Autor Thema: Helaba sieht bei E.ON- Deal Gefahr aus Brüssel  (Gelesen 1870 mal)

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Offline RR-E-ft

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Helaba sieht bei E.ON- Deal Gefahr aus Brüssel
« am: 06. März 2013, 09:47:29 »
Helaba sieht bei E.ON Deal Gefahr aus Brüssel:

http://www.insuedthueringen.de/regional/thueringen/thuefwthuedeu/Bank-sieht-beim-Eon-Deal-Gefahr-aus-Bruessel;art83467,2407015

Zitat
Hintergrund ist die Zögerung der Hessisch-Thüringischen Landesbank (Helaba), den Kredit an den Kommunalen Energiezweckverband (KET) freizugeben. Hier gehe es um "Sicherheitsfragen, dass beihilferechtliche Probleme aufkommen könnten", so Zimmermann.

So gebe es unterschiedliche Einschätzungen der Risikolage für die Finanzierung. Der Zweckverband KET sehe keine Probleme, fügte er hinzu. Die Einschätzung der Helaba sei erst zu einem "sehr fortgeschrittenen Stadium" der Verhandlungen aufgetaucht. Einen genauen Zeitpunkt nannte er nicht. Auf die Frage, ob die Landesregierung hier nicht aktiv werden könne, sagte Zimmermann: "Es gehört sich nicht, dass eine Landesregierung eingreift."

Übersetzt bedeutet Zimmermanns Einlassung wohl, dass die Helaba Bedenken hat, dass sie in Brüssel in die Beihilfe-Falle tappen könnte. Der Kredit zu extrem günstigen Konditionen könnte von der EU-Kommission als versteckte Beihilfe interpretiert werden. Käme es dazu, dann müsste das gesamte Geschäft möglicherweise rückgängig gemacht werden....

Und so wird die Eon-Übernahme nun erst einmal deutlich teurer als gedacht. Denn seit dem 16. Januar fallen täglich 82 000 Euro zusätzlich an, weil das Geschäft noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Bis zu diesem Tag waren seit Jahresanfang täglich bereits mehr als 30 000 Euro Zinsen aufgelaufen. Bis zum heutigen Tag sind allein so Zusatzkosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro entstanden.


Die Kommunen sollen einen Kredit der ETE in Höhe von 400 Mio. übernehmen, welcher dieser bisher vom E.ON- Konzern gewährt wurde.
Durch zinsgünstigere Kreditkonditionen der Kommunen gegenüber dem bisherigen Kreditbedingungen soll sich dieser Kredit verbilligen,
was dem Unternehmen womöglich einen Wettbewerbsvorteil einbringen könnte.

Das Problem, dass es sich bei den zinsgünstigen Krediten um eine Beihilfe handeln könnte, wird wohl auch die KfW und die Thüringer Aufbaubank betreffen.

Helaba soll zusätzliche Sicherheiten in Höhe von 200 Mio. EUR einfordern:

http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Eon-Uebernahme-stockt-Ramelow-Landesbank-laesst-sich-Zeit-195785769

Zitat
Wie die Zeitung "Freies Wort" (Montag) berichtete, fordert die Hessische Landesbank für ihren Kreditanteil zusätzliche Sicherheiten. Dabei geht es laut dpa-Informationen um eine Summe von mehr als 200 Millionen Euro. ...

Das Thüringer Landesverwaltungsamt hatte Mitte Februar grünes Licht für die Übernahme von Eon Thüringen durch die Kommunen gegeben, nachdem das Geschäft und die Finanzierung geprüft worden waren. Der Kaufpreis der Eon-Anteile soll bei 546 Millionen Euro liegen, zudem müssen Kredite in Höhe von 400 Millionen Euro übernommen werden, die die Kommunen jedoch günstiger als das Unternehmen finanzieren können.

Fraglich, warum man ETE nicht zuvor aufgespalten hat in die Netzgesellschaft einerseits und die Vertriebsgesellschaft anderserseits,
so dass die Kommunen nur die Netzgesellschaft übernommen hätten.
Andernorts sind die Kommunen nur an den Anteilen an Netzgesellschaften interessiert:

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12480892/60889/Konzernumbau-Kommunen-muessen-Anteile-an-Eon-Edis-wandeln.html

Zitat
  In Bad Belzig ist eine heftige Diskussion entbrannt um die künftige Teilhabe an dem Energiekonzern Eon-Edis. Das derzeit zu 28 Prozent den Kommunen gehörende Unternehmen muss ab dem kommenden Jahr den Vertrieb von der Betreibung des Netzes trennen. Aus der Eon-Edis AG wird die Edis AG.

„Das ist eine Forderung der Bundesnetzagentur, der wir uns fügen werden“, erklärte der zuständige Ressortleiter der Eon-Edis AG, Thomas Reckling. Sein Unternehmen lege es nicht auf einen teuren Rechtsstreit an, sondern ordne nun die Strukturen neu, sagte Reckling vorgestern Abend im Finanzausschuss der Bad Belziger Stadtverordnetenversammlung. Die Volksvertretungen der Teilhaber-Kommunen müssen der Neuausrichtung nämlich zustimmen.

Doch was wird aus den Aktien? Die Eigner müssen sich jetzt entscheiden, in welches Geschäftsfeld sie künftig ihr Geld investieren wollen. Die Großgemeinde hält im Moment direkt 64 188 Aktien an der Eon-Edis AG. „Das entspricht einem Wert von 81 903 Euro“, sagte Kämmerin Birgit Bein. Hinzu käme noch einmal ein treuhänderisch verwaltetes Aktienpaket von 90 687 Stück, was den Gegenwert von rund 115 700 Euro ausmache, erklärte sie. Insgesamt hat Bad Belzig also Eon-Edis-Aktien im Wert von ungefähr 197 000 Euro.

Der Städte- und Gemeindebund empfiehlt den Kommunen nun eine Erhöhung der Anteile am Netz und einen Verzicht auf die Vertriebsbeteiligung. Diesen Kurs möchte man auch im Bad Belziger Rathaus einschlagen. „Das Netz bleibt regional, ich halte es nicht für sinnvoll, sich am bundesweiten Vertriebsgeschäft zu beteiligen“, erklärte Vizebürgermeister Christoph Grund. Ein Verkauf der Aktien sei für ihn nicht ratsam, sagte er.
« Letzte Änderung: 06. März 2013, 11:18:58 von RR-E-ft »

 

Der Verein für gerechte Energiepreise