Autor Thema: 10-jährige Prüfung nicht bestanden.. KKS-Anlage  (Gelesen 44912 mal)

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Offline Gutachtinator

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Re: 10-jährige Prüfung nicht bestanden.. KKS-Anlage
« Antwort #60 am: 06. November 2017, 17:15:45 »
TÜV-SV hat eigentlich alles ausfürlich erläutert, aber als kleine Ergänzung:

1. Es wird ein Behälter mit einer riesigen Menge hochexplosiven Gases im Garten vergraben. Dieser Behälter unterliegt Gesetzen und Vorschriften. Hier sind es im Besonderen die Betriebssicherheitsverordnung (über die Feurerungsverordnungen der Länder oder die jeweilige Bauordnung gilt diese bei einer so gefährlichen Anlage auch für Privatpersonen), die Gefahrstoffverordnung, das Produktsicherheitsgesetz und als Technische Regeln die TRBS und die TRGS. Diese sind einzuhalten und für jedermann zugänglich. Jeder der eine solche Anlage betreibt muß sich über seine Pflichten informieren.

2. Auf Druck der Industrie und der Verbände sind sowohl im Gesetz, als auch in den Technischen Regeln die niedrigsten möglichen Anforderungen festgeschrieben worden. Für Flüssiggas gibt es mehr Ausnahmen als für jede andere überwachungsbedürftige Anlagenart.

3. ESM und SEP sind bereits günstige und schnelle "Ersatzprüfungen" für die normalerweise erforderlichen Prüfungen.

4. Stand der Technik wären eigentlich doppelwandige Behälter mit Leckageüberwachung, wie z.B. bei Benzintanks seit Jahrzehnten Standard. Die Behälter wären nur ca. 30 % teurer als einwandige Behälter. Die wiederkehrende Prüfung wäre eine Überprüfung des Warngeräts und eine Prüfung des Sicherheitsventils und für einen Bruchteil der aktuellen Prüfkosten abzuleisten. Man spart also am falschen Ende und verschenkt riesige Sicherheitsvorteile. Aber der Markt (ihr) und die Industrie will das so haben.

5. Die Verantwortung für den sicheren Betrieb hat der Betreiber. Kein TÜV keine DEKRA, keine GTÜ und auch keine Behörde. Knallt es, muß der Betreiber nachweisen, dass er alle rechtlich und technisch vorgeschriebenen Anforderungen erfüllt hat.

6. Knallt es bei Flüssiggas, dann knallt es richtig. Sucht mal unter "Flüssiggas Explosion" oder "LPG Explosion" oder "Bleve". Vor wenigen Jahren gab es mal 6 Tote bei einer Explosion......und da waren Fachleute bei der Arbeit. Kommt also bitte nicht auf die gefährliche Idee, auch nur irgendetwas selber an der Anlage rumzuschrauben.

7. Ein Hersteller verschmiert einen Beschichtungswerkstoff, der seine Funktion bei Feuchtigkeit verliert und das Prüfverfahren, welches den Pfusch aufdeckt wird hier diskreditiert. Ebenso wird das notdürftige Gesundbeten durch KKS dann noch als Schikane aufgefasst?
Eigentlich ist das ein Fall für die Marktaufsicht und die Behälter gehören alle ausgetauscht, bzw. repariert, analog zu Autos mit Schummelsoftware.
Seid doch froh, dass der Pfusch festgestellt wurde und schlimmeres verhütet wurde. Dazu sind diese Prüfungen da. Ich will die sehen, die hier rumjammern, wenn so ein Behälter leck geht und das Gas sich durch das Erdreich zum Keller durcharbeitet. Beim nächsten Lichteinschalten geht dann manchem mehr als nur ein Licht auf.

.....solange nichts passiert ist das alles ja nur Schikane und Geldmacherei. Wenn dann etwas passiert, wird nachgefragt warum nicht schärfer, besser und häufiger geprüft wurde und die Schuld bei jemand anderem gesucht. Das ist mit der BetrSichV aber erledigt: Die Verantwortung liegt beim Betreiber (in der BetrSichV "Areitgeber" und "Gleichgestellte" genannt).
« Letzte Änderung: 06. November 2017, 17:19:18 von Gutachtinator »

Offline Mannheimer25

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Re: 10-jährige Prüfung nicht bestanden.. KKS-Anlage
« Antwort #61 am: 04. Dezember 2017, 13:47:33 »
Hallo,

ich habe eine Frage zu der 10 Jahres Prüfung.

Vor ca. 5 Jahren haben wir ein Haus mit erdgedecktem Flüssiggastank gekauft. Vom Vor-Eigentümer nur die Rechnung der ersten 10 Jahres Prüfung bekommen und damit seit dem problemlos jährlich Gas bestellt.

Erst der letzte Lieferant wollte nicht nur die Rechnung sondern den TÜV Bericht.

Habe den vom TÜV bekommen und siehe da der weiterbetrieb des Tank wurde nur mit KKS Anlage erlaubt. Und die wurde vom Vorbesitzer nicht nachgerüstet und von mir aus Unkenntnis auch nicht.
Ich weiß ich bin jetzt der Betreiber und hätte mich drum kümmern müssen.

Nächstes Jahr steht jetzt die nächste zweite 10 Jahres Prüfung für den Tank an. 

Wenn ich jetzt davon ausgehe das bei der ersten Prüfung gepfuscht wurde und ich jetzt bei einer korrekten Messmethode oder einem anderen Prüfverfahren die Prüfung bestehen würde müsste ich dann trotzdem die KKS Anlage Nachrüsten, oder fängt der Prüfer gar nicht erst an mit einer Prüfung?

Meine Druckminderereinheit ist wohl auch etwas schwach auf der Brust da an der Gasheizung nur etwa 40mbar ankommen, soll ist wohl so 50mbar!?

Was für Gesamtkosten würde da ungefähr auf mich zukommen? 

Also :

-KKS
-TÜV
-Druckminderer


ich bin schwer am Überlegen das ganze Gas Zeug rauszuwerfen bin mir aber noch nicht 100% sicher.


Gruß Thomas

 

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