Autor Thema: Klimaabgabe  (Gelesen 8129 mal)

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Offline userD0010

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Re: Klimaabgabe
« Antwort #15 am: 22. April 2015, 11:53:02 »
als ob die Braunkohle eine zukunftsträchtige Industrie wäre.

Dass der Braunkohletagebau keine "zukunftsträchtige" Industrie ist, hat relativ wenig mit der Sorge der Menschen und damit auch einiger weniger Politiker zu tun, die sich mit der Frage beschäftigen, wohin mit all den dort tätigen Menschen, für die ein Ersatz als Arbeitsplatz wohl nicht so schnell zu schaffen sein wird.
Da werden wohl wieder nur sog. Auffanggesellschaften und ABM-Ma0nahmen herhalten müssen, um ja nicht die Arbeitslosenstatistiken ungünstig zu beeinflussen, wo doch unsere Polit-Strategen so sehr darauf achten, dass die von ihnen erfundene Arbeitsmarktstrategie keine negative Kritik erfährt.

Aber einmal ganz abgesehen von den finanzieln Auswirkungen auf das Steuersäckel, sollte man sich auch einmal Gedanken um die psychischen Auswirkungen auf die großteils über 50-jährigen Menschen, die im Braunkoheltagebau tätig waren und sind.

Wohl dem "Idioten", den lapidar lediglich die Frage umtreibt, ob man "Schlimmeres" für die Beschäftigten des Braunkohletagebaus irgendwie ersparen kann.

Offline Wolfgang_AW

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Re: Laschet macht mobil
« Antwort #16 am: 22. April 2015, 12:26:02 »
Würden diese Politiker verantwortungsvoll denken und handeln, würden sie einen geordneten und strategisch geplanten allmählichen Ausstieg aus der Braunkohle einleiten, der den betroffenen Regionen die Möglichkeit bietet, ohne große plötzliche Einschnitte und Brüche den Wandel zu verkraften und den Beschäftigten in der Braunkohle somit Schlimmes erspart.

Wer jetzt noch an der Braunkohle unbeirrt festhält und diese nicht allmählich reduzieren will, sondern die dortigen Arbeitsplätze uneingeschränkt dauerhaft erhalten will, ist ein Idiot.
Anders kann man das nicht sagen.

Das sehe ich auch so.

Und je länger versucht wird den Wandel aufzuhalten, desto tiefer wird der Fall! Erst dann wird es schlimm für die noch Beschäftigten.

Das zeigte sich auch auf dem Weg der Steinkohle.

Es geht doch nicht darum, den Braunkohleabbau morgen stillzulegen, es geht darum, gerade für die Beschäftigten, politisch einen erträglichen Übergang zu gestalten.
Neben der Politik wären eben gerade auch die großen Stromkonzerne in der Pflicht, die haben allerdings den Sprung in eine neue Energielandschaft völlig verschlafen. Dass die ach so hochgerühmten Vorstände dafür noch Vorstandsgehälter jenseits von Gut und Böse erzielen, das ist der Treppenwitz der Energiewende.

Mit freundliche Grüßen

Wolfgang_AW
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Offline superhaase

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Re: Klimaabgabe
« Antwort #17 am: 23. April 2015, 08:17:14 »
Wohl dem "Idioten", den lapidar lediglich die Frage umtreibt, ob man "Schlimmeres" für die Beschäftigten des Braunkohletagebaus irgendwie ersparen kann.
Sie haben offenbar meinen Beitrag nicht gelesen oder nicht verstanden.
Versuchen Sie es noch einmal.

Kleine Hilfestellung:
Und je länger versucht wird den Wandel aufzuhalten, desto tiefer wird der Fall! Erst dann wird es schlimm für die noch Beschäftigten.
...
Es geht doch nicht darum, den Braunkohleabbau morgen stillzulegen, es geht darum, gerade für die Beschäftigten, politisch einen erträglichen Übergang zu gestalten.
Eben dann, wenn es richtig gemacht wird, müssen sich die über 50-jährigen Menschen, die heute oder in Zukunft noch im Braunkoheltagebau tätig sind, keine Sorgen machen.
« Letzte Änderung: 25. April 2015, 09:44:56 von superhaase »
8) solar power rules

Offline userD0010

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Re: Klimaabgabe
« Antwort #18 am: 23. April 2015, 08:46:36 »
@superhaase
Sie haben offenbar meinen Beitrag nicht gelesen oder nicht verstanden.
Versuchen Sie es noch einmal.


@superhaase:  Ihre höchstkompetenten Sach- unf Fachbeiträge sind nicht weiter wert, gelesen zu werden.
So lange es sich nicht um PV handelt, sollten Sie sich bitte nicht mit Themen beschäftigen, bei denen eine große Zahl von Menschen mit dem Gefasel von Stopp des Braunkohletagebaus in ihrem Zukunftsängsten geschürt werden.
Wie viele Jahre es gebraucht hat, im Ruhrgebiet nach den Zechenschließungen für die betroffenen Menschen Ersatz-Arbeitsplätze zu schaffen und wie viele dabei leider auf der Strecke geblieben sind, werden Sie vermutlich nicht beurteilen können. Und wegen evtl. schwacher Regionalkenntnis z.B. um die Region Brandenburg mit ihrem dortigen Braunkohletagebau und dort einen "politisch erträglichen Übergang" zu ermöglichen, sollte jeglicher sog. erträglicher Übergang besser mit dem Mäntelchen des Schweigens bedeckt werden.  Wenn Sie jemals in dieser Gegend waren und dortige Möglichkeiten für die Betroffenen erkunden würden, wären Sie vermutlich bereits verstummt, es sei denn, Sie würden Lohnausfallsubventionen aus der Staatskasse für die Betroffenen fordern.

Offline Wolfgang_AW

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Re: Klimaabgabe
« Antwort #19 am: 23. April 2015, 12:08:49 »
@h.terbeck

Sie scheinen an einer Braunkohleverstromung bis zum St. Nimmerleinstag festhalten zu wollen. Dabei geht es bei der Klimaabgabe noch gar nicht um einen definierten Ausstieg, sondern um eine Abgabe auf die größten Verschmutzer.

Wie superhaase schrieb, wird es die über 50jährigen gar nicht betreffen.

Die Braunkohleverstromung ist, (neben dem abnormalen Landschaftsverbrauch beim Abbau) der größte CO2-Emittent.

Beschreiben Sie doch mal, wie Sie sich einen verträglichen Ausstieg ohne Stilllegungen vorstellen könnten?

Und von wieviel Beschäftigten gehen Sie denn aus, die es durch die Klimaabgabe betreffen könnte?

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang_AW
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Offline Wolfgang_AW

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Re: Klimaabgabe
« Antwort #20 am: 23. April 2015, 12:28:04 »
CDU-Kohlefreunde machen Front gegen Gabriel

Zitat
Gabriel hatte vorgeschlagen, den Kohlendioxid-Ausstoß von älteren Kraftwerken bis 2020 um 22 Millionen Tonnen zu drücken. Wenn Kohlekraftwerke über eine bestimmte Freigrenze hinaus CO2 ausstoßen, sollen die Betreiber eine Strafe von bis zu 20 Euro pro Tonne zahlen. Dass es dagegen unter anderem aus Nordrhein-Westfalen Widerstand gibt, ist kaum überraschend. NRW ist Kohleland, rund Dreiviertel der hier produzierten Energie stammen aus Braun- oder Steinkohle, dafür hat NRW bundesweit den geringsten Anteil an erneuerbaren Energien. So trägt das Land auch wesentlich zum gesamtdeutschen Kohlendioxidausstoß bei.
...
Gabriel betonte, von einem Kohleausstieg könne keine Rede sein, die Braunkohle werde noch lange gebraucht. Es würden in der Lausitz und im Rheinland keine Tagebaue oder Kraftwerke schließen müssen. Den Kritikern in der Union warf er vor, sie wollten von den beschlossenen Klimaschutzzielen abrücken. Geplant ist eine Minderung um 40 Prozent bis 2020 gemessen am Jahr 1990.
Hervorh. durch Wolfgang_AW

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang_AW
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Offline Wolfgang_AW

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75 Stadtwerke stützen Gabriels Kohlepläne
« Antwort #21 am: 23. April 2015, 18:46:46 »
75 Stadtwerke stützen Gabriels Kohlepläne

Zitat
Wirtschaftsminister Gabriel bekommt breite Unterstützung für seine Klimaschutzpläne. 75 Stadtwerke bestärken nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen sein Konzept, den CO2-Ausstoß alter Kohlemeiler durch eine Abgabe zu drosseln.
...
Die laute Kritik an Gabriels Klimaschutzplänen spiegele "keinesfalls die Haltung der gesamten Energiewirtschaft wider", heißt es in einem Brief, den zahlreiche Chefs von Stadtwerken und kommunalen Versorgern noch am Donnerstag an Gabriel schicken wollen und der SPIEGEL ONLINE vorliegt. In dem Schreiben steht, die Unterzeichner würden Gabriels Pläne "ausdrücklich unterstützen".

Auch in der CDU gibt es zwei Lager, wobei sich die Landesverbände von NRW, Sachen und Sachsen-Anhalt gegen den Wirtschaftsminister stellen. Die Klimaschützer dagegen stellen sich hinter Gabriels Ziele.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang_AW
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Offline superhaase

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Re: Klimaabgabe
« Antwort #22 am: 24. April 2015, 07:47:43 »
@superhaase:  Ihre höchstkompetenten Sach- unf Fachbeiträge sind nicht weiter wert, gelesen zu werden.
Na, da sind ja Ihre obigen Beiträge ein leuchtendes Vorbild:
Mutti Erika ist doch ihr Geschätz von gestern vollkommen egal. Sie strebt doch nur an Einem. Man annte sie mal die "Mächtigste Frau der Welt", und das alles für ein ehemaliges FDJ-Mädel.
"Den politischen Unsinn in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf", oder so ähnlich sagte doch mal ein ehem. Landsmann von Mutti Erika, oder?

Wir sollten noch ein paar Monate warten, bis sich der "Berliner Verein" wieder etwas Neues einfallen lässt, nachdem Mutti natürlich nachgedacht hat, was offensichtlich selten zu sien scheint.

Ob Stgein- oder Braunkohle, für die "Schwarzen" ist doch alles schwarz, oder so ähnlich. Wir karren demnächst die Steinkohle aus dem Nachbarstaat Australien heran, um unsere letzten Kohlekraftwerke noch am Leben zu erhalten. Und was schert den Erzengel schon der Braunkohletagebau, da schaffen doch nur Nichtwähler oder Anti-SPD Wähler. Und was mit denen geschieht, ist doch dem Verliner Verein völlig gleichgültig.

Auch eine Nahles hat sich etwas bei der Regulierung der Arbeitszeitnachweise beim Mindeslohn gedacht. Man fragt sich nur, WAS ?
So ein "sachlicher" Beitrag hat wohl eine Auszeichnung verdient!
Und das war hier im Thread nicht der einzige Beitrag mit hervorstechender Qualität von Ihnen.

Zitat
Wie viele Jahre es gebraucht hat, im Ruhrgebiet nach den Zechenschließungen für die betroffenen Menschen Ersatz-Arbeitsplätze zu schaffen und wie viele dabei leider auf der Strecke geblieben sind, werden Sie vermutlich nicht beurteilen können. Und wegen evtl. schwacher Regionalkenntnis z.B. um die Region Brandenburg mit ihrem dortigen Braunkohletagebau und dort einen "politisch erträglichen Übergang" zu ermöglichen, sollte jeglicher sog. erträglicher Übergang besser mit dem Mäntelchen des Schweigens bedeckt werden.  Wenn Sie jemals in dieser Gegend waren und dortige Möglichkeiten für die Betroffenen erkunden würden, wären Sie vermutlich bereits verstummt, es sei denn, Sie würden Lohnausfallsubventionen aus der Staatskasse für die Betroffenen fordern.
Genau das alles spricht doch dafür, den unvermeidlichen Ausstieg aus der Braunkohle möglichst frühzeitig und geplant kontrolliert einzuleiten, statt blind weiterzuwurschteln und dann in die Katastrophe zu laufen.
Oder wollen Sie wie viele Politiker die Augen verschließen und blind in die soziale und wirtschafltiche Katastrophe der Braunkohleabbaugebiete laufen?
Wer sich den Tatsachen verweigert, tut den Menschen dort keinen Gefallen, im Gegenteil.
Sie schieben hier ein soziales Verantwortungsbewusstsein vor, während Sie gleichzeitig den betroffenen Menschen bei der "liebevollen" Umarmung ein Messer in den Rücken stechen.
« Letzte Änderung: 24. April 2015, 19:12:29 von superhaase »
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Offline Wolfgang_AW

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Gabriel muss bei Klimaabgabe nacharbeiten
« Antwort #23 am: 24. April 2015, 17:39:00 »
Gabriel muss bei Klimaabgabe nacharbeiten

Zitat
Punktsieg für die Kohlekonzerne im Ringen um eine Klimaabgabe für alte Kraftwerke: Nach SPIEGEL-Informationen sollen die Wirtschaftsprüfer der Konzerne berechnen, ob der Plan von Wirtschaftsminister Gabriel ihre Branche gefährdet - auf Wunsch von Kanzlerin Merkel.
...
Am Freitag signalisierte das Wirtschaftsministerium bereits Entgegenkommen. Wie Gabriels Energie-Staatssekretär Rainer Baake in Berlin bekanntgab, soll die Höhe der Abgabe nun an die tatsächliche Entwicklung der Großhandelsstrompreise gekoppelt werden. (...) Über die möglichen Auswirkungen der geplanten Klimaabgabe kursieren teils sehr unterschiedliche Zahlen. So warnen die Gewerkschaften IG BCE und Ver.di, bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten verlorengehen. Das Umweltbundesamt hingegen beziffert den Verlust an Jobs in einer Studie auf 4700. Die von den Gewerkschaften angeführten Prognosen "entbehren jeder Grundlage", heißt es in der Studie.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang_AW
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Re: Klimaabgabe
« Antwort #24 am: 24. April 2015, 19:22:34 »
Naja, die 100.000 Arbeitsplätze in der Braunkohle werden wohl verloren gehen - bis ins Jahr 2080 oder so.
Sicher aber nicht bis 2020 oder was meint die Gewerkschaft?

Solche Zahlen zu nennen, ohne den zugehörigen Zeithorizont anzugeben, ist dämlich.
Ob hierfür nun die Urheber der Zahlen verantwortlich sind, oder die zitierenden Journalisten, lasse ich mal dahingestellt.
Würde mich aber auch nicht wundern, wenn die Gewerkschaften einen längeren (und nicht genannten?) Zeitrahmen zugrundelegen, und das Umweltbundesamt einfach Zahlen mit einem kürzeren Zeitrahmen dagegenstellt.
SO geht bei uns die öffentliche Diskussion des öfteren - sauber ....
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Re: Klimaabgabe
« Antwort #25 am: 24. April 2015, 19:45:12 »
@superhaase
wie gut, dfass Sie alles -nicht nur- besser wissen, sondern auch noch glauben, dies allen Forenteilnehmern kundtun zu müssen.

Offline superhaase

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Re: Klimaabgabe
« Antwort #26 am: 25. April 2015, 09:46:56 »
@superhaase
wie gut, dfass Sie alles -nicht nur- besser wissen, sondern auch noch glauben, dies allen Forenteilnehmern kundtun zu müssen.
Tun Sie denn hier etwas anderes?
Ihr Glashaus hat schon lange keine Scheiben mehr. ;)
Außerdem glauben Sie auch noch, hier ständig gegen andere Forumsteilnehmer rumstänkern zu müssen, ohne einen sachlichen Gedanken beizutragen.  ::)
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Offline Wolfgang_AW

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Re: Klimaabgabe
« Antwort #27 am: 25. April 2015, 14:46:53 »
Naja, die 100.000 Arbeitsplätze in der Braunkohle werden wohl verloren gehen - bis ins Jahr 2080 oder so.
Sicher aber nicht bis 2020 oder was meint die Gewerkschaft?

Selbst bis 2080 scheint mir die Zahl von 100.000 zu hoch, da die Beschäftigtenzahl im Braunkohlebergbau incl. der Braunkohlekraftwerke insgesamt bei etwa 21.000 liegt und die Fluktuation sich bislang in kleinen Grenzen hält.

Davon ausgehend, scheint mir die Zahl der Studie des Umweltbundesamtes mit 4700 eher realistisch, da durch die Klimaabgabe möglicherweise nur die allergrößten Verschmutzerblöcke aus dem Verkehr gehen würden. Und selbst das ist ja nicht bestätigt.

Auch da ist über einen Zeithorizont sicher bereits der normale Altersruhestand mit eingerechnet. Ein Teil der Arbeitsplätze würde demnach lediglich nicht neu besetzt werden.

Zahlenstreit, Spekulationsblasen und falsche Versprechen

Zitat
Das Argument der Gewerkschaft: Es geht um 100.000 Jobs. Dabei sagt eine Statistik der Braunkohlewirtschaft, dass dort 21.000 Menschen beschäftigt sind. Selbst der Lobbyverband sprach gegenüber unserem Magazin von einem "Rechenfehler". Was sagt uns das, wenn die Gewerkschaft mit falschen Zahlen operiert?

Die Zahlen sind abenteuerlich, meines Erachtens falsch und sie berücksichtigen auf keinen Fall die innovativen Wirkungen der Energiewende auf Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze. Ohne hier in eine kritische Debatte über Joseph Schumpeters Theorie der Konjunkturzyklen einzusteigen, bleibt auf jeden Fall richtig: Eine Wirtschaft, die nicht zur Erneuerung und Modernisierung fähig ist, hat schnell ihren Höhepunkt erreicht und dann geht es mit ihr bergab. Das droht der fossilen Wirtschaft.

Braunkohle schafft viel weniger Arbeit

Zitat
Die 30.000 direkt in der Branche und in ihrem unmittelbaren Umfeld Beschäftigten seien dabei unzulässigerweise addiert worden mit den 70.000 Arbeitsplätzen, die insgesamt durch die Braunkohlewirtschaft im weiteren Sinne gesichert würden, betont Maaßen.

Die aktuelle Debriv-Statistik weist übrigens für Ende Februar die Zahl von 20.100 Beschäftigten aus, die ganz direkt Braunkohle baggern oder in den Kraftwerken verstromen, die ihrerseits von Braunkohleförderern wie Vattenfall und RWE betrieben werden. Eingerechnet in die Beschäftigtenzahl sind auch 1.200 Auszubildende. Die 10.000 Arbeitsplätze, die noch zu den von Debriv angegebenen 30.000 fehlen, würden aus dem unmittelbaren Umfeld der Kohleunternehmen dazukommen, erläutert der Verband.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang_AW
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Offline Wolfgang_AW

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Kohlestreit geht weiter
« Antwort #28 am: 29. April 2015, 14:16:51 »
Kohlestreit geht weiter

Zitat
Nach einer Analyse von prognos und dem Öko-Institut im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums haben die Braunkohlekraftwerke nämlich seit dem Jahr 2000 überhaupt keinen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen in Deutschland geleistet. Im Jahr 2000 stießen sie 164 Millionen Tonnen CO2 aus, im Jahr 2015 169 Millionen Tonnen. Ohne den geplanten Klimabeitrag der Bundesregierung würden ihre Emissionen im Jahr 2020 immer noch bei 159 Millionen Tonnen liegen, so die Prognose. Die CO2-Emissionen aus Steinkohle verzeichnen dagegen zwischen 2000 und 2014 einen Rückgang um 20%. Kohlekraftwerke sind insgesamt für über 75% der Treibhausgasemissionen im Stromsektor verantwortlich, Braunkohlekraftwerke für über 50%

Die Analyse nimmt auch Bezug auf die Beschäftigtenzahlen in der Braunkohle. 16.000 Menschen waren 2014 in Tagebauen beschäftigt, 5430 in Braunkohlekraftwerken.
...
Auch das Umweltbundesamt rechnet nur mit einem sehr geringen Abbau von Arbeitsplätzen. Würde die Fördermenge in den Tagebauen um 20% reduziert, wären davon etwa 3.200 Arbeitsplätze betroffen.
...
Auch der schwedische Rechnungshof meldete sich in der vergangenen Woche zum Thema Kohleausstieg zu Wort. Die schwedische Regierungsbehörde kritisierte das Staatsunternehmen Vattenfall für den geplanten Verkauf der deutschen Braunkohlesparte. Vattenfall stelle Profite über Umweltauflagen, der Verkauf der Braunkohletagebaue und -kraftwerke sei außerdem nicht mit den Klimazielen der EU vereinbar. 
Im Herbst hatte die schwedische Regierung angekündigt, dass der staatliche Energiekonzern klimafreundlicher werden sollte. Demnach hätte Vattenfall seine Tagebaue in Deutschland nicht ausweiten dürfen.
...
Auch der deutsche Energiekonzern RWE zeigte auf seiner Hauptversammlung am vergangenen Donnerstag wenig klimapolitische Einsicht. (...) Terium kritisierte die geplante Klimaabgabe für alte Kohlekraftwerke scharf, sie würde "das sofortige Aus für einen Großteil der Braunkohletagebaue und Braunkohlekraftwerke bedeuten". Nach Angaben des Vorstands will RWE zukünftig in Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb investieren.
...
Während Kohlegegner vor den Toren der Gruga-Halle demonstrierten, konfrontierten die Kritischen Aktionäre die Teilnehmer der Hauptversammlung mit den gesundheitlichen und sozialen Folgen des Kohlebergbaus. Sie fordern, die Dividende auf 30 Cent pro Aktie zu senken und die frei werdende Summe in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren. Im Rheinischen Revier führten die Tagebaue zu hohen Feinstaubbelastungen, zum Teil würden die Grenzwerte der WHO um das Fünffache überschritten. Besonders gesundheitsschädlich sei der Feinstaub für Kinder.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang_AW


 
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Re: Gabriel muss bei Klimaabgabe nacharbeiten
« Antwort #29 am: 18. Juli 2015, 15:59:49 »
Gabriel muss bei Klimaabgabe nacharbeiten

Zitat
Punktsieg für die Kohlekonzerne im Ringen um eine Klimaabgabe für alte Kraftwerke: Nach SPIEGEL-Informationen sollen die Wirtschaftsprüfer der Konzerne berechnen, ob der Plan von Wirtschaftsminister Gabriel ihre Branche gefährdet - auf Wunsch von Kanzlerin Merkel.

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Reserve-Kraftwerke: Vergoldeter Ruhestand für kohlemeiler

Zitat
Claudia Kemfert leitet die Abteilung “Energie, Verkehr, Umwelt” am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der privaten Hertie School of Governance in Berlin.
...
Ursprünglich sollten nach Plänen des Wirtschaftsministeriums im “Kohlekonsens” zehn Gigawatt Kraftwerksleistung stillgelegt werden. Die Kohle-Lobby konterte, mehr als die Verschiebung von sechs Gigawatt in eine Reserve sei nicht drin. Der finale Kompromiss sieht nun vor, dass 2,7 Gigawatt wohlgemerkt nicht stillgelegt, sondern in Reserve gesetzt werden – und dafür zahlt der Staat obendrein eine Entschädigung in dreistelligem Millionenbetrag.
...
Klar ist jetzt: Die von der Kohlelobby in schrillsten Tönen beschworene Versorgungssicherheit bezog sich offenbar weniger auf die Stromversorgung der Deutschen in 20 Jahren (die ist nämlich auch ohne Kohle mehr als sicher), sondern offenbar allein auf die persönliche betriebswirtschaftliche Versorgung. Die “Realität” der Kohle-Industrie und ihres lautstärksten Lobbyisten, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft IG BCE, hat jedenfalls mit volkswirtschaftlicher Vernunft nichts zu tun.
...
Irreführung ist in der komplexen Energie-Welt eine leichte Übung: 1. Man werfe der Wissenschaft vor, sie sei realitätsfern – das ist ein verbreitetes Klischee und bringt jedes halbwegs komplexe Argument sofort in Atemnot. 2. Man unterstelle der Gegenseite Ignoranz, indem man behauptet, es gäbe Zahlen, die die andere Seite vergessen habe zu berücksichtigen 3. Man benutzt Zahlen, die keiner kennt und keiner kennen darf, weil es interne Unternehmenszahlen sind, beharrt aber stur auf deren Richtigkeit. 4. Und rührt dann aus diesem diffusen intransparenten Mix ein schillernde Masse, die man mit schwungvollem Pinsel auf die Leinwand wirft.
Das Getöse wurde immer lauter, auch das entsprechende Pathos darf nicht fehlen: “unbegreiflich”, “drohende Konsequenzen”, “Strukturbrüche”, „sozialer Blackout“, “zur Abschaltung gezwungen”, “leichtfertig” usw. Am Ende noch eine Prise Eigenlob aus dem Kohle-Lager: “Das sind starke Argumente, die nicht kurzerhand ignoriert werden sollten.” Und schon ist der Klimaschutz mühelos in kleinste Teile zersägt.
...
Die wissenschaftlichen Argumente finden sich unter diesem Link. Sie sind deutlich länger und machen etwas mehr Mühe beim Lesen. Aber es lohnt sich!
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang_AW

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Der Verein für gerechte Energiepreise