Energiepolitik > Fossile Energie / Atomkraft

Es geht auch ohne Atomenergie ...

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egn:

--- Zitat ---Original von nomos
@sh, immer selektiv lesen, dann kommt man nicht zum Nachdenken! Seit wann wird die Effizienz durch Subvention gesteigert? Warum sollte ein Hersteller sich um bessere Produkte bemühen, wenn er seinen Bestand auch so mit gutem Profit los wird?

--- Ende Zitat ---

Weil er wegen der Degression im Gesetz dazu gezwungen wird. In den nächsten Jahren muss er die Kosten jedes Jahr um mindestens 9 % senken sonst verschwindet er vom Markt.

Letztlich werden mit dem EEG private Gelder gezielt in den Umweltschutz gelenkt und so ein Kapitalfluss erzeugt der in einem freien Markt nie realisiert würde.


--- Zitat ---... und haben wir da jetzt die Massenproduktion in Fernost gleich mit befördert?  

--- Ende Zitat ---

Das macht gar nichts. Dies ist zusätzliche Konkurrenz die den Innovationsdruck noch weiter erhöht.


--- Zitat ---Und wenn jetzt die superbilligen Supermodule tatsächlich auf den Markt kommen, was machen Sie dann mit dem Schrott auf den Dächern?

--- Ende Zitat ---

Die bleiben alle auf den Dächern da sie nach den 20 Jahren problemlos weitere 20 Jahre Strom liefern und so den Bezug aus dem Netz reduzieren. Die EEG-Vergütung fällt dann zwar weg, aber man kann Netzstrom ersetzen. Und in 20 Jahren ist die EEG-Vergütung bei aktueller Degression weit unter den Kosten des Netzstromes.


--- Zitat ---Ein Großteil ist Sondermüll.  

--- Ende Zitat ---

Im Gegensatz zur Atomindustrie muss sich die Solarindustrie selbst um das Recycling und die Entsorgung kümmern und sie tut das heute schon.


--- Zitat ---Besser weiter subventionieren, dann spart sich mancher Solarzellenbesitzer die  Entsorgung noch auf?

--- Ende Zitat ---

Ja klar sparen sich die Besitzer die Entsorgung solange auf bis die Module nicht mehr funktionieren. Sie können damit kostenlos den Strom aus dem Netz ersetzen. Und wenn sie sie nicht mehr brauchen dann gibt es einen riesigen Gebrauchtmarkt für Module. Wir will schon etwas wegschmeißen was noch problemlos funktioniert.

Haben Sie mal ausgerechnet wie viel die kWh Solarstrom im Jahr 2029 kostet wenn die Degression bei 9 % bleibt? Knapp 6,6 ct/kWh.

Glauben Sie dass Atom- und Kohlestrom in 20 Jahren damit noch konkurieren kann?

superhaase:

--- Zitat ---Original von nomos
Seit wann wird die Effizienz durch Subvention gesteigert? Warum sollte ein Hersteller sich um bessere Produkte bemühen, wenn er seinen Bestand auch so mit gutem Profit los wird?
--- Ende Zitat ---
Weil er im Markt mit angekündigt sinkenden Preisen (Degression der Einspeisevergütungen) bestehen will (keiner investiert in teuere Fabriken, wenn er in drei oder fünf Jahren dicht machen muss); weil er einen möglichst großen Marktanteil erreichen will und somit Kunden von seinen Produkten überzeugen muss; weil er seinen Gewinn maximieren will; weil er zum absehbaren Zeitpunkt der Netzparität im Weltmarkt ein konkurrenzfähiger Mitspieler sein will und dann in Zukunft das richtig große Geld in einem riesigen Markt machen will.
All das ist geschehen und geschieht weiterhin.
Die Solarmodule werden immer besser und billiger.


--- Zitat ---... und haben wir da jetzt die Massenproduktion in Fernost gleich mit befördert?
--- Ende Zitat ---
Ja. Warum nicht?
Auch und gerade bei der Energieversorgung und den Produktionsmitteln dafür muss man global denken. Irgendeine Art von Protektionismus ist völlig daneben.
Ferner erhöht das den Kostendruck auch bei den europäischen Fabriken, was erwünscht ist.


--- Zitat ---Und wenn jetzt die superbilligen Supermodule tatsächlich auf den Markt kommen, was machen Sie dann mit dem Schrott auf den Dächern? Ein Großteil ist Sondermüll.  Besser weiter subventionieren, dann spart sich mancher Solarzellenbesitzer die  Entsorgung noch auf?
--- Ende Zitat ---
Woher nehmen Sie diese Behauptung?
Sie ist falsch.
Der weitaus überwiegende Teil der weltweit installierten Solarmodule ist kein Sondermüll und auch kein \"Schrott\" und besteht aus monokristallinen oder polykristallinen Solarzellen, Glas, Aluminium, Kupfer, Lötzinn, Kunststofffolie. Solarmodule haben heute eine geschätzte Lebensdauer von weit über 30 Jahren. Selbst danach sind sie kein unnützer Schrott, sondern enthalten wertvolle Solarzellen (Siliziumscheiben), die man sehr gut wiederverwenden und zu neuen Solarzellen aufbereiten kann, sowie wertvolle Matrialien wie Glas, Kupfer, Zinn, Aluminium. Auch diese anderen Bestandteile (bis auf die Kunststofffolie, die verbrannt wird) sind wiederverwertbar und unproblematisch (ungiftig, kein Sondermüll).
Die Recyclingquote ausgedienter oder beschädgter Solarmodule lässt allerdings noch zu wünschen übrig, das ist wohl wahr. Die Hersteller haben zwar einen Verband \"PV Cycle\" gegründet und erarbeiten freiwillige Verpflichtungen etc., aber wie überall in der freien Wirtschaft wird das nicht ausreichen. Es sollten weltweit gesetzliche Regelungen zum Modulrecycling geschaffen werden, ähnlich wie bei anderen Produkten. Einfachste möglichkeit wäre, die Solarmodule gesetzlich wie Elektronikschrott zu behandeln, indem man z.B. bei uns (EU) die Ausnahme für unbewegliche (fest installierte) Elektronik in der Elektronikschrott-Recyclingverordnung abschafft. Ich denke, das wird früher oder später kommen. Hier sollen die Umweltverbände mehr Druck ausüben.

Bezüglich der giftigen Dünnschichtmodule mit Cadmium und dergleichen, die einen kleineren Marktanteil ausmachen, besteht allerdings tatsächlich ein Müll- bzw. Recycling-Problem. Hersteller wie First Solar verkünden zwar ein umfassendes Recycling-Programm und eine Rücknahmegarantie, aber wie sie die Module verwerten und den entstehenden Müll entsorgen, bleibt nebulös.
Hier sollten strenge Auflagen und Kontrollen eingeführt werden. Die Politik ist gefragt und schläft hier leider wieder zu lange.

Bis größere Mengen an ausgedienten Solarmodule anfallen werden, ist ja noch etliche Jahre Zeit, wenn man die lange Lebensdauer der Module von 30 oder 40 oder mehr Jahren betrachtet - bis dahin werden hoffentlich gültige Gesetze und Verordnungen in Kraft treten.

Das Recycling bzw. die Entsorgung von ausgedienten Solarmodulen ist aber kein Gesichtspunkt, der die Ziele des EEG konterkariert. Auch mit strengen Rücknahme- und Entsorgungsgesetzen, die hoffentlich bald kommen werden, wird das EEG sein Ziel erreichen. Es spricht nichts dagegen - keine wissenschaftliche Studie oder Untersuchung hat bisher diesbezüglich Probleme gezeigt. Oder kennen Sie eine?

Wir kommen aber etwas vom Thema ab. Die Diskussion über Einzelheiten der Photovoltaik und deren Zukunft ist vielleicht in diesem Thread besser aufgehoben.

ciao,
sh

PS: Oh, hab Ihre Antwort übersehen, egn. Da hätte ich mir den einen oder anderen Teil sparen können. ;)

nomos:

--- Zitat ---Original von egn
Glauben Sie dass Atom- und Kohlestrom in 20 Jahren damit noch konkurieren kann?
--- Ende Zitat ---

--- Zitat ---Original von superhaase
Solarmodule haben heute eine geschätzte Lebensdauer von weit über 30 Jahren. Selbst danach sind sie kein unnützer Schrott, sondern enthalten wertvolle Solarzellen (Siliziumscheiben), die man sehr gut wiederverwenden und zu neuen Solarzellen aufbereiten kann .......
--- Ende Zitat ---
Vielleicht braucht dann kein Mensch mehr Silizium für Solarzellen. Man arbeitet daran. Glauben Sie alles was Sie da schreiben? Glauben darf man, da gibt es fast keine Grenzen ... vielleicht hat ja in 20 Jahren auch  jeder seinen Reaktor im eigenen  Garten oder das Perpetuum Mobile wurde erfunden.  ;)  Was war vor 20 Jahren? Was wird in 20 Jahren sein? Sie uns sh wissen das heute schon ganz genau? [/list]

egn:

--- Zitat ---Original von nomos
Sie uns sh wissen das heute schon ganz genau?
--- Ende Zitat ---

Nein, das haben wir auch nie behauptet.

Aber man kann die bisherige Entwicklung und die heutige Situation bewerten und dann den Verlauf in die Zukunft mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit extrapolieren.

Hier zeigen alle Zeichen in Richtung eines rasanten Ausbaus der regenerativen Energien, während der Rückbau der Atomenergie derzeit eine beschlossene Sache ist.

Natürlich kann das in 20 Jahren auch andersrum sein. Aber dafür gibt es momentan überhaupt keine Anhaltspunkte.

superhaase:

--- Zitat ---Original von nomos
Glauben Sie alles was Sie da schreiben? Glauben darf man, da gibt es fast keine Grenzen ... vielleicht hat ja in 20 Jahren auch  jeder seinen Reaktor im eigenen  Garten oder das Perpetuum Mobile wurde erfunden.  ;)  Was war vor 20 Jahren? Was wird in 20 Jahren sein? Sie uns sh wissen das heute schon ganz genau?
--- Ende Zitat ---
Ja, ich bin überzeugt von dem, was ich schreibe.
Wie egn schon sagte, gehe ich von den heute vorhandenen Informationen aus.

Im Übrigen ist Ihre Kritik im Sinne von \"keiner weiß, was in 20 Jahren sein wird\" recht unlogisch und inkonsequent.
Möchten Sie daraus folgern, dass es vergebens ist, Pläne für die Zukunft zu machen, weil wir die Zukunft eh nicht vorraussagen können? Also legen wir die Hände in den Schoß und ergeben uns dem Schicksal?

Diese Schlussfolgerung ist ganz offensichtlich Unsinn. Es lassen sich schon Vorraussagen machen, die mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem großen Teil eintreffen.
Es hat daher auch durchaus Sinn, Pläne aufgrund von heute vorhandenen Informationen zu schmieden, und dann auch danach zu handeln.
Sicher besteht immer die Möglichkeit, dass die Entwicklung dann anders verläuft. Solche Pläne müssen ja nicht als unabänderbar betrachtet werden.

Ihr Gedanke \"... vielleicht hat ja in 20 Jahren auch jeder seinen Reaktor im eigenen Garten oder das Perpetuum Mobile wurde erfunden.  Was war vor 20 Jahren? Was wird in 20 Jahren sein?\" spricht außerdem genauso gut gegen den Neubau von Atomkraftwerken und gegen die Laufzeitverlängerung der bestehenden AKWs.

ciao,
sh

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