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Autor Thema: Umnutzungsmöglichkeiten alter Flüssiggastank  (Gelesen 2014 mal)

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Offline sportsfreund

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Umnutzungsmöglichkeiten alter Flüssiggastank
« am: 29. März 2022, 18:22:46 »
Hallo,

letztes Jahr habe ich einen Erdgasanschluss durch den städtischen Versorger bekommen und meinen erdgedeckten Flüssiggastank (2.700l) von einer Fachfirma stilllegen lassen. Danach wurde der Tank mit Wasser gefüllt.

Eigentlich wollte ich einfach nur den Domschacht entfernen und den Tank mit Sand und Mutterboden überdecken. Jedoch frage ich mich, wie der Tank ggf. alternativ nutzbar wäre.

Eine Nutzung als Regenwasserzisterne würde ich nicht umsetzen wollen, weil das Wasser vermutlich immer noch den Gasgeruch annehmen wird. Trotzdem sind Erfahrungsberichte für einen solchen Umbau gerne willkommen. Ich kann meine Meinung ja ändern.

Interessieren würde mich ganz besonders, ob so ein erdgedeckter Tank ggf. als Pufferspeicher genutzt werden kann. Natürlich ist der Tank nicht gedämmt, aber auch das Erdreich hat eine gewisse Dämmwirkung. Hat das jemand schon erfolgreich umgesetzt?

Gruß, sportsfreund

Offline Watzl

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Re: Umnutzungsmöglichkeiten alter Flüssiggastank
« Antwort #1 am: 29. März 2022, 20:31:32 »
In Zeiten mit wenig Niederschlägen würde ich meinen, dass ein solches Volumen doch zur Aufbewahrung von Wasser nutzen sollte und z.B. dann Wasser sammeln sollte, wenn der Himmel welches gibt.
Wasser mit Gasgeruch: sicher, das F-Gas ist schwerer als Luft und liegt immer unten. Aber wenn der Tank mit Wasser geflutet wird und auch schon mal überläuft, sollte das Restgas, sofern vorhanden, auch draußen sein. Mit jedem Liter Wasser wird, wenn überhaupt vorhanden, der Gasgeruch des Wassers weniger werden.
Dem Salat im Garten wird es auch egal sein, ob mit dem Wasser auch noch ein paar Gasmoleküle daherkommen.

Pufferspeicher:
Im Erdreich hat man nach einer gewissen Tiefe immer so um die 10 bis 12 Grad. Das ist im Sommer kalt und im Winter warm. Aber wenn man im Tank Wasser speichert, das auch nur 25 Grad hat, so gibt es ein Temperaturgefälle, dem die Energie folgen wird und der Tankinhalt auskühlen wird. Der Tank selber ist aus Stahl geschweißt. Stahl hat eine super Wärmeleitfähigkeit oder anders herum betrachtet Null Dämmung.

Weshalb dämmt man heute die Kelleraußenwände und immer öfter auch die Bodenplatte von unten? Gleiche Situation: ein permanentes Temperaturgefälle von 15 Grad im Keller und 10 Grad im umgebenden Erdboden. Der Energeistrom von Warm nach Kalt funktioniert 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Da lohnt sich die zusätzlich eingebaute Dämmung dann doch schon sehr bald.
Den Tank als Pufferspeicher nur dann also, wenn dieser zusätzlich gedämmt ist. So meine Einschätzung.

Schönen Abend noch

H. Watzl

Offline TÜV-SV

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Re: Umnutzungsmöglichkeiten alter Flüssiggastank
« Antwort #2 am: 27. Mai 2022, 17:48:57 »
Als Pufferspeicher würde ich ihn nicht nutzen. Das ist zu ineffektiv.
Ich würde den Behälter auch als Regenwasserspeicher nutzen.

Wenn der Tank schon mit Wasser geflutet wurde, ist auf jeden Fall keinerlei Flüssiggas mehr im Tank. Maximal könnte der Geruchsstoff noch vorhanden sein.

Um den Tank optimal als Regenwasserspeicher zu nutzen, würde ich persönlich ihn von innen schön dick mit Epoxidharz bestreichen. Das sollte man ordentlich machen, d.h. zuerst möglichen Rost entfernen, dann grundieren, dann mit Epoxidharz beschichten.
Wenn man das ordentlich macht, hält die Beschichtung ewig und man hat schönes sauberes Wasser, das nicht irgendwann zur Rostbrühe wird und das auch nicht nach Gas riecht.

Aber Du mußt selber wissen, ob sich der Aufwand für Dich lohnt oder ob da nicht eine Kunststoffzisterne am Ende weniger Kosten und vor allem Arbeit macht.

Mit bestem Gruß,
TÜV-SV
Zu mir:
- Sachverständiger Dampf- und Drucktechnik bei einem TÜV
- Bisher etwa 3.000 Flüssiggastanks geprüft
- Nehme gern Stellung zu technischen Fragen rund um die wiederkehrende Tankprüfung
- Zu vertraglichen Dingen kann ich nicht viel sagen

 

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