Autor Thema: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende  (Gelesen 2928 mal)

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Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« am: 15. Dezember 2016, 00:36:42 »
https://www.welt.de/wirtschaft/article160300945/Gutachter-entlarven-Schoenfaerberei-bei-der-Energiewende.html

Jetzt belegen schon die eigenen Regierungswissenschaftler, wie ineffizient das EEG ist. Kaum CO2 Einsparung, 8 Mrd. € Einsparung fossiler Brennstoffe, mehrfach kompensioert durch Strom-und Ökosteuer, Vielen Dank dafür ROT-GRÜN, stehen 23 Mrd. Mehrausgaben für unnützen Strom gegenüber.

Für Politiker eine echte

Erfolgsstory EEG

Gruß

NN

Offline superhaase

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #1 am: 31. Dezember 2016, 15:08:12 »
Ja, größtenteils richtig.
Das EEG wurde aber nicht dazu erdacht, CO2-einzusparen. Das wird gerne verwechselt.
$1 des EEG sagt zum Zweck:

"(1) Zweck dieses Gesetzes ist es, insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern, fossile Energieressourcen zu schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu fördern."

Von CO2-Reduzierung steht da nix.
Fossile Resourcen zu schonen, ist zwar ein Aspekt, aber eben auch nur einer von mehreren.

Wenn es um CO2-Ziele und deren Verfehlung geht, hilft es also nicht, auf das EEG zu schauen.

Wichtigstes und richtiges Fazit der Experten in dem Gutachten:

"Deshalb empfiehlt die Kommission der Regierung einen vollständigen „Systemwechsel“. Nachhaltig finanzierbar sei die Energiewende nur, wenn der Europäische Emissionshandel verschärft werde. Wenn dies außenpolitisch nicht durchsetzbar sei, könne Deutschland selbst Mindestpreise für emittierte CO2-Mengen einführen."

Dem ist voll zuzustimmen.
Ich fürchte nur, dass man nicht auf die Experten hören wird, sondern nur auf die Braunkohle-Lobby (hauptsächlich wegen RWE).
8) solar power rules

Offline RR-E-ft

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #2 am: 03. Januar 2017, 15:35:43 »
Wenn es heißt "insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes",
dann ist wohl klar, dass es vorrangig um den Klima- und Umweltschutz geht.

Mag dem Umweltschutz durch Vermeidung von Landschaftszerstörung durch den Kohlebergbau und der Vermeidung von Atommüll gedient sein,
so soll dem Klimaschutz durch CO2- Einsparungen gedient werden.

Schließlich  geht man davon aus, dass der CO2- Ausstoß das Klima beeinflusst
 und sich deshalb durch CO2- Vermeidung die Entwicklung des Klimas positiv beeinflussen lasse.

Wenn sich erweist, dass sich die legitimen Ziele Klima- und Umweltschutz mit den gesetzlichen Regelungen nicht erreichen lassen,
könnte sich das gesamte Gesetz aufgrund seiner Ungeeignetheit selbst als rechtswidriger Eingriff in die Grundrechte darstellen.

Das Ziel einer isolierten Technologieförderung lässt sich sicher nicht rechtfertigen, wenn sich darüber nicht mittelbar Umwelt- und Klimaschutz bewerkstelligen lassen.
Die Klimaschutzwirkung lässt sich nach oben gesagtem wohl nur anhand der tatsächlich erreichten CO2- Einsparung beurteilen.

Neben dem Umwelt- und Klimaschutz geht es um die Gewährleistung einer sicheren und möglichst preisgünstigen Energieversorgung auch unter Berücksichtigung der Endlichkeit und somit erwarteter Verknappung und Verteuerung fossiler Brennstoffe.

Deshalb muss sich erweisen, dass die Versorgung sicherer und preisgünstiger wird, sich diese Ziele über die gesetzliche Regelung erreichen lassen.   
« Letzte Änderung: 03. Januar 2017, 15:39:18 von RR-E-ft »

Offline superhaase

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #3 am: 04. Januar 2017, 08:10:55 »
Trotzdem ist das EEG in erster Linie als Anschubfianzierung konzipiert gewesen.
Das Klimaschutzziel sollte nicht direkt durch das EEG erreicht werden, das dann in alle Ewigkeit gelten müsste, um in alle Ewigkeit auch den Klimaschutz zu gewährleisten. Der Anschub des Technologiewandels sollte eben mittelbar zum Ziel führen.
Das für das EEG aufgewendete Geld diente nie direkt der CO2-Vermeidung.
Es ist daher Unfug, wenn immer die augenblicklich hohen CO2-Vermeidungskosten des jeweiligen Zeitpunkts gegen das EEG angeführt werden.

Dass das EEG inzwischen mehrfach (erstmals mit dem PV-Boom 2010-2012) aus dem Ruder gelaufen ist und man sogar aus blanker Dummheit die Chance ungenutzt lässt, die EEG-Förderung neuer PV-Anlagen heute sofort ganz zu beenden, ist sehr ärgerlich. Hier wird übersehen, dass das EEG bei der PV sein Ziel längst erreicht hat. Stattdessen wird nun die inzwischen wettbewerbsfähige PV-Stromerzeugung blödsinnigerweise viel zu früh mit zu hohen Kosten belastet (Eigenverbrauchsabgaben), so dass sie nun weiter am EEG-Tropf hängt und trotzdem der weitere Ausbau stark behindert wird. Dümmer gehts nimmer. CO2-Vermeidungskosten neuer PV-Anlagen könnten extrem niedrig sein - sofern förderungsfrei gebaut. Würde man das nützen, würden sich auf die Gesamtheit der PV-Stromerzeugung umgerechnete CO2-Vermeidungskosten der PV-EEG-Förderung sehr schnell stark reduzieren.

Viele Politiker scheinen das EEG inzwischen tatsächlich für eine Art Steuergesetz zu halten, das auf Dauer angelegt ist und an dem man halt nur immer weiter rumdoktern muss.
Zudem wird es inzwischen ja als Industriesubventionsgesetz missbraucht.
Der ursprüngliche Zweck ist leider zu einem großen Teil aus dem Blick geraten.
« Letzte Änderung: 04. Januar 2017, 08:25:03 von superhaase »
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Offline Netznutzer

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #4 am: 05. Januar 2017, 22:03:05 »
Das EEG hat und hatte nie zum Ziel die CO2 Reduktion, einzig die Umverteilung, durch grüne Perspektiven, weg von den zentralen grossen 4, hin zu den guten, dezentralen und lieben Einspeisern. Ich kenne bisher kein Urteil zum EEG, dass sich mit Umweltschutz beschäftigt hat, aber hunderte, die sich mit korrekter Vergütung, Gebäudeeigenschaft und Anlagenzusammenfassungen beschäftigen. Ziel war und ist es, den Leuten unter dem Deckmantel des Klimawandels die Milliarden aus der Tasche zu ziehen, damit diese ein gutes Gewissen haben, etwas Gutes getan zu haben. Deswegen gibt es nun den neuen Feind: Fleisch, Eier und Milch!!!! Die Klimakiller Nr. 1.
https://www.welt.de/wirtschaft/article160883053/Maechtige-Behoerde-will-hoehere-Preise-fuer-Milch-und-Fleisch.html
Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, was los ist. Nun denn, es sind dieses Jahr mind. 2 wichtige Wahlen. Da kann jeder für sich selbst entscheiden, wie lange man die Verarsche weiter mittragen will.

Gruß

NN

Offline Erdferkel

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #5 am: 06. Januar 2017, 11:40:36 »
..., weg von den zentralen grossen 4, ....

Ironie Aus. Krötenwanderung, wie immer, aus vielen kleinen Säckeln in wenige grosse Säcke.

Offline Netznutzer

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #6 am: 06. Januar 2017, 21:54:43 »
und hier, mal wieder, die Effektivität, u.a. des EEG: http://www.dw.com/de/co2-bilanz-2016-deutschland-macht-einen-schritt-zur%C3%BCck/a-37023555

Wieder mal Böse: der schwache Wind, der Schalttag!!! und, hui hui hui, BEVÖLKERUNGSZUWACHS. Aber in 2017 wir alles gut, denn dann ist der Schalttag weg, der Wind könnte stärker wehen und das Bevölkerungswachstum könnte auch wieder normal oder negativ werden. Ich bin mal gespannt, wann mir die R2G-Politiker in Berlin erklären werden, dass die verzögerte Flughafenfertigstellung auch zum Klimaschutz beiträgt.

Aber in Zeiten in denen diejenigen, die sich rühmen, das EEG erfunden zu haben, Unterschriften unter Kohlekraftwerksbetriebsgenehmigungen setzen, wundert mich gar nichts mehr, denn ich weiss, es ist eine

ERFOLGSSTORY EEG

Gruß

NN


Offline superhaase

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #7 am: 07. Januar 2017, 13:58:36 »
Ziel war und ist es, den Leuten unter dem Deckmantel des Klimawandels die Milliarden aus der Tasche zu ziehen, damit diese ein gutes Gewissen haben, etwas Gutes getan zu haben.
Der übliche XXX von unserem Netzbetreiber.  :-*

[Edit DieAdmin: Bitte im sachlichen Tonfall bleiben.]
« Letzte Änderung: 08. Januar 2017, 10:25:46 von DieAdmin »
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Offline Energietourist

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #8 am: 08. Januar 2017, 10:04:55 »
@superhase
5000 Unternehmen, z.B. Aldi und viele Banken und Versicherungen sind von den Netzentgelten befreit. Für jeden anständig zahlenden Bürger eine Unverschämtheit,
da muss man sich doch nicht wirklich wundern, wenn das EEG bei den meisten keine Akzeptanz findet.

Offline userD0010

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #9 am: 08. Januar 2017, 10:55:00 »
@Energietourist
Wieso "anständiger Bürger"??? Sollte es nicht besser heißen: "jeder wehrlose Bürger" ???
Wenn man sich das ganze Drumherum um das EEG vor Augen führt, kann diese Erfindung nur Übelkeit hervorrufen. Da werden Windquirle betrieben, deren Erzeugnis entweder nicht an den Mann gebracht werden kann oder verschleudert wird. Oder diese Windquirle sind gebaut, ohne dass deren Erzeugnis mangels Überlandleitung verhökert werden kann.
Aber das EEG ist doch wohl nicht die einzige nicht zu Ende gedachte Produktion unserer Eliten.  Und die Verfechter beschwören diese Erfindung, weil sie davon kräftig profitieren, weil der Protektionismus deren Taschen kräftig füllt.

Offline energienetz

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #10 am: 09. Januar 2017, 10:26:52 »
Hallo Herr Terbeck,

immerhin haben wir rd 35 % Stromerzeugung aus Erneuerbaren, hauptsächlich Wind, nur ein verschwindend geringer Teil der Winderenergie wird abgeregelt, weil er nicht abgenommen werden kann und von Verschleudern kann keine Rede sein: Die deutsche Stromwirtschaft verdient Milliarden an Stromimporten ins Ausland, per Saldo wohlgemerkt. Damit sollen Auswüchse und Fehler im EEG nicht schöngeredet werden. Aber aus Zorn über eine schrittweise immer schlechter geändertes EEG sollte man das Ziel nicht aus dem Auge verlieren.

Offline userD0010

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #11 am: 09. Januar 2017, 14:42:03 »
" Die deutsche Stromwirtschaft verdient Milliarden an Stromimporten ins Ausland, per Saldo wohlgemerkt."
Ich darf wohl eher vermuten, dass die deutsche Stromwirtschaft Milliarden an Stromexporten ins Ausland per Saldo verdient.  Das trifft in der Tat zu, nur bleibt die Frage offen, ob der Export von Strom nicht zu Lasten des Strompreises in dieser unserer Republik "verdient" wird.   Wenn die Produktionskosten schon durch den Verkaufspreis im Inland gedeckt dank staatlicher Protektion gedeckt werden, dann kann man doch wohl leicht bei einem Schleuderpreis via Export Milliarden erzielen.  Verdienen ist wohl der unpassende Begriff!

Offline energienetz

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #12 am: 10. Januar 2017, 13:15:04 »
Mit Vermutungen kommen wir hier nicht weiter. Dem Monitoring Bericht der Bundesnetzagentur 2016 sind auf Seite 151 die Fakten zu entnehmen. 1,5 Milliarden Euro per Saldo hat die Stromwirtschaft am Stromaustausch mit Ausland verdient im Jahr 2015. Verschenken ist da wohl nicht das richtige Wort.

Offline userD0010

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Re: Gutachter entlarven Schönfärberei bei der Energiewende
« Antwort #13 am: 11. Januar 2017, 11:47:25 »
Von Verschenken war zu keinem Zeitpunkt die Rede. Der kleine, aber feine Unterschied besteht doch wohl darin, dass man Milliarden mit dem Stromverkauf ins Ausland umsetzt oder daraus auch noch eine Rendite erzielt und erst dann von Verdienen reden kann. Und was der sog. Monitoring-Bericht erklärt, hat vermutlich ähnlichen Wert wie die jährlichen Statistiken, die jeweils veröffentlicht werden. Der Glaube daran ist ja hinlänglich bekannt.

 

Der Verein für gerechte Energiepreise