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Energiepolitik => Erneuerbare Energie => Thema gestartet von: RR-E-ft am 14. September 2011, 09:46:04

Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: RR-E-ft am 14. September 2011, 09:46:04
EEG- Strom drückt die Börsenpreise (http://www.ftd.de/politik/deutschland/:probleme-der-energiewende-strompreis-verzweifelt-gesucht/60103211.html)

Zitat
Bisher funktioniert der Strommarkt so: Ökostrom aus Wind, Sonne oder Biomasse wird per Umlage von den Stromkunden bezahlt. Er hat laut Gesetz Vorrang - selbst wenn man ihn verschenken müsste. Danach kommt Strom aus Kernkraft- und Braunkohlekraftwerken zum Zuge, anschließend der etwas teurere Steinkohlestrom. Wenn die Nachfrage groß genug ist, können dann auch Gaskraftwerke ihren Strom verkaufen. Die sind teurer, weil Gas deutlich mehr kostet als Kohle. Die Kosten des teuersten Kraftwerks bestimmen wiederum den Strompreis für alle. An einem 61-Euro-Tag dürften also auch einige Gaskraftwerke laufen. Aber diese Tage werden seltener. \"Je mehr Erneuerbare in den Markt drängen, desto stärker sinkt der Börsenpreis\", sagt Thorsten Lenck von der Beratungsfirma Energy Brainpool. Der Zuwachs bei Wind und Sonne geht als Erstes zulasten der teuren Gas- und Steinkohlekraftwerke. Wenn dann nur noch die billigen Kraftwerke produzieren, drückt das den Strompreis.

Da wohl noch zu keinem Zeitpunkt EEG- Strom die gesamte Stromnachfrage deckte, wurde der EEG- Strom zur Deckung der Nachfrage immer benötigt. Überschüssig im Netz war demnach wohl  Strom aus konventionellen Kraftwerken.


Zitat
Die Regierung reagiert skeptisch. Das Wirtschaftsministerium fürchtet planwirtschaftliche Auswüchse, und das Umweltressort glaubt nicht, dass das Missing-Money-Problem wirklich existiert. Von selbst verschwinden würde es, wenn der Börsenpreis nach der Energiewende tatsächlich steigt, wie so oft prognostiziert wird. Doch danach sieht es nicht aus. Direkt neben Raum drei, schräg gegenüber vom Kopierer, wird der Strom für die Jahre 2012 bis 2017 gehandelt: Der Preis für 2017 liegt bei 61,80 Euro - und damit kaum höher als heute.

Fataler Nebeneffekt:

Industrielle Großkunden, die von der EEG- Umlage befreit sind, profitieren von den sinkenden Großhandelspreisen, ohne an der EEG- Umlage- Belastung beteiligt zu werden.

Haushaltskunden erfahren demgegenüber oft keine Entlastung bei sinkenden Großhandelspreisen, tragen jedoch überproportional die EEG- Umlage- Belastung.


EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich (http://www.faz.net/artikel/C32436/energiepreise-umlage-fuer-oekostrom-steigt-vermutlich-wieder-30498951.html)


Zitat
Ende August hatten die Betreiber regenerativer Elektrizität für ihren Strom aus Wind, Photovoltaik, Wasser oder Biogas als Einspeisevergütung 10,87 Milliarden Euro erhalten. Da die Netzbetreiber den Strom nicht nur abnehmen, sondern auch an der Börse verkaufen müssen, ist dessen Wert bekannt. Er lag bei 2,98 Milliarden Euro. Das ist wenig mehr als ein Viertel der dafür aufgewandten Kosten. Netto, nach Abzug des Börsenverkaufspreises, ergibt sich für die ersten acht Monate eine EEG-Umlage für die Förderung des Ökostroms von 8,6 Milliarden Euro.

Der \"Wert\" des EEG- Stroms liegt wohl nicht allein bei dessen Verkaufserlös, sondern auch in der Minderung der Großhandelspreise.
Um welchen Betrag eine Entlastung bei den Großhandelspreisen eintrat, wird leider nicht berichtet.

Kommen die gesunkenen Großhandelspreise tatsächlich bei den Endverbrauchern an, fällt deren Belastung per Saldo wohl geringer aus.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: superhaase am 14. September 2011, 11:20:04
Zitat
Noch funktioniert der Strommarkt einigermaßen. Aber Daniel Wragge von der Strombörse glaubt, dass das nicht mehr lange so bleibt. \"Was machen wir, wenn wir größere Anteile erneuerbarer Energien haben?\", fragt er. \"Dann gibt es keine Preissignale für konventionelle Kraftwerke mehr.\"
Sag ich ja auch:
Die Strombörse ist heute schon ein zumindest problematisches Instrument in seiner aktuellen Ausgestaltung.

In Zukunft, wenn ein Großteil des Strom aus erneuerbaren Energien kommt, die selbst ohne Förderung einen Grenzkostenpreis von nahezu 0 ct/kWh haben, wie soll da die Strombörse noch funktionieren?

Es wird wohl langfristig an einer Umstellung des gesamten Handels- und Vergütungssystems nichts vorbeiführen.

ciao,
sh
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: RR-E-ft am 14. September 2011, 12:13:22
Die EEG- Stromerzeugung wird auch derzeit nicht direkt von den Erzeugern zu einem Grenzkostenpreis Null an der Börse angeboten. Die Netzbetreiber vermarkten die  aggregierte EEG- Strommenge an der Börse gesondert.

Sollten die EEG- Anlagenbetreiber eines Tages ihren erzeugten Strom selbst direkt über die Börse vermarkten und diesen Strom dabei zu einem Grenzkostenpreis nahe null anbieten, werden sie dafür sicher auch Abnehmer finden...

Es darf indes stark bezweifelt werden, dass die EEG- Anlagenbetreiber, selbst wenn sie es könnten, den erzeugten Strom direkt an der Börse (oder anderswo) zu einem Grenzkostenpreis nahe null anbieten werden.

Schön wäre es ja. Über die dann phantastisch niedrigen (und tatsächlich an sie weitergegebenen) Großhandelspreise könnten die Endkunden dann wohl eine Rendite für ihre bisherigen milliardenschweren Aufwendungen für die EEG- Umlage erzielen. Wie die betroffenen  Endkunden, die bisher die milliardenschweren Aufwendungen für die EEG- Umlage aufbringen, daraus zukünftig einen wirtschaftlichen Vorteil erlangen sollen, bleibt jedenfalls bisher schleierhaft.

Wenn die betroffenen Endkunden mit immer geringerem Grenznutzen immer höhere EEG- Umlagen zu schultern haben, muss man denen wohl schließlich zumindest eine klingende Geschichte erzählen können,
warum bzw. wie  sich diese Zahlungen in Milliardenhöhe für sie zumindest zukünftig bezahlt machen sollen.

Die Monopolkommission wirft im aktuellen Sondergutachten Strom und Gas 2011 die wohl nicht vollkommen unberechtigte Fage auf, ob die Milliardenbeträge, welche die EEG- Umlage ausmachen, nicht an anderer Stelle mit größerem Effekt (also effizienter) hätten eingesetzt werden können [Gebäudesanierung/ Wärmedämmung/ Entwicklung der Elektromobilität....].

Die Frage stellt sich wohl am gravierendsten hinsichtlich der bisherigen und zukünftigen Aufwendungen für den Aufbau der PV- Kapazitäten in Deutschland.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: ElCattivo am 14. September 2011, 13:08:28
Zitat
Original von RR-E-ftDie EEG- Stromerzeugung wird auch derzeit nicht direkt von den Erzeugern zu einem Grenzkostenpreis Null an der Börse angeboten. Die Netzbetreiber vermarkten die  aggregierte EEG- Strommenge an der Börse gesondert.
Wie kommen Sie darauf? Selbstverständlich wird EEG-Strom von den TSO mit Grenzkosten Null angeboten. Ergänzt um eine Preisgrenze, die vermeiden soll, dass große Mengen zu deutlich negativen Preisen (dreistellig) \"verkauft\" werden.

Zitat
Original von RR-E-ftSollten die EEG- Anlagenbetreiber eines Tages ihren erzeugten Strom selbst direkt über die Börse vermarkten und diesen Strom dabei zu einem Grenzkostenpreis nahe null anbieten, werden sie dafür sicher auch Abnehmer finden...
Was heißt hier \"eines Tages\"? bereits heute werden tausende Megawatt EEG-Strom direkt vermarktet. Und abgesehenen vom Biomasse (wegen der Brennstoffkosten) werden die an der Börse angebotenen Kilowattstunden selbstverständlich mit Grenzkosten Null angeboten. Alles andere wäre auch absurd. Der größere Teil landet freilich wegen des Grünstromprivilegs gar nicht erst an der Börse. Mit dem Wechsel zum Marktprämienmodell dürfte sich das im nächsten Jahr ändern.

Zitat
Original von RR-E-ftEs darf indes stark bezweifelt werden, dass die EEG- Anlagenbetreiber, selbst wenn sie es könnten, den erzeugten Strom direkt an der Börse zu einem Grenzkostenpreis nahe null anbieten werden.
Aha. Und das Argument für diese These lautet?

Zitat
Original von RR-E-ftSchön wäre es ja. Über die dann phantastisch niedrigen (und tatsächlich an sie weitergegebenen) Großhandelspreise ...
Ist Ihnen bekannt, dass sich beim Preisfindungsverfahren nach Merit Order ein Gleichgewichtspreis einstellt, der für alle Marktteilnehmer gilt? Auch für diejenigen, die zu Grenzkosten Null angeboten haben.
Insofern kann man vielleicht nicht von \"phantastisch niedrigen\" Großhandelspreisen sprechen. Es steht aber außer Frage, dass die Preise heute ohne die Einspeisung der EE höher wären. Insbesondere der preissenkende Effekt der PV-Einspeisung lässt sich sehr gut am zusammenlaufenden Spread zwischen Peak- und Offpeakpreisen ablesen. Auch die Anzahl der dreistelligen Spot-Börsenpreise [€/MWh] geht immer weiter zurück. Der letzte vierstellige Preis ist sogar schon fast fünf Jahre her.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: egn am 14. September 2011, 13:37:50
Zitat
Original von RR-E-ft
Die EEG- Stromerzeugung wird auch derzeit nicht direkt von den Erzeugern zu einem Grenzkostenpreis Null an der Börse angeboten. Die Netzbetreiber vermarkten die  aggregierte EEG- Strommenge an der Börse gesondert.

Wie denn genau?


Zitat
Sollten die EEG- Anlagenbetreiber eines Tages ihren erzeugten Strom selbst direkt über die Börse vermarkten und diesen Strom dabei zu einem Grenzkostenpreis nahe null anbieten, werden sie dafür sicher auch Abnehmer finden...

Es darf indes stark bezweifelt werden, dass die EEG- Anlagenbetreiber, selbst wenn sie es könnten, den erzeugten Strom direkt an der Börse (oder anderswo) zu einem Grenzkostenpreis nahe null anbieten werden.

Warum sollen die Anlagenbetreiber das nicht tun wenn ihre tatsächlichen Grenzkosten nahe 0 liegen?

Ein Windkraft/PV-Anlagenbetreiber hat nichts davon wenn er es nicht tut. Er kann ja die Lieferung nicht zu einem anderen Zeitpunkt nachholen.

Zitat
Schön wäre es ja. Über die dann phantastisch niedrigen (und tatsächlich an sie weitergegebenen) Großhandelspreise könnten die Endkunden dann wohl eine Rendite für ihre bisherigen milliardenschweren Aufwendungen für die EEG- Umlage erzielen. Wie die betroffenen  Endkunden, die bisher die milliardenschweren Aufwendungen für die EEG- Umlage aufbringen, daraus zukünftig einen wirtschaftlichen Vorteil erlangen sollen, bleibt jedenfalls bisher schleierhaft.

Solange noch ein einziges konventionelles Kraftwerk gleichzeitig produziert werden die Betreiber von Windkraft-/PV-Anlagen den Grenzpreis dieses Kraftwerks als Einnahme erzielen.

Zitat
Die Monopolkommission wirft im aktuellen Sondergutachten Strom und Gas 2011 die wohl nicht vollkommen unberechtigte Fage auf, ob die Milliardenbeträge, welche die EEG- Umlage ausmachen, nicht an anderer Stelle mit größerem Effekt (also effizienter) hätten eingesetzt werden können [Gebäudesanierung/ Wärmedämmung/ Entwicklung der Elektromobilität....].

Das würde alles gemacht wenn es die Leute wollten. Die Investition bringt aber dem Investor praktisch nichts ein. Die Energieersparnis kann derzeit die hohen Kosten solcher Sanierungen nicht finanzieren.

Zitat
Die Frage stellt sich wohl am gravierendsten hinsichtlich der bisherigen und zukünftigen Aufwendungen für den Aufbau der PV- Kapazitäten in Deutschland.

Sie haben doch selbst schon festgestellt dass die Kosten nur die halbe Wahrheit sind. Alleine die Senkung des Börsenpreises zu den Spitzenzeiten durch PV bringt bei einem derzeitigen Anteil der PV zu diesen Zeiten von etwa 20 % an der Stromerzeugung den 5-fachen Nutzen. Vor Jahren gab es um die Mittagszeit regelmäßig Preis die 3-stellig waren. Nimmt man nur an dass der Preis mittags bei 10ct/kWh und er heute im Schnitt bei etwa 6 ct/kWh. Dann ist der Nutzen alleine etwa 20 ct pro eingespeister PV kWh. Diesen Preis haben wir bei den EEG-Vergütung mittlerweile fast erreicht. Tatsächlich liegen die Kosten heute bei Neuanlagen schon deutlich darunter. Mittlerweile kann man Module schon für weniger als 1 €/Wp netto einkaufen. Selbst bei Ebay gibt es Einzelmodule für den Endkunden schon für 1,1 €/Wp. Rechnet man noch 50 ct/kWh für Wechselrichter und Installation dazu dann ist man bei etwa 1,60 €/Wp für eine komplette Anlage die rund 900 kWh/kWp erzeugt. Geht man mit diesen Werten in die Tabelle (http://de.wikipedia.org/wiki/Photovoltaik#Stromgestehungskosten) so kommt man auf tatsächliche Stromgestehungskosten von etwa 13,8 ct/kWh. Dem stehen dann die 20 ct/kWh die man gegenüber der herkömmlichen Erzeugung eingespart hat gegenüber.

Da muss man sich nur die Frage stellen warum der PV-Ausbau nicht noch mehr forciert wird. Dies sorgt dann auch für eine noch schnellere Degression der EEG-Vergütung.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: RR-E-ft am 14. September 2011, 13:41:45
@ElCattivo

Börsenpreisbildung nach merit- order ist mir ebenso ein Begriff wie der preissenkende merit- order - Effekt.
Es war gerade mein Kritikpunkt, dass letzterer leider zumeist nicht in die Betrachtung einbezogen wird.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: superhaase am 14. September 2011, 13:50:47
Zitat
Original von RR-E-ft
Die Monopolkommission wirft im aktuellen Sondergutachten Strom und Gas 2011 die wohl nicht vollkommen unberechtigte Fage auf, ob die Milliardenbeträge, welche die EEG- Umlage ausmachen, nicht an anderer Stelle mit größerem Effekt (also effizienter) hätten eingesetzt werden können [Gebäudesanierung/ Wärmedämmung/ Entwicklung der Elektromobilität....].

Die Frage stellt sich wohl am gravierendsten hinsichtlich der bisherigen und zukünftigen Aufwendungen für den Aufbau der PV- Kapazitäten in Deutschland.
Genau dieses Argument mit dem anderswo billiger zu erreichenden Umweltnutzen ist eine sehr oberflächliche und nicht ausgereifte Sichtweise.
Es kann langfristig gesehen durchaus günstiger kommen, anfangs auch in teuerere Techniken zu investieren, insbesondere, wenn diese großes Kostensenkungspotential (\"Lernkurve\") haben.

Das ist in Kapitel 4.2 dieser Studie schön erklärt:
Kurzanalyse zu den Kosten und Nutzen des Ausbaus erneuerbarer Energien (http://www.unendlich-viel-energie.de/uploads/media/Kosten_und_Nutzen_der_EEG-Foerderung_Endbericht_WI.pdf)

Dass gerade die Photovoltaik ein enormes Kostensenkungspotential hat, hat sie schon bewiesen.
Dass sie bald zum \"Preisbrecher\" wird, haben Roland Berger und Prognos kürzlich festgestellt.

Insofern stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der PV-Förderung eben gerade nicht mehr.

ciao,
sh
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: RR-E-ft am 14. September 2011, 14:06:22
Wir müssen wohl bloß einfach abwarten, bis PV vollkommen ohne Förderung endlich zum Preisbrecher wird und als solcher auch dann erhalten bleibt,  wenn für diese Anlagen - wegen beschränkter Lebensdauer -  ebenfalls Ersatzinvestitionen erforderlich werden.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: ElCattivo am 14. September 2011, 14:15:27
Zitat
Original von RR-E-ftDa wohl noch zu keinem Zeitpunkt EEG- Strom die gesamte Stromnachfrage deckte, wurde der EEG- Strom zur Deckung der Nachfrage immer benötigt.
Eben nicht. Auch EE-Anlagen müssen immer häufiger abgeregelt werden. Fragen Sie mal die Kollegen von 50 Hertz (http://www.50hertz-transmission.net).
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: RR-E-ft am 14. September 2011, 14:21:16
Zitat
Original von ElCattivo
Zitat
Original von RR-E-ftDa wohl noch zu keinem Zeitpunkt EEG- Strom die gesamte Stromnachfrage deckte, wurde der EEG- Strom zur Deckung der Nachfrage immer benötigt.
Eben nicht. Auch EE-Anlagen müssen immer häufiger abgeregelt werden. Fragen Sie mal die Kollegen von 50 Hertz (http://www.50hertz-transmission.net).


@ElCattivo

Es ist bekannt, dass EE- Anlagen abgeregelt werden.

Aber gab es schon einmal die Situation, dass zuvor alle konventionellen Stromerzeugungseinhheiten vollständig vom Netz genommen/ abgeregelt wurden, so dass die gesamte Nachfrage ausschließlich und vollständig durch EE- Stromerzeugung gedeckt wurde und hiernach immer noch ein EE- Stromüberschuss verblieb, der ein Abregeln erforderte? Ich meine, dass wäre dann eine solche Situation, wo EE- Strom überschüssig sei und nicht gebraucht werde.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: ElCattivo am 14. September 2011, 14:33:43
Zitat
Original von RR-E-ft
Es ist bekannt, dass EEG- Anlagen abgeregelt werden.

Aber gab es schon einmal die Situation, dass zuvor alle konventionellen Stromerzeugungseinhheiten vollständig vom Netz genommen/ abgeregelt wurden, so dass die gesamte Nachfrage ausschließlich und vollständig durch EEG- Stromerzeugung gedeckt wurde und hiernach immer noch ein EEG- Stromüberschuss verblieb, der ein Abregeln erforderte?
Es gibt ja eigentlich keine falschen Fragen. Daher versuche ich es anders. Die Beantwortung dieser Frage führt zu nichts.
Deutschland ist nun einmal in der physikalischen Realität keine Kupferplatte. Aus diesem Grund muss Strom jedenfalls teilweise verbrauchsnah erzeugt werden. Hinzu kommt, dass fossile Kraftwerke zum Teil auch deshalb nicht heruntergefahren werden können, weil die parallel erzeugte Wärme benötigt wird.
Und so kann es eben passieren, dass Windräder abgeregelt werden müssen, während gleichzeitig ein Kohlekraftwerk weiter produziert.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: RR-E-ft am 14. September 2011, 14:39:13
Zitat
Original von ElCattivo

Und so kann es eben passieren, dass Windräder abgeregelt werden müssen, während gleichzeitig ein Kohlekraftwerk weiter produziert.

Freilich musste das eine Kohlekraftwerk am Netz bleiben, um Wärme zu erzeugen und die Kernkraftwerke auch alle, um mit deren Kühlwasser die Flüsse weiter auf Temperatur zu halten.  ;)

Der Grund liegt wohl eher darin, dass sich die Erzeugung konventioneller Kraftwerke schlechter an Angebot und Nachfrage anpassen lässt, weil man sie nicht eben einfach mal vollständig runterfahren und im nächsten Augenblick wieder hochfahren kann, sie möglichst kontinuierlich gefahren werden müssen bzw. sollen. Vorstellbar, dass zuweilen auch finanzielle Interessen eine Rolle spielen, wenn es darum geht, welche Erzeugungseinheiten gerade gedrosselt werden.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: PLUS am 14. September 2011, 14:39:39
Zitat
Original von RR-E-ft
Aber gab es schon einmal die Situation, dass zuvor alle konventionellen Stromerzeugungseinhheiten vollständig vom Netz genommen/ abgeregelt wurden, so dass die gesamte Nachfrage ausschließlich und vollständig durch EEG- Stromerzeugung gedeckt wurde und hiernach immer noch ein EEG- Stromüberschuss verblieb, der ein Abregeln erforderte? Ich meine, dass wäre dann eine solche Situation, wo EEG- Strom überschüssig sei und nicht gebraucht werde.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: superhaase am 14. September 2011, 15:34:18
Zitat
Original von RR-E-ft
Wir müssen wohl bloß einfach abwarten, bis PV vollkommen ohne Förderung endlich zum Preisbrecher wird und als solcher auch dann erhalten bleibt, wenn für diese Anlagen - wegen beschränkter Lebensdauer - ebenfalls Ersatzinvestitionen erforderlich werden.
Es ist davon auszugehen, dass es so kommt.
Es ist nichts in Sicht, was dagegen spricht.
Das war auch von Anfang an das Ziel der PV-Förderung mittels EEG.

Zitat
Original von PLUS
Netzsicherheit alleine mit Wind- Solarstrom & Co. ist unreal.
Warum?

Eine Stromversorgung aus 100% Wind- und Solarstrom und Co. ist angestrebt und wird auch erreicht werden.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: RR-E-ft am 14. September 2011, 15:51:19
Zitat
Original von superhaase
Zitat
Original von RR-E-ft
Wir müssen wohl bloß einfach abwarten, bis PV vollkommen ohne Förderung endlich zum Preisbrecher wird und als solcher auch dann erhalten bleibt, wenn für diese Anlagen - wegen beschränkter Lebensdauer - ebenfalls Ersatzinvestitionen erforderlich werden.
Es ist davon auszugehen, dass es so kommt.
Es ist nichts in Sicht, was dagegen spricht.
Das war auch von Anfang an das Ziel der PV-Förderung mittels EEG.

So mancher fragt sich, wann es (endlich) soweit sein soll/ könnte.
Ist da überhaupt etwas absehbar?
Wann erfolgen PV- Investitionen bzw. Ersatzinvestitionen ohne jedwede Förderung und wird PV dabei auch noch zum Preisbrecher?
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: superhaase am 14. September 2011, 16:10:55
Zitat
Original von RR-E-ft
So mancher fragt sich, wann es (endlich) soweit sein soll/ könnte.
Ist da überhaupt etwas absehbar?
Wann erfolgen PV- Investitionen bzw. Ersatzinvestitionen ohne jedwede Förderung und wird PV dabei auch noch zum Preisbrecher?
Die letzten Studien und Schätzungen hierzu nennen Jahreszahlen von 2015 bis 2018.

Noch ist das ja nicht in ein Gesetz gegossen.
Das EEG wird ja sozusagen immer auf Sicht gefahren bzw. geändert.

Allein mit der jetzigen Degressionsregel bei der PV-Einspeisevergütung ergibt sich eine rasante Senkung, wenn der PV-Zubau wieder stark ansteigen würde, weil er sich von selbst trägt. So würde die Vergütung also auch recht schnell immer kleiner und schließlich unbedeutend für die Einspeiser.

Ich traue den Politikern immerhin zu, dass Sie erkennen, wann der PV-Zubau auch ganz ohne EEG-Förderung weitergeht, und dann die Förderung abschaffen.
Warum sollten sie das nicht tun?
Man muss das also nicht schon jetzt genau festlegen wollen.

ciao,
sh
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: Energiesparer51 am 14. September 2011, 16:17:38
Zitat
Original von RR-E-ft


So mancher fragt sich, wann es (endlich) soweit sein soll/ könnte.
Ist da überhaupt etwas absehbar?

Schaut man die Tabelle zur Strompreisentwicklung bei WIKI an, so ist der Anteil für „Erzeugung und Transport“ über die gesamte Zeitreihe seit 1998 praktisch fast konstant. Seit 2001, d.h. nach den Preissenkungen durch die Liberalisierung ist der Preis um  etwa 15% gestiegen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Strompreis#Entwicklung_des_Strompreises

Im selben Zeitraum hat sich die EEG-Einspeisevergütung für PV halbiert. Das entspricht einer Steigerungsrate beim Strompreis von ca. 1,5% pro Jahr und einer Absenkung der Vergütung um ca. 6% pro Jahr. Bei gleicher Fortsetzung des Trends wäre hier eine Preisgleichheit in etwa 10 Jahren (allerdings gegenüber Erzeugung+Transport und nicht gegen den reinen Energiepreis) erreicht.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: PLUS am 14. September 2011, 17:28:43
Zitat
Original von Energiesparer51
Im selben Zeitraum hat sich die EEG-Einspeisevergütung für PV halbiert.
sonnigen Einspeisepreise für Strom noch bezahlt?[/list]
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: RR-E-ft am 14. September 2011, 17:32:38
@Energiesparer51

Im Wettbewerb konkurrieren muss PV gegen andere Arten der Stromerzeugung, wofür die Stromerzeugungskosten maßgeblich sind.
Wann es bei einer solchen wettbewerblichen Konkurrenz dazu kommen soll, dass PV als Preisbrecher fungiert, weil die anderen Arten der Stromerzeugung demgegenüber jeweils mit höheren (Grenz-) Kosten einhergehen, ist wohl nicht ersichtlich.

Zitat
Original von superhaase
Zitat
Original von RR-E-ft
So mancher fragt sich, wann es (endlich) soweit sein soll/ könnte.
Ist da überhaupt etwas absehbar?
Wann erfolgen PV- Investitionen bzw. Ersatzinvestitionen ohne jedwede Förderung und wird PV dabei auch noch zum Preisbrecher?
Die letzten Studien und Schätzungen hierzu nennen Jahreszahlen von 2015 bis 2018.

Wer mag etwas darauf geben? In vier bis sieben Jahren soll PV kostengünstiger sein als die andere Arten der Stromerzeugung?
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: superhaase am 14. September 2011, 18:03:25
Zitat
Original von RR-E-ft
Wer mag etwas darauf geben? In vier bis sieben Jahren soll PV kostengünstiger sein als die andere Arten der Stromerzeugung?
Wer mag etwas darauf geben, dass eine Stromversorgung ohne PV in Zukunft in Deutschland machbar / bezahlbar sein wird?

Wenn Sie Garantien wollen, müssen Sie zu Opel gehen: http://www.opel.de/besitzer/garantie/lebenslange-garantie.html (http://www.opel.de/besitzer/garantie/lebenslange-garantie.html)  ;)
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: RR-E-ft am 16. September 2011, 18:54:30
Solar- Strom senkt Spitzenlaststrompreise in Europa (http://www.derbund.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/BKW-plant-einen-groesseren-Stellenabbau/story/16285081)

Zitat
Preise sinken, statt zu steigen

Obwohl Deutschland mehrere Atomkraftwerke stillgelegt hat, herrscht in Europa nicht Strommangel, sondern Stromüberschuss, was auf den Strompreis drückt. BKW-Direktionspräsident Kurt Rohrbach führt dies auf die schwache Konjunktur in Frankreich und Italien zurück. Da der Strom international in Euro gehandelt werde, werde die BKW bei der Umrechnung in Franken durch den tiefen Eurokurs zusätzlich bestraft. Ob der Strompreis längerfristig steigen wird, wie Experten seit langem prognostizieren, hängt laut Rohrbach unter anderem von der Klimapolitik ab: Rein technisch könne Deutschland seine ausser Betrieb gesetzten AKW durch die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Kohle- und alter Gaskraftwerke ersetzen. Ob sich das lohne, hänge von der Höhe der CO2-Abgabe ab.

Kochen mit Sonnenenergie

Der Absatz von Spitzenenergie, das lange Zeit lukrativste Geschäft der Schweizer Stromwirtschaft, leidet zudem unter dem wachsenden Angebot von deutschem Solarstrom. Traditionellerweise pumpten die Schweizer Kraftwerke in der Nacht mit günstigem Strom – teilweise aus Atom- und Kohlekraftwerken – Wasser in ihr Speicherseen hoch und produzierten über die Mittagszeit wieder Strom, den sie in den umliegenden Ländern teuer verkaufen konnten. Inzwischen stammt ein grosser Teil der Energie, mit welcher in Europa gekocht wird, aus Solarzellen, denn die Sonne scheint am Mittag am stärksten. Die Pumpspeicherwerke wie jenes an der Grimsel können deshalb immer weniger Strom zu Spitzenpreisen absetzen. Der stark subventionierte Solarstrom verfälsche den Wettbewerb auf dem Strommarkt, kritisiert BKW-Chef Rohrbach.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: superhaase am 16. September 2011, 19:12:57
Wenn der Solarstrom weiter zunimmt, dann bekommen die Schweizer SPeicherkraftwerksbetreiber wieder ihr Geschäftsmodell zurück und können Mittags ihr Wasser hochpumpen und dann Abends oder Morgens ihren Spitzenlatstrom verkaufen, der dann kein Spitzenlaststrom mehr ist, sondern ein Lückenfüllerstrom, der aber genauso teuer sein wird, weil nämlich mangels Grundlast bedarf dann weitere Grundlastkraftwerke vom Netz gehen werden müssen können dürfen sollen ... oder so ... ;)

Um SPeicherkraftwerksbetreiber braucht einem wegen der Energiewende wohl nicht bange sein.
Ich kann das Gejammer nicht verstehen. Sie müssten doch eine Beschleunigung der Energiewende begrüßen.
Die denken wohl immer noch irgendwie mit Atom-Scheuklappen.  :tongue:

ciao,
sh
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: RR-E-ft am 16. September 2011, 19:31:32
Die Strompreise in Europa sinken auch wegen des deutschen Solarstroms, sagen die Schweizer Versorger  und ärgern sich darüber.

Ärgerlich erscheint, dass die wenigsten, die selbst den Vorteil aus deshalb sinkenden Großhandelspreisen ziehen, auch  an den EEG- Umlagebelastungen beteiligt werden, welche den Solarstrom im Netz überhaupt erst ermöglichen.
Außer den deutschen Stromkunden trägt ja keiner die EEG- Umlagebelastung.

Und dann steigt diese EEG- Umlagebelastung systembedingt bei sinkenden Großhandelspreisen auch noch, wodurch sich das Problem potenziert.

Der hiesige Stromkunde zahlt EEG- Umlage, damit die Großhandelspreise [in Europa] sinken, um dann wegen der sinkenden Großhandelspreise  wiederum noch höhere EEG- Umlage zu zahlen...
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: superhaase am 16. September 2011, 21:51:08
Ja, dieses Konstrukt ist nicht wirklich durchdacht.
Das könnte man sicher besser verrechnen bzw. \"umlegen\".
Ob man aber an die ausländischen Stromverbraucher rankommen könnte?
Wohl schwierig.

Insbesondere ist sind auch die Ausnahmeregelungen für die einheimische \"stromintensive\" Industrie nicht fair, die davon profitieren und nichts dazu beitragen müssen. Der Haushaltskunde und der Rest der Wirtschaft zahlt für diese mit.
Das hatten wir ja schon oft hier sehr anschaulich erläutert bekommen. ;)
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: PLUS am 17. September 2011, 10:31:41
Zitat
Original von superhaase
Ja, dieses Konstrukt ist nicht wirklich durchdacht. Das könnte man sicher besser verrechnen bzw. \"umlegen\". Ob man aber an die ausländischen Stromverbraucher rankommen könnte? Wohl schwierig.

Insbesondere ist sind auch die Ausnahmeregelungen für die einheimische \"stromintensive\" Industrie nicht fair, die davon profitieren und nichts dazu beitragen müssen. Der Haushaltskunde und der Rest der Wirtschaft zahlt für diese mit.Das hatten wir ja schon oft hier sehr anschaulich erläutert bekommen. ;)
Erläuterungen waren bei Ihnen für die Katz wie man sieht. ;)

Aha, \"das Konstrukt ist nicht wirklich durchdacht\".
Da reibt man sich die Augen, was für ein Erkenntnisgewinn macht sich denn da breit?!  :tongue:  Aber im nächsten Satz ist der \"Erkenntnisgewinn\" schon wieder verflogen.

Die deutsche PV-Förderung mit dieser EEG-Umlage ist eine grundlegende Fehlkonstruktion. Bei diesem Konstrukt ist überhaupt nichts fair, aber das hat mit der \"einheimischen stromintensiven Industrie\" nichts zu tun. Sie wird lediglich vor den Auswirkungen dieser unverschämten Einspeisewucherpreisen und Bedingungen für diesen PV-Strom aus guten Gründen geschützt. Sie profitiert nicht, es werden die wettbewerbsverzerrenden Folgen gemildert. Die gesamte PV-Zeche und die Folgen tragen die deutschen Verbraucher über die Preise.

Der unfaire Profit und die Profiteure dieser deutschen Extremförderung sind vielfach benannt und längst bekannt. Tarnen und Täuschen nutzen nichts mehr!

Da hilft nur noch ein konsequenter Abriss. Dass man mit diesem Unfug nicht \"an die ausländische Stromverbraucher rankommen könnte\" ist klar. Die sind ja nicht blöd.;) Die Deutschen sollen ruhig weiter zahlen und ihren sonnigen Milliardenschuldenberg weiter erhöhen. Der Berg wächst, die Schuldner werden dabei immer weniger.  Wie lautet die Prognose nochmal?!

Diese deutsche Energiepolitik, keine regionalen bedarfsgerechten GUD bei extremem speicherlosen EE-Ausbau verspricht ein lukratives Geschäft für die Betreiber der Alpenspeicher und andere Stromlieferanten aus der Nachbarschaft. Die Österreicher und Schweizer, aber auch die Skandinavier sind am Profit interessiert, nicht an der Beteiligung dieser unsinnigen Förderung und der Folgekosten. Französische und tschechische Konzerne machen jetzt Milliardengewinne. Unsere Konzerne machen Verluste und kämpfen zum Teil schon um die Existenz.[/list]PS:
Wie man den Medien entnehmen konnte, musste z.B. die EnBW im ersten Halbjahr einen Verlust von knapp 600 Millionen Euro verkraften. Man hat kein Kapital um in erneuerbare Energien zu investieren, beispielsweise in  Windparks oder Gaskraftwerke. In Baden-Württemberg ist kein einziges GUD in Planung. Dabei drückt den Konzern schon jetzt eine Nettoverschuldung von 8,6 Milliarden Euro.  Das \"A\"-Rating ist bereits in Gefahr.

Die EnBW braucht frisches Geld. Villis denkt an eine Finanzspritze von 800 Millionen Euro und wird die Forderung den Aktionären, Baden-Württemberg und dem kommunalen Zweckverband OEW, auf der kommenden Aufsichtsratssitzung am 22. September vorlegen. Finanzminister Nils Schmid (SPD) hat schon die Ablehnung signalisiert. Ja dann...
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: superhaase am 17. September 2011, 14:16:19
Zitat
Original von PLUS
Bei diesem Konstrukt ist überhaupt nichts fair, aber das hat mit der \"einheimischen stromintensiven Industrie\" nichts zu tun. Sie wird lediglich vor den Auswirkungen dieser unverschämten Einspeisewucherpreisen und Bedingungen für diesen PV-Strom aus guten Gründen geschützt. Sie profitiert nicht, es werden die wettbewerbsverzerrenden Folgen gemildert.
Womit Sie wieder gezeigt haben, dass Sie von der Sache rein gar nichts verstanden haben, obwohl das doch RR-E-ft schon sooo oft hier so schön anschaulich dargelegt hat.

Zitat
Wie man den Medien entnehmen konnte, musste z.B. die EnBW im ersten Halbjahr einen Verlust von knapp 600 Millionen Euro verkraften. Man hat kein Kapital um in erneuerbare Energien zu investieren, beispielsweise in Windparks oder Gaskraftwerke. In Baden-Württemberg ist kein einziges GUD in Planung.
Ich staune:

Sind Sie etwa dafür dass das Oligopol aus EON, RWE, EnBW und Vattenfall gestützt werden soll und auch im Bereich der Erneuerbaren Energien und der Gaskraftwerke seinen Marktmacht ausbaut und verfestigt?

Es tut (außer den EnBW Aktionären) niemandem weh, wenn EnBW kein Geld für den Ausbau der Erneuerbaren Energien hat.
Es gibt genug andere private Kapitalgeber, die das gerne machen.
Auch wenn sie dann von Ihnen als \"Profiteure\" beschimpft werden.
Komischerweise sind bei Ihnen jetzt die Monopolisten und Oligopolisten die \"Guten\", und andere Investoren, vor allem die Privatleute, die in Windparks und PV-Anlagen investieren, sind die profitgierigen \"Bösen\".
Sie haben schon eine recht krude Weltanschauung, mein Lieber!  :rolleyes:

Auch hier haben Sie scheinbar absolut nichts verstanden.

Aber Hauptsache, wieder mal über andere herziehen und Mosern!  :tongue:

ciao,
sh
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: PLUS am 17. September 2011, 15:05:00
Zitat
Original von superhaase
..
Womit Sie wieder gezeigt haben, dass Sie von der Sache rein gar nichts verstanden haben, obwohl das doch RR-E-ft schon sooo oft hier so schön anschaulich dargelegt hat.
\"Trübe Funzel\" (http://www.energieverbraucher.de/files_db/1316177859_8481__12.jpg) verleihen.  Da fehlt nur noch ein bisschen Ruß auf dem Glas, das ist für Sie nicht trüb genug.[/list]Aber vielleicht hilft ja das von Ihnen genannte Allheilmittel:

 (http://forum.energienetz.de/thread.php?postid=85560#post85560)
Zitat
Original von superhaase...Gas hilft auch gegen Rheuma und Durchfall.Wirklich!
[/URL]
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: PLUS am 09. November 2011, 15:25:28
READERS EDITION: Leidtragende und Profiteure des EEG (http://www.readers-edition.de/2011/10/23/oekostrom-auf-kosten-der-sozialen-unterschicht-leidtragende-und-profiteure-des-eeg/print/)

Zitat
Die Armen werden durch das EEG also ärmer und die Reichen reicher. Aber was bringt das EEG eigentlich fürs Klima?
Wer glaubt, dass man mit dem Ausbau der EE dem Klima etwas Gutes tut, der unterliegt auch hier einer Illusion. Aufgrund des Emissionshandels mit CO2-Zertifikaten in Europa wird an einer Stelle CO2 eingespart, an anderer Stelle darf dafür aber mehr ausgestoßen werden. Reduziert wird letztendlich gar nichts, außer das Geld in Ihrem Geldbeutel. Desweilen steigen die globalen CO2-Emissionen weiter in die Höhe. 2010 wurde ein neues Rekordhoch von 33 Milliarden Tonnen CO2 erreicht. Tendenz weiter steigend. Aber für das gute Gewissen bezahlt man ja gerne ein bisschen mehr für den “grünen” Strom. Zumindestens, wenn man das Geld hat.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: Sukram am 15. November 2011, 12:37:58
Die Übertragungsnetzbetreiber haben heute die Prognose zur Bandbreite der EEG-Umlage im Jahr 2013 veröffentlicht.

Demnach rechnen die ÜNB mit einem Anstieg der Umlage auf 3,66 bis 4,74 ct/kWh. Im ungünstigsten Fall wäre das ein Anstieg um 32 Prozent gegenüber 2012. Bei der oberen Bandbreite ist eine Liquiditätsreserve in Höhe von 10 Prozent mit drin:

Euwid (http://www.euwid-energie.de/news/neue-energien/einzelansicht/Artikel/uenb-eeg-umlage-im-jahr-2013-in-einer-bandbreite-zwischen-366-und-474-ctkwh.html)


ein bissl was druff geht doch immer... biss dass die Volkswirtschaft (er)bricht.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: egn am 15. November 2011, 12:52:37
In 2010 wurde für 2012 eine Bandbreite von 3,4 ct/kWh - 4,4 ct/kWh prognostiziert. Geworden sind es dann 3,53 ct/kWh.

Die Liquiditätsreserve ist ja nur ein einmaliger Effekt. Wären diese 3 % nicht angesetzt worden dann wäre die Vergütung wohl gesunken.

Es ist doch klar dass die ÜNB die immer noch den Stromkonzernen nahe stehen immer gerne Horrorszenarien an die Wand malen um das EEG schlecht zu machen.

Übrigens sind die niedrig angesetzten Vermarktungskosten für den EEG-Strom ein Indiz dafür dass die Stromwirtschaft nicht mit stark steigenden Preisen an der Börse rechnet, was letztlich eine Steigerung bei den EEG-Kosten wieder ausgleicht.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: RR-E-ft am 15. November 2011, 12:55:16
Zitat
Der Strompreis wird mit 56,05 €/MWh angesetzt.

Trotz Atomausstieg rechnen die ÜNB wohl nicht mit einem Anstieg der Großhandelspreise für Elektrizität.
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: Netznutzer am 15. November 2011, 20:09:45
Zitat
Je niedriger das Börsenpreisniveau ist, desto größer ist die mit der EEG-Umlage zu finanzierende Differenz zu den im EEG festgelegten Vergütungssätzen.

Nützt nur nichts. Der Verbraucher wird wegen des untauglichen EEG-Systems immer gekniffen. Steigt der Börsenstrompreis steigt die EEG-Umlage zwar nicht so stark, aber man zahlt die höheren Börsenpreise und eine EEG Umlage auf hohem Niveau. Fällt der Börsenstrompreis muss über steigende EEG-Umlage der Differenzpreis finanziert werden. Da alle EEG-Einspeisevergütungen über dem Börsenpreis liegen, und die, die endlich mal niedriger werden, dann geschickt aussteigen und selbstvermarkten, wird es nur teuerer. Es kann nicht günstiger werden. Gesteigert wird das ganze noch durch Markt-und Flexprämie usw. Derartig beschränkte Mechanismen können sich wirklich nur Politiker und ihre befreundeten Lobbyisten und Unternehmerkumpels ausdenken.

Zitat
Bestes Beispiel für die Goldgräberstimmung bei den EE ist Frank Asbeck, der Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG und der Solarparc AG. Er ist Liebling der Politik und Börse, grüner Vorzeigeunternehmer und fährt einen schwarzen Maserati mit 300 PS, der braucht 18 Liter auf 100 Kilometern. Man gönnt sich ja sonst nichts.  Frank Asbeck: “Der Mensch ist eben widersprüchlich. Ich fahre den Maserati ungeheuer gerne. Und Irgendwer muss doch das restliche Öl aufbrauchen, damit die Solarindustrie nach vorne kommt!”

Verbrauchen um des Verbrauchens willen, wie beim Eigenverbrauch PV.

Erfolgsstory EEG, immer dran denken und vorbeten.

Gruß

NN
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: Sukram am 09. Dezember 2011, 22:35:00
Zitat
....

Laut Kohler ergeben Berechnungen der Dena, denen die Energieszenarien der Bundesregierung zugrunde legen, „dass 2013 die EEG-Umlage vermutlich bereits bei knapp unter vier Cent liegen wird“. In den folgenden Jahren steige sie weiter schnell an. „2020 werden dann etwa fünf bis 5,5 Cent EEG-Umlage von den Haushaltskunden zu zahlen sein.“ ...

Auch Holger Krawinkel, Energieexperte des VZBV, hält es für „unmöglich, dass die Umlage auf dem derzeitigen Niveau gehalten werden kann“. Berechnungen Krawinkels ergeben, dass die Umlage schon 2016 auf über sechs Cent steigen könnte, zumindest aber auf über fünf Cent anschwillt. ...

Ein weiterer Preistreiber ist laut Kohler, dass Öko-Strom immer geringere Erlöse erziele, wenn er an der Börse vermarktet werde. In wind- und sonnenreichen Zeiten, so Kohler, sänken die Strompreise schon jetzt sehr stark ab. „Die Vergütung für die Betreiber der Anlage bleibt aber immer gleich hoch. Die Differenz muss mit der EEG-Umlage ausgeglichen werden.“ ...

FR (http://www.fr-online.de/energie/alternative-energie-falsche-oekostrom-rechnung,1473634,11282502.html)

Ich kauf\' mir doch noch \'ne Zwille  :baby:
Titel: EEG- Strom drückt die Börsenpreise/ EEG- Umlage steigt 2012 voraussichtlich
Beitrag von: PLUS am 10. Dezember 2011, 11:24:28
Zitat
Original von Sukram

Ich kauf\' mir doch noch \'ne Zwille  :baby:
Zitat
Dena-Chef Stephan Kohler sagte der Frankfurter Rundschau: „Es wird nicht gelingen, die EEG-Umlage auf etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen. Die Politik sollte so ehrlich sein, das einzuräumen.“
Das ist ein frommer Wunsch. Die wenigsten Politiker und nicht einmal alle  Verbraucherschützer waren da bisher ehrlich. Die Hoffnung, dass sich das ändert, wird wohl nicht freiwillig erfüllt werden. Die Verbraucher müssen schon selber dafür sorgen, dass die Schwindelei verschwindet. Es ist ein langes und vielfach beschriebenes Ärgernis für echte Verbraucher, auch hier im Forum. Zuletzt z.B. hier: Schließung: SCHOTT Solar AG stellt Produktion von Solarzellen in Alzenau ein (http://forum.energienetz.de/thread.php?postid=87574#post87574) [/list]