An der Energiebörse sorgt Strom aus erneuerbaren Energien mittlerweile für sinkende Preise. Vom Boom und damit von den Einnahmen durch Wind- und Solarstrom profitieren E.On und RWE nicht, weil sie sich dieser Entwicklung bisher verweigert haben. Das nun den Kunden anzulasten ist unverschämt.\"
Das ist ja wieder eine tolle Story. Der Wahnsinn des Unwissens würde ich mal sagen. Aber wer sich schon einmal mit Politikern die keinen technischen Hintergrund haben und die seit vielen Jahren als Energieexperten tituliert werden im Detail diskutiert, sieht dass diese bis auf ein paar Floskeln alles auf dünnem Eis bauen.
Natürlich sorgt Windstrom an der Börse für zeitweise sinkende Preise: Wenn ein Überangebot da ist, muss der Zwangsanfall schließlich verkauft werden.
Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Es gibt Zeiten, da stehen >15.000 MW Windleistung zur Verfügung. Stunden später sind es auch mal schnell deutlich < 5.000 MW. Dieses Konzert zu regeln ist kein Kindergarten und das kostet Geld. Kraftwerke die vorgehalten werden müssen, die aber durch die geringeren Betriebsstunden wirtschaftlich nicht optimal betrieben werden können müssen dann die Musik spielen. Wie Du schon schreibst, ein thermisches Kraftwerk produziert günstiger wenn es arbeitet und nicht in der Warteschleife steht.
Und die Energieversorger, welche die Differenz aufbringen müssen, lassen sich ihre Standby- Kosten und schlechteren Wirkungsgrade natürlich auch bezahlen.
Das lassen sich die Versorger in der Form bezahlen, dass auch hier Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Es muss neben Wind, das gesamte Wetter, die Transmissionen und das Angebot des europäischen Verbundnetztes betrachtet werden. Kein Versorger, egal aus welchem Land fährt ein Kraftwerk rein, welches nicht wirtschaftlich ist und wenn es die Möglichkeit gibt die Energie von einem Dritten über den Handelsmarkt günstiger zu beschaffen. Der Markt regelt hier den Preis.