Autor Thema: Extreme Abweichungen wurden von Heizungsfachmann ignoriert  (Gelesen 3005 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Biestscheuche

  • Wenigschreiber
  • Beiträge: 1
  • Karma: +0/-0
Hallo zusammen,

ich wende mich in einer dringenden Sache an euch und hoffe, daß mir jemand weiterhelfen kann.

Es handelt sich dabei um einen etwas ungewöhnlichen Fall, an dem ich auch ein Stück weit nicht unschuldig bin. Es geht um meine Heizkostenabrechnung.

Hier die Fakten:

Ich kaufte mir vergangenen Juli eine 2-Zimmer-Wohnung mit 52qm. Nach dem Mieterwechsel wurden die Zählerstände der Verdunster an den Heizkörpern sofort abgelesen und separat abgerechnet.

Von Juli bis September renovierte ich die Wohnung und zog dann vergangenen September dort ein.

Soweit so gut. Vor einigen Tagen kam dann die Nebenkostenabrechnung für den Zeitraum von 07/04-12/04.
Jetzt der Hammer: ich soll in 3,5 Monaten für sage und schreibe 490 Eur geheizt haben. Mit Warmwasser und dem ganzen Rest ergibt sich damit ein Verbrauch von unglaublichen 906 Eur für diesen Zeitraum. Ich soll für 3,5 Monate jetzt 200 Eur nachzahlen. Wir haben eine Gaszentralheizung.

Ich muss an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, daß es sich nach eingehender Prüfung NICHT um einen Fehler durch den Mieterwechsel handelt, sondern die Rechnung auf Werten beruht, die tatsächlich bei mir abgelesen wurden.

Die Ursache für das Chaos war nämlich schnell gefunden:
3 von 5 Heizkörpern in meiner Wohnung mussten während der Renovierungsarbeiten demontiert werden. Da wir von dem Verdunstungsprinzip damals keine Ahnung hatten, legten wir die Heizkörper aus Platzgründen auf den Balkon unter eine Plastikplane. Tja und was soll ich sagen - mein Balkon hat den ganzen Tag Sonne und die knallte natürlich voll auf die Röhrchen. Fast 10 Wochen im Hochsommer...

Das Resultat waren folgende Ablesewerte an den Heizkörpern durch den Fachmann:

Bad: 10
Küche: 2
Wohnzimmer: 40 und 35 (!)
Schlafzimmer: 28 (!)

Aus den Abrechungen der Vorjahre geht hervor, daß die Werte der Heizkörper auf\'s ganze Jahr gerechnet in keinem Bereich jemals über 10 lagen.
Das heisst ich habe im Wohnzimmer in einem Bruchteil der Zeit angeblich 4x soviel verbraucht wie die 3-Köpfige Familie, welche die Wohnung vor mir bewohnte.

Ich kontaktierte daraufhin unsere Hausverwaltung, da sie den Heizungsfachmann bestellt hatte, der die Heizkörper abliest und die komplette Heizkostenabrechnung für das Haus erstellt.

Seitens der Hausverwaltung zeigte man sich zwar großzügigerweise bereit, eine neue Rechnung auf Grundlage der Vorjahreswerte zu erstellen. Allerdings nur, wenn die Eigentümergemeinschaft die Neuerstellung der Heizkostenabrechnung sowie des Wirtschaftsplans auch bezahlen würde. Der gute Heizungsfachmann berechnet für das Schreiben der Rechnung schlappe 350 Eur, wieviel die Hausverwaltung dann noch kassieren will möchte ich mir gar nicht erst ausmalen.

Es fällt nicht schwer sich auszumalen, daß die Eigentümergemeinschaft meiner Bitte auf Neuerstellung der Rechnung nicht zustimmen wird, wenn ihnen dadurch erhebliche Mehrkosten entstehen.

Meine einzige Chance sehe ich darin, die vom Heizungsfachmann erstellte Rechnung zu beanstanden und damit eine kostenlose Neuerstellung zu erzwingen.
Denn Renovierung hin oder her - von einem Fachmann, der sich seine Arbeit entsprechend bezahlen lässt, sollte ich doch erwarten können, daß er sich bei derart signifikanten Ablesewerten VOR dem Schreiben einer Rechnung mit mir oder der Hausverwaltung in Verbindung setzt und nachhakt.
Ich gebe offen zu, während der Renovierung ausgeprochen dämlich gehandelt zu haben. Aber ich kann nicht begreifen wie ein Fachmann ohne Rücksprache für viel Geld eine Rechnung schreiben kann, die selbst für einen Laien extreme Ungereimtheiten erhält. Man sollte aller Dummheit zum trotz doch wenigsten im Vorfeld die Chance bekommen, Einspruch einzulegen, bevor alles in Beton gegossen ist, oder liege ich da falsch ?

Die Summe aller abgelesenen Heizkörperwerte im ganzen 8-Parteien-Haus liegt bei 570 - davon entfallen angeblich 140 auf mich ! In nur 6 statt 12 Monaten wie beim Rest !!!

Der Index für die Kosten pro Vebrauchseinheit (Gesamtheizkosten geteilt durch 570) hat sich dadurch gegenüber den Vorjahren natürlich dramatisch verändert. Dieser Index wird auf unserer Rechnung bis zur sechsten (!) Nachkommastelle ausgewiesen und die Schwankungen in den letzten Jahren beliefen sich immmer im Promillebereich. Der Index gibt ja auf die vebrauchte Energie bezogen ganz grob den Wirkungsgrad der Heizung an.
Ja, ich weiss, daß dies gewissen Schwankungen unterworfen ist.

Aber laut dieser Rechnung hat sich der \"Wirkungsgrad\" der Heizanlage des Hauses damit schlagartig um ca. 12 % erhöht !!!

Die Menge der verbrauchten Energie (Erdgas) steht in keinem Verhältnis mehr zu den Verbrauchseinheiten, da der Energieverbrauch zwar am Heizkörper abgelesen, aber nicht tatsächlich durch den Energieverbrauch nachvollzogen werden kann. Auf gut deutsch: es ist angeblich viel mehr verheizt worden als Gas reinkam.

Die Gretchenfrage auf die das alles hinasläuft lautet:

kann ich von dem Fachmann verlangen daß er kostenlos nachbessert ?
Handelt es sich in so extremen Fällen um eine Nachlässigkeit seinerseit auf derartige Ungereimtheiten nicht hinzuweisen ? Schliesslich könnten derartige Schwankungen auch auf Umwelt oder Sicherheitsmängel zurückzuführen sein, oder irre ich da ?

Puh, vielen Dank an alle die sich das alles bis hierher durchgelesen haben - ich hoffe auf gute Tips von euch und nehmt mich bitte nicht so hart ran wegen der Aktion bei der Renovierung, es war meine erste

Viele Grüsse und besten Dank an alle
Michael

Offline Sukram

  • Forenmitglied
  • Beiträge: 1.949
  • Karma: +0/-0
  • Geschlecht: Männlich
Extreme Abweichungen wurden von Heizungsfachmann ignoriert
« Antwort #1 am: 03. Mai 2005, 12:39:22 »
Ich weiß nicht, ob man die Ableser als Fachleute bezeichnen kann. Das sind Billigjobs nach Menge bezahlt... Einwände solle man hier grundsätzlich schriftlich via HV der Abrechnungsfirma zukommen lassen.

Im Voraus.

***

Grundsätzlich wird ja ein großer Anteil der Heizkosten nach WOHNFLÄCHE abgerechnet, näheres hierzu im Energienetz unter \"mieten\". Insoweit sind Sie ja nicht GANZ schlecht dran.



Falls die Sache mit der Demontage beweisen werden kann, kann ich mir schon vorstellen, dass der letzte Jahresverbrauch nach Klimabereinigung (dieser Winter war kälter) herangezogen wird- aber auf den Abrechnungsmehrkosten werden Sie wohl sitzen bleiben.

*keine Rechtsberatung*
Ich fordere eine PV - Ertragssteuer!
_________________________________

LVZ: Mit was Heizen Sie Herr Minister?

BMU: Eine 40 Jahre alte Ölheizung, welche vor 10 Jahren einen neuen Brenner erhielt und in Berlin mit einer Gasheizung.

 

Der Verein für gerechte Energiepreise

Bund der Energieverbraucher e.V. | Impressum & Datenschutz