Autor Thema: NEMoG - Netzentgeltmodernisierungsgesetz  (Gelesen 1093 mal)

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Offline Wolfgang_AW

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NEMoG - Netzentgeltmodernisierungsgesetz
« am: 02. April 2017, 14:10:16 »
Streit um Abschaffung der vermiedenen Netzentgelte

Zitat
Die Bundesregierung will die vermiedenen Netznutzungsentgelte abschaffen. Nicht nur die Betreiber von dezentralen KWK-Anlagen sind betroffen, die Streichung lässt paradoxerweise auch die EEG-Umlage für die Stromverbraucher weiter ansteigen. Doch Widerstand kommt aus der Wirtschaft sowie den Bundesländern.
Die Bundesregierung hat den Entwurf für das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) auf den Weg gebracht, das unter anderem die Abschaffung der vermiedenen Netzentgelte beinhaltet.
...
Durch das NEMoG sollen die vermiedenen Netzentgelte durch Änderungen insbesondere des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) langfristig abgeschafft werden. (...) Nach den Plänen der Bundesregierung sollen die vermiedenen Netzentgelte schrittweise bis zum Jahr 2030 entfallen. Doch der Bundesrat hat gegen diesen Gesetzentwurf gestimmt und für eine Differenzierung plädiert.
...
Die Pläne der Bundesregierung entlasten die Netzkosten, belasten aber gleichzeitig das Umlagekonto nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Zu den EEG-Einnahme-Posten zählen auch die vermiedenen Netzentgelte. Diese Einnahmen beliefen sich im Jahr 2016 auf etwa 880 Mio. Euro (2015: rd. 820 Mio. Euro). Dieser Einnahmeposten auf dem EEG-Konto soll durch das NEMoG stufenweise und ersatzlos gestrichen werden. Die fehlenden Einnahmen könnten am Ende auf über eine Milliarde Euro jährlich steigen. Diesen Fehlbetrag müssen die Stromverbraucher durch die Zahlung einer höheren EEG-Umlage wieder ausgleichen.

"Der Verbraucher wird's schon richten."  ;)

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang_AW

„Es hat sich bewährt, an das Gute im Menschen zu glauben, aber sich auf das Schlechte zu verlassen.“

(Alfred Polgar)

Offline Netznutzer

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Re: Vermiedene Netzentgelte
« Antwort #1 am: 02. April 2017, 15:57:36 »
Zitat
"Der Verbraucher wird's schon richten."  ;)

Der Verbraucher richtet's bereits und zwar seit mehr als einem Jahrzehnt, es wird nur nicht so gern darüber geredet. Es sind, wie üblich, die versteckten EEG-Kosten, die man aus der EEG-Umlage herausgenommen hat, und die dort selbstverständlich reingehören. Warum also zum Jahr 2030? Weil voraussichtlich bis dahin die EEG-Umlage sinkt, und die vNNE weiterhin die Netzentgelte belasten würden. Das hat man aber seitens des SPD-geführten Wirtschaftministeriums nicht so gern, denn wie sagte schon unser Siggi: € 40,-- die die Reduktion der EEG-Umglage den (alle NiPris) Verbraucher für die energieintensive Industrie kostet, ist akzeptabel." Auch eine Sichtweiseise. So sinken die Netzentgelte auf einen Schlag um die 800. Mio und belasten die EEG-Umlage, die die energieintensive Industrie nicht zu zahlen braucht, und die man nach der jetzigen Systematik an alle EEG-Einspeise hätte direkt zahlen müssen! Allerdings schon komisch, da viele Kommunen für Ihre nach KWK geförderten Kraftwerke bislang die vNNE direkt ausgezahlt bekommen, was unterm Strich natürlich wesentlich höher ist, als die Reduktion des Netzentgeltes.  Andererseits darf man schon fragen, warum Energieanlagen über Netzentgelte subventioniert werden, die ausschliesslich von Verbrauchern auf der Ausspeiseseite gezahlt werden. Es geht also für die Verbraucher um nichts, für die energieintensiven um einen Schnaps und für die Nicht-EEG-Einspeiser evtl. um die Rendite. Diese sollte aber bis 2027 bereits erwirtschaftet worden sein. Schliesslich hat man bei der letzten KWK-Änderung den Kommunen noch mal einen ordentlichen Schluck aus der Subventionspulle für abgeschriebene Altanlagen zukommen lassen.

Geht doch.

Gruß

NN

Offline EviSell

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NEMoG -Gesetz für einheitliche Strom-Netznutzungsentgelte
« Antwort #2 am: 26. August 2017, 20:00:11 »
Artikel vom 11.03.2017: Bundesrat für einheitliche Netzentgelte - Ostdeutschland erleichtert

Zitat
Die einen sprechen von einem „großen Sieg“, die anderen von einem Teilerfolg. Zumindest stimmt der Bundesrat dafür, die Benachteiligung der ostdeutschen Länder bei den Netzentgelten zu beenden.
...

https://www.thueringen24.de/thueringen/article209903005/Bundesrat-fuer-einheitliche-Netzentgelte-Ostdeutschland-erleichtert.html

Da bin ich ja mal gespannt, wie hier im Hochpreis-Netzentgelt-Gebiet sich das entwickelt. Wär ja nicht schlecht, wenns mal nach unten gehen würde.

Artikel vom 3. Jul 2017: Einheitliche Netznutzungsentgelte
Zitat
Das beschlossene Netzentgeltmodernisierungsgesetz wird die Entgelte für die Netznutzung in Deutschland vereinheitlichen. Zusätzlich werden sich u.a. Änderungen bei KWK-Anlagen, volatil einspeisenden Erneuerbare Energien-Installationen und der Kostenumlage der Netzintegration der Offshore-Windkraft ergeben.
...


https://www.ispex.de/einheitliche-netznutzungsentgelte/

« Letzte Änderung: 26. August 2017, 20:56:45 von EviSell »

Offline MezzoMan

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Re: NEMoG - Netzentgeltmodernisierungsgesetz
« Antwort #3 am: 07. September 2017, 11:43:11 »
Hallo,

genauso ist es, der Verbraucher wird es schon richten!

Gruß

MezzoMan

 

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