Autor Thema: Netzentgeldberechnung korrekt?  (Gelesen 3159 mal)

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Offline Chris87

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Netzentgeldberechnung korrekt?
« am: 09. Juni 2012, 12:36:34 »
Hallo liebe Forenmitglieder!

Ich hoffe es kann uns jemand folgende Sachen erklären und uns weiterhelfen.

Wir waren seit unserem Einzug im März 2011 Kunden bei der RheinEnergie AG Köln und haben nun den Anbieter gewechselt. Seit dem 01.06. sind wir nun bei Vattenfall. Selbstverständlich haben wir der RheinEnergie, mit der wir wirklich keine guten Erfahrungen gemacht haben, den letzten Zählerstand durchgegegeben.

Mit der Abrechnung kam dann die Überraschung. Der Stromverbrauch im Abrechnungszeitraum Januar bis Ende Mai 2012 würde durch unsere gezahlten Abschläge gedeckt. Allerdings sollen wir ein Netzentgeld von 119,50 für den Zeitraum Januar bis Mai 2012 zahlen und ich frage mich wo dieses Entgeld herkommt.
In der Jahresendabrechnung von 2011 haben wir dieses Netzentgeld nicht gesondert zahlen müssen und nach den Gesetzestexten und anderen Seiten, welche ich schon durchstöbert habe, sollte dieses Netznutzungsgeld im Arbeitspreis pro kW enthalten sein...

Wenn jeder Stromanbieter bei einem Wechsel solch ein hohes Netzentgeld erhebt, dann frage ich mich, wo der Sinn in einem Anbieterwechsel sein soll. Alles was man an Geld sparen könnte, geht dadurch wieder verloren und im Endeffekt zahlt man dasselbe im Jahr. Wir würden durch den Wechsel eigentlich etwas über 100 Euro im Jahr sparen, aber durch dieses Netzentgeld zahlen wir mit dem Wechsel sogar drauf....

Vielen Dank im voraus.

Offline Heinz1977

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Netzentgeldberechnung korrekt?
« Antwort #1 am: 12. Juni 2012, 07:45:11 »
Ganz einfach gesagt:
Dieses Entgelt ist für den Netzbetreiber. Der Lieferant, hier Rhein Energie, muss ein Entgelt für die Benutzung des Stromnetzes zahlen. Dies muss aber nicht nur Rhein Energie, sondern alle Lieferanten, die in diesem Netzgebiet ihren Strom liefern. Diese Kosten werden natürlich an den Endkunden weitergegeben.
Demnach werden Sie diese Entgelte immer auf der Rechnung haben. Egal von welchem Lieferanten Sie versorgt werden.
Ob die Höhe des Entgeltes korrekt ist, lässt sich pauschal nicht sagen, da es teilweise vom Ihrem Verbrauch abhängt. Dazu hat der Netzbetreiber aber ein Preisblatt auf seiner Homepage veröffentlicht, an dem man die Entgelte ganz leicht errechnen kann.

Wenn Rhein Energie die Preise der Netzentgelte bereits in den Arbeitspreisen berücksichtigt hat, wird der Ausweis der Kosten nur informatorischen Charakter haben.

Offline bolli

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Netzentgeldberechnung korrekt?
« Antwort #2 am: 12. Juni 2012, 13:12:20 »
Klar sind die Netzentgelte Preise die die Netzbetreiber von den Energielieferanten verlangen, aber genauso klar ist auch, dass ICH damit nur in sofern zu tun habe, dass der Energielieferant sie an mich weitereicht (en kann). Sprich, wenn er höhere Netzentgelte bezahlen muss, kann er versuchen, seine Energiepreise zu erhöhen (sofern er denn eine wirksame Preisanpassungsklausel und wirksam in den Vertrag einbezogene AGB hat  :D), aber sonst nichts. Und meines Erachtens kann er diese Preise nicht NACHTRÄGLIUCH erhöhen. Vorbei ist vorbei. Schließlich habe ich bei Preisänderungen meist ein Sonderkündigungsrecht, welches ich ja nachträglich kaum ausüben kann.

Im vorliegenden Fall würde ich mal nachrechnen, ob mit dem vereinbarten Arbeitspreis die geforderten Rechnungssummen erreicht werden oder ob die Netzentgelte obendrauf gefordert werden.

Für letzteren Fall würde ich höheren Preisen (Forderungen),die mit höheren Netzentgelten für die Vergangenheit begründet werden, schriftlich wiedersprechen und eventuelle Nachforderungen, die sich darauf beziehen, nicht begleichen.

 

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