Energiepreis-Protest > Care-Energy AG

Versorger Care Energy

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Netznutzer:
@ RR-E-ft

Es gibt mind. 2 Möglichkeiten für MK Energy, entweder über die ausgerollten Lastprofile, die nach MaBiS an MK gesendet wurden, und in Verbindung mit der bestätigen Jahresverbrauchsmenge haargenau den monatlichen Verbrauch wiederspiegelt. MK rechnet dann zwar nach Standard-Last-Profil ab, was aber zunächst unkritisch ist, da Abschläge mit den Kunden vereinbart werden, auf Basis der angemeldeten Menge. Dass die Ableseergebnisse an den Netznutzer übermittelt werden, erschliesst sich mir aus dem Netznutzungsvetrag noch nicht. Sollte MK nun Kunden verlieren, bekommen sie Mehr-Minder-Mengen Rechnungen und sehen die Abweichungen. Es gibt zwar Netzbetreiber, die diese noch nicht zählpunktscharf erstellen, soll aber im Gasbereich mit der nächsten KOV kommen, dann wird's im Strom auch nicht viel länger dauern.

Wahrscheinlich werden die Schlitzohren aber für den "überforderten" Kunden, der auch keine INVOIUC beherrscht, freundlicherweide kostenneutral die Dienstleistung des Abwicklers anbieten,  :)MK-Processing, Ihr Energieabwickler :), und dann die Vollmacht des Kunden so verbiegen, dass sie alles erhalten, was sie benötigen werden.

Gruß

NN

RR-E-ft:
Ein SLP- Kunde in Jena hätte bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh in 2013 folgende Netznutzungsentgelte an den örtlichen Netzbetreiber zu zahlen:

18,00 EUR/Jahr netto Grundpreis Netznutzung
  7,80 EUR /Jahr netto Messstellenbetrieb
  3,10 EUR /Jahr netto Messung
12,00 EUR/ Jahr netto Abrechnung
-------------------------------------------
40,90 EUR/ Jahr netto bzw. 3,408 EUR/Monat netto
48,67 EUR/ Jahr brutto bzw. 4,06 EUR/ Monat brutto

5,500 Ct/ kWh Arbeitspreis Netznutzung netto
1,990 Ct/ kWh Konzessionsabgabe netto
0,126 Ct/ kWh KWK- Umlage netto
0,329 Ct/ kWh § 19 NEV- Umlage netto
0,107 Ct/ kWh Offshore- Umlage netto
--------------------------------------------------------
8,052 Ct/ kWh netto bzw. 9,582 Ct/ kWh brutto

CE- Preisänderung durch Umstellung auf Netznutzung durch Kunden:

CE- Grundpreis bisher 5,874 EUR/Monat netto bzw. 6,99 EUR/ Monat brutto
CE- Grundpreis sodann 2,466 EUR/Monat netto bzw. 2,39 EUR/ Monat brutto

CE- Arbeitspreis bisher 16,723 Ct/ kWh netto bzw. 19,90 Ct/ kWh brutto
CE- Arbeitspreis sodann 8,671 Ct/ kWh netto bzw. 10,318 Ct/ kWh brutto

CE- Vertriebsmargenbetrachtung (ohne PV- Modul):

CE Vertriebsmarge aus Grundpreis 2,466 EUR/ Monat bzw. 29,59 EUR/ Jahr bzw. 0,85 Ct/ kWh bei 3.500 kWh/ Jahr

8,671 Ct/ kWh CE- Vertriebsmarge aus Arbeitspreis
0,845 Ct/ kWh CE- Vertriebsmarge aus Grundpreis
------------------------------------------------------------
9,516 Ct/ kWh CE- Vertriebsmarge gesamt

daraus Deckung von Kosten für
- EEG- Umlage,
- Strombeschaffung,
- Ökostrom- Zertifikate,
- Vertrieb
sowie Gewinn 



Agnitio:
In deiner Aufzählung fehlt noch die Stromsteuer mit 2,05Cent, die der Lieferant leisten muss. Zudem beträgt die Offshore-Umlage 0,25Ct.

Bei voller Zahlung der EEG-Umlage und einem nahezu perfekten Einkauf am Spotmarkt ergeben sich dabei:
5,277Ct + 2,05Ct + 3,5Ct ergeben Kosten von 10,827€ Netto und damit Verluste von 1,311Ct

Zuzüglich Zertifikate, Provisionen, MWST erhöht sich die Summe auch nochmal deutlich. Zudem gibt es einige Netze mit höheren NNE.
Vielleicht erklärt das, warum MK nicht mehr den Fokus auf Neukundengewinnung legen will..


RR-E-ft:
Stimmt, Stromsteuer fällt ja auch noch an.
Die Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer auf die 9,516 Ct/ kWh ist für den Stromlieferanten ein durchlaufender Posten.

     9,516 Ct/ kWh
./.  5,277 Ct/ kWh EEG- Umlage 2013, wenn Grünstromprivileg nicht in Anspruch genommen werden kann
./.  2,050 Ct/ kWh Stromsteuer
-------------------------------------
     2,189 Ct/ kWh

2,189 Ct/ kWh verbleiben für Deckung
- der Strombeschaffungskosten,
- der Kosten der Ökostrom- Zertifikate,
- der Vertriebskosten
sowie für Gewinn.

Bei solchen Deckungsbeträgen kann jede Gewinnung eines Neukunden für die Geschäftsführung womöglich als Strafe erscheinen.
Diese könnte geneigt sein, selbst hinsichtlich der Bestandskunden eine Strategie zu suchen, um diese hinreichend erfolgreich zu vergrämen.

Die angepeilten Vertragsumstellungen, bei denen für die Kunden eigene Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Netzbetreibern begründet werden sollen, werden bei den betroffenen 300.000 Kunden sicher nicht unerheblichen neuen Gesprächs- und Beratungsbedarf wecken.
Mal sehen, wer diesen wovon auch noch leisten soll. 
Womöglich verweist man die Betroffenen einfach auf eine Facebook- Seite,
wenn man diese nicht etwa deshalb schließt, weil man mit dem Treiben der US- Dienste nicht einverstanden ist.
 

Agnitio:

--- Zitat ---Die Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer auf die 9,516 Ct/ kWh ist für den Stromlieferanten ein durchlaufender Posten.
--- Ende Zitat ---

Aber vom Endkunden muss er sie ja trotzdem verlangen, damit sie durchlaufen kann!? Seine Berechnung endet also bei 16,72Ct!



Es wurde ja auf den vielen vorangegangenen Seiten ja bereits festgestellt, dass ein Geschäftsmodell ohne Verminderung(beziehungsweise je nach Netzgebiet sogar Wegfall) der EEG Umlage nicht bestehen kann. Ein deutschlandweit einheitlicher Preis bei völlig verschiedenen NNE(bis zu 7Cent) ist meiner Meinung nach nicht darstellbar. Ein paar zusammengetragene Fakten, die mir auf die schnelle einfallen:

Widersprüche bei der Kalkulation im Stromeinkauf bzgl. Einkauf an der Börse / Nutzung Grünstromprivileg
Keine oder nur verminderte Zahlung der EEG-Umlage / Klage von ÜNB
Undurchsichtiges Firmengeflecht, das offensichtlich der Umgehung zu zahlender Umlagen und Steuern dient
Angabe eines Contractingmodells - obwohl Feststellung der BNetzA, dass eine normale Stromlieferung besteht
Keine Anmeldung nach §5 EnWG "Anzeige der Energiebelieferung von Endkunden"/ Strafzahlung von BNetzA
teils unzulässige Endkunden-AGBs(Stichwort Vollmacht) / Abmahnung durch Verbraucherzentrale
angeblich verteilte Pluginmodule deren erlaubte Verwendbarkeit nicht geklärt ist(VDE/NB) / Modul-Hersteller bestreitet Zusammenarbeit
Keine Jahresabschlüsse der letzten Jahre vorgelegt / Ermittlung Bundesamt für Justiz
rätselhafte Facebooklikes in Verbindung mit nicht nachgewiesenen Projekten auf den Philippinen /  Republik Guinea-Bissau bestreitet Zusammenarbeit
Umstellung ihrer Kunden auf "Netznutzung durch den Letztverbraucher"


Für mich interessant wäre, was die jeweilige Konsequenz der festgestellten Ungereimtheiten ist. Bisher kann sich MK trotz einiger Strafzahlungen relativ frei bewegen. Und solange immer ein Geldhahn geöffnet ist, braucht man offenbar keine Konsequenzen zu befürchten. Und das auf einem eigentlich sehr streng regulierten Markt. Die Netzbetreiber werden mit Hinweis auf die Gesetze gezwungen sich auf das "Spielchen" einzulassen und bei Widerstand verklagt. Sollte die MK-Group insolvent sein, werden viele NB auf den ergebenden Rückforderungen sitzen bleiben und durch die nicht gezahlte EEG-Umlage ergibt sich eine massive volkswirtschaftliche Schädigung.
Die Konsequenz scheint letztendlich eine noch stärkere Regulierung und eine Hemmnis für die Kunden zum Lieferantenwechsel.

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