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Autor Thema: Erfahrungsbericht Tanktausch Miettank gegen eigenen Tank  (Gelesen 7271 mal)

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Offline Mistert

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Hallo Forum.

Nachdem ich Anfang des Jahres ein eigenes Häuschen gekauft habe war ich in der Nutzung eines Miettanks von der Firma Tyczka. Die Verkäufer waren so nett und haben mich beim Kauf auf den Miettank hingewiesen und gleichzeitig bereits einen für mich vorbereiteten Vertrag von Tyczka vorgelegt, um den Miettank weiter zu übernehmen. Der vom Verkäufer geschlossene Vertrag hatte zu diesem Zeitpunkt noch eine Laufzeit bis Ende Mai 2011.

Da mir die regelmäßigen Zahlungen relativ hoch erschienen habe ich den vorbereiteten Vertrag noch nicht angenommen, ein wenig im Internet zu diesem Thema gesurft und bin schockiert auf dieses Forum getroffen (schockiert wegen des geschilderten Vorgehens der der Gaslieferanten, hatte ich aber als Überspitzung angesehen).

Aufgrund der Berichte hier im Forum habe ich mich trotzdem entschieden schon einmal die ersten Angebote für Kauftanks einzuholen, war jedoch von den aufgerufenen Preise sehr ernüchtert und habe erst einmal nichts unternommen, der Mietvertrag lief ja noch ausreichend lange und außerdem stand mein Umzug an.

Aufgrund des dann doch noch einmal sehr kalten Frühjahres kam es wie es kommen musste, der Tankinhalt näherte sich rapide dem Ende, so dass ich um ein warmes Haus zu behalten doch kurzfristig  Gas kaufen musste.

Also habe ich Tyczka angerufen und um eine Gaslieferung gebeten. Antwort: \"Solange Sie keinen Vertrag mit uns haben beliefern wir sie nicht. Unterschreiben Sie gefälligst den Ihnen vorliegenden Vertrag, dann werden wir Sie auch sofort beliefern.\"  Ich war baff! Da sollte meine Notlage (kaum noch Gas im Tank, eine andere Belieferung aufgrund des BGH-Urteils nicht möglich) ausgenutzt werden. Lösung in diesem Fall war, dass mein Verkäufer noch eine Gasbestellung übernommen hat und diese auch von seinem Konto zahlen musste (Geld habe ich selbstverständlich erstattet). Tyczka war jedoch so frei und hat einen \"FREUNDSCHAFTSPREIS\" von 74,41 € pro 100l abgerechnet. Wie Angie es formulieren würde, dies war für mich ALTERNATIVLOS.

Das war für mich definitiv der Auslöser um
a) von Tyczka wegzugehen
b) einen eigenen Tank zu kaufen um der Abhängigkeit zu entkommen


Aufgrund der recht hohen Angebotspreise von Anfang des Jahres habe ich bestimmt 20 verschiedene Gastankanbieter angeschrieben und von allen Preise in der Größenordnung von 2200 – 2700 € brutto für einen 4850l-Tank genannt bekommen. Dies ist mir jedoch zu teuer gewesen, vor allem da bei einigen noch Kosten für das Umfüllen des Restgases, Leitungsprüfung, etc. dazu gekommen wären.

Aus diesem Grund habe ich mir noch einen Ruck gegeben und Tyzcka gefragt, ob ich denn nicht einfach Ihren Tank übernehmen könnte, gegen eine entsprechende Ablöse versteht sich. War wie erwartet nicht möglich, aufgrund der Anfrage hatte man mir dann jedoch angeboten sofort und für die Zukunft auf die Miete des Tanks zu verzichten. Ein Schelm der Böses dabei denkt, die Miete betrug laut Angebot nur 40€ pro Jahr, die Service- und Wartungsgebühr jedoch 125€. Auf Nachfrage bezüglich möglicher Preisvergleiche mit anderen Lieferanten hat man mir eine Zusatzvereinbarung angeboten, dass entweder der günstigere Preis akzeptiert wird, oder eine Belieferung durch einen anderen Lieferanten zugestimmt worden wäre. Habe dies sehr freundlich zur Kenntnis genommen und mir erst einmal schriftlich zuschicken lassen. Telefonisch kann einem ja viel erzählt werden. Des Weiteren wusste ich aus diesem Forum, dass diese Vereinbarung ein Muster ohne Wert ist, da andere Lieferanten auch mit einer solchen Vereinbarung den Tank nicht befüllen werden. Dies wurde mir in der Zwischenzeit auch von anderen Lieferfirmen bestätigt (Kontrolle ist besser ;-).

Ich hatte mich schon mit den teuren Preisen abgefunden, bis mir mein neuer Schornsteinfeger noch einen Tipp auf zwei, durch lokale Vertriebsleiter vertretene, Gasfirmen gegeben hat. Zum Einen Scharr und zum Anderen Hoyer. Die beiden Gebietsleiter waren beide bei mir zu Hause um sich die Situation einmal anzusehen und mir sofort ein entsprechendes Angebot zu machen. Preislich haben sich beide Firmen nicht viel gegeben, sie waren jedoch deutlich günstiger als alle anderen Angebote die ich bisher erhalten hatte. Verglichen habe ich bei diesen beiden die Lieferung und Montage des Tanks und die Volllieferung mit Gas für meinen neuen Gastank.

Schlussendlich habe ich mich für die Firma Scharr entschieden und zahle für den NEUEN Tank (4850l, ohne Bodenplatte und ohne Armaturen war ja schon von vorher vorhanden) 1900€ brutto, für Gas angemessene 59,5€ pro 100l brutto ohne weitere Zuschläge. Die Zahlung einer Wartungsgebühr habe ich abgelehnt, ich bin sicher, dass ich dies kostengünstiger hinbekommen werde. Um eine Werbeprämie in meinem Bekanntenkreis zu bekommen habe ich mit Scharr einen einjährigen Liefervertrag abgeschlossen, dieser wird jedoch nach Erhalt der Prämie sofort wieder gekündigt. Da bin ich auf der sicheren Seite, da mir mit der Erstbefüllung genug Gas für die nächsten zwölf Monate zur Verfügung steht.

Zwischenzeitlich wurde der Gastank getauscht. Der Tausch dauerte keine Stunde und war völlig problemlos. (Heizung ausschalten, Tank tauschen Heizung wieder anschalten) Der Tausch wurde jedoch von einem Sublieferanten durchgeführt (Firma Gas-Service-Heße http://www.gas-service-hesse.de). Ich könnte mir vorstellen, dass man diese Firma auch direkt fragen könnte, ob eine Tanklieferung möglich wäre und wenn ja zu welchem Preis. Evtl. wäre es dann sogar noch einmal günstiger geworden.

Mein Fazit:
Der Tanktausch an sich ist absolut problemlos möglich. Man befreit sich damit aus dem Klammergriff der Gaskonzerne, den ich schon einmal persönlich erleben musste. Ich für mich rechne damit, dass ich die Kosten für den eigenen Tank durch die geringeren Tankkosten und die gesparten Servicegebühren locker in ca. 6-8 Jahren wieder drin haben werde.

Gruß T.

P.S. Nebenbei habe ich erfahren, dass mein Tanklieferant die 2-Jahres-Prüfung kostenlos übernimmt, sofern man bei ihm das Gas bestellt ;-)))

Offline Sailor

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Re: Erfahrungsbericht Tanktausch Miettank gegen eigenen Tank
« Antwort #1 am: 27. Oktober 2023, 16:22:12 »
Hallo zusammen,
habe leider vor 13 Jahren mir auch von der Fa. Tyczka einen erdgedeckten Miettank erdgedeckt andrehen lassen. Bisher lag der Mehrpreis bei 15% über dem ungebundenen netto Marktpreis, was ich zähneknirschend immer noch hinnehmen konnte. Jetzt dreht die Fa. allerdings völlig ab und liegt derzeit sage und schreibe 34% drüber!

Mir reicht es jetzt endgültig. Ich muss jetzt kündigen. Geht angeblich lt. Vertrag nur, wenn ich denen den Tank zurückliefere. Da ich den Tank eigentlich nicht wieder ausgraben möchte, habe ich heute mal gefragt, ob ich den Tank kaufen könne, oder ob ich alternativ einen gleichwertigen oder besseren Tank zurückliefern könne. Die Antwort lautete leider wie bei Knebelei auch nicht anders erwartet für beide Fälle nein. Es muss genau dieser vor 13 Jahren vergrabene Tank sein.

Jetzt meine Frage, kann mir jemand Ratschläge geben, wie man aus dieser schrägen Nr. rauskommen kann? Gibt es Präzedenzfälle an denen man sich orientieren kann? Danke im Voraus.

viele Grüße, Sailor

 

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