Autor Thema: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise  (Gelesen 7801 mal)

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Offline RR-E-ft

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RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« am: 17. October 2013, 23:48:57 »
Seit Jahren sind die Strompreise an der Börse gegenüber Sommer 2008 massiv gesunken. Und da fällt dem RWE ein, dass sich diese seit vielen Jahren massiv gesunkenen Börsenpreise möglicherweise erstmals in 2015 auch auf die Strompreise für die Haushaltskunden auswirken könnten (wenn nicht wieder was dazwischenkommt). Will wohl heißen, dass es 2014 jedenfalls noch einmal (deutlich) rauf gehen soll beim Strompreis.

http://www.welt.de/newsticker/news2/article120976384/RWE-Strompreis-koennte-ab-2015-stabil-bleiben.html

Zitat
Der seit Jahren steigende Strompreis könnte sich nach Einschätzung des Stromkonzerns RWE im Jahr 2015 stabilisieren. Dann könne sich der gesunkene Großhandelseinkaufspreis an der Strombörse auch auf die Verbrauchertarife auswirken, sagte der Vorstandssprecher der RWE Vertrieb AG, Hanns-Ferdinand Müller, der "Frankfurter Rundschau" vom Donnerstag. "Wir kaufen an der Börse langfristig ein, daher wirkt sich die Verbilligung an der Börse nicht sofort aus", fügte er hinzu. Er schätze aber, "2015 könnte es so weit sein, dass die Verbraucherstrompreise nicht mehr steigen".

Fazit:
Die Börsenpreise können noch so massiv sinken, die Strompreise für die Haushaltskunden sollen weiter steigen, um dann allenfalls stabil zu bleiben, also wieder nicht zu sinken. 
« Letzte Änderung: 18. October 2013, 00:15:52 von RR-E-ft »

Offline userD0010

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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #1 am: 22. October 2013, 11:55:39 »
De RWE müssen doch den/die Verbraucher für total verblödet halten bei widerspruchsloser Behauptung, die Energie langfristig einzukaufen. Jeder "normale" Kuafmann trägt doch das untrnehmerische Risiko, wenn er zu teuer einkauft. Der bleibt dann auf seiner Ware sitzen.
Nicht so die Monoploisten. Sie können noch so dämliche Entscheidungen bei ihrer Einkaufspolitik treffen, der "Esel" Kunde hat halt zu zahlen, wasman ihm präsentiert. Und wer klopft diesen Herrschaften einmal auf die Finger ?

Offline RR-E-ft

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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #2 am: 22. October 2013, 14:17:58 »
Es mag sein, dass ein erheblicher Teil der abgesetzten Strommengen langfristig beschafft wird.
Die Börsendpreise sinken jedoch nicht erst seit gestern, sondern seit ihrem Höchststand im Sommer 2008 bereits seit vielen Jahren.

Hildegard Müller hatte für den BDEW am 10.02.2009 wohl gegenüber der "Rheinsichen Post" den Spruch losgelassen, dass die sinkenden Börsenstrompreise wegen der oft langfristigen (zweijährigen) Beschaffung frühestens im Herbst 2009 zur Verbilligung für die Stromkunden führen könnten.

Eine Woche später hieß es dann vom BDEW, die Strompreise für Haushaltskunden würden erst 2010 sinken:

http://www.verivox.de/nachrichten/verband-strompreise-sinken-erst-2010-41350.aspx

Zitat
"Eine Trendwende bei den Haushaltsstrompreisen könnte es ab Anfang nächsten Jahres geben. Denn die Entwicklung beim Strompreis ist keine Einbahnstraße", sagte Müller. Wenn die Großhandelspreise für Strom an der Börse weiter auf dem derzeitigen Niveau blieben, könnte dies zu niedrigeren Beschaffungspreisen für die Stromvertriebsgesellschaften und damit zu niedrigeren Strompreisen für die Haushaltskunden führen.

Diese Preissenkungen könnten aber zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten weitergegeben werden. Dies hänge mit dem unterschiedlichen Beschaffungsverhalten der Unternehmen zusammen, so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
« Letzte Änderung: 22. October 2013, 14:33:54 von RR-E-ft »

Offline userD0010

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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #3 am: 22. October 2013, 20:03:31 »
Also hält auch Hildegard Müller uns Verbraucher für blöd ? Wir können doch sehr wohl lesen und ihre Aussagen nachprüfen. Aber da sie aus dem politischen Stall kommt, kümmert sie keinesfalls ihr Geschwätz von gestern.
Snd unsere sog. Kontrollorgane alle im Urlaub oder mit/nach den Bundestagswahlen ebenfalls untergetaucht ?

Offline egn

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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #4 am: 23. October 2013, 07:03:08 »
Die Stromkonzerne können sich das doch nur erlauben weil die Verbraucher zu bequem sind den Anbieter zu wechseln.

Warum bleiben denn so viele Verbraucher in der Grundversorgen oder zahlen bei den Konzernen teilweise 5 ct/kWh mehr als bei einem kleine (zuverlässigen) Anbieter, z.B. bei Stadtwerken?

Nur ein wettbewerbliches Verhalten der Verbraucher kann dafür sorgen dass die luft aus den Preisen gelassen wird. Wobei es so ist, dass die großen Anbieter die Luft dazu nutzen um Industriestrom billig anbieten zu können. In der Folge würde also die Industriestrompreise steigen müssen.

Offline userD0010

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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #5 am: 23. October 2013, 08:15:04 »
So lange Konzerne wie bspw. BMW solch astronomische Gewinne einfahren, dass deren Aktionäre aus ihren Dividenden Unsummen an bspw. die CDU zahlen können (natürlich steuermindernd) und so lange Interesenverbände mit gleichen Spendierhosen z.B. der CSU kleine "Aufmerksamkeiten" zukommen lassen dürfen, sollte -wie bei BMW- die Wettbewerbsfähigkeit nicht vom Strompreis abhängen.
Mit der Befreiung von den En ergieumlagen wird inzwischen Schindluder getrieben, geduldet oder gar sanktioniert von der Politik. Und unter deren Augen splitten die Energiekonzerne ihre Bereiche auf, so dass  aus bisherigen Kosten plötzlich Fremdaufwand konstruiert wird, der natürlich an den Verbraucher weitergereicht werden muss. Und wie hoch diese Fremdkosten sind, wird das Geheimnis der Energiekonzerne sein und bleiben.
Und nun lässt man durchsichern, dass der Braunkohletagebau auf dem Prüfstand steht. Ob man damit wohl nur die Politik erschrecken möchte für weitere Zugeständnisse ?

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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #6 am: 23. October 2013, 13:55:10 »
Warum bleiben denn so viele Verbraucher in der Grundversorgen oder zahlen bei den Konzernen teilweise 5 ct/kWh mehr als bei einem kleine (zuverlässigen) Anbieter, z.B. bei Stadtwerken?
Na, jetzt aber nicht zu sehr die Stadtwerke loben. In der Regel sind gerade die Stadtwerke die teueren Grundversorger. Das müsste nicht so teuer sein. Man kommt automatisch per Gesetz zu Strom- und Gaskunden und zockt diese dann besonders ab. Siehe auch die Unterschiede bei der Konzessionsabgabe, die die kommunalen Eigentümer zu den oft stattlichen oder besser überzogenen Gewinnen noch steuerfrei dazu kassieren. Was wird denn mit den Nebenhaushalten "Stadtwerke" nicht so alles (quer-)finanziert. Hält man sich denn an die Verpflichtungen (§1, §2 EnWG) + Kommunalrecht?

Konzerne sind im Schnitt sicher auch nicht teuerer, im Gegenteil: Beispiel E.ON

Offline Energiesparer51

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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #7 am: 23. October 2013, 14:54:52 »
26,24 ct/kWh und 85€/Jahr soll Strom E.ON Direkt bei uns kosten. Das soll nicht teuer sein? Gut die Grundversorgung kostet 27,73 ct/kWh und 58,51 €/Monat (auch E.ON.)  Und dazu kommt bei E.ON direkt das großzügige Angebot von Umlagen abgesehen stabiler Preise bis 2015 in einem Markt mit fallenden Beschaffungskosten. Die Stadtwerke der Kreisstadt haben ein ähnlich hohes Preisniveau in ihrem angestammten Gebiet und sind im Umland etwas billiger. Es gibt aber seriöse Anbieter im Landkreis unter 24 ct/kWh und in der Stadt sogar unter 22 ct/KWh. 
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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #8 am: 23. October 2013, 16:29:02 »
26,24 ct/kWh und 85€/Jahr soll Strom E.ON Direkt bei uns kosten. Das soll nicht teuer sein? Gut die Grundversorgung kostet 27,73 ct/kWh und 58,51 €/Monat (auch E.ON.)  Und dazu kommt bei E.ON direkt das großzügige Angebot von Umlagen abgesehen stabiler Preise bis 2015 in einem Markt mit fallenden Beschaffungskosten. Die Stadtwerke der Kreisstadt haben ein ähnlich hohes Preisniveau in ihrem angestammten Gebiet und sind im Umland etwas billiger. Es gibt aber seriöse Anbieter im Landkreis unter 24 ct/kWh und in der Stadt sogar unter 22 ct/KWh.
@Energiesparer51, dass es noch günstigere Angebote wie E.ON in Ihrem Landkreis gibt glaube ich Ihnen gerne. Es ging ums Wechseln und die "gelobten" Stadtwerke im Vergleich zu den angeblich teuereren Großen (E.ON, Vattenfall, EnBW. RWE). Nochmal, Stadtwerke sind im Schnitt nicht die besseren und schon gar nicht die günstigeren Versorger. Die Grundversorgung müsste nicht so teuer sein, gerade auch bei den Stadtwerken nicht. Hier wird nach meiner Überzeugung erheblich zu viel abkassiert.  Das ist nicht im Sinne der kommunalen Verpflichtung, es ist schon gar nicht sozial und widerspricht den §§ 1 und 2 des EnWG.

Keine Frage, jeder der kann sollte nach seinen Anforderungen am jeweiligen Standort zu einem besseren Angebot wechseln wenn er eines findet, nur so kommt Wettbewerb auf.

Noch am Rande, der Gesamtpreis gilt beim Wettbewerbsvergleich, auch mit den Stadtwerken. Haben Sie den ausgelobten Bonus mit berücksichtigt?
Das E.ON-Angebot sieht z.B. bei 2.500 kWh/j im meinem "Landkreis" so aus:
    Arbeitspreis pro kWh: 25,39 Cent (21,34 Cent netto)
    Grundpreis pro Jahr: 85,00 Euro (71,43 Euro netto)
    Einmaliger Bonus: 100 Euro

    Jahrespreis: 619,86 Euro
    Monatspreis:    ca. 52 Euro

Aber ja, das hier 2003 von TEST festgestellte (Sparstrom vom "Alten", "(Fast)jeder kann wechseln") gilt immer noch. Fast der ganze Text! ;)
« Letzte Änderung: 23. October 2013, 16:41:06 von PLUS »

Offline Energiesparer51

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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #9 am: 23. October 2013, 18:45:07 »
Boni habe ich nicht mit eingerechnet. Boni sind zwar ganz schön, aber ein Lieferant, der im zweiten Jahr auch noch günstig ist, ist auch nicht zu verachten und eigentlich fairer.

Meine letzten Lieferanten waren immer welche aus Stadtwerkezusammenschlüssen oder Stadtwerke selbst. Allerding meist von weiter weg. Wenn diese die Kunden in ihrem Grundversorgungsgebiet schlechter behandeln als andere funkioniert das nur aufgrund niedriger Wechselbereitschaft. Viele Stadtwerke haben auch in eigene Erzeugungsanlagen investiert. Manche haben jetzt aber auch Probleme mit deren Wirtschaftlichkeit.
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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #10 am: 23. October 2013, 19:41:33 »
Boni habe ich nicht mit eingerechnet. Boni sind zwar ganz schön, aber ein Lieferant, der im zweiten Jahr auch noch günstig ist, ist auch nicht zu verachten und eigentlich fairer.
@Energiesparer51, mir ist die Boni-Masche auch zuwider, aber solange sie im Wettbewerb benutzt wird, muss der Verbraucher sie auch berücksichtigen und einrechnen. Was letztendlich für die gelieferte Energie bezahlt werden muss ist massgebend. Wenn das mit Boni gestaltet wird, muss der Verbraucher halt darauf eingehen und wechseln und wechseln und wechseln.
Je mehr Verbraucher das praktizieren je schneller ist Boni Geschichte.
Viele Stadtwerke haben auch in eigene Erzeugungsanlagen investiert. Manche haben jetzt aber auch Probleme mit deren Wirtschaftlichkeit.
@Energiesparer51, das gilt doch aber ganz sicher auch für die Großen Vier. Denken Sie mal an die modernsten GuD-Kraftwerke die sich nicht mehr rechnen, ganz abgesehen von den AKW. In Kohle haben auch Stadtwerkekooperationen investiert. Manche sind mit einem blauen Auge davon gekommen, auch Dank des Widerstandes von Bürgerinitiativen. Denen sollte man jetzt dankbar sein. ;) Insbesondere die bei Südweststrom beteiligten Stadtwerke, die das größte europäische Importsteinkohlekraftwerk in Brunsbüttel bauen wollten. Die Milliardeninvestition vor der Küste wäre wohl in den Sand gesetzt worden.

Die Kohlestromprojekte, die derzeit noch hochgezogen werden, stehen vor einer unsicheren Zukunft. So rechnete der Stadtwerkeverbund Trianel kürzlich vor, sein neu errichtetes Steinkohlekraftwerk im westfälischen Lünen werde im Jahr 2014 rund 100 Millionen Euro Verlust erwirtschaften.

Wenn Eon in Datteln oder die EnBW in Karlsruhe ihre Neubauten noch zu Ende bringen, dann wohl nur, weil sie schon viel Geld verbaut haben.

Ja, die deutsche Energiewende und ihre Folgen. Der nächste Winter kommt bestimmt und die Stromrechnung auch - mit oder ohne Boni!   :'(
PS
Keinen besonderen Spaß mit den Stadtwerken dürften deren Kunden haben, sie bezahlen auch diese Zeche:

Zitat
Wenn die 750 Megawatt-Anlage, wie von Trianel geplant, im dritten Quartal 2013 in den Regelbetrieb gehen sollte, müssen die 29 Gesellschafter der Kraftwerks die Verluste tragen. Die sind an Abnahmeverträge gebunden, in denen Mengen und Preise festgeschrieben sind.
Rote Zahlen mit schwarzer Kohle

.. und noch zur Erinnerung:
Zitat
Beinahe alle von der FFE eingegangenen Beteiligungen, damals noch unter einem anderen Geschäftsführer, „waren verlustbringend“, so die Stadtwerke weiter. Letztendlicher Auslöser der Insolvenz der FFE sei aber die Beteiligung am Trianel Kohlekraftwerk Lünen sowie ein Stromliefervertrag mit diesem Kraftwerk: „Aus diesen vertraglichen Regelungen kommen Verpflichtungen auf die FFE zu, die diese nicht mehr bedienen kann.“
Stadtwerke Enkeltochter Flensburger Förde Energiegesellschaft mbH nicht mehr zu retten – Insolvenz angemeldet
« Letzte Änderung: 24. October 2013, 12:02:46 von PLUS »

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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #11 am: 25. October 2013, 16:07:10 »
Ich frag mich allen Ernstes, warum die Energieversorger über ihre defizitären Kraftwerke jammern.
Jahr für Jahr sind die Energiepreise gestiegen, wenn auch nicht Jahr für Jahr deren Produktionskosten gestiegen sind.  Wenn schon der weitere Braunkohleabbau auf dem Prüfstand stehen soll, so muss es entweder um dessen Produktionskosten (will sagen die großzügigen Abfindungen und Ablösungen für geräumte oder zu räumende Ortschaften) gehen oder man hat dort noch immer vom unendlichen Erfolg bei der Energieversorgung geträumt. Die Frage ist doch, ob bzw. warum die großen Vier nicht intensiver in erneuerbare Energieprodukte investiert haben und dies Anderen überließen. Af diesen Zug ist man wohl mit großer Verspätung aufgesprungen und dabei ins Stolpern geraten.
Wohl dem Investor, der sich darauf verlassen konnte, dass unsere Alternativgläubige Politik die durch die Dummheit im Vergessen von Übertragungsleitungen erträumten Renditen auf dem Rücken der Verbraucher ausgleichen konnte. So sozial ist unsere Regierung!

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Re: RWE und die gesunkenen Börsenstrompreise
« Antwort #12 am: 25. October 2013, 17:38:28 »
Ich frag mich allen Ernstes, warum die Energieversorger über ihre defizitären Kraftwerke jammern.
Jahr für Jahr sind die Energiepreise gestiegen, wenn auch nicht Jahr für Jahr deren Produktionskosten gestiegen sind.  Wenn schon der weitere Braunkohleabbau auf dem Prüfstand stehen soll, so muss es entweder um dessen Produktionskosten (will sagen die großzügigen Abfindungen und Ablösungen für geräumte oder zu räumende Ortschaften) gehen oder man hat dort noch immer vom unendlichen Erfolg bei der Energieversorgung geträumt.
Aber aber @h.terbeck, "allen Ernstes", Sie wissen doch sicher, dass die Produktionskosten schon lange so gut wie keine Rolle mehr beim Preis für den Endverbraucher spielen, egal ob der Braunkohlestrom billig mit rund 3 Cent/kWh oder teuerer produziert wird. Auf den niedrigen Börsenpreis für den gesamten Strom müssen die Verbraucher jeweils die EEG-Umlage zahlen, damit die EE-Einspeiser für den weit teuerer produzierten Sonnen- und Windstroms einen zwanzig Jahre lang gesetzlich garantierten Festpreis bekommen, der privatrechtlich im Vergleich zum Marktwert den Wuchertatbestand erfüllen würde. Selbst wenn der Strom wegen Überflussproduktion an der Börse nichts kostet, ist das kein Problem für die Einspeiser, das Geld klingelt trotzdem in der Kasse, die Verbraucher zahlen auch dann dafür. Sie zahlen immer, im Extremfall auch für nicht erzeugten Strom.

So ist das EEG-Konstrukt nun mal zu Lasten der Verbraucher angelegt, also nicht immer nur auf die Großen Vier schimpfen. Diese sind nicht mehr oder weniger am Preisauftrieb beteiligt als andere Versorger wie z.B. Stadtwerke & Co.. Das EEG ist das Grundübel, dafür sind Politiker verantwortlich.

Ihre Analyse ist nicht richtig, die Großen Vier haben kräftig investiert, auch in EE und dabei Milliarden in den Wind geschrieben. Manches zahlen davon, bei dieser tollen deutschen "EEG-Wende", wieder die Verbraucher.
Wir war das noch gleich: "Immer daran denken, Erfolgsgeschichte EEG!"

 

Der Verein für gerechte Energiepreise