Autor Thema: Ende der Subventionen - das Aus für den Steinkohlebergbau  (Gelesen 273 mal)

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Offline Wolfgang_AW

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Einige Unerschütterliche glauben ja immer noch, der Einsatz von fossilen Energieträgern wäre erheblich günstiger gewesen als die nun ständig wachsenden EE.
Politische Klüngelei + enorme Subventionspolitik offenbart sich im Steinkohleabbau, der bereits vor Jahrzehnten unrentabel war, demnächst aber endgültig zu Grabe getragen wird.

Was wurde aus dem Steinkohlebergbau?

Zitat
Denn vom 1. Januar 2019 an wird die Bundesrepublik Deutschland aufhören, die heimische Steinkohleförderung zu subventionieren. Dann ist Schicht im Schacht. In Ibbenbüren und in Bottrop, den letzten beiden deutschen Zechen. Endgültig.
Der Abschied zieht sich hin, seit sechs Jahrzehnten. ... ,da war der deutsche Steinkohlebergbau schon wirtschaftlicher Unsinn. 1957 hatte die Krise begonnen: Die Halden im Ruhrgebiet türmten sich immer höher, die Bergwerke wurden ihr Zeug nicht mehr los. Importierte Kohle war viel preiswerter.
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200 Milliarden Euro an Subventionen
 
Doch die Kohleindustrie war noch nicht am Ende: längst nicht. Bosse und Gewerkschafter verbündeten sich miteinander. Sie mobilisierten ihre Leute, schlossen enge Bande mit der Politik: allen voran mit der SPD, aber auch mit der CDU. Und die Volksvertreter ließen die Energieverbraucher und Steuerzahler die Zeche zahlen. Zuerst schufen die verantwortlichen Politiker mit dem Kohlepfennig einen Aufschlag auf den Strompreis. Und als das Bundesverfassungsgericht 1994 die Abgabe als verfassungswidrig verbot, wurde das Geld den öffentlichen Haushalten entnommen. Rund 200 Milliarden Euro habe die Subventionierung des Steinkohlebergbaus die Steuerzahler gekostet oder werde sie noch kosten, sagt der Energieökonom Manuel Frondel vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung:
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Während australische Kraftwerkskohle 2016 auf dem Weltmarkt im Schnitt rund 64 Euro pro Tonne kostete, liegen die Produktionskosten in Ibbenbüren - offiziell - bei 150 Euro je Tonne. Die RAG, Betreiber der letzten beiden deutschen Zechen, verkauft die Kohle zu Weltmarktpreisen an den Versorger RWE und andere Abnehmer, die Verluste trägt der Steuerzahler. In Ibbenbüren kostete 2015 jede geförderte Tonne den Staat im Schnitt mehr als 100 Euro je Tonne. (...) Ökonom Frondel hat kein Verständnis für den Kompromiss: "Für mich war es unfassbar, dass nach fünf Jahrzehnten Zuschussgeschäft noch einmal ein weiteres Jahrzehnt lang Subventionen gezahlt werden."
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"Es ist unfassbar, wie weich die Bergleute gelandet sind", kritisiert Frondel. Persönlich sei das jedem zu gönnen. Aber die Allgemeinheit müsse den Ausstieg teuer bezahlen: mit rund 70 Milliarden Euro Subventionen, die nach 2006 noch einmal angefallen seien. "Die Lobby ist extrem verquickt mit der Politik", sagt Frondel.


Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang_AW
 
« Letzte Änderung: 02. Juli 2017, 17:27:26 von Wolfgang_AW »
„Es hat sich bewährt, an das Gute im Menschen zu glauben, aber sich auf das Schlechte zu verlassen.“

(Alfred Polgar)

 

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