Autor Thema: Sperrkosten unberechtigt?  (Gelesen 2247 mal)

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Offline Imaster

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Sperrkosten unberechtigt?
« am: 24. August 2015, 16:35:39 »
Hallo alle zusammen,

ich hoffe ihr könnt mir bei meinem Anliegen helfen. Folgende Situation:

Normal bezahl ich alle 3 Monate einen Abschlag an meinen Wasserversorger. Hat bis dahin auch alles gut geklappt. Beim letzten mal hab ich es leider verschwitzt meinen Abschlag mit zu überweisen. Leider war ich zu der Zeit wo die Mahnungen eintrafen im Urlaub. Hatte dann laut letzter Mahnung(datiert 10.08.) mit Androhung der Einstellung der Wasserversorgung zum 18.08. also noch Zeit. Am 13.08. kam ich aus dem Urlaub und hab dann am 14.08. gleich früh überwiesen.

Am 18.08. kam ich von Arbeit und musste festellen, dass mein Wasser abgestellt war. Ich habe darauf hin beim Wasserversorger angerufen und gefragt, weshalb Sie denn gesperrt hätten, da ich ja überwiesen habe. Die nette Sachbearbeiterin sagte mir es sei nichts Eingegangen. Ich solle ihr doch den Beleg schicken, was ich auch tat. Daraufhin fragte ich, wann ich denn wieder Wasser habe. Sie sagte ich müsste erst eine Sperrgebühr von 150€ bezahlen(normaler Abschlag ist 40€).

Ich sagte ihr darauf hin ich könne das Geld diesen Monat nicht mehr aufbringen. Nach etlichen Weiterleitungen zu anderen Sachbearbeiterinnen sagte man mir dann ich könne es auch nächsten Monat bezahlen, solle halt nur ein Formular unterschreiben, welches mir zugesendet wurde und dieses zurückschicken. Das Wasser wurde am darauffolgenden Tag wieder angestellt.

Das Formular liegt nun halt noch bei mir nicht unterschrieben zu Hause und es wäre auch kein Problem die Sperrgebühr nächsten Monat zu bezahlen. Nur seh ich den Betrag in keinem Verhältnis zu den Rückständen.

Nun zu meiner eigentlichen Frage.

Ist es denn rechstens, einen Sperrmonteur zu beauftragen, obwohl das Geld definitiv schon auf dem Konto des Wasserversorgers war?

Oder soll ich das Geld überweisen und Widerspruch einlegen?

Offline bolli

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Re: Sperrkosten unberechtigt?
« Antwort #1 am: 26. August 2015, 10:01:38 »
Ich habe im Laufe der letzten Jahre immer die Erfahrung gemacht, dass es deutlich schwieriger ist, sein einmal gezahltes Geld wieder zurück zu bekommen als es von vornherein erst mal zu behalten und die andere Seite den Rechtsweg zu beschreiten. Denn in diesem Fall müssen DIE ihre Ansprüche begründen und beweisen.

Zu Ihrem Fall: Ich würde zunächst einmal bei meinem Geldinstitut nachfragen, wann das Geld bei denen das Haus verlassen hat. Der 14.08. war ein Freitag. Je nachdem wann und auf welchem Weg (Beleghaft ?, beleglos und wenn letzteres, per online Banking oder per Eingabe beim Geldinstitut) Sie die Überweisung getätigt, kann da durchaus eine Verzögerung eingetreten sein. Wenn die erst am nächsten Werktag überwiesen haben, wäre das der 17.08. gewesen. Dann wäre das Geld nicht vor dem 18.08. beim Wasserversorger gewesen. Ob dann auch die Abstellung direkt am 18.08. o.k. ist (schließlich muss man den Geldeingang am 18., ggf. auch nachmittags (?), man könnte ja auch bar beim Versorger einzahlen, noch abwarten) vermag ich nicht einzuschätzen. Falls aber das Geld am 14.08. bei Ihrem Geldinstitut raus ist, sollte die Sperre nicht rechtmäßig gewesen sein (auch wenn es rechtlich so sein dürfte, dass es auf den Zeitpunkt des Geldeingangs beim Versorger ankommt, den Sie aber selbst erst mal nicht prüfen können) und ich würde die Sperrgebühr nicht zahlen. Allerdings sollten Sie denen das schriftlich mitteilen (ggf. per Einschreiben/Einwurf, damit Sie einen Zustellnachweis haben, können Sie im Internet online abrufen).

Ob die Sperrkosten verhältnismäßig gegenüber dem individuellen Abschlag sind, dürfte eher irrelevant sein, da diese Kosten in der Regel eine Pauschale darstellen, die erhoben wird, wenn die "Dienstleistung Sperren" vollzogen wird. Und leider ist es auch so, dass Sie sich Versäumnisse durch urlaubsbedingte Abwesenheiten zurechnen lassen müssen. Da ist der Gesetzgeber und die Rechtsprechung der Meinung, dass man für längere Abwesenheiten (> 1 Woche) einen Empfangsberechtigten für die Post einsetzen muss, der wichtige Poststücke entgegen nimmt und Ihnen ggf. Bescheid gibt. Ob das immer realistisch ist, ist eine andere Sache.

 

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