Forum des Bundes der Energieverbraucher

Energiepreis-Protest => Grundsatzfragen => Thema gestartet von: zappelblitz am 14. Oktober 2009, 11:26:59

Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: zappelblitz am 14. Oktober 2009, 11:26:59
Hallo zusammen,

wie kann man einen tatsächlichen Gasverbrauch in den zu erwartenden Fernwärmeverbrauch umrechnen?

Hintergrund: Wir haben ein Angebot für eine Fernwärmeversorgung bekommen und ich möchte
                     das Angebot mit meinen bisherigen Kosten vergleichen.

Kann mir jemand weiterhelfen?

Viele Grüße

Zappelblitz
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Sukram am 14. Oktober 2009, 12:07:26
Das kommt auf den Jahresnutzungsgrad der best. Gasheizung an (Art, Alter, Auslastung (Leistung, Verbrauch).

Der bewegt sich von <65% (25jähriger überdimensionierter athmosphärischer Brenner, vulgo \"Gas-Spezialheizkessel\") bis >96% (richtig ausgelegte moderne modulierende  Brennwerttherme).

Bei ersterem wäre also ein >35% geringerer Fernwärmebedarf zu erwarten.

bei 100% Jahresnutzungsgrad hätte 1 m³ Erdgas = 10 KWh Wärme, bei <65% eben <6,5 KWh.
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Cremer am 14. Oktober 2009, 12:24:15
@zappelblitz,

wer trägt denn die Umbaukosten?
Alter Gaskessel raus, Neuer Wärmetauscher rein?

Ferner, wie lautet denn der Arbeitspreis + Grundpreis für Fernwärme im Vergleich zu jetzigen Preisen. bietet man Ihnen einen Sondervertrag mit festpreis an?

@sukram,

kann man denn das so einfach pauschaliert nennen. Ich denke da spielen viele Faktoren eine Rolle.
Natürlich ist ein 25 jahre alter Gaskessel im Wirkungsgrad schlecht.

Ich habe nämlich auch noch einen solchen und wollte diesen gegen Wärmeluftpumpe oder Brennwertwandtherme ersetzen, aus Kostengründen dann erst nach Ende der Heizperiode im April
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: zappelblitz am 18. Oktober 2009, 22:54:58
Hallo,

also wir haben einen Vaillant 11 KW Bj. 1990 Gas Ofen und haben alle Heizkörper auf und fahren 24 h zwischen 35 und 40 °C Umwälztemperatur und kommen bei einem normalen Winter (außer der letzte) im Ruhrgebiet damit aus.

Letzten Winter verbrauchten wir ca. 11000 kWh (sonst ca. 9000 kWh) Gas im Jahr bei einer DHH mit 86 cm² Wohnfläche, somit haben wir einen Abschlag von 75 Euro im Monat.
Dazu kommt natürlich der Schornsteinfeger und die Jährliche Inspektion der Heizung.
Zusammen ca. 160 Euro

E-On bietet uns bei einem Verbrauch von 7000 kWh Fernwärme einen Jahresbeitrag von 1000 Euro.
Jährliche Inspektion fällt nicht an da die Anlage im Besitz von E-ON bleibt.

Grundpreis 47,50 Euro/mtl. Brutto
Arbeitspreis 6,193 Cent/kWh Brutto

In wie weit kann man nun eine Aussage treffen was günstiger ist?


Viele Grüße

Zappelblitz
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Cremer am 18. Oktober 2009, 23:12:41
@zappelblitz,

der Aussage von E.ON :

Zitat
E-On bietet uns bei einem Verbrauch von 7000 kWh Fernwärme einen Jahresbeitrag von 1000 Euro

kann man soviel Wert beimessen, wie man sagen würde: \"An der Tankstelle tanke ich auch immer nur für 50 €\". :D

Nein, dass kann man doch selbst ausrechnen. ;)
Vergleich mit SW KH
Fernwärme: 7000kWh x 0,06193€ + 12 x 47,50€ = 1003,51 €
Gas: 7000kWh x 0,0575€ + 185,21€+9,14€ = 596,85 €

Eine Kostenkontrolle ist bei Fernwärme m.E. schwerer.
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: bjo am 18. Oktober 2009, 23:17:48
Zitat
Original von zappelblitz

Zusammen ca. 160 Euro
Grundpreis 47,50 Euro/mtl. Brutto
Arbeitspreis 6,193 Cent/kWh Brutto

Jahrespreis PLZ 46284 Gas = 5,4Cent/KWH *11.000 KWH + 12*10 EUR + 160 EUR  = 874 EUR / Gas günstigster Anbieter

Fernwärme
47,50 EUR/mtl * 12 + 11.000 * 6,193 cent/kwh = 1251 EUR

Differenz: 377 EUR / Jahr

An deiner Stelle würde ich
- den günstigsten Gasanbieter suchen
- die Differenz. ansparen für eine gute neue Heizung!

eins nicht vergessen
= > der Gasmarkt entwickelt sich, mit der Umstellung auf Fernwärme bist du einem Monopol ausgeliefert!
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: berndh am 19. Oktober 2009, 12:17:00
Man kann nicht Fernwärme direkt in den Verbräuchen einem Brennwertkessel gegenüberstellen.
Bei Fernwärme hat man keine Erzeugungs- und Stillstandsverluste, ebenso kein Wertverlust bzw. Rückstekllung für neukauf der Therme nach Lebenszeitende.
Bitte kommt jetzt  nicht mit meine Therme macht aber 95% Wirkungsgrad.
Ich hab alles mit WMZ verkabelt, da komme ich efektiv auf wesentlich weniger.

Nix gegen Thermen je Wohnung, solange die Fernwärme nicht aus Kraftwärmekopplung kommt, sondern irgendwo ein Brenner steht der die Wärme erst noch transportieren muss.

Aber sobald ein Nah- Fernwärmenetz aus kominierter oder meinetwegen regenerativer  Energieerzeugung besteht ist das günstiger, monitär wie okologisch, als bei der \"normalen\" Energieerzeugung.
Allerdings geben ich allen hier recht das wiederrum dem meistens nicht so ist, sobald die gewinnorientierten Energieversorger da mitmischen.

Bernd
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Sukram am 19. Oktober 2009, 20:57:04
Zitat
Original von Cremer

@sukram,

kann man denn das so einfach pauschaliert nennen. Ich denke da spielen viele Faktoren eine Rolle.
Natürlich ist ein 25 jahre alter Gaskessel im Wirkungsgrad schlecht.

Ich habe nämlich auch noch einen solchen und wollte diesen gegen Wärmeluftpumpe oder Brennwertwandtherme ersetzen, aus Kostengründen dann erst nach Ende der Heizperiode im April

Dadrüber gibt\'s Tabellen- im Recknagel (Auszug irgendwo im Energienetz) oder bei http://www.delta-q.de

Mein 36jähriger 48KW-Umstellbrander mit ~6% Auslastung schuckte einmal 5.580l maximal- heute begnügt er sich hauptsächlich wg. Optimierung mit rd. 2.600l und hat dabei einen Jahresnutzungsgrad von >80% (Ermittelt durch Hochrechnung des Stillstandsverbrauchs mit Bilanzgrenze = Dachboden). Ursprünglicher Jahresnutzungsgrad lt. Recknagel: 60%.

PS: Durchschnittlicher Jahresnutzungsgrad moderner NT-Ölkessel (Bilanzgrenze: Abgasrohr), ermessen in Felduntersuchungen: 86%, typische angegebene NORMnutzungsgrade: 95%.
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Thomas S. am 19. Oktober 2009, 22:55:39
Nicht so kompliziert denken. Solange die Fernwärme vom örtlichen Monopolisten angeboten wird: Finger weg! (meine Meinung)

Hier haben wir ein Großkraftwerk mit Kraft / Wärmekopplung. Trotzdem ist der Fernwärmepreis erheblich höher als ein vergleichbarer Gasbezugspreis, selbst wenn ich alle 10 Jahre einen neuen Kessel kaufe (der natürlich deutlich länger hält).

Meine Kollegen stöhnen nur, wenn ich mal wieder nach dem aktuellen Fernwärmepreis frage. Da reicht schon der Blick ins Preisblatt, es steht alles drinnen.

Es mag ja woanders günstiger sein. Aber: allein das Verteilnetz ist so aufwendig (Vor- und Rücklauf, alles bestens isoliert), das da erheblicher Mehraufwand bezahlt werden muß.

Der hohe Grundpreis ist hier das Problem. Selbst wenn \"Nichts\" verbraucht wird, muß für den vorgehaltene Anschlußwert ein recht hoher (Grund-) Preis bezahlt werden. Dadurch bringt auch Energiesparen nicht viel. Erst wenn man auch den Anschlußwert reduziert, kann richtig gespart werden. Das kann man aber nicht mal eben so machen, wenn der Winter milder verläuft, sondern das wird immer am Übergabepunkt eingestellt (über die Begrenzung der Durchflußmenge).

Bei einem kleinen Blockheizkraftwerk für eine kleine Gemeinde mag das ganz anders sein - wenn es unabhängig vom Monopolisten in Eigenregie betrieben werden kann.
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Cremer am 19. Oktober 2009, 22:57:38
@Thomas S.,

wolt ich ja auch darstellen, ich glaube, die Zahlen sprechen für sich.
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Thomas S. am 20. Oktober 2009, 19:03:30
Hier die Fakten: eine kleine Gegenüberstellung der Preise für den \"Durchschnittsfall\". Preisdifferenz ca. 34%...

(http://www3.pic-upload.de/20.10.09/18jjkrhxjsv2.jpg)
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: zappelblitz am 21. Oktober 2009, 21:40:57
Hallo,

na ja... schöne Tabelle aber schlauer bin ich jetzt auch nicht.

In der Tabelle wird davon ausgegangen das ich mit Erdgas das gleiche verbrauche wie mit der Fernwärme.

Laut E-on müsste ich bei der Umrechnung bei den Erdgas Verbrauch noch zwei Faktoren berücksichtigen und somit den Gas Verbrauch mit 0,9 und mit 0,85 multiplizieren und hätte dann den zu erwartenden Fernwärmeverbrauch. Wenn ich das so berücksichtige und die Jährliche Inpektionskosten, den Schornsteinfeger und die jährliche Rücklage für eine neue Therme dazurechne, dann sieht die Tabelle schon anders aus.

Meine Frage ist nun, was sind das für Faktoren und sind diese realistisch?

Viele Grüße

Zappelblitz
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Thomas S. am 21. Oktober 2009, 22:13:38
Zitat
Original von zappelblitz
Hallo,

also wir haben einen Vaillant 11 KW Bj. 1990 Gas Ofen und haben alle Heizkörper auf und fahren 24 h zwischen 35 und 40 °C Umwälztemperatur und kommen bei einem normalen Winter (außer der letzte) im Ruhrgebiet damit aus.

Letzten Winter verbrauchten wir ca. 11000 kWh (sonst ca. 9000 kWh) Gas im Jahr bei einer DHH mit 86 cm² Wohnfläche, somit haben wir einen Abschlag von 75 Euro im Monat.
Dazu kommt natürlich der Schornsteinfeger und die Jährliche Inspektion der Heizung.
Zusammen ca. 160 Euro

E-On bietet uns bei einem Verbrauch von 7000 kWh Fernwärme einen Jahresbeitrag von 1000 Euro.
Jährliche Inspektion fällt nicht an da die Anlage im Besitz von E-ON bleibt.

Grundpreis 47,50 Euro/mtl. Brutto
Arbeitspreis 6,193 Cent/kWh Brutto

In wie weit kann man nun eine Aussage treffen was günstiger ist?


Viele Grüße

Zappelblitz

Gar nicht, da Sie nicht die notwendigen Zahlen liefern (es fehlen die Preise der Gasversorgung - oder die der Fernwärme - wie auch immer). Da Sie Fernwärme für 1000 Euro bekommen, brauchen Sie davon nur den bisherigen Jahresbetrag für Gas abziehen (das hinkt zwar  :rolleyes:, aber mehr geht bei diesen Angaben leider nicht.)

Es ist zu der Fragestellung übrigens völlig egal, wie groß die Wohnung ist und wieviel Abschlag Sie jetzt zahlen...  :rolleyes:

Die Tabelle soll auch nicht Ihren ganz persönlichen Fall darstellen, sondern den allgemeinen EINFACHEN Rechenweg darstellen...  :rolleyes:

Wenn Sie den Angaben von EON vertrauen (ich halte diese Abschläge für viel zu hoch), dann ist im Beispiel die Differenz geringer. Setzen Sie dann einen Sondervertrag für das Gas und nicht die Grundversorgung (in der Tabelle wird mit dem höheren Gaspreis gerechnet) an, ist dieser \"Vorteil\" wieder dahin.

Und wenn EON den Preis anhebt, können Sie mal eben so wechseln, bei Fernwärme...  :rolleyes:

Rechnen kann man viel, wenn der Tag lang ist - schreiben auch...  :rolleyes:
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Christian Guhl am 21. Oktober 2009, 23:40:36
@Zappelblitz
Und warum sollen Sie bei Fernwärme 4000 kwh weniger verbrauchen ?
Der Verbrauch wird gleich bleiben, es sei denn, das Heizverhalten ändert sich.
11.000 kwh Erdgas bedeutet auch 11.000 kwh Fernwärme. Nur die Art, wie die kwh erzeugt werden, ist eine andere. Was billiger ist, kann man sich ausrechnen.
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Thomas S. am 22. Oktober 2009, 08:01:43
Es wird schon etwas weniger sein, da bei einer Gasheizung immer zusätzliche Verluste auftreten (Abgas~, Raum~) - aber nicht die von EON angegebenen (vermutlich angegebenen, da ZAPPELBLITZ das nicht so genau schreibt...) Faktoren 0,9 und 0,85 (zusammen - 23,5% - woher die bloß kommen - Begründung dafür?).

Eher nur ~5-10%. Und wenn ZAPPELBLITZ die 1990er Therme gegen eine neue und GUTE austauscht, wenn die in den nächsten Jahren fällig wird...

Nee, Gas bleibt preiswerter und flexibler, auch wenn man die Wartung selber bezahlt.

Gar nicht angesprochen hat ZAPPELBLITZ die Anschlußkosten - auch eine nicht zu unterschätzende Frage.
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Cremer am 22. Oktober 2009, 09:29:58
@Thomas S.,

Zitat
Es wird schon etwas weniger sein, da bei einer Gasheizung immer zusätzliche Verluste auftreten

wer hat Ihnen denn solche Märchen erzählt?  :evil:

Sie haben ebenfalls einen Wärmetauscher bei Fernwärme in der Wohnung/Keller. dieser hat ebenfalls Verluste. Der Wärmeverbrauch (kWh) danach zu den Heizkörpern ist gleich, ob Fernwärme oder Gassheizung.

es kommt natürlich drauf an, wo die bezogene Wärme gemessen wird.
- Vor Wärmetauscher,
- nach Wärmetauscher
- Meßröhren an den Heizkörpern.
Titel: Umrechnung Gasverbrauch zu Fernwärme
Beitrag von: Thomas S. am 22. Oktober 2009, 09:51:26
Zitat
Original von Cremer
@Thomas S.,

Zitat
Es wird schon etwas weniger sein, da bei einer Gasheizung immer zusätzliche Verluste auftreten

wer hat Ihnen denn solche Märchen erzählt?  :evil:

Sie haben ebenfalls einen Wärmetauscher bei Fernwärme in der Wohnung/Keller. dieser hat ebenfalls Verluste. Der Wärmeverbrauch (kWh) danach zu den Heizkörpern ist gleich, ob Fernwärme oder Gassheizung.

es kommt natürlich drauf an, wo die bezogene Wärme gemessen wird.
- Vor Wärmetauscher,
- nach Wärmetauscher
- Meßröhren an den Heizkörpern.

Ich mir selbst  :D

Identisch ist das auf gar keinen Fall. Insbesondere die Abgaswärme (und hier kommt es auf die Art bzw. das Alter des Gaskessels an) ist schon sehr entscheidend. Die ist bei Fernwärme 0 (Null). Immer auf die Feinheiten achten!