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Prozentuale Boni und Vergleichsportale

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Didakt:

--- Zitat von: Energietourist am 11. Oktober 2016, 10:16:43 ---Das kann man so oder so auslegen, wer nur 12 Monate bei dem EVU bleiben will muss natürlich vor Ablauf dieser 12 Monate kündigen, dann ist immer der Treue Bonus weg. Wer den Treue Bonus haben will muss mindestens 2 Jahre beim EVU bleiben. ich würde da auf alles gefasst sein oder solche Verträge gleich links liegen lassen.

--- Ende Zitat ---

@ Energietourist

Kein Vorwurf gegen Ihre Eingabe, aber so ist halt der Welten Lauf:

Dieser Sachverhalt ist bereits seit drei Jahren zugunsten der Verbraucher eindeutig geklärt und in jener Zeit hier im Forum ausgiebig erörtert worden. „Alte Leute“ wissen jedoch, dass nach geraumer Zeit die alten Kamellen immer wieder in den Raum, sprich ins Forum gestellt werden. Hilfreich könnte die Suchfunktion sein, sie wird aber augenscheinlich kaum genutzt. Also: Nichts für ungut!  ;)

In diesem Zusammenhang verweise ich auf die Schlichtungsempfehlung der Schlichtungsstelle Energie vom 08.03.2013 (Empfehlung zum Kündigungszeitpunkt und Bonusanspruch) sowie auf die BGH-Pressemitteilung Nr. 71/13 vom 17.4.2013 und auf die BGH-Urteile des VIII. Zivilsenats vom17.4.2013 –VIII ZR 246/12-, vom 17.4.2013 –VIII ZR 225/12- und vom 19.06.2013 - VIII ZR 7-13.

Mit diesen Urteilen hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Klauseln in der Fassung, wie sie  – u. a. in den Urteilen genannt – von den fraglichen EVU meistens genauso oder ähnlich verwendet werden, für einen juristisch nicht vorgebildeten Kunden ohne weiteres dahin verstanden werden kann, dass ein Anspruch auf den Bonus bereits dann besteht, wenn der Vertrag ‒ wie gemäß Urteilen ‒ mindestens ein Jahr bestanden hat. Solche Klauseln sind deshalb nach § 305c Abs. 2 BGB (Überraschende und mehrdeutige Klauseln) in diesem Sinne auszulegen.

MfG

Martinus11:
@Energietourist:
Das beweist einmal mehr, dass man sich die AGBs genau durchlesen sollte und im Zweifelsfall nochmal nachfragt.
Vielleicht ist das der wertvollste Tipp, den man gerade den wechselfreudigen Zeitgenossen geben kann.

Wenn es klar und deutlich so drin steht in den AGBs und auch auf der Website oder den Preisvergleichsportalen nicht missverständlich kommuniziert wird, finde das auch o.k.
Ansonsten tun sich die Anbieter damit selbst keinen Gefallen und ich tu mich schwer zu glauben, dass es viele solcher Versorger gibt, die sich in Zeiten eines freien Marktes damit selbst ihr Grab schaufeln, über kurz oder lang.

@Didakt:
Das mag ja alles sein, von wegen bereits entschieden vom BGH und so, aber Recht haben und Recht kriegen sind bekanntlich zwei paar Schuhe. Und sich wegen 50 oder 100 EUR ewig rumstreiten, zig Schreiben verfassen und ggf. einen RA konsultieren oder gar vor Gericht gehen, das macht halt nicht jeder gern. Ich könnte es jedenfalls verstehen.

Ich würde jedenfalls keinen Tarif nehmen, bei dem das "Wechselglück" größtenteils am Neukundenbonus hängt, zumal der auch aus anderen Gründen ganz legal flöten gehen kann (vorzeitiger Umzug oder Kündigung wegen Preiserhöhung).

Didakt:

--- Zitat von: Martinus11 am 11. Oktober 2016, 13:30:28 ---[...]
@Didakt:
Das mag ja alles sein, von wegen bereits entschieden vom BGH und so, aber Recht haben und Recht kriegen sind bekanntlich zwei paar Schuhe. Und sich wegen 50 oder 100 EUR ewig rumstreiten, zig Schreiben verfassen und ggf. einen RA konsultieren oder gar vor Gericht gehen, das macht halt nicht jeder gern. Ich könnte es jedenfalls verstehen.
--- Ende Zitat ---

Die Thematik Bonusgewährung und Bonuserstreitung und die Empfehlungen, diesbezüglich sofort nach Beendigung des 1. Vertragsjahres in nachhaltiger und begründeter Form, z. B. mit der Zählerstandsmeldung, seine „berechtigte“ Forderung stringent und erfolgreich beim EVU geltend zu machen, ist hier im Forum hinlänglich behandelt worden.

Richtig ist aber auch, dass es jedem Verbraucher individuell überlassen bleibt, den aus seiner Sicht für ihn günstigsten EVU auszuwählen. Wer Kosten nicht sparen will oder nicht zu sparen braucht und einen Anbieterwechsel scheut, ist natürlich am besten in der Grundversorgung aufgehoben. Immerhin sind das erstaunlicherweise immer noch ca. 40 % der Energieverbraucher, warum auch immer! Dieses Forum beansprucht für sich grundsätzlich aber sicherlich eine gegenteilige Haltung.

Martinus11:
Ich sagte, dass ich es durchaus verstehen kann, wenn so mancher wegen 50 EUR Neukunden-Bonus den Aufwand bzw. Ärger einer rechtlichen Auseinandersetzung scheut.

Überhaupt nicht zu wechseln und jedes Jahr in der Grundversorgung mehrere Hundert Euronen extra zu bezahlen, ist wieder ganz was anderes. Das finde ich schon schwerer nachvollziehbar, wenn es tatsächlich 40% sein sollten.

Die 40% sind wohl eher ältere Leute, die nicht Bescheid wissen oder zu viel Angst haben oder solche, die es wirklich nicht nötig haben und dann aus Bequemlichkeit alles belassen. Ich vermute, das wird sich langsam aber sicher noch ändern. Eine wirklich große Auswahl in allen Netzgebieten und weitgehend gute Erfahrungen beim Wechseln haben wir am Gasmarkt noch nicht lange. Dass eigentlich nicht viel passieren kann (von wegen im kalten sitzen...) und das Ganze relativ unkompliziert ist, ist vielen noch immer nicht bewusst. Deswegen sind solche Websites wie energienetz.de wichtig und auch Foren.

bolli:

--- Zitat von: Martinus11 am 11. Oktober 2016, 13:30:28 ---@Energietourist:
Das beweist einmal mehr, dass man sich die AGBs genau durchlesen sollte und im Zweifelsfall nochmal nachfragt.
Vielleicht ist das der wertvollste Tipp, den man gerade den wechselfreudigen Zeitgenossen geben kann.

Wenn es klar und deutlich so drin steht in den AGBs und auch auf der Website oder den Preisvergleichsportalen nicht missverständlich kommuniziert wird, finde das auch o.k.
Ansonsten tun sich die Anbieter damit selbst keinen Gefallen und ich tu mich schwer zu glauben, dass es viele solcher Versorger gibt, die sich in Zeiten eines freien Marktes damit selbst ihr Grab schaufeln, über kurz oder lang.

--- Ende Zitat ---
Sie haben einen falschen Denkansatz: Es ist absichtlich so geschrieben, wie es geschrieben ist, gerade um dem Anbieter "Tricksereien" zu ermöglichen. Davon leben die Billigheimer, aber nicht nur die. Eine Nachfrage hilft ihnen meist nicht weiter. Schriftlich wird nicht geantwortet und mündlich versprechen die einem das blaue vom Himmel. Nur landet man telefonisch eh meist in Callcentern, die vom einzelnen Anbieter nicht immer die meiste Ahnung haben.  :(

Und sie leben von der Trägheit der Leute. Diese haben, wie Sie schon sagen, weder Lust auf einen Gerichtsstreit (um relativ wenig Geld mit eigener Vorlage der Kosten) noch legen sie sich jedes mal mit dem Lieferanten an. Deshalb stecken viele den Kopf in den Sand und zahlen halt, selbst bei einem ungeliebten Anbieter (und bleiben sogar noch bei ihm). Der Markt regelt da nichts mehr, weil (fast) alle die gleichen Probleme machen. Ähnlich wie im Mobilfunkmarkt. Gute Anbieter gibt es kaum noch, und wenn, lassen sie sich nicht alleine durch den Preis rausfinden (nach dem Motto: Hoher Preis = gute Leistung, dem ist leider nicht so)


--- Zitat von: Martinus11 am 11. Oktober 2016, 23:49:12 ---Das finde ich schon schwerer nachvollziehbar, wenn es tatsächlich 40% sein sollten.

Die 40% sind wohl eher ältere Leute, die nicht Bescheid wissen oder zu viel Angst haben oder solche, die es wirklich nicht nötig haben und dann aus Bequemlichkeit alles belassen. Ich vermute, das wird sich langsam aber sicher noch ändern.
--- Ende Zitat ---
Laut dem aktuellen Monitoringbericht 2015 der Bundesnetzagentur auf den Seiten 25  und 307  beträgt der Grundversorgungsanteil bei Stromkunden 32,8% und bei Gaskunden  24,4 %  für das Jahr 2015 mit leicht fallender Tendenz( Monitoringbericht 2015 Bundesnetzagentur )
Eine Aussage über die (Alters-)Struktur dieser Personengruppe existiert meines Wissens nicht auf seriöser Basis.


--- Zitat von: Martinus11 am 11. Oktober 2016, 23:49:12 ---... und das Ganze relativ unkompliziert ist, ist vielen noch immer nicht bewusst. Deswegen sind solche Websites wie energienetz.de wichtig und auch Foren.

--- Ende Zitat ---
Na ja, der rein technische Vorgang ist tatsächlich relativ unkompliziert. Aber wie Sie nicht nur den Foren sondern auch verschiedenen Berichten in den Medien entnehmen können, ist man von einer sauberen Umsetzung des gut gemeinten Zieles noch (relativ) weit entfernt. Und Berichte über Streitereien mit dem Energielieferanten bis hin zu (offensichtlich unberechtigten) Energiesperren durch den Lieferanten (Netzbetreiber) schaffen bei dem verbleibenden Rest und einigen im Sondervertrag nicht unbedingt Vertrauen.

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