass Kraftwerk stillgelegt werden weil sie von den Kosten her nicht mehr konkurrenzfähig sind.

Zitat
Nur sollte die Kosten dafür der Netzbetreiber tragen müssen... ist absoluter Schwachsinn, weil aufgrund der Komplexität und des plötzlichen Ausfalls der EE

Es gibt keinen plötzlichen Ausfall der EE wenn die Netzbetreiber diesen nicht willkürlich herbei führen, z.B. wenn sie wieder mal Leitungen abschalten ohne dass das N-1 Kriterium erfüllt ist. Die 10.000ten EE Anlagen haben eine viel höhere Ausfallsicherheit als einzelne Blöcke von Großkraftwerken.

Was passiert wenn ein Großkraftwerk mit mehr als 1 GW plötzlich vom Netz geht, konnte man erst kürzlich sehen. (http://www.stromvergleich-strompreisvergleich.com/news/rwe-musterkraftwerk-versagte-den-dienst/) Wenn dagegen mal ein Windkraftwerk oder ein PV wegen einer Störung vom Netz geht, merkt das wegen des geringen Anteils der einzelnen Anlage niemand.

Zitat
von jetzt auf gleich, es sinnvoller ist, eine Windmühle abzuregeln, statt eines Grundlast liefernden Kraftwerks das wieder Tage zum Anfahren braucht, das wissen mittlerweile sogar Grundschüler.

Bisher musste man Grundlastkraftwerke nicht unbedingt abschalten, es hätte auch ein Abregeln der Leistung im Rahmen der zulässigen Betriebsbedingungen völlig gereicht. Aber die Betreiber wollen ja gerade dann wenn die EE den Strompreis drücken dihren Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen ins Ausland exportieren. Damit verstopfen sie das Netz und die Netzbetreiber nutzen dann das Einspeisemanagement um die EE-Kraftwerke abzuregeln.

Zitat
Aber unsere Ökofreunde haben D lieber ohne Strom, 1.000 Sonnenstromstunden und 1.800 Windstromstunden sind genug, dass haben Sie hier neulich bereits zum Besten gegeben, denn wir brauchen keine Grundlastktaftwerke.

Nein, wir brauchen wirklich keine Kraftwerke die ständig unter Volllast laufen. Die Versorgung kann genauso sichergestellt werden wenn man den Strom mit Kraftwerken erzeugt die nur die schwankende Residuallast ausgleichen.

Zitat
Ich verbreite also falsche Informationen. In Ihrem Fall will ich es mal als Unwissenheit einstufen.

Natürlich verbreiten sie nur die Propanda des deutschen Energiekartells. In Ihrem Falle will ich es mal als Absicht einstufen.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: superhaase am 30. November 2012, 07:59:46
Derzeit werden die so gescholtenen sog. Grundlastkraftwerke noch benötigt, da sie Leistung gesichert zur Verfügung stellen.
Dass man diese nicht so schnell abregeln kann wie etwa Windkraftanlagen, hat wohl nachvollziehbare technische Ursachen.
Das ist ja alles nicht neu.
Keiner verlangt die sofortige und dauerhafte Stillegung der Grundlastkraftwerke.
Was nötig ist, ist die zeitweise längerfristige Drosselung oder Abschaltung, wenn nach Prognose für mehrere Tage im Voraus zu erwarten ist, dass viel EE-Strom angeboten wird. In diesen Situationen stören die unflexiblen Grundlastkraftwerke ganz einfach das ganze System - und zwar europaweit.

Zitat
Dem Netzbetreiber als solchen ist es grundsätzlich egal, aus welcher Stromerzeugungsanlage der Strom kommt, um das Gleichgewicht zwischen Einspeisung und Verbrauch herzustellen.
Das wäre der Idealfall in der Theorie. Die Praxis sieht leider anders aus. Die Verknüpfung zwischen Netzbetreibern und ehemals zum gleichen Konzern gehörenden Kraftwerksbeteibern ist offensichtlich noch wirksam.
Dies war ja auch einer der Gründe für die Einführung der Entschädigungszahlungen. Ohne garantierte Einspeisung und Entschädigung bei Missachtung des Vorrangs gäbe es keine ausreichende Investitionssicherheit und es hätte wohl kaum jemand in EE-Anlagen investiert - oder es wären bei wesentlich höherem Risiko in Bezug auf die Einspeisung als Ausgleich wesentlich höhere Einspeisevergütungen nötig gewesen.

Zitat
Der Netzbetreiber hätte dann keine an EE- Anlagenbetreiber geleisteten Entschädigungszahlungen mehr zu wälzen, wenn man solche Entschädigungen ganz einfach abschaffen würde.
Sicher ist diese Logik richtig. Sie blendet aber völlig aus, warum diese Entschädigungszahlungen überhaupt eingeführt wurden. Dies geschah ja nicht aus Spaß an der Freud oder weil man die Vebraucher ärgern oder "abzocken" will, wie hier manch einer zu glauben scheint.

Zitat
Wenn man dem  Netzbetreiber eine Verpflichtung zu solchen Entschädigungszahlungen auferlegt, so kann man diese Lasten natürlich nicht bei ihm belassen, sondern muss ihm die Möglichkeit einräumen, diese weiterzuwälzen.
Warum nicht?
Es gibt nichts rationales, was dagegen spricht. Es ist einfach eine logische Konsequenz.
Er ist gesetzlich verpflichtet, für ausreichende Netzkapazitäten zu sorgen. Er bekommt sogar noch eine gesetzlich garantierte Rendite auf sein Kapital, das er für den Netzbetrieb einsetzt. Er trägt also keinerlei wirtschaftliches Risiko. Das ist eine sehr komfortable Situation - einzigartig.
Wenn er also versäumt, für ein ausreichendes Netz zu sorgen, und deshalb Entschädigungszahlungen entstehen, so sollte er diese auch tragen müssen.
Erst dann ensteht überhaupt der Anreiz, seine Verpflichtungen auch wirklich zu erfüllen.
Man kann allenfalls darüber nachdenken, ob man ihm eine Wälzung in bestimmten Ausnahmesituationen gestattet - z.B. wenn der Netzausbau durch andere verzögert oder verhindert wird. Das wäre dann im Einzalfall zu prüfen.
Bei Windparkabschaltungen soll es sich aber meist um fehlende Ertüchtigungen oder Ergänzungen im Mittelspannungs- und Hochspannungsnetz handeln. Es sind also offensichtlich zumeist nur Nachlässigkeiten und mangelnder Investitionswille der Netzbeteiber, die die Probleme herorrufen. Bürgerproteste und langwierige Gerichtsverfahren für neue Hochspannungs- oder Höchstspannungstrassen sind offenbar eher selten der Grund für mangelnde Netzkapazitäten, die zu Windkraftabschaltungen führen.

Zitat
Die EE- Anlagenbetreiber können sich vielleicht dann berechtigterweise beklagen, wenn sie ohne staatliche Förderung (EEG- Einspeisevergütung) auskommen, dabei kostengünstiger produzieren als die sog. Grundlastkraftwerke und dann immer noch statt derer allein aufgrund  technischer Determinanten abgeregelt werden müssen.
Den Zusammenhang zwischen Stromproduktionsposten und Abregelung kann ich jetzt nicht erkennen.
Geht es bei der Energiewende nicht darum, Strom aus fossilen Kraftwerken und Atomkraftwerken durch solchen aus EE-Kraftwerken zu ersetzen?
Laut Gesetz sollen die EE Vorrang haben. Und das aus gutem Grund, den man hier wohl nicht erst erläutern muss, oder?
Die gesetzlichen Vorgaben des EE-Vorrangs und der Entschädigungszahlungen dienen diesem Ziel und sind kein Selbstzweck. Wenn man also den EE-Vorrang nicht durchsetzt und statt dessen die Entschädigungszahlungen auf die Verbraucher abwälzt, die auf die eigentlich vorschriftswidrigen Abschaltungen der EE und die Versäumnisse der Netzbetreiber keinen Einfluss haben, dann ist das ein grober Konstruktionsfehler in der aktuelen Gesetzeslage.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 30. November 2012, 08:33:56
Derzeit werden die so gescholtenen sog. Grundlastkraftwerke noch benötigt, da sie Leistung gesichert zur Verfügung stellen.

Richtig, sie werden noch benötigt, aber nur als Leistungsreserve zur Zeit der maximalen vertikalen Netzlast. Aber es geht hier um die Abschaltung der EE wo überhaupt keine hohe vertikale Netzlast vorliegt, sondern eher um Schwachlastzeiten zu denen EE viel Strom einspeisen können, das Netz aber wegen der dann niedrigen Preise an der Strombörse mit Exportstrom blockiert sind. Zu diesen Zeiten könnten die Grundlastkraftwerke problemlos im Rahmen der zulässigen Betriebsbedingungen gedrosselt werden.

Zitat
Dass man diese nicht so schnell abregeln kann wie etwa Windkraftanlagen, hat wohl nachvollziehbare technische Ursachen.

Man muss diese Kraftwerke nicht schnell abregeln da der Fahrplan schon einen Tag vorher festliegt. Zudem haben sich doch als es um die Laufzeitverlängerung für die AKWs ging, gerade diese Betreiber mit aufwändiger Werbung als ideale Ergänzung zu den EE positioniert.

Es gibt dazu auch entsprechende Untersuchungen von AREVA. (http://de.areva.com/mini-home/liblocal/docs/Fachaufsätze/2010/atw2010_09_waas_lastwechselfaehigkeiten_kkw.pdf)

Was ist denn nun? Waren die Aussagen vor der Laufzeitverlängerung nur alles Täuschungen?

Natürlich gibt es heute einen wirklichen Grundlastsockel, der nicht uterschritten werden kann. Der liegt aber weit niedriger als das was die Grundlastkraftwerke heute noch in Schwachlastzeiten mit viel EE-Erzeugung einspeisen.

Zitat
Wenn es mal gelingt, den EE- Strom zwischenzuspeichern, etwa in dem mit diesem Methan erzeugt, das im Gasnetz zwischengespeichert wird und in Zeiten mit geringer EE- Stromerzeugung in Gaskraftwerken wieder verstromt werden kann, mag dies anders sein.

http://www.powertogas.info/

Dies ist was für die Zukunft, wenn die Möglichkeiten von konventionellen Kraftwerken und auch dem Last-Management ausgeschöpft sind. Und es lohnt sich dann auch nur für die längerfristige Zwischenspeicherung.

Zitat
Dem Netzbetreiber als solchen ist es grundsätzlich egal, aus welcher Stromerzeugungsanlage der Strom kommt, um das Gleichgewicht zwischen Einspeisung und Verbrauch herzustellen. 

Wenn der Netzbetreiber wirklich unabhängig ist dann ist es ihm egal. Aber tatsächlich scheint das Gegenteil der Fall zu sein.

Zitat
Der Netzbetreiber hätte dann keine an EE- Anlagenbetreiber geleisteten Entschädigungszahlungen mehr zu wälzen, wenn man solche Entschädigungen ganz einfach abschaffen würde.

Da die Leistung des Entschädigungszahlungen nciht vom Netzbetreiber bezahlt wird und er für diese Dienstleistung auch noch bezahlt wird, hat der Netzbetreiber gar keinen Anreiz diese Zahlungen zu minimieren. Im Gegenteil, da zumindest ein Teil der ÜNBs immer noch den G4 gehören, ist es gerade von Interesse dass man nicht die Kraftwerke der Muttergesellschaft drosselt, da es hier eben keine Entschädigungszahlungen gibt.

Zitat
Wenn man dem  Netzbetreiber eine Verpflichtung zu solchen Entschädigungszahlungen auferlegt, so kann man diese Lasten natürlich nicht bei ihm belassen, sondern muss ihm die Möglichkeit einräumen, diese weiterzuwälzen.

Da die Abschaltung durch mangelnde Netzkapazität verursacht ist, die alleine in der Verantwortung des Netzbetreibers liegt, ist es geradezu paradox dass andere, und da im wesentlichen die privaten Verbraucher, für die Pflichtverletzung des Netzbetreibers zahlen sollen. So wird vom Gesetzgeber das Gesetz nicht durchgesetzt, sondern man lässt den Netzbetreiber einfach seine eigenen Interessen und die seiner Muttergesellschaft verfolgen.

Zitat
Er hat nunmal nur die Netzentgelte, mit denen er diese Lasten weiterwälzen kann.

Die Netzentgelte sind dafür gedacht das Netz durch die transportierte Energiemenge zu finanzieren, und nicht dazu die aus mangelndem Netzausbau resultierende nicht transportierte Energiemenge zu vergüten.

Zitat
Die EE- Anlagenbetreiber können sich vielleicht dann berechtigterweise beklagen, wenn sie ohne staatliche Förderung (EEG- Einspeisevergütung) auskommen, dabei kostengünstiger produzieren als die sog. Grundlastkraftwerke und dann immer noch statt derer allein aufgrund  technischer Determinanten abgeregelt werden müssen.

Die EE-Anlagenbetreiber haben nach dem EEG und dem EnWG einen rechtlichen Anspruch auf einen diskriminierungsfreien Netzanschluss und die Einspeisung. Dies gesetzlich an keinerlei sonstige Bedinungen geknüpft. Mich wundert dass gerade Sie als Rechtsanwalt eine solche fadenscheinige Begründung präsentieren. Wenn gegenüber Ihnen vor Gericht eine ähnliche Begründung für die Nichtzahlung einer gesetzlich festgelegten Leistung, bringen würde, dann würden Sie diesem diese wohl um die Ohren hauen. Und es verwundert auch, dass Sie sich als ausgewiesener Verbraucheranwalt hier die Argumente der Stromkonzerne zu eigen machen und damit letztlich die Abwälzung dieser Kosten auf die Verbraucher durch die ÜNBs für sinnvoll erklären, obwohl letztlich die ÜNBs durch ihren mangelnden Netzausbau und durch die rechtswidrige Abschaltung von EE-Anlagen diese Kosten erst verursachen.

Zitat
Aber soweit sind wir ja wohl noch nicht.

Selbst wenn sie heute das EEG völlig abschaffen würden, würden unter der Grundbedingung, dass der Netzzugang diskriminierungsfrei sein muss, die ehemaligen EEG-Anlagen zurecht ihren Strom mit den Grenzkosten nahe 0 einspeisen. Denn diese liegen unterhalb selbst der billigsten konventionellen Kraftwerke. Und wenn die ÜNBs dann bei Netzengpässen erst mal die Kraftwerke vom Netz nehmen, die weder systemrelevant sind, und bezöglich der Grenzkosten die teuersten sind, dann müssen erst mal einige der konventionellen Kraftwerke abgeregelt oder abgeschaltet werden. Und wenn dann die Netzbetreiber für die Abschaltugnen aller Kraftwerkstypen, die durch mangelnden Netzausbau verursacht wurden auch noch selbst haftbar gemacht werden, ohne dass sie die Kosten dazu auf die Netzentgelte umlegen können, dann gibt es auch einen Anreiz die Netze so auszubauen dass auch ein unbeschränkter Handel an der Strombörse möglich ist.

Denn heute ist es so dass die Strommengen der abgeschalteten EE-Anlagen ja über die Strombörse schon einen Tag vorher verkauft worden sind. Der Käufer möchte seinen Strom natürlich auch erhalten. Und wenn der Netzbetreiber einen Redispatch macht, dann schaltet er auf der einen Seite die EE-Anlagen ab, muss aber die fehlende Strommenge sich irgendwo anders beschaffen. Und dieser Strom wird dann aus anderen konventionellen Kraftwerken, die stattdessen hoch gefahren werden, geliefert. Es wird also Erzeugung von den EEG-Anlagen auf konventionelle Kraftwerke verschoben und so ein Zusatzgeschäft gemacht.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: RR-E-ft am 30. November 2012, 10:10:02
Es gibt ÜNB, die immer noch mit Konzerninteressen verknüpft sind, namentlich Amprion RWE und EnBW.
Bei 50Hz und Tennet ist das nicht ohne weiteres ersichtlich.

Möglicherweise werden Windkraftanlagen nicht vom ÜNB, sondern auch von VNB abgeregelt, etwa e.on edis.

Dass die EE- Anlagen willkürlich abgeregelt werden, erscheint eher unwahrscheinlich.
Wahrscheinlicher ist, dass dafür vom Netzbetreiber im Vornherein Regeln aufgestellt sind, wie in bestimmten Netzsituationen zu verfahren ist.
Diese Regeln ließen sich darauf überprüfen, ob es sich bei diesen um einen Missbrauch im Sinne des EnWG handelt.

Wenn der Netzbetreiber, wie behauptet, EE- Anlagen schuldhaft rechtswidrig abregeln würde,
dann hätten die davon betroffenen EE- Anlagenbetreiber einen Schadensersatzanspruch aus § 823 BGB.
Solche Schadensersatzansprüche aus unerlaubter Handlung wegen schuldhaften Rechtsverletzungen sind von vornherein nicht wälzungsfähig.

Es wird behauptet, EE- Anlagen würden abgeregelt, um Strom aus konventionellen Kraftwerken zu exportieren.
Im Umfange eines solchen Exports wird keine Nachfrage im Inland befriedigt.
Die nationale Last würde demnach immer noch vorrangig aus EEG- Anlagen gedeckt.

Der gesetzliche Einspeisevorrang kann sich nur auf Deutschland beziehen,
da die Regelungskompetenz des deutschen Gesetzgebers grundsätzlich an den nationalen Grenzen endet.
Es ergibt sich daraus also keine Verpflichtung, im Ausland benötigte Last vorrangig aus deutschen EE- Anlagen zu decken.
 
EE- Anlagen abzuregeln, um eine dadurch erst bewirkte Lücke im Inland durch das Hochfahren konventioneller Kraftwerke im Inland zu decken,
wäre wohl unzulässig und somit rechtswidrig.

Die bei den Netzbetreibern vorhandenen Regelwerke müssten sich demnach darauf kontrollieren lassen,
ob sie folgende Prämissen berücksichtigen:
Die nationale Last wird vorrangig und soweit technisch möglich aus EE- Anlagen gedeckt.
Nur wenn und soweit daneben noch Netzkapazitäten frei sind, werden diese für Stromexporte zur Verfügung gestellt.

Dass sich Gaskraftwerke gut lastbedingt regeln lassen sollen, ist bekannt.
Inwieweit das auch auf Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke zutrifft, diese über Lastwechselfähigkeit verfügen, ist mir nicht bekannt.

Werden diese Prämissen eingehalten und müssen dann immer noch EE- Anlagen unter Einhaltung nationaler Bestimmungen abgeregelt werden, und ist nach nationalen Regeln den EE- Anlagenbetreibern vom Netzbetreiber eine Entschädigung zu zahlen, so muss den Netzbetreibern grundsätzlich die Möglichkeit eingeräumt werden, daraus resultierende Kosten über die Netzentgelte zu wälzen.

Wer in jedem Einzelfall prüfen sollte, ob die einzelne Abregelung darauf beruht, dass der Netzbetreiber eine bestehende Verpflichtung zum Netzausbau und zur Netzverstärkung konkret  schuldhaft nicht nachgekommen ist, und die daraus resultierenden Kosten deshalb ausnahmsweise nicht gewälzt werden dürfen, ist nicht ohne Weiteres ersichtlich.

Wenn sich aber zu jeder Einzelmaßnahme ein Rechtsstreit darüber entwickeln kann, welche Kosten für die Wälzung anerkennungsfähig sind und welche nicht, wird das System sicher schnell überfordert. Abhängig vom Ausgang solcher Rechtsstreitigkeiten, die ihrerseits selbst viel Zeit und Geld kosten, müssten nachträglich Entscheidungen revidiert werden und ggf. Ausgleichszahlungen in umgekehrter Richtung erfolgen, also etwa Gutschriften auf Regulierungskonten.   
 
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: hko am 30. November 2012, 10:14:25
zurück zum eigentlichen Kern:
(@egn, @superhaase: vor lauter Details kann man fast nicht mehr erkennen, worum es geht)

Windkraft- und PV-Anlagen liefern den Strom witterungsabhängig und entgegen Ihrer Meinungen nur sehr bedingt planbar. Solange diese Anlagen nicht bedarfsgerecht Strom liefern können, müssen konventionelle Kraftwerke - z.B. die dreckschleudernden Kohlekraftwerke - die Stromversorgung sicherstellen.

der Kardinalfehler besteht in Wirklichkeit in der Trennung von Erzeugung und Verteilung.
Wenn sich Erzeuger nicht um den Vertrieb ihrer erzeugten (und hier sogar noch nicht einmal erzeugten) Produkte kümmern müssen, sind Probleme, die wir in Verbindung mit dem EEG haben, vorprogrammiert. Dass dann auch Spekulanten diese verworrene Situation ausnutzen, macht das Ganze noch schlimmer.

Alle Versuche der jetzigen Regierung, diese Probleme durch Nachbesserungen zu lösen, gleichen dem Versuch eines Menschen im Sumpf, der strampelt und dabei immer tiefer hinein gerät.   

Gruß hko
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: superhaase am 30. November 2012, 10:23:00
Windkraft- und PV-Anlagen liefern den Strom witterungsabhängig und entgegen Ihrer Meinungen nur sehr bedingt planbar.
Das ist einfach Quatsch.
Sehen Sie sich doch einfach mal ab und zu die Daten bei der EEX an, dann sehen Sie, wie gut die Prognosen mit den dann real erzeugten EE-Strommengen übereinstimmen: http://www.transparency.eex.com/de/

der Kardinalfehler besteht in Wirklichkeit in der Trennung von Erzeugung und Verteilung.
Dies ist nicht erkennbar.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: RR-E-ft am 30. November 2012, 10:41:06
Die witterungsbedingte Stromerzeugung aus Wind und PV ist ebenso gut planbar wie das Wetter selbst.

Wenn Honecker gekonnt hätte, dann hätte er nicht Angola unterstützt, um von dort Südfrüchte und Kaffee zu bekommen, sondern das Politbüro hätte beschlossen, dass das Wetter in einzelnen Gebieten der Republik so zu gestalten sei, dass dort auch im hinreichenden Maße Kaffee und Bananen gedeihen, um den Bedarf der werktätigen Bevölkerung zu decken.   
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 30. November 2012, 10:52:40
Windkraft- und PV-Anlagen liefern den Strom witterungsabhängig und entgegen Ihrer Meinungen nur sehr bedingt planbar.

Es ist schlicht falsch was Sie schreiben. Im für die Planung der Erzeugung vorhandenen Day-Ahead-Markt sind die Mengen des EE-Strom sehr gut prognostizierbar.

Zitat
Solange diese Anlagen nicht bedarfsgerecht Strom liefern können, müssen konventionelle Kraftwerke - z.B. die dreckschleudernden Kohlekraftwerke - die Stromversorgung sicherstellen.

Wie ich schon dargelegt habe erzeugen z.B. gerade PV-Anlagen den Strom sehr bedarfsgerecht, sonst würden sie nicht überwiegend dieteuren Spitzenlastkraftwerke ersetzen.

Zitat
Wenn sich Erzeuger nicht um den Vertrieb ihrer erzeugten (und hier sogar noch nicht einmal erzeugten) Produkte kümmern müssen, sind Probleme, die wir in Verbindung mit dem EEG haben, vorprogrammiert.

Es gibt im Strommarkt keine Probleme mit dem Vertrieb des Erzeugten Stroms. Aller erzeugter Strom wird bis zur Menge des Verbrauchs gehandelt. Wenn das nicht so wäre dann könnte Das Netz nicht stabil gehalten werden. Das Problem worum es bei diesem Thema geht ist, dass das physikalische Netz eben nicht in der Lage ist Strom der in beliebigen Mengen an beliebigen Stellen eingespeist wird in beliebigen Mengen an jeden Punkt zu transportieren. Früher vor der Liberalisierung was es so dass die Kraftwerksbetreiber ihre Kraftwerke schon im eigenen Interesse in der Nähe von Verbrauchsschwerpunkten gebaut haben, weil sie auch für das Netz verantwortlich waren. Heute bauen sie die Kraftwerk dorthin wo sie die günstigsten Bedingungen finden. Das sind Dann Braunkohlekraftwerke mit vielen GW an der äussersten Grenze im Osten, oder Steinkohlekraftwerke, dort wo günstig Steinkohle importiert werden kann. Auch wurde früher kaum Strom exportiert, sondern im wesentlichen nur für die eigene Regelzone produziert, mit der Möglichkeit dass sich die Nachbarn bei Engpässen mal aushelfen. Heute ist es so dass trotz der Abschaltung der AKWs immer mehr Strom exportiert wird, und zwar in der Regel von genau der gegenüberliegenden Seite von D.

Zitat
Alle Versuche der jetzigen Regierung, diese Probleme durch Nachbesserungen zu lösen, gleichen dem Versuch eines Menschen im Sumpf, der strampelt und dabei immer tiefer hinein gerät.   

Die aktuelle Regierung hat vor allem ein Ziel - das EEG abzuschaffen und dadurch dass die Lasten einseitig auf die Privatverbraucher verlagert werden, die Industrie und das Stromkartell zu subventionieren.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: bolli am 30. November 2012, 10:53:39
Die witterungsbedingte Stromerzeugung aus Wind und PV ist ebenso gut planbar wie das Wetter selbst.
Hier geht es nicht um Wetterplanung sondern um Wetterprognose und diese ist im Zeitraum von bis zu 3 Tagen tatsächlich mittlerweile ziemlich genau. Daher ist die daraus resultierende Erzeugung von Energie möglicherweise auch einigermaßen genau prognostizierbar (um mal einen anderen Begriff zu gebrauchen).
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: hko am 30. November 2012, 10:59:05
Das ist einfach Quatsch.
@superhaase,

zur Abwechslung mal nicht "dämlich" ;D ;D ;D

Gruß hko
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 30. November 2012, 11:20:49
Es gibt ÜNB, die immer noch mit Konzerninteressen verknüpft sind, namentlich Amprion RWE und EnBW.
Bei 50Hz und Tennet ist das nicht ohne weiteres ersichtlich.

Es ist zwar nicht direkt ersichtlich, aber es sitzen wohl immer noch die gleichen Leute wie vorher dort. Und anstatt ihre langjährigen Freunde in den Leitzentralen der konventionellen Kraftwerke anzurufen und sie dazu aufzufordern, die Leistung anzupassen und ihnen damit einen Verlust zu verursachen, ist es viel einfacher einfach auf einen Knopf zu drücken und das Einspeisemanagement für EE-Anlagen zu nutzen. Denn die Betreiber werden sich wegen der Entschädigung kaum beschweren.

Zitat
Möglicherweise werden Windkraftanlagen nicht vom ÜNB, sondern auch von VNB abgeregelt, etwa e.on edis.

Die tun das auch noch freiwillig wenn die Alternative wäre eigene konventionelle Kraftwerke abzuregeln.

Zitat
Dass die EE- Anlagen willkürlich abgeregelt werden, erscheint eher unwahrscheinlich.
Wahrscheinlicher ist, dass dafür vom Netzbetreiber im Vornherein Regeln aufgestellt sind, wie in bestimmten Netzsituationen zu verfahren ist.

Ja, diese Regeln existieren.
 (http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0CDIQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.eeg-aktuell.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2011%2F04%2FBundesnetzagentur_LeitfadenEEG.pdf&ei=L4O4UPPgBInTsgaPr4HgBQ&usg=AFQjCNFLLB3yVIBNwdwrz7STUczT4X-oQQ)

Zitat
Diese Regeln ließen sich darauf überprüfen, ob es sich bei diesen um einen Missbrauch im Sinne des EnWG handelt.

Wer soll das in jedem Einzelfall überprüfen?

Zitat
Wenn der Netzbetreiber, wie behauptet, EE- Anlagen schuldhaft rechtswidrig abregeln würde,
dann hätten die davon betroffenen EE- Anlagenbetreiber einen Schadensersatzanspruch aus § 823 BGB.
Solche Schadensersatzansprüche aus unerlaubter Handlung wegen schuldhaften Rechtsverletzungen sind von vornherein nicht wälzungsfähig.

Das ist ja gerade der Trick. Dadurch dass die EE-Anlagenbetreiber entschädigt werden haben sie gar keinen Grund Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Gleichzeitig können sie aber als Buhmann hingestellt werden weil sie Geld dafür bekommen dass sie keinen Strom produzieren. Und natürlich sind immer die EE schuld wenn das Netz dicht ist.

Zitat
Es wird behauptet, EE- Anlagen würden abgeregelt, um Strom aus konventionellen Kraftwerken zu exportieren.
Im Umfange eines solchen Exports wird keine Nachfrage im Inland befriedigt.
Die nationale Last würde demnach immer noch vorrangig aus EEG- Anlagen gedeckt.
Der gesetzliche Einspeisevorrang kann sich nur auf Deutschland beziehen,
da die Regelungskompetenz des deutschen Gesetzgebers grundsätzlich an den nationalen Grenzen endet.
Es ergibt sich daraus also keine Verpflichtung, im Ausland benötigte Last vorrangig aus deutschen EE- Anlagen zu decken.

Das hat auch niemand behauptet. Aber dadurch dass die EE-Anagen abgeregelt werden und stattdessen andere konventionelle Kraftwerke diese Lasterzeugen wird gegen den Vorrang im Netz für EE verstoßen. Zudem verursacht das unnütze Kosten für die Entschädigungszahlung und gleichzeitig noch Kosten für die Deckung der Last die nach Fahrplan versorgt werden sollte. Es findet als eine doppelte Belastung auf Kosten des nicht-privilegierten Verbrauchers statt.

Zitat
EE- Anlagen abzuregeln, um eine dadurch erst bewirkte Lücke im Inland durch das Hochfahren konventioneller Kraftwerke im Inland zu decken,
wäre wohl unzulässig und somit rechtswidrig.

Dies geschieht aber wenn das EE Einspeisemanagement genutzt wird, aber die Last die ursprünglich gedeckt werden sollte, durch andere konventionelle Kraftwerke dann gedeckt wird.

Zitat
Die bei den Netzbetreibern vorhandenen Regelwerke müssten sich demnach darauf kontrollieren lassen,
ob sie folgende Prämissen berücksichtigen:
Die nationale Last wird vorrangig und soweit technisch möglich aus EE- Anlagen gedeckt.
Nur wenn und soweit daneben noch Netzkapazitäten frei sind, werden diese für Stromexporte zur Verfügung gestellt.

Wer kontrolliert das?

Zitat
Dass sich Gaskraftwerke gut lastbedingt regeln lassen sollen, ist bekannt.
Inwieweit das auch auf Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke zutrifft, diese über Lastwechselfähigkeit verfügen, ist mir nicht bekannt.

Zu den AKWs habe ich ihnen oben eine Untersuchung der AREVA verlinkt.

Zitat
Werden diese Prämissen eingehalten und müssen dann immer noch EE- Anlagen unter Einhaltung nationaler Bestimmungen abgeregelt werden, und ist nach nationalen Regeln den EE- Anlagenbetreibern vom Netzbetreiber eine Entschädigung zu zahlen, so muss den Netzbetreibern grundsätzlich die Möglichkeit eingeräumt werden, daraus resultierende Kosten über die Netzentgelte zu wälzen.

Nur in Ausnahmefällen, aber ganz grundsätzlich hat der Netzbetreiber nach dem EnWG und dem EEG für einen diskriminierungsfreien Zugang zum Netz zu sorgen und gegebenenfals das Netz auszubauen. Dieser Ausbau wird aber schon seit vielen Jahren verschleppt.

Zitat
Wer in jedem Einzelfall prüfen sollte, ob die einzelne Abregelung darauf beruht, dass der Netzbetreiber eine bestehende Verpflichtung zum Netzausbau und zur Netzverstärkung konkret  schuldhaft nicht nachgekommen ist, und die daraus resultierenden Kosten deshalb ausnahmsweise nicht gewälzt werden dürfen, ist nicht ohne Weiteres ersichtlich.

Wenn sich aber zu jeder Einzelmaßnahme ein Rechtsstreit darüber entwickeln kann, welche Kosten für die Wälzung anerkennungsfähig sind und welche nicht, wird das System sicher schnell überfordert. Abhängig vom Ausgang solcher Rechtsstreitigkeiten, die ihrerseits selbst viel Zeit und Geld kosten, müssten nachträglich Entscheidungen revidiert werden und ggf. Ausgleichszahlungen in umgekehrter Richtung erfolgen, also etwa Gutschriften auf Regulierungskonten.   

Wie sie richtig erkannt haben ist eine Einzelfallprüfung wenig sinnvoll, deshalb muss die Sicherstellung des diskriminierungsfreien Zugang zum Netz für alle Einspeiser, auch konventionelle Kraftwerke, durch entsprechende Strafen durchgesetzt werden. Dies beginnt damit dass ab einer Überschreitung einer bestimmten abgeregelten Energiemenge von Einspeisern, die Zahlung der Entschädigung ausschließlich vom Netzbetreiber zu leisten ist, ohne die Möglichkeit das auf die Netzentgelte aufzuschlagen. Und es endet damit dass dem Netzbetreiber die Lizenz zum Betrieb des Netzes entzogen wird.

Zitat
Die witterungsbedingte Stromerzeugung aus Wind und PV ist ebenso gut planbar wie das Wetter selbst.

Die Stromerzeugung ist aus den Prognosen sehr gut planbar. Das Wetter selbst ist natürlich nicht planbar.

Was ihr Vergleich mit Honecker mit dem Thema zu tun hat erschließt sich mir nicht.

Ich empfehle nochmal diesen Artikel zum Thema zu lesen. (http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/hframe.htm)

Vielleicht lohnt es sich ja auch dieses Buch zu kaufen. (http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/hframe.htm)
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: RR-E-ft am 30. November 2012, 11:37:56
Es geht hier um Eingriffe der ÜNB und VNB nach §§ 13, 14 EnWG und um Einspeisemanagmentmaßnahmen nach § 11 EnWG und Härtefallregelung gem. §  12 EnWG.
Zu dem gesamten Komplex kann man im aktuellen Monitoringbericht 2012 auf den Seiten 50 bis 59 nachlesen.

http://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/BNetzA/Presse/Berichte/2012/MonitoringBericht2012.pdf?__blob=publicationFile
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 30. November 2012, 12:03:43
Ich konnte nichts darüber finden, ob die Schalthandlungen der Netzbetreiber überprüft wurden, und ob sie auch entsprechend der Gesetze gehandelt haben.

Dies ist ganz klar ein Versäumnis der Kontrollbehörde.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: PLUS am 30. November 2012, 12:17:17
Wie, wo, was, der Winter ist da und der EE-Strom fahrplanmässig und bedarfsgerecht rund um die Uhr. Es ist ein Traum!
Wenn man hier liest, dann haben wir Sie schon, die sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung der Allgemeinheit. Manche leben offensichtlich in ihrem eigenen EEG-geförderten Wolkenkuckucksheim. :D
"EE kontrolliert nach Fahrplan". Wer verbreitet da falsche Informationen?!
Informieren Sie sich doch einfach mal wie Strom aus EEG Anlagen vermarktet werden. Dies geschieht genau nach dem Fahrplan der sich aus der Prognose ergibt.
@egn, jetzt erklären Sie auch noch, dass das ein Fahrplan ist. Man ist ja hier im Forum einiges gewohnt, aber das ist der Irrwitz im Quadrat. Wie man heute liest, beschafft sich die Bahn EE-Strom. Zum Glück aus Wasserkraft, sonst würde die Einhaltung deren Fahrplan noch mehr wetterabhängig. ;) 
@egn, Ihre "wahren" Informationen sind teuere Informationen,
Sie schreiben richtig: Die informationen sind wahr, ich gebe sie aber kostenlos.  :P
Die Bedeutung von Anführungszeichen gehört auch zu Ihren vielen Unbekannten.

Sie versuchen schon wieder vom Thema abzulenken. Es geht hier nicht um PV.
Zitat
Sie lenken hier ständig ab. Es geht exakt um die PV, das habe ich ausreichend erklärt.
Sie widersprechen sich! Wenn die Einspeisung nicht bedarfsgerecht wäre warum reduziert sich dann die Laufzeit der Gaskraftweke, die früher vorwiegend zu Spitzenlastzeiten eingespeist haben?
Gerade dass diese anderen Kraftwerke durch die EE Einspeisung ersetz werden und weniger Laufzeit haben, zeigt dass die EE, insbesondere die PV völlig bedarfsgerecht einspeisen.
Dieser Unfug wird auch durch ständige Wiederholung nicht richtig. Es geht bei einer sicheren Versorgung nicht darum wetterabhängig zeitweise Strom zu liefern der logisch auch verbraucht wird. Das mit dem Prädikat "bedarfsgerecht" auszuzeichnen gehört zum Tarnen und Täuschen der Solaristen. Für wie blöd hält man Andere, die nicht dieser Religion anhängen? ;)

PS
 Der Ausbau von Netzen sowie von Speicherkapazitäten gilt als Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch die zusätzliche Errichtung steuerbarer und spitzenlastfähiger Kraftwerke. ... (http://www.energybrainpool.com/fileadmin/download/volatilitaet_et_1_2_2012.pdf)
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: superhaase am 30. November 2012, 12:30:34
Wie, wo, was, der Winter ist da und der EE-Strom fahrplanmässig und bedarfsgerecht rund um die Uhr. Es ist ein Traum!
Wenn man hier liest, dann haben wir Sie schon, die sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung der Allgemeinheit. Manche leben offensichtlich in ihrem eigenen EEG-geförderten Wolkenkuckucksheim. :D
Völliger Dummsprech, den Sie hier mal wieder herauswürgen.
Grauenvoll.
Sie genieren sich nicht, hier wieder das renitente Kasperle zu geben?
Sie sind wirklich hart zu sich selbst, dass muss man Ihnen schon lassen. ;)
Titel: Erfolg schafft Feinde
Beitrag von: Wolfgang_AW am 30. November 2012, 13:26:18
Meiner bescheidenen Meinung nach geht es weniger um die hier angeführten technischen Details (sie sind nur  Munition), sondern um das EEG im Allgemeinen und dessen Deutungshoheit im Besonderen. Derzeit tobt ein Kampf darum, wessen Lobbygruppe letzendlich siegreich bleibt und in welche Taschen das Geld der nicht priviligierten Stromverbraucher fließt.
Dabei haben die oligarchisch strukturierten "Altstromerzeuger" derzeit in der Politik ganz offensichtlich einen deutlichen Vorsprung, da dort offensichtlich in Sachen EEG gerade Kopflosigkeit herrscht und waidwund geschossene Minister sich gerne den einfachen Lösungen zuwenden.

Erfolg schafft Feinde (http://www.heise.de/tp/artikel/37/37991/1.html)

Zitat
Das Extremziel solcher Aktionen formulierten die prominenten Lobbyisten Roland Koch und Wolfgang Clement gerade auf dem Energiegipfel Süddeutschland des Forum Instituts. Der frühere hessische Ministerpräsident Koch meinte, Windräder und Solarzellen könnten Deutschland nicht mit Strom versorgen. Er sprach sich gegen ihre Förderung aus und prognostizierte für die Photovoltaik: "In 10 Jahren ist diese Technik ein Fall für das historische Museum." Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement sprach sich auf der Tagung in Mannheim gegen neue Stromleitungen von Nord- nach Süddeutschland aus. Darin zeigt sich wohl der implizite Wunsch, es möge alles beim Alten bleiben.

Clement war neben seiner Tätigkeit für RWE ja auch schon als sogenannter "Testimonial" für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft aktiv, die statt Einspeisevergütung ein Quotenmodell als Instrument zur Ausbremsung der Erneuerbaren vorschlägt. Ob beide mit ihren Beiträgen Erfolg haben werden, ist noch nicht raus. Dabei arbeiten Lobbyisten inzwischen auch ganz offiziell der Regierung zu. So hat auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der die Bundesregierung in Wirtschaftsfragen beraten soll, in seinem Jahresgutachten eine Abkehr vom EEG und die Einführung eines Quotenmodells gefordert.
...
Demgegenüber rät das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seiner Analyse dringend von einem Quotenmodell ab: "Für den Ausbau der erneuerbaren Energien hat sich das EEG bisher als ausgesprochen wirkungsvolles Instrument erwiesen. Ein Quotenmodell könnte das nicht besser leisten und hätte zugleich erhebliche Nachteile." Unter anderem gerieten bei einem Quotenmodell kurz- und langfristige Ziele zur Nutzung erneuerbarer Energien in Gefahr, und die Kosten eines Quotenmodells würden unterschätzt.
...
Auch die häufig gehörte Forderung nach mehr Markt im Stromhandel erweist sich als ein Faktor, der mehr Instabilität bringt. Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) hat einmal nachgemessen, woher denn die Frequenzschwankungen im Stromnetz kommen. Die Analyse der Netzfrequenz zeigte, dass Extremereignisse überwiegend auf die Stundenwechsel fallen. Da Wind- und Sonnenenergie sich nach dem Wetter und nicht nach den Stunden richten, scheiden die Erneuerbaren als Verursacher aus.

Dagegen wird beim Stromhandel mit diesen festen Zeitintervallen gearbeitet. Die Stromhändler verursachen also die Frequenzschwankungen. Zur Entschärfung des Stundentakt-Problems hatte man zwar 2011 die Erlaubnis erteilt, auch im Viertelstundenraster zu handeln, das führt aber lediglich dazu, dass jetzt auch diese Schwankungen an der Netzfrequenz abzulesen sind. So stellt sich heraus, dass nicht die Erneuerbaren, sondern der Stromhandel und hektische politische Eingriffe die Energieversorgung destabilisieren.
Hervorh. durch mich

Ich hoffe, dass die oben angeführten Überprüfungen (EU als auch gerichtlich) zu entsprechenden Konsequenzen führen und es nicht wie bisher weitergeht: gut gemeint und schlecht gemacht.

In Abwandlung zu NN: Erfolgstory MACHT im Strommarkt, immerdran denken!

Nochmal aus dem o.a. Artikel
Zitat
Die Alarmglocken schrillen

Kein Wunder, dass also bei Koalitionären und Lobbyisten die Alarmglocken schrillen. Peter Altmaier war schnell mit einem "Verfahrensvorschlag zur Neuregelung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes" bei der Hand.



Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang_AW
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 30. November 2012, 13:37:44
Wie, wo, was, der Winter ist da und der EE-Strom fahrplanmässig und bedarfsgerecht rund um die Uhr. Es ist ein Traum!

Ich habe die Behauptung die Sie mir unterstellen wollen nicht aufgestellt, insofern ist das in dieser Diskussion nicht relevant.  :P

Zitat
Sie lenken hier ständig ab. Es geht exakt um die PV, das habe ich ausreichend erklärt.

Es geht hier genau nicht um PV, da die nicht eingespeisten 400 GWh fast auschließlich von Windkraftwerken kommen.  :P

Zitat

Dieser Unfug wird auch durch ständige Wiederholung nicht richtig.

Ich weiß, die Wahrheit tut weh, aber es ändert nichts an den Tatsachen dass gerade PV, ihr Lieblingsfeindbild deshalb die Spitzenlastkraftwerke unrentabel macht, weil sie zu Spitzenlastzeiten einspeist.

Zitat
Der Ausbau von Netzen sowie von Speicherkapazitäten gilt als Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch die zusätzliche Errichtung steuerbarer und spitzenlastfähiger Kraftwerke. ... (http://www.energybrainpool.com/fileadmin/download/volatilitaet_et_1_2_2012.pdf)

Das hat mit dem aktuellen Thema nichts zu tun, denn da geht es nicht darum dass Spitzenlast abgedeckt wird, sondern dass das Netz nicht in der Lage ist den Strom aller Einspeiser zu befördern. Es gibt zu diesen Zeiten keinen Mangel an Erzeugungskapazität sondern einen Mangel an Netzkapazität.

Diejenigen die sich darüber informieren möchten, wie die Vermarktung des EEG-Stromes nach den Prognosen tatsächlich erfolgt, können es in diesem Dokument ab Seite 22 nachlesen. (http://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/BNetzA/Sachgebiete/Energie/ErneuerbareEnergienGesetz/EvaluierungsberichtAusglMechV/EvaluierungsberichtAusglMechV.pdf?__blob=publicationFile)
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: PLUS am 30. November 2012, 14:51:14
Es geht hier genau nicht um PV, da die nicht eingespeisten 400 GWh fast auschließlich von Windkraftwerken kommen.  :P
@egn, das mag ja zutreffen, das ist aber nicht die eigentliche "Verschwendung" und nicht unser Hauptproblem. GuD-Kraftwerke werden nicht mehr gebaut, weil der teuerste EE-Stroms Vorrang hat und sich solche flexiblen und umweltfreundlichen Kraftwerke sich nicht mehr rechnen. Die "Verschwendung" bezahlen die Verbraucher und die Versorgungssicherheit wird dazu noch aufs Spiel gesetzt. Lesen Sie heute Seite 24 und 25 Handelsblatt:

Energiewende absurd
Es ist verrückt: Gaskraftwerke ...... Eine Gasanlage droht zur Investitionsruine zu werden.
Pumspeicher lohnen sich nicht.
Es lohnt sich, manchmal mehr Strom zu verbrauchen.
.. sagt ein Insider.  (Das hätte die Redaktion hier im Forum lesen können, dazu braucht es keine "Insider" die sich Experten schimpfen. )

Focus - E.on will weitere Gaskraftwerke dichtmachen. Vor allem in Süddeutschland sollen Kapazitäten abgebaut werden, zunächst drei Kraftwerke in Bayern und Hessen. Die Bundesnetzagentur fürchtet Engpässe. (http://www.focus.de/panorama/welt/sorge-um-sichere-stromversorgung-e-on-will-weitere-kraftwerke-stilllegen-_aid_752606.html?drucken=1)

"Zwangsweise am Netz" Spiegel (http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=86402977&aref=image051/2012/06/09/CO-SP-2012-024-0071-0071.PDF)

Zitat
Im Winter 2011/2012 hat sich gezeigt, dass die Energieversorgung seit dem Atomausstieg auf Kante genäht ist. Nach Meinung vieler Experten entging Deutschland teilweise nur knapp einem Stromausfall. „Im Februar hätte der Ausfall eines Kraftwerks gereicht und wir hätten einen Blackout gehabt“, sagt KIT-Vizepräsident Peter Fritz. Auch die Bundesnetzagentur warnte Anfang Mai vor Stromausfällen. Zwischen Dezember 2011 und März 2012 habe man dreimal auf die Kaltreserve aus bestehenden Alt-Kraftwerken zurückgreifen müssen, um die Stromnetze stabil zu halten. Auch die Zahl der Eingriffe in Netze und Produktion habe deutlich zugenommen.

... uns schon wieder vergessen! Gaskraftwerke lassen sich zwar in Minuten hochfahren und liefern dann sofort Strom. Damit sind sie bestens geeignet Schwankungen auszugleichen, die z. B. beim Sonnenstrom anfallen. Aber nur Hoch- und Runterfahren rechnet sich nicht. Gerade in Süddeutschland macht der teuerste eingespeiste Strom, der PV-Strom, die Gaskraftwerke so unrentabel. Der Bau und das Betreiben ist wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Mit der extemen PV-Subvention hat es begonnen. Es folgten weitere, jetzt ist die nächste fällig, bezahlt von den Verbrauchern. Eine Subvention folgt so der nächsten. Hatte ich nicht schon geschrieben, dass Subventionen grundsätzlich schädlich sind! Die Energiewende liefert dazu wieder ein Beispiel, ein Paradebeispiel.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: superhaase am 30. November 2012, 15:03:38
Es geht hier genau nicht um PV, da die nicht eingespeisten 400 GWh fast auschließlich von Windkraftwerken kommen.  :P
@egn, das mag ja zutreffen, das ist aber nicht die eigentliche "Verschwendung" und nicht unser Hauptproblem. GuD-Kraftwerke werden nicht mehr gebaut, weil der teuerste EE-Stroms Vorrang hat und sich solche flexiblen und umweltfreundlichen Kraftwerke sich nicht mehr rechnen.
Genau das ist aber hier nicht das Thema.

Wie immer können Sie es nicht lassen, jeden Thread hier mit Ihren immer gleichen, sinnfreien und meist unpassenden Schimpftiraden zu verstopfen.
Titel: "Der Kardinalfehler"
Beitrag von: PLUS am 30. November 2012, 15:24:18
Genau das ist aber hier nicht das Thema.

Wie immer können Sie es nicht lassen, jeden Thread hier mit Ihren immer gleichen, sinnfreien und meist unpassenden Schimpftiraden zu verstopfen.
@superhaase, denken Sie an den "Kardinalfehler", dann sind Sie wieder beim Thema. Ihre PV-Anlage ist ein Teil davon.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 01. Dezember 2012, 10:39:51
PULS, verbreiten sie doch nicht schon wieder die Halbwahrheiten der Stromkonzerne und deren Propaganda.

Der Einsatz der Kaltreserve war ausschließlich deswegen nötig weil einmal die Stromkonzerne ihre Lieferverpflichtungen ins Ausland erfüllen wollten und außerdem die Bilanzkreisverantwortlichen einen zu geringen Bedarf angemeldet hatten. Letzteres noch in Verbindung mit einer diletantischen Vertragsgestaltung für Gaskraftwerke, bezüglich der Gasversorgung bei Gasengpässen innerhalb des E.ON Konzerns.

Im ersten Fall hat es mit dem Netz zu tun, weil ausgerechnet dann Strom von den Braunkohlekraftwerken an der polnischen Grenze in die südlichen Länder exportiert werden muss, wenn die Leitung schon durch den Stromtransport zur Versorgung von Süddeutschland voll belegt ist. Dann muss natürlich der Netzbetreiber einen Redispatch von Kraftwerken vor diesem Engpass zu Kraftwerken nach diesem Engpass machen. Und wie wir wissen werden dann einfach Windkraftwerke im Norden vom Netz genommen, obwohl die Braunkohlekraftwerke auch weniger Strom produzieren könnten. Und es muss ein Kraftwerk nach dem Engpass die Versorgung übernehmen. Da aber gerade ein Block des AKW Grundremmingen ausgefallen ist, war nicht genügend freie Kraftwerkskapazität vorhanden. Also wurde einfach die Kaltreserve genutzt, weil das für Tennet am billigsten war.

Sie können das auch alles im Monitoringbericht der BNetzA nachlesen, aber dabei würde ja ihr Weltbild einstürzen.

Wenn es zu Redispatch und Abschaltungen von Kraftwerken kommt dann haben wir nciht zu wenig Strom, der durch zusätzliche Gaskraftwerke ausgeglichen werden kann, sondern das Netz ist nicht fähig den verfügbaren Strom dorthin zu transportieren wo er hin verkauft wurde, insbesondere ins Ausland.

Und welche Gründe für den Export teilweise vorhanden sind kann man auch im Monitoringbericht lesen:
 (http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0CDMQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.bundesnetzagentur.de%2FSharedDocs%2FDownloads%2FDE%2FBNetzA%2FPresse%2FBerichte%2F2012%2FNetzBericht_ZustandWinter11_12pdf.pdf%3F__blob%3DpublicationFile&ei=hcO5UIs3hdayBpePgJgH&usg=AFQjCNFP-ttOb-_-TIRADUW9mBc6GaZGDA)
Zitat
Überlastung von Netzelementen vom 8. bis 10. Februar
Während der Kältewelle, die Anfang Februar Europa erfasst hatt, war die Situation isnbesondere im Netz der Amprion angespannt. Grund dafür war der erhebliche Transportbedarf von im Nordwesten Deutschlands gelegenen Kraftwerken in die Verbrauchszentren im Süden sowie der hohe Importbedarf Österreichs, Frankreichs und der Schweiz (sie Abbildung 18). Insbesondere in Frankreich bestand in den ersten beiden Wochen des Februars eine Importabhängigkeit, die nicht von wirtschaftlichen Kalkül sondern vielmehr vom Mangel an Erzeugungsleistung zur Lastdeckung getrieben war.

In dieser Zeit ging in der Spitze bis zu 6 GW Leistung ins Ausland. Dies Exporte gefährden dann auch die Versorgungssicherheit in D.

Die Argumentation der Netzbetreiber bezüglich der Abschaltungen der Windenergieanlagen sind absurd, wenn zu dieser Zeit ein Großteil der konventionellen Kraftwerke weiter produzieren, obwohl sie nicht um Must-Run Anlagen handelt. (http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/120807d1.htm)

Zitat
In dieser Darstellung der Bundesnetzagentur erscheint der Windstrom als Störenfried, der mit einem Überangebot das Netz so aus der Balance gebracht hat, daß nur noch die Abschaltung von Windkraftanlagen übrig blieb. In Wirklichkeit wurde die kritische Situation aber durch nicht genutzte Flexibilität bei der konventionellen Stromerzeugung herbeigeführt. "Schon eine geringfügige Abregelung um weniger als zehn Prozent der Erzeugung der konventionellen Kraftwerke im Vorfeld der befürchteten Netzgefährdung hätte die Probleme beheben können", konstatieren Lorenz Jarass und Gustav Obermair in einem Buch, das soeben erschien (120803). In der fraglichen Nacht vom 22. auf den 23. Februar 2012 habe nämlich in der 50Hertz-Regelzone einer EEG-Einspeisung von ca. 5 Gigawatt (GW) – davon ca. 4 GW Windstrom – eine konventionelle Stromerzeugung von 10 GW gegenübergestanden. Die Nachfrage innerhalb der Regelzone habe dagegen nur ca. 9 GW betragen, so daß sich ein zu exportierender Erzeugungsüberschuß von ca. 6 GW ergab, der vor allem die 380-kV-Stromkreise zwischen den Umspannwerken Remptendorf (50Hertz) und Redwitz (TenneT) belastete.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: PLUS am 01. Dezember 2012, 11:46:27
PULS, verbreiten sie doch nicht schon wieder die Halbwahrheiten der Stromkonzerne und deren Propaganda.
Ich verbreite hier keine Halbwahrheiten und auch keine Propaganda der Stromkonzerne. Es investiert keiner mehr in GUD-Kraftwerke, weder Stromkonzerne noch Stadtwerkekooperationen. Eine solche Investition ist unter den gegebenen Bedingungen (Einspeisevorrang PV) ein Verlustgeschäft. Die Stromkonzerne bauen nicht nur nicht, sie sind dabei Gaskraftwerke stillzulegen. @egn, was bedeutet das denn für die Versorgungssicherheit?

Oder sind Sie für die nächste "Subvention" um das böse Preistreiberspiel zu Lasten der nicht privilegierten Verbraucher weiter zu treiben?! Die verschwenderische PV nutzt nichts, wenn die Drähte am sonnigen Augustsonntag glühen und am Heiligabend kalt bleiben. Mal zuviel und mal zuwenig, so funktioniert keine sichere Versorgung. So wird auch die Welt (Klima, Umwelt) nicht gerettet. Das ist pure Geldverschwendung. Das Geld der nicht privilegierten Verbraucher.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 02. Dezember 2012, 08:42:20
Es investiert keiner mehr in GUD-Kraftwerke, weder Stromkonzerne noch Stadtwerkekooperationen. Eine solche Investition ist unter den gegebenen Bedingungen (Einspeisevorrang PV) ein Verlustgeschäft. Die Stromkonzerne bauen nicht nur nicht, sie sind dabei Gaskraftwerke stillzulegen. @egn, was bedeutet das denn für die Versorgungssicherheit?

Das bedeutet gar nichts, weil es momentan Überkapazität am Markt gibt. Momentan gibt es nur Probleme mit dem Netz, nicht mit der gesicherten Leistung für die Versorgung von Deutschland.


Die Strategische Reserve unterscheidet sich von den Reservekraftwerken der Bundesnetzagentur (BNetzA), die dazu dient, die zeitweise angespannte Situation in Süddeutschland, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg zu beherrschen. Diese resultiert nicht aus einem Mangel an Kraftwerken, sondern aus Engpässen im Übertragungsnetz, denn aktuell bestehen in Deutschland insgesamt genügend Kraftwerkskapazitäten. Diese Netz-Engpässe werden mittelfristig durch den im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) vorgesehenen Netzausbau behoben. Bis dahin entlasten die auf Initiative der Bundesnetzagentur in Österreich und Süddeutschland vorgehaltenen Reservekraftwerke die Stromnetze.
 (http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2012/pd12-024_strategische_reserve_kann_strommarkt_kostenguenstig_absichern.htm)

Zitat
Die verschwenderische PV nutzt nichts, wenn die Drähte am sonnigen Augustsonntag glühen und am Heiligabend kalt bleiben. Mal zuviel und mal zuwenig, so funktioniert keine sichere Versorgung.

Der Witz ist der, dass gerade im Winter die Drähte mit EE Strom glühen. Das Krisenszenario der ÜNBs ist nicht Hohe-Last-Wenig-Wind, sondern Hohe-Last-Viel-Wind. Die PV spielt in den Szenarios überhaupt keine Rolle weil sie dezentral zu Spitzenlastzeit erzeugt wird und deshalb keine Verteilungsprobleme auftreten. Engpässe traten bisher immer im Zusammenhang mit niedrigen Strompreisen, daraus folgenden hohen Exporten von konventionellem Strom ins Ausland auf.

Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: PLUS am 02. Dezember 2012, 19:16:20
Es investiert keiner mehr in GUD-Kraftwerke, weder Stromkonzerne noch Stadtwerkekooperationen. Eine solche Investition ist unter den gegebenen Bedingungen (Einspeisevorrang PV) ein Verlustgeschäft. Die Stromkonzerne bauen nicht nur nicht, sie sind dabei Gaskraftwerke stillzulegen. @egn, was bedeutet das denn für die Versorgungssicherheit?
Das bedeutet gar nichts, weil es momentan Überkapazität am Markt gibt. Momentan gibt es nur Probleme mit dem Netz, nicht mit der gesicherten Leistung für die Versorgung von Deutschland.
@egn, es gibt nicht nur Probleme mit dem Netz, momentan gibt es Probleme wirtschaftlicher Art, diese Art scheint Ihnen fremd zu sein oder Sie ignorieren das. Ist es Ideologie oder welches Interesse steckt dahinter? Sind es Erzeugerinteressen (PV) oder sind es Verbraucherinteressen?

Die am teuersten erzeugte Energie hat Einspeisvorrang. Diese wird nicht bedarfsgerecht, sondern wetter-, tages- und jahreszeitabhängig unterschiedlich erzeugt. In unseren Breite im Schnitt nur zu rund einem Drittel der Zeit. Ich hoffe wir sind uns einig, dass es zur Versorgungssicherheit also immer Ersatzkraftwerke braucht. GUD-Kraftwerke sind hervorragend geeignet sagt die Fachwelt, sie werden aber unter diesen Bedingungen unwirtschaftlich. Das ist ein wirtschaftlicher Harakiri  was diese Energiewendenpolitik verfolgt und eine Milliardenverschwendung zu Lasten der Verbraucher und führt weg von den bekannten Zielen (§ 1 EnWG).

Nicht die nächste Subvention ist gefragt, diese Bedingungen müssen geändert werden!

Momentan stehen noch mehrere AKW und KKW zur Verfügung, die man bald abschalten will. Wieviel TWh müssen denn zuverlässig ersetzt werden? Wie? Mit PV und Wind?

Momentan ist da in jeder Hinsicht die berühmte Nachhaltigkeit noch völlig im Nebel.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 03. Dezember 2012, 08:56:02
Zitat
Die am teuersten erzeugte Energie hat Einspeisvorrang.

Nehmen Sie doch einfach mal zur Kenntnis, dass die Anlagen für die EE bereits existieren. Und da diese existieren speisen diese zu ihren Grenzkosten ein, wie alle anderen Kraftwerke auch. Die mit den niedrigsten Grenzkosten kommen zum Zuge. Dies hat ncihts mit einem besonderen Einspeisevorrang für EE zu tun, sondern seit 2010 alleine mit der Definition der Strombörse. Es macht keinen Sinn Strom der zu Grenzkosten von nahe 0 € und ohne Resourcenverbrauch erzeugt wird zurückzuhalten damit schmutzige Kraftwerke aus den 70er Jahren des letzten Jahrtausends ihren Strom zu hohen Preisen einspeisen können. Denn diese Kraftwerke bestimmen dann den Erlös den auch alle anderen Kraftwerke bekommen, obwohl die Kosten für die Produktion nur bei einem Bruchteil davon liegen.

Zitat
Diese wird nicht bedarfsgerecht, sondern wetter-, tages- und jahreszeitabhängig unterschiedlich erzeugt.

Die EE Kraftwerke erzeugen individuell betrachtet auch nicht anders als andere Kraftwerke im Kraftwerkspark. Jeder Erzeuger entscheidet selbst ob, oder zu welchem Preis er seinen Strom an der Strombörse anbietet. Niemand ist wirklich verpflichtet dazu dass ein bestimmtes Kraftwerk zu einem bestimmten Zeitpunkt Strom liefern muss. Erst am Tag vor dem Verbrauch entscheidet jeder Betreiber individuell, ob er jetzt Erzeugung aus dem Kraftwerk am nächsten Tag anbietet. Und genauso ist es letztlich auch mit den dargebotsabhängigen EE Kraftwerken. Über eine Prognose wird ermittelt wieviel Strom am nächsten Tag erzeugt werden kann und dieser Strom wird zu den Grenzkosten angeboten.

Zitat
In unseren Breite im Schnitt nur zu rund einem Drittel der Zeit. Ich hoffe wir sind uns einig, dass es zur Versorgungssicherheit also immer Ersatzkraftwerke braucht. GUD-Kraftwerke sind hervorragend geeignet sagt die Fachwelt, sie werden aber unter diesen Bedingungen unwirtschaftlich.

Bestimmte Kraftwerke sind momentan unwirtschaftlich weil es eine Überkapazität am Markt, und daraus folgend einen harten Wettbewerb um die Erzeugung gibt. Die G4 können eben jetzt nicht mehr zusammen darüber entscheiden wer am nächsten Tag das teuerste Kraftwerk zu welchem Preis ins Rennen schickt, damit alle den dicken Reibach machen, sondern jeder ist sich jetzt selbst der nächste und schickt alles ins Rennen was geht, weil er zumindest noch einen Deckungsbeitrag erwirtschaften will. Dies führt auch dazu dass die G4 bei hoher EE Einspeisung ihre Kraftwerke mit voller Leistung weiter laufen lassen, und diesen Strom dann mangels Bedarf in den Verteilnetzen ins Ausland drücken. Bei sehr hoher EE Erzeugung fließt kaum mehr Strom von diesen Kraftwerken in die Verteilnetze, sondern nur noch über das Höchstspannugnsnetz in Ausland. Im Gegenteil, manche Verteilnetze wollen Überschüsse aus lokaler und regionaler Produktion in das Höchstspannungsnetz einspeisen, können das aber dann nicht weil die ÜNBs die Abregelung der EE Erzeuger verlangen, weil das häöchstpannungsnetz bereits durch die Exporte ins Ausland belegt sind.

Zitat
Das ist ein wirtschaftlicher Harakiri  was diese Energiewendenpolitik verfolgt und eine Milliardenverschwendung zu Lasten der Verbraucher und führt weg von den bekannten Zielen (§ 1 EnWG).

Es ist wirtschaftlicher Harakire Strom der mit Grenzkosten von 0 €/MWh erzeugt wird durch welchen der mehr als 100 €/MWh kostet zu ersetzen. Denn nciht nur der Strom der von diesen paar Spitzenkraftwerken erzeugt wird kostet dann 100 €/MWh, sondern der gesamte gehandelte Strom. Die Kosten für die Einkäufer an der Strombörse würden gewaltig steigen.

Zitat
Nicht die nächste Subvention ist gefragt, diese Bedingungen müssen geändert werden!

Erst mal müssten die aktuellen Vorgaben bezüglich des Einspeisemanagements durchgesetzt, und die Netzbetreiber endlich gezwungen werden ihre Aufgabe einen diskriminierungsfreien Netzzugang für alle Erzeuger zu bieten, zu erfüllen.

Zitat
Momentan stehen noch mehrere AKW und KKW zur Verfügung, die man bald abschalten will. Wieviel TWh müssen denn zuverlässig ersetzt werden? Wie? Mit PV und Wind?

Momentan ist da in jeder Hinsicht die berühmte Nachhaltigkeit noch völlig im Nebel.

Einen Weg hat das Umweltbundesamt mit der Bildung einer strategischen Reserve aufgezeigt. Diese strategische Reserve muss mittelfristig (5-10 Jahre) aus neu gebauten modernen flexiblen Kraftwerken aufgebaut werden. Bis dahin muss man noch nach Bedarf Altkraftwerke als strategische Reserve einsetzen. (http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4221.pdf)
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: PLUS am 03. Dezember 2012, 11:20:49
Zitat
Die am teuersten erzeugte Energie hat Einspeisvorrang.

Nehmen Sie doch einfach mal zur Kenntnis, dass die Anlagen für die EE bereits existieren. Und da diese existieren speisen diese zu ihren Grenzkosten ein, wie alle anderen Kraftwerke auch. Die mit den niedrigsten Grenzkosten kommen zum Zuge. ..........
@egn, ja den Verbrauchern diese Zentralplanungswirtschaft als Marktwirtschaft verkaufen wollen. Dann oft auch noch als sozial! Für wie blöd ... Verbraucher haben nichts von diesen subventionierten Grenzkosten, sie zahlen nämlich ständig steigende Strompreise auf höchstem Niveau in Europa. Es ist ja nicht der erste pseudowirtschaftswissenschaftliche Versuch diesen Unfug den Lesern hier zu verkaufen. Nehmen Sie einfach die gesamten Privilegien und die Einspeisevergütung weg, und machen dann nochmal Ihre grenzwertige Kostenrechnung...
Ansonsten "Wenn der Topp aber nu e Loch hat". @egn, können und wollen Sie das verstehen ;) ... http://youtu.be/iLzzToc_fCg
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 03. Dezember 2012, 14:40:08
Hier ist noch eine Studie zum Thema "Strategische Reserve" vom BDEW. (http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=9&ved=0CHAQFjAI&url=http%3A%2F%2Fwww.bdew.de%2Finternet.nsf%2Fid%2FDE25DA82980983ACC1257A850044A10B%2F%24file%2FConsentec_BDEW_StrategischeReserve_Ber_20120925.pdf&ei=-KG8UJP3EsbesgaihIGQAg&usg=AFQjCNGNhE4Drju7Gz5v3n4Hi1A8kGq1_g)
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: PLUS am 03. Dezember 2012, 16:19:50
@egn und Sie verlinken die nächste Studie mit Subventionsempfehlung um diese EE-Verschwendung zu sichern und weiter auszubauen:
Zitat
Wir halten es jedoch für erforderlich, dass die ÜNB diese Rolle unter enger Aufsicht des BMWi und der BNetzA ausfüllen. Die Rolle der ÜNB als Kapazitätshalter legt nahe, die Strategischen Reserve über netzbezogene Komponenten des Strompreises zu finanzieren.
Falls der vorrangige EE-Strom regional nicht reicht oder die vorhandenen Netze es nicht schaffen den EE-Strom von anderswo an die Steckdose zu bekommen, braucht es also Kapazitätshalter und standby-Kraftwerke. Jetzt wissen aufgeklärte Verbraucher längst, dass standby vermeidbare Verschwendung ist. Bezahlen sollen das wieder die nicht privilegierten Stromverbraucher alleine. Dazu ein klares NEIN!. Da müssen sich die Studienschreiber und in erster Linie ihre Auftraggeber und die Energiewenden-Politiker langsam andere Konzepte und dazu eine verfassungskonforme Finanzierung einfallen lassen.
Stand-by erkennen
Stand-by vermeiden
Stand-by ausschalten
Bye-bye Stand-by

Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: superhaase am 03. Dezember 2012, 20:06:05
Falls der vorrangige EE-Strom regional nicht reicht oder die vorhandenen Netze es nicht schaffen den EE-Strom von anderswo an die Steckdose zu bekommen, braucht es also Kapazitätshalter und standby-Kraftwerke.
Ja.

Zitat
Jetzt wissen aufgeklärte Verbraucher längst, dass standby vermeidbare Verschwendung ist.
Wieso Verschwendung?
Sie ist nötig. Die Alternative sind entsprechende Speicherkapazitäten. Die gibts auch nicht gratis.
Standby-Kraftwerke sind auch heute schon nötig, um die Lastkurve zu fahren. Das war schon immer so.
Das war auch bisher keine Verschwendung, das war und ist einfach notwendig.

Zitat
Bezahlen sollen das wieder die nicht privilegierten Stromverbraucher alleine. Dazu ein klares NEIN!.
Zustimmung!
Es muss Schluss damit sein, dass die halbe Industrie über solche Privilegien (unzulässige Beihilfen) illegal gefördert wird.

Trotzdem ist es nötig, Stanby-Kraftwerke vorzuhalten und deren Kosten müssen die Stromverbraucher (möglichst alle) tragen - wie auch bisher.

Oder haben Sie eine kostenlose Alternative anzubieten, die ganz ohne Standby-Kraftwerke funktioniert?
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: hko am 04. Dezember 2012, 08:38:05
Zitat
Jetzt wissen aufgeklärte Verbraucher längst, dass standby vermeidbare Verschwendung ist.
Wieso Verschwendung?
Sie ist nötig. Die Alternative sind entsprechende Speicherkapazitäten. Die gibts auch nicht gratis.
Standby-Kraftwerke sind auch heute schon nötig, um die Lastkurve zu fahren. Das war schon immer so.
Das war auch bisher keine Verschwendung, das war und ist einfach notwendig.

Trotzdem ist es nötig, Stanby-Kraftwerke vorzuhalten und deren Kosten müssen die Stromverbraucher (möglichst alle) tragen - wie auch bisher.
Stanby-Kraftwerke = Schattenkraftwerke sind zwar notwendig, aber dafür sind auch hier wieder andere zuständig.
Also ein weiterer Kardinalfehler in Verbindung mit PV- und Windkraft-Anlagen.

Siehe auch:
der Kardinalfehler besteht in Wirklichkeit in der Trennung von Erzeugung und Verteilung. Diese Trennung war sicher gut gemeint, um allen Anbietern die Möglichkeit zu geben, ihren Strom über die vorhandenen Netze zu vertreiben.
 
Aber wie heißt es so schön: das Gegenteil von gut gemeint ist gut gemacht.

Jetzt haben wir die Situation, dass jemand ein Kraftwerk irgendwohin (z.B. Offshore) bauen kann ohne sich auch um die Verteilung kümmern zu müssen.

Ergebnis: Es werden Kraftwerke gebaut. Für die Netze sind ja andere zuständig und der erzeugte oder auch nicht erzeugte Strom wird wird sowieso per Gesetz bezahlt.

Diese Kardinalfehler sind bereits beim Start der Trennung von Erzeugung/Verteilung und der Einführung der EEG vorhanden gewesen. Sie werden jetzt mit dem verstärkten Ausbau von PV- und Windkraft-Anlagen für jeden erkennbar und für die nicht priviligierten Verbraucher schmerzlich fühlbar.

Gruß hko
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: superhaase am 04. Dezember 2012, 12:27:50
Diese Kardinalfehler sind bereits beim Start der Trennung von Erzeugung/Verteilung und der Einführung der EEG vorhanden gewesen.
Was Sie da als Kardinalfehler bezeichnen, ist die Grundvorraussetzung für einen Wettbewerb im Strommarkt.
Sie treten offenbar für Monopolstrukturen ein.
Glauben Sie, dass dadurch der Strom billiger würde?
Ich nicht.

Zitat
Sie werden jetzt mit dem verstärkten Ausbau von PV- und Windkraft-Anlagen für jeden erkennbar und für die nicht priviligierten Verbraucher schmerzlich fühlbar.
Glauben Sie, dass bei monopolartiger Einheit von Netzbetreibern und Windkraftanlagen-Betreibern der Windstrom billiger würde?
Dann sehen Sie sich mal die kommende Offshore-Windenergie an, dann sehen Sie, dass Sie da wohl falsche Vorstellungen haben.

Und zum Vorwurf, es würden nun Kraftwerke irgendwohin gebaut (z.B: Offshore), frage ich Sie: Wo wollen Sie denn Windkraftwerke errichten?
Am Stachus in München oder am Alex in Berlin?
Sollten diese nicht dort errichtet werden, wo man am meisten Windstrom ernten kann?

Ich kann Ihre Meinung bzgl. des Kardinalfehlers überhaupt nicht nachvollziehen.
Vielleicht hab ich aber auch wichtige Aspekte übersehen.
Sie sollten das mal genauer erklären, wie eine Einheit von Erzeugern und Verteilern aussehen soll, und wo da die Vorteile im Vergleich zum jetzigen Zustand liegen.
Vielleicht versteh ichs ja dann und kann Ihnen zustimmen. ;)
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 04. Dezember 2012, 14:11:24
Sollten diese nicht dort errichtet werden, wo man am meisten Windstrom ernten kann?

Da muss ich ausnahmsweise mal widersprechen. Die Windkraftwerke sollten wenn das Potential vorhanden ist, regional installiert werden. Es macht keinen Sinn den Strom im Norden von D zu erzeugen  und quer durch D zu transportieren, wenn regionale Resourcen vorhanden sind. Zu dem dient das dann auch als Alibi für die Stromkonzerne dann wenn viel Windstrom im Norden erzeugt wird, auch den Strom aus den konventionellen Kraftwerken weiterhin mit Volllast zu produzieren und diesen ins Ausland zu exportieren.

Der richtige Weg ist erst mal in Süddeutschland die Windkraft soweit als möglich auszubauen, das spart nicht nur den Leitungsausbau, sondern auch erst mal den extrem teuren Offshore-Ausbau der Windenergie.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: superhaase am 04. Dezember 2012, 14:25:24
Da muss ich ausnahmsweise mal widersprechen. Die Windkraftwerke sollten wenn das Potential vorhanden ist, regional installiert werden. Es macht keinen Sinn den Strom im Norden von D zu erzeugen  und quer durch D zu transportieren, wenn regionale Resourcen vorhanden sind.
Ja klar, "wenn das Potential vorhanden ist".
Da wird wohl keiner widersprechen.

Eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung ist natürlich schon richtig.
Wenn Windstrom aus Bayern halb so viel kostet wie Offshore-Strom, der über teuere Netze nach Bayern transportiert wird, ist klar, was zuerst in Erwägung gezogen werden sollte.
Allerdings sollte man auch die zeitliche Verteilung des Windstroms, die Volllaststundenzahl und somit den erforderlichen Speicherbedarf oder Ausgleichsbedarf und dessen Kosten mit einbeziehen.

Ich bin hinsichtlich einer sicheren 100%-EE-Stromversorgung momentan selbst nicht in der Lage, zu beurteilen, ob wir auf Offshore-Windstrom in Deutschland ganz verzichten können, wie manche behaupten.
Jedenfalls spricht nichts dagegen, erst einmal die Windkraft-Potentiale in Bayern zu heben.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: hko am 04. Dezember 2012, 14:37:11
Diese Kardinalfehler sind bereits beim Start der Trennung von Erzeugung/Verteilung und der Einführung der EEG vorhanden gewesen.
Was Sie da als Kardinalfehler bezeichnen, ist die Grundvorraussetzung für einen Wettbewerb im Strommarkt.
Sie treten offenbar für Monopolstrukturen ein.
Glauben Sie, dass dadurch der Strom billiger würde?
Ich nicht.
ich auch nicht, aber ich trete nicht für Monopolstrukturen ein.

Ich wiederhole noch einmal:
der Kardinalfehler besteht in Wirklichkeit in der Trennung von Erzeugung und Verteilung. Diese Trennung war sicher gut gemeint, um allen Anbietern die Möglichkeit zu geben, ihren Strom über die vorhandenen Netze zu vertreiben.
 
Aber wie heißt es so schön: das Gegenteil von gut gemeint ist gut gemacht.

Jetzt haben wir die Situation, dass jemand ein Kraftwerk irgendwohin (z.B. Offshore) bauen kann ohne sich auch um die Verteilung kümmern zu müssen.

Ergebnis: Es werden Kraftwerke gebaut. Für die Netze sind ja andere zuständig und der erzeugte oder auch nicht erzeugte Strom wird wird sowieso per Gesetz bezahlt.
Ich habe allerdings auch keine Idee, was man an Stelle der Trennung von Erzeugung und Verteilung hätte machen können, um einen besseren Wettbewerb zu erreichen.

Und zum Vorwurf, es würden nun Kraftwerke irgendwohin gebaut (z.B: Offshore), frage ich Sie: Wo wollen Sie denn Windkraftwerke errichten?
Am Stachus in München oder am Alex in Berlin?
Sollten diese nicht dort errichtet werden, wo man am meisten Windstrom ernten kann?
und jetzt mit Ihren sinngemäß abgewandelten Worten:
wo sollen PV-Anlagen errichtet werden: in Deutschland, in der Sahara oder gar in Australien? Sollten diese nicht dort errichtet werden, wo man am meisten PV-Strom ernten kann?
und meine Kritik dazu:
Ob der Strom dort auch gebraucht wird und wie er zu den Verbrauchern hier in Deutschland gebracht wird, geht den Erzeuger doch wirklich nichts an. Oder ?  ;D ;D

Ich kann Ihre Meinung bzgl. des Kardinalfehlers überhaupt nicht nachvollziehen.
Vielleicht hab ich aber auch wichtige Aspekte übersehen.
Sie sollten das mal genauer erklären, wie eine Einheit von Erzeugern und Verteilern aussehen soll, und wo da die Vorteile im Vergleich zum jetzigen Zustand liegen.
Vielleicht versteh ichs ja dann und kann Ihnen zustimmen. ;)
wir hatten früher folgende Situation: der Stromerzeuger war auch für die Netze zuständig, mit denen er seinen Strom den Verbrauchern bedarfsgerecht lieferte. Kraftwerke und Netze wurden gleichzeitig geplant und gebaut. Ein Kraftwerk konnte erst in Betrieb gehen, wenn auch die notwendigen Leitungen da waren.
Und genau das klappt jetzt ja nicht. Schon der Anschluss der Offshoer-Windparks an die bestehenden (aber nicht ausreichenden) Netze soll nicht vom Erzeuger sondern vom Netzbetreiber übernommen werden und wird nicht zeitgleich mit dem Bau dieser Anlagen hergestellt. Warum macht man sich jetzt erst Gedanken, wie der Wind-Strom aus Norddeutschland zu den Verbrauchern nach Süddeutschland transportiert werden soll?

Gruß hko
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: egn am 04. Dezember 2012, 14:47:44
Den Link zur Studie des BWE zum Potential der Windenergie in den einzelnen Bundesländern hatte ich ja schon früher mal gepostet. (http://www.wind-energie.de/sites/default/files/download/publication/studie-zum-potenzial-der-windenergienutzung-land/bwe_potenzialstudie_kurzfassung_2012-03.pdf)

Jedenfalls ist es so dass Bayern und Baden-Württemberg zusammen etwa 1/3 des Potentials an Windenergie ausmachen, wenn man die Nutzung von 1 % der Fläche annimmt.

Die Annahme dass man mit Offshore-Wind heutige Grundlastkraftwerke ersetzen kann, ist abwegig, da auf See auch nur etwa 4000 Volllaststunden herauskommen. Wobei es hier je nach Studie irgendwas zwischen 3.500 - 4.500 Volllaststunden sind. Man wird also immer eine dargebotsunabhängige Erzeugung mit einer Leistung die die vertikale Netzlast übersteigt vorhalten müssen um die Versorgung zu jeder Zeit sicherzustellen. Die Offshore-Windkraft dient meiner Meinung nach nur dazu dass die G4 überhaupt noch einer aktive Rolle in der zukünftigen Energieversorgung spielen können. Ansonsten würde sich ihr Anteil langfristig tatsächlich auf die Bereitstellung einer strategischen Reserve reduzieren.
Titel: Re: Staat zwingt Bürger zur Ökostrom-Verschwendung
Beitrag von: superhaase am 04. Dezember 2012, 15:16:50
Die Annahme dass man mit Offshore-Wind heutige Grundlastkraftwerke ersetzen kann, ist abwegig, [...]
Hat das tatsächlich jemand behauptet?
Sicher ist aber wohl, dass die Offshore zu einer Verstetigung des Stromangebots beitragen würde.
Inwieweit sie das kostentgünstiger als andere Möglichkeiten tut, ist allerdings fraglich.

Ich freu mich jedenfalls darüber, dass jetzt das erste NorGer-Seekabel in trockenen Tüchern zu sein scheint.  8)

Zitat
Die Offshore-Windkraft dient meiner Meinung nach nur dazu dass die G4 überhaupt noch einer aktive Rolle in der zukünftigen Energieversorgung spielen können.
Das halte ich jetzt für etwas übertrieben.
Hinterfragen sollte man die Offshore-Windkraft allerdings, solange sie so teuer daherkommt und keine entsprechend starken Preissenkungen für die Zukunft zu erwarten sind.