Autor Thema: NEIN zum Ausstieg aus dem Ausstieg -BdEV unterzeichnet Campact-Erklärung  (Gelesen 66367 mal)

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Offline superhaase

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Zitat
Original von nomos
Verbraucheraspekte,  wie Versorgungssicherheit und Preisauswirkungen etc.  sind selbst in diesem Forum für Energieverbraucher sachlich nicht mehr zu diskutieren.
Das liegt vor allem daran, dass gewisse Diskutanten auf sachliche Argumente nicht eingehen wollen.
Sie haben immer noch nicht die Anregung von RR-E-ft befolgt, und dargelegt, wieviel Preisanstieg im Atomstromland BW auf Steuern und Abgaben zurückzuführen sind, und wieviel auf den Erzeuger- bzw. Versorgerumsatz (Gewinn).

Das ist der Dreh- und Angelpunkt in der aktuellen Diskussion um Preisdämpfung und AKW-Laufzeitverlängerung.

Hier wurde von einigen Leuten dargelegt, dass eine Laufzeitverlängerung nichts zur Preisdämpfung beitragen wird.
Ferner wurde dargelegt, warum man außerdem der Atomkraft skeptisch gegenübersteht, weil viele Aspekte jenseits vom Strompreis gegen die Atomenergie sprechen.

Ein weiterer Punkt, der hier und auch an anderer Stelle im Forum schon diskutiert worden ist, ist, dass die heraufbeschworene Stromlücke bei dem geplanten und schrittweise stattfindenden Atomausstieg eher eine Stromlüge der Atomlobby ist.

Dies würde ich als sachliche Diskussion von Verbraucheraspekten wie Versorgungssicherheit und Preisauswirkungen bezeichnen, trotz der oft barschen Anwürfe manches Diskutanten.

Ihre Aussage
Zitat
\"Gegen Alles\" was fossile Energiequellen ausmachen und nur Wind und Sonne ist keine ausreichende Antwort auf die Energiefragen für den geplanten Ausstiegshorizont.
entspricht auch nicht den Tatsachen.
Die von Ihnen immer erwähnte Brechstange existiert doch gar nicht.

Abgesehen davon dass eine 100% Stromversorgung aus Erneuerbaren möglich ist (Stichwort Kombikraftwerk) und in manchen Bundesländern laut einer BMU-Studie schon heute möglich wäre, hat niemand bisher den Neubau von Kohlekraftwerken verboten. Nur scheinen inzwischen auch die großen Energiekonzerne zu verstehen, dass sich neue große Kohlekraftwerke auf der grünen Wiese ohne KWK in Zukunft wohl kaum rentieren werden. Das ist ein Hauptgrund für die Investitionsverzögerungen. Die paar Bürgerproteste gegen neue Kohlekraftwerke sind nicht das große Problem, sie werden als Gründe von den Energiekonzernen aber bereitwillig aufgenommen.

Ferner sollte man nicht immer so tun, als würden mit den Kernkraftwerken auch alle Kohlekraftwerke stillgelegt. Auch nach 2022 werden heute in Betrieb befindliche Kohlekraftwerke (und wahrscheinlich auch einige Neubauten) in Betrieb sein.
Es wird keine Stromlücke geben.

Auch der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist kein \"Experiment am Verbraucher\", sondern eine Notwendigkeit, die bisher weitgehend mit Augenmaß und Vernunft vorangetrieben wird.
Nix Brechstange.
Es ist auch noch genügend Zeit, um auf weitere ENtwicklungen zu reagieren und die Energiepolitik anzupassen.

Der Atomausstieg ist seit langem geplant, und stellt kein Problem dar.

Außerdem hat ja Herr Gabriel die Konzerne auf die Möglichkeit hingewiesen, alte, unsicherere Meiler früher stillzulegen, und die Reststrommengen auf neuere, sicherere Meiler zu übertragen. Das könnten Sie ohne Hindernisse tun und somit Atomstrom bis weit über 2022 hinaus mit den modernsten Meilern in Deutschland erzeugen.
Dagegen wird kaum einer was einzuwenden haben.
Das ist im Ausstiegsgesetz so vereinbart.
Es wäre auch die wirtschaftlichste Vorgehensweise für die Konzerne, wenn man nicht fest mit dem Austieg vom Ausstieg rechnet.

ciao,
sh
8) solar power rules

Offline RR-E-ft

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@nomos

Sie werfen hier die (rhetorische?) Frage auf, woher denn die Information stamme, dass Atomstrom billig sei- und verweisen dazu auf einen Beitrag von mir.

Die genannten durchschnittlichen 2 Ct/ kWh Stromerzeugungskosten der deutschen Kernkraftwerksbetreiber (angeblich inklusive aller Folgekosten) stammt offensichtlich von der Energielobby, nämlich von deren Seite http://www.energie-fakten.de Die Lehrstühle sog.  unabhängiger Wissenschaftler sind von der Energiewirtschaft gesponsert. Ich dachte, dies sei allgemein bekannt und man müsse deshalb nicht besonders darauf hinweisen. Aber möglicherweise bedarf es sogar noch eines Hinweises, worum es sich beim Lobbyverband BDEW handelt (ein endloser  Quell stets objektiver Informationen?).

Der Atomstrom ist in der Erzeugung billig für die Energiekonzerne, jedoch über die Strompreise keinesfalls billig für die Verbraucher, sondern genauso teuer wie der Strom aus dem teuersten zur Bedarfsdeckung gerade benötigten Kraftwerk (merit-order- Preisbildung), somit für die Betreiber extrem profitabel. Daraus erwächst überhaupt erst das große Interesse der Betreiber an einer Laufzeitverlängerung. Wären sie nicht hochprofitabel, gingen sie vom Netz. Durch externe und somit sozialisierte (Folge-)kosten kommt er den Steuerzahler in noch nicht bezifferbarem Umfang zukünftig nochmals teuer.

Atomstrom ist kein Ökostrom. Wenn sich jedoch nur genug Dumme fänden, würden die Konzerne den Atomstrom - selbstverständlich gegen Aufpreis - wohl auch noch als \"Ökostrom\" an die Verbraucher bringen.  Einige Politiker könnten sich wohl sogar noch als Verkaufshelfer für derlei Ökostrom finden. [In schon lange in Betrieb befindlichen, abgeschriebenen Wasserkraftwerken kostengünstig erzeugter Strom wird auch bereits gegen Preisaufschlag als Ökostrom vermarktet].

Ich dachte, mich insoweit immer klar ausgedrückt zu haben und bin deshalb etwas verwundert über die gebotene Sachlichkeit der Diskussion.

Es geht beim Atomkonsens nicht um ein willkürliches Abschalten bestehender Anlagen, sondern schlicht und ergreifend um Vertragserfüllung, nämlich die Erfüllung des Vertrages, den die Energiekonzerne mit der Bundesregierung schriftlich abgeschlossen haben. Woher man darauf kommen könnte, dass es um ein willkürliches Abschalten bestehender Anlagen ginge, ist nicht nachvollziehbar. Der sog. Atomkonsens- Vertrag ist im Netz veröffentlicht und man sollte ihn ggf. gelesen haben, bevor man hier sehr gewagt erscheinende Thesen aufstellt.

Es gibt eine erhöhte Strahlenbelastung u. a. bei Wildpilzen in Bayern, die auf den Unfall in Tschernobyl zurückzuführen ist. Verzehrt man solche (im Übrigen ungiftige) Pilze, fällt man deshalb nicht tot um. Daran festzumachen, dass alles in bester Ordnung sei, ist indes ein Trugschluss.

Im Kern geht es nämlich nicht darum, sondern vielmehr  darum, was geschehe, wenn es zu einem ähnlich tragischen Unfall in Deutschland käme, der möglicherweise auch auf einem terroristischen Angriff gründen könnte. Dann stellt sich nicht nur die Frage des Verzehrs von Wildpilzen völlig neu... Und daneben gibt es eben viele weitere - bisher ungelöste - Probleme, welche sich durch eine Laufzeitverlängerung offensichtlich vergrößern.

Und es wird eben niemand vom Atomausstieg überrascht, der nach langen harten Verhandlungen seit 2000 zwischen Bundesregierung und Energiekonzernen vertraglich vereinbart ist. Warum die Energiekonzerne noch 2000 ff. die erneuerbaren Energieen bekämpften und aus ihren Netzen verbannen wollten und erst jetzt selbst Milliardenbeträge in diesem Bereich investieren wollen, muss man diese fragen. Besser wäre es gewesen, die entsprechenden Investitionen wären bereits erfolgt.

Dadurch, dass seit 1998 und auch nach Abschluss des Atomkonsens- Vertrages in keinem nennenswerten Umfang neue Kraftwerke gebaut wurden, wurden die Kapazitäten der Anlagenbauer heruntergefahren. Nun trifft die Nachfrage nach neuen Kraftwerken auf knappe Kapazitäten der Anlagenbauer. Die Errichtungskosten haben sich auch wegen gestiegener Rohstoffpreise teilweise fast verdoppelt. Deshalb stehen heute viele geplante neue Gaskraftwerke, aber auch Kohlekraftwerke wirtschaftlich auf der Kippe, weil ihre Rentabilität in Frage steht. Im Falle eines Ausstiegs aus dem Ausstieg könnte sich diese wirtschaftliche Problematik noch verstärken. EnBW hat Planungen für  Gaskraftwerke abgesagt, vorgeblich, weil man keinen langfristigen Gasliefervertrag ohne Ölpreisbindung abschließen konnte....

Die sog. Stromlücke ist von den Energiekonzernen hausgemacht, weil sie nicht früher investiert haben. Es war doch von Anfang an klar, in welchem Umfange Ersatz her muss. Eine Lücke- so es eine solche überhaupt geben sollte, kann niemanden überraschen. Die Energiekonzerne selbst haben seit 1998 das Angebot an Erzeugungskapazität in Deutschland verknappt. Dabei handelt es sich um eine Strategie der Konzerne, die man in deren im Internet veröffentlichten Strategie- Papieren teilweise nachlesen kann. Es geht bei der Verknappung der Erzeugungskapazitäten darum, das Strompreisniveau profitmaximierend nach oben zu treiben.

Um das Sozialisieren der wahren Kosten der Kernenergienutzung zu Lasten der privatisierten Gewinne zurückzudrängen, wäre wohl eine besondere Steuer auf Atomstrom notwendig (Ziel: Internalisierung externer Kosten) Auf eine solche wurde indes im vereinbarten Atomkonsens seitens der Bundesregierung ausdrücklich verzichtet. Fällt der Atomkonsens, muss deshalb auch wieder an eine Sondersteuer auf Atomstrom nachgedacht werden.


Wo bleibt denn Ihre sachliche Analyse anhand der eigenen Stromrechnungen seit 2003 zu den preislichen Auswirkungen eines hohen Kernenergieanteils am Strommix? Darf man dazu noch etwas erwarten?

Trittin zur Laufzeitverlängerung: \"Der pure Leichtsinn\"

Gabriel gegen Laufzeitverlängerung

Offline sabine24

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NEIN zum Ausstieg aus dem Ausstieg -BdEV unterzeichnet Campact-Erklärung
« Antwort #47 am: 01. August 2008, 12:15:08 »
vielen Dank für Ihren Artikel, rr-ef-t, bin ganz Ihrer Meinung, erst letzte Woche gab es ja einenAtomunfall in Frankreich und ich frage mich schon, was passiert bei einem wirklich großen GAU??? Und es war der vierte Unfall in einem Monat, nachzulesen hier: http://informelles.de/wordpress/2008/07/24/atomunfall-nr-4-in-diesem-monat/ . Und ganz richtig gibt es eine Endlösung für Atomabfälle? Nein, gibts nicht, also verstehe ich nicht wirklich, warum hier dazu noch so diskutiert wird. Sicher ist der Aspekt der hohen Preise nicht außer acht zu lassen, aber ich bin ganz sicher, dass es längst Möglichkeiten gäbe und diese nur nicht genutzt bzw. überhaupt erst öffentlich gemacht werden. Wie auch immer, ich kann mich noch gut an Tschernobyl erinnern und habe keine Lust, sowas noch mal zu erleben und die Überlebenden von damals sicher auch nicht.

Offline RR-E-ft

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NEIN zum Ausstieg aus dem Ausstieg -BdEV unterzeichnet Campact-Erklärung
« Antwort #48 am: 01. August 2008, 12:41:40 »
@sabine24

Wenn sogar jemand, der angibt im August 1983 geboren zu sein, sich noch gut an die Ereignisse um den Unfall in Tschernobyl vom April 1986 erinnern kann, dann ist wohl  klar, welch einschneidendes Ereignis dies gewesen sein muss.  ;) [Womöglich waren viele unschuldige  Kinder seinerzeit von Hausarrest betroffen und blieben traumatisiert.]

Offline nomos

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NEIN zum Ausstieg aus dem Ausstieg -BdEV unterzeichnet Campact-Erklärung
« Antwort #49 am: 01. August 2008, 12:49:25 »
Zitat
Original von sabine24
......Wie auch immer, ich kann mich noch gut an Tschernobyl erinnern und habe keine Lust, sowas noch mal zu erleben und die Überlebenden von damals sicher auch nicht.
    Bemerkenswertes Erinnerungsvermögen! Was man alles im zarten Alter von zwei Jahren erlebt und auch noch gut in Erinnerung behält.

    Wer schaltet denn all die so maroden Kernkraftwerke in Frankreich, Großbritannien, Schweiz etc. ab. Wer verhindert, dass auch noch neue gebaut werden? Tschernobyl war ja immerhin kein deutsches Kraftwerk wenn ich mich richtig erinnere. Wenn die Nachbarn aber nicht freiwillig abschalten, was dann?

    Es ist wirklich nicht zu ändern, der Ausstieg ist nicht mehr sachlich und vernünftig in Deutschland zu diskutieren. Wenn nicht hier in einem Energieverbraucherforum, wo sonst?

Offline RR-E-ft

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« Antwort #50 am: 01. August 2008, 12:52:01 »
@nomos

Letzterer Beitrag hat die sachliche Diskussion entschieden vorangebracht. ;)

Am einleuchtendsten erscheint mir folgendes Argument:

Zitat
Wer schaltet denn all die so maroden Kernkraftwerke in Frankreich, Großbritannien, Schweiz etc. ab. Wer verhindert, dass auch noch neue gebaut werden? Tschernobyl war ja immerhin kein deutsches Kraftwerk wenn ich mich richtig erinnere. Wenn die Nachbarn aber nicht freiwillig abschalten, was dann?

Schwer zu sagen, wer verhindern könnte, dass neue marode Kraftwerke gebaut werden. Ironie aus. ;)

Die im Bau befindlichen neuen Kraftwerke sollen mit denen, um deren Laufzeitverlängerung es hier geht, aufgrund höherer Sicherheitsstandards [so die Branche] nicht vergleichbar sein.

[Der Ausstieg wurde in Deutschland umfassend diskutiert. Danach hat man den Atomkonsens- Vertrag geschlossen].

Offline nomos

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« Antwort #51 am: 01. August 2008, 13:03:22 »
Zitat
Original von RR-E-ft
@nomos

Letzterer Beitrag hat die sachliche Diskussion entschieden vorangebracht. ;)

Am einleuchtendsten erscheint mir folgendes Argument:
......
    RR-E-ft, das war kein Argument, das waren  Fragen! Sachlich!

    Die \"Neuen\" sind doch auch nicht ohne Risiko?. \"Marode\" sind die doch im Auge mancher Betrachter schon bevor sie in Betrieb gehen.  ;)

Offline RR-E-ft

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« Antwort #52 am: 01. August 2008, 13:24:57 »
@nomos

Bei Lichte betrachtet ist die Kernenergienutzung eine Risikotechnologie mit bisher vielen ungelösten Problemen, die sich nicht einfach wegfragen lassen.

Die in Europa im Bau befindlichen neuen Kraftwerke sollen entschieden sicherer sein als die bisher im Betrieb befindlichen. Daraus folgt unschwer, dass die bisher im Betrieb befindlichen Kraftwerke nicht so sicher wie möglich sind. Vom Sicherheitsstandard her gibt es dabei auch noch entscheidende Unterschiede zwischen den ältesten Kernkraftwerken und den zuletzt in Deutschland in Betrieb gegangenen Anlagen. Eine Laufzeitübertragung (bzw. Reststrommengenübertragung) von älteren auf neuere Anlagen ist nach dem Atomkonsens- Vertrag ausdrücklich möglich.

Darum geht die Diskussion indes gar nicht. Die deutsche Atomlobby will eine Laufzeitverlängerung für alle Anlagen, gerade auch die ältesten, die deutlich in die Jahre gekommen sind.

Wenn der Trabant P50 noch fährt, man mit dessen Sicherheit (keine Knautschzone, kein Airbag...) zufrieden ist, dieser durch den TÜV kommt, dann ist es nicht verwehrt, neue Reifen aufzuziehen und damit weiterzufahren. Möglicherweise hat man bei betagten Atomanlagen andere Maßstäbe anzulegen als bei der - bei einigen sehr beliebten - \"Renn- Pappe\" aus Zwickau. [Wenn das Fahrzeug durch den TÜV kommt, wer wollte dann bestreiten, dass man damit sicher auf der Straße unterwegs ist? Deutschland hat weltweit die sichersten Trabbis. In anderen Ländern sind wohl noch weit unsichere Fahrzeuge ohne TÜV unterwegs...]

Offline RR-E-ft

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« Antwort #53 am: 01. August 2008, 14:40:17 »
BT-Drs. 16/9979 vom 15.07.2008

Die Bundesregierung zeigt den Ablauf des europaweiten Atomalarms im Juni 2008 in Deutschland auf und gibt u.a. Antwort darauf, wer in welcher Höhe haftet, wenn es zu nuklearen Schäden in Europa, speziell in Deutschland, kommt. Es ist auch von projektierter Lebensdauer eines KKW, geplanter Lebensdauerverlängerung und Alterungsmanagementprogramm die Rede.

Offline vknuth

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« Antwort #54 am: 01. August 2008, 14:52:36 »
Köstlich, der Vergleich mit dem Trabant!
Die Sicherheit der AKWs wurde uns seit Töpfer immer beteuert. Wenn die neu geplanten noch sicherer sein sollen, hat man uns bisher ganz schön belogen.

Zudem ist viel \"alte\" Sicherheit von sog. linken Spinnern und Kommunisten durch Gerichtsbeschlüsse erzwungen worden, gegen den erbitterten Widerstand der Betreiber, die sich heute mit  dieser - relativen - Sicherheit brüsten.

Ich möchte noch die behauptete Klimafreundlichkeit der AKWs ansprechen.
Richtig ist, daß Kernkraftwerke kein CO2 abgeben.
CO2 verhindert ja mit, daß Wärme in den Weltraum abgesrahlt wird.
Weniger CO2 - weniger Wärme in der Biosphäre.
Man kann überflüssige Wärme auch gleich direkt  vermindern/vermeiden. Spitzen-Wärme-Müll-Schleudern sind die AKWs.
Nach alten (!) Unterlagen, das wird sich nicht wesentlich geändert haben,  durfte ein 1000MW-Meiler 40 Kubikmeter (40 000 l) Kühlwasser um 10°C erhöhen, pro sek, wohlgemerkt. Flüsse,Meere und Luft werden direkt, ohne Umweg über CO2, beheizt.
AKWs  wandeln 2/3 der eingesetzten Energie in Abwärme und nur 1/3 in Strom um. AKWs sind also klimaschädlich, Herr Glos.
Finanziell gesehen: Mit einer KWh für Strom bezahlen wir gleich zwei für die Klimakatastrophe mit.

Offline RR-E-ft

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« Antwort #55 am: 01. August 2008, 15:16:24 »
@vknuth

Möglicherweise könnten ja Dr. Hohlefelder & Co. vom Deutschen Atomforum e.V.  Mut zu liebevoll gepflegter, betagter Technik beweisen, indem sie symbolträchtig mit einem Trabant P50, gerade erfolgreich durch den TÜV kommend, auf der Bundesautobahn von München nach Berlin fahren. Gern mit Hut. Vollkommen sicher. Es ist bisher noch immer gut gegangen....  Dann könnten sie in Berlin mit der Kanzlerin und den Abgeordneten des Deutschen Bundestages vor der deutschen und internationalen Presse noch einmal öffentlich über zuverlässige deutsche Technik diskutieren unter der Überschrift \"Nach Laufzeitverlängerung sicher ans Ziel.\"  

Schließlich sollen wir auch betagter Technik vertrauen. \"Zurück in die Zukunft.\"

Zitat
Sabrina schreibt:
Juni 9th, 2008 um 18:41
Der Trabant ist ein Teil deutscher Ingenieurskunst. Auch wenn er von vielen belächelt wurde und wird, ist er eines der robustesten Autos. Und man kann auch noch selber etwas reparieren, was ja heutzutage kaum möglich ist.

Am Trabbi lässt sich noch selber schrauben. In deutschen Atomkraftwerken wird derweil massenhaft gedübelt....

Offline superhaase

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« Antwort #56 am: 01. August 2008, 15:40:46 »
Zitat
Original von nomos
Wer schaltet denn all die so maroden Kernkraftwerke in Frankreich, Großbritannien, Schweiz etc. ab. Wer verhindert, dass auch noch neue gebaut werden? Tschernobyl war ja immerhin kein deutsches Kraftwerk wenn ich mich richtig erinnere. Wenn die Nachbarn aber nicht freiwillig abschalten, was dann?
Soll das ein Argument für den Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke sein?

Na ich weiß nicht.....

Man stelle sich vor, ich und mein Nachbar haben die Hosen voll. Er weigert sich, die Hose zu wechseln, weil mit vollen Hosen gut Stinken ist, und er sinkt halt gern - zur Abschreckung. ;)
Soll ich mir deshalb auch den Ballast in der Hose weiterhin antun, obwohl ich gar nicht stinken will? (Außerdem juckt\'s schon)

Für mich keine Frage: NEIN!     :tongue:

ciao,
sh
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Offline nomos

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« Antwort #57 am: 01. August 2008, 16:26:13 »
Zitat
Original von superhaase
Man stelle sich vor, ich und mein Nachbar haben die Hosen voll.
    @sh, wechseln Sie erstmal die Hose.

    Vermisst habe ich jetzt diesen Hinweis:

Zitat
Original von RR-E-ft
Letzterer Beitrag hat die sachliche Diskussion entschieden vorangebracht.
[/list]

Offline RR-E-ft

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« Antwort #58 am: 01. August 2008, 16:38:43 »
@nomos/sh

Puuh! Wenn sich Nachbarn ggf. daran machen, die Basis der regionalen Biomasse-/ -gasproduktion deftigst zu verbreitern, dann sollten wir das hier nicht weiter vertiefen.
==========

Weiteren Diskussionsstoff zum Thema bietet Bärbel Höhn (Grüne) aktuell bei SPIEGEL online

Die dabei genannten Zahlen und Fakten bedürfen ggf. einer Nachrecherche.

Offline nomos

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« Antwort #59 am: 01. August 2008, 17:18:02 »
Zitat
Original von RR-E-ft
Die dabei genannten Zahlen und Fakten bedürfen ggf. einer Nachrecherche.
    Interessant sind vielleicht die Grafiken, obwohl die auch nicht gerade neu sind (2007 oft noch als Prognose).
    Ansonsten ist das alter  Tobak; nichts Neues aus NRW:
Zitat
Höhn: Diese Zahlen sind falsch.
Höhn: Das stimmt doch nicht.
Höhn: Ich zahle für Ökostrom netto 17 Cent.
    Der Verbraucher zahlt aber brutto Frau Höhn!
Zitat
Höhn: Dazu kommt, dass die großen Konzerne ihre Rücklagen für die Endlagerung bis heute nicht versteuern müssen,.....
    Sind das jetzt Rücklagen oder eigentlich Rückstellungen Frau Höhn? Welche Unternehmen versteuern Rückstellungen, welche Rücklagen? Vielleicht sollte man hier noch  präzisieren. Versicherungen sind nicht ausreichend. OK! Aber Vorsicht, bei der geforderten Erhöhung der Deckung würden die Kosten doch als Betriebsausgaben abgesetzt und auch nicht versteuert.
Schwieriger Ausstieg! Die Bandbreite einer Volkspartei hält das nicht aus. Mal sehen wie das die GRÜNEN weiter meistern.

 

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