Autor Thema: Preiserhöhung der Bahn wegen der "Energiewende"  (Gelesen 7708 mal)

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Re: Preiserhöhung der Bahn wegen der "Energiewende"
« Antwort #15 am: 25. June 2013, 19:22:25 »
Ja @Energiesparer51 vielleicht ist das so, aber der volle Durchblick wird nicht gewährt. Es riecht nach Zeitgeist, dem man nachläuft  und nach Werbeeffekt.

"Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf," das hat schon Theodor Fontane festgestellt.

Man sorgt mal wieder für den nächsten Preisauftrieb. Die Bahn ist nicht alleine, auch der Nahverkehr erhöht kräftig die Fahrpreise und argumentiert ähnlich mit den gestiegenen Energiekosten.

Das Argument "ÖKO"-Strom zieht bei mir wenig. Nur wenn dafür neue Kapazitäten, also neue Wasserkraftwerke, entstehen würden, hätte das überhaupt einen Sinn. So ändert sich an der globalen Stromerzeugung nichts. Also auch keine Änderung was dem Umwelt- oder dem Klimaschutz nützen würde.

Es ist so wie mit den uralten abgeschriebenen Wasserkraftwerken, deren Strom früher von Stadtwerken als Normalstrom zum Normalpreis im Mix verkauft wurde. Heute ist das teuerer "ÖKO"-Strom mit separatem Tarif. Geändert hat sich für die Umwelt- und das Klima kein Jota. Die Gewinne wurden lediglich maximiert und der Verbraucher zahlt dafür mehr.

Also die Bahn müsste schon den Effekt nachweisen, der da entstehen soll. Ich sehe bis dahin keine Rechtfertigung für eine Fahrpreiserhöhung. Dass die Bahn in Zugzwang ist, ist keine Frage. Ob oder wie lange noch Bahnstrom aus Neckarwestheim kommt ist die nächste Frage.

Offline superhaase

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Re: Preiserhöhung der Bahn wegen der "Energiewende"
« Antwort #16 am: 25. June 2013, 19:42:07 »
Jetzt werfen Sie mir vor vom Thema weg zu "schwurbeln" und dann kommen Sie mit dem Hartz IV Empfänger. Der Hartz IV- Empfänger ist bedürftig und bekommt sein Geld zum Lebensunterhalt vom Amt. Wer finanziert das denn?
Auch die Frage nach dem Lebensunterhalt des Harz IV Empfängers schwurbelt vom Thema weg.

Die Frage nach der Quersubventionierung des Bahnfahrers durch die (nun vor der Abschaffung stehende) Befreiung des Bahnstroms von der EEG-Umlage gehört hingegen zweifellos zum Thema.
Wäre die Befreiung nicht zwangsweise mit einer solchen Mehrbelastung anderer Stromverbraucher verbunden, wäre die Argumentation für die Ausweitung der Befreiung größere Teile der Industrie auch nicht so angreifbar.
Haben Sie schon vergessen, dass eben aus diesem Grund diese Befreiung auch schon vor den europäischen Behörden angegriffen wird?

Ich stelle fest: Ich war beim Thema, Sie wieder einmal nicht.

Zitat
Wenn der Hartz IV Empfänger also angeblich die Fahrkarte des Managers mit finanziert, dann finanziert er auch Profisportarenen, die Busfahrkarte und den Eintritt ins Schwimmbad des Managers und von allen die das nutzen. Schon mal was von Quersubventionen durch Stadtwerke gehört und was da so alles finanziert wird?!  Wer "schwurbelt" da zur Ablenkung am Thema vorbei?
Sie schwurbeln wieder daneben, auch hier.
Andere ungerechtfertigte Quersubventionierungen können doch nicht die Quersubventinierung der Bahnfahrer durch andere Stromverbraucher rechtfertigen.
Sie enttäuschen mich.
Argumentieren Sie sonst hier nicht gegen all diese Quersubventionierungen?

Zitat
Zitat
Und Ihre Behauptung, dass Umwelt- und Klimaschutz eine von der Allgemeinheit zu finanzierende Aufgabe wäre, ist auch Unsinn, wie ich Ihnen schon an anderer Stelle erklärt habe. Hier hat das Verursacherprinzip zu gelten, soweit möglich.
Jetzt kommen Sie auch noch mit dem "Verursacherprinzip". Die Mieter in München, Stuttgart, Köln, Hamburg, Frankfurt, Hannover, Berlin  ...  sind nicht "Verursacher"! Von was denn, von dieser PV-Milliardenförder-Zeche etwa! @supperhaase, schauen Sie in den Spiegel, dann sehen Sie wie ein Verursacher aussieht.
Sie schimpfen wieder einmal herum ohne Sinn und Verstand.  ::)

Selbstverständlich sind alle Stromverbraucher, die Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen, Verursacher für die Kosten, die mit der Stromerzeugung, der zugehörigen Infrastrukturbereitstellung und den zugehörigen Umweltschutzmaßnahmen einhergehen - einschließlich des notwendigen Umbaus zu einer nachhaltigen Stromversorgung.
So also auch die Mieter in München, Stuttgart, Köln, Hamburg, Frankfurt, Hannover, Berlin  ...  sofern Sie Strom aus dem Netz beziehen.

Auch ich bin als Stromverbraucher, der Strom aus dem Netz bezieht, ein solcher Verursacher, daher zahle ich die gesamten Kosten für meinen Strom (wie oben aufgezälht) gerne selbst.
Daher versuche ich nicht, wie Sie, mich herauszureden und zu behaupten, Umweltschutz sei eine allgemeine Aufgabe, die der Staat zu finanzieren hätte, und mein Strom müsse auf Kosten anderer billig sein.

In meiner Eigenschaft als PV-Stromerzeuger hingegen, auf die Sie wohl anspielen wollen, bin ich nicht Verursacher der mit dem Stromverbrauch verbundenen Kosten, sondern ich bin Investor, der solche Kosten vorgestreckt hat, um viele Jahre nachhaltigen Strom an alle Stromverbraucher zu liefern, und daher bekomme ich von den Verursachern (den Stromverbrauchern) diese Kosten über etwa 20 Jahre erstattet (sofern meine PV-Anlage so lange durchhält).

Es ist also genau anders herum als Sie es wieder einmal verdreht wahrgenommen und hier dargestellt haben.
8) solar power rules

Offline Griswald

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Re: Preiserhöhung der Bahn wegen der "Energiewende"
« Antwort #17 am: 29. July 2013, 19:23:32 »
Ich finde es eigentlich ganz gut, dass die Bahn auf Ökostrom umsteigen will. Dass es für den Verbraucher dann mehr kostet mit der Bahn zu fahren ist natürlich nicht so toll, aber so schützen wir etwas mehr die Umwelt. Für Geringverdiener allerdings finde ich es nicht gut, denn Bahnfahren ansich ist schon recht teuer, da ist sogar teilweise das Fliegen günstiger.
Wo man am meisten drauf erpicht, gerade das bekommt man nicht.

Offline Atomausstieg

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Re: Preiserhöhung der Bahn wegen der "Energiewende"
« Antwort #18 am: 31. July 2013, 18:32:41 »
Ich finde es prinzipiell natürlich super, wenn das umweltfreundlichste Verkehrsmittel auf Ökostrom umsattelt. Allerdings macht die Bahn daraus eine Riesen-Image-Kampagne, so dass einem schon Zweifel aufkommen, wieviel Nutzen die Umwelt und wieviel die Bahn davon hat - zumal der Strom, das kann man ja nachlesen, tatsächlich aus Uralt-Wasserkraftwerken der Eon, RWE und Verbund kommt. Die Bahn verpflichtet sich nicht, eigene EE-Anlagen zu bauen, sondern setzt auf einen reinen Effekt über ihre große Nachfrage.

Dass Herr Grube dann soweit geht, das Argument für eine Preiserhöhung zu missbrauchen, finde ich mehr als unfair. Das ist doch reine Stimmungsmache gegen das EEG. Man sollte auch nicht vergessen, wer 2010 zu den Unterzeichnern der Petition für eine AKW-Laufzeitverlängerung gehörte und sich gerade noch dafür einsetzte, das Kohlekraftwerk Datteln länger in Betrieb zu halten.

Interessant finde ich den offenen Brief vom Bund der Energieverbraucher an die Bahn und deren Antwort darauf: https://www.deutschebahn.com/de/nachhaltigkeit/oekologie/klimaschutz/angebote_mit_reinem_oekostrom.html
Auch die Umweltverbände haben den "Ökostrom" der Bahn kommentiert:
http://www.atomausstieg-selber-machen.de/presse/artikel/1167/821e1be443596bcdeef3359bb2eb5ee6.html#c1167

Offline Carrick

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Re: Preiserhöhung der Bahn wegen der "Energiewende"
« Antwort #19 am: 12. August 2013, 16:23:22 »
Grünstrom schein unte dem Strich teuer, sogar sher teuer zu sein. Die ganze Sache mit dem Grünstrom ist mehr eine Sache des Marketings und der Bonis, die mit damit von der EU erhält, als dass man irgendeinen Zweck beim Verbraucher erziehlt. So geht es eben, im modernen Kapitalismus :/

Offline mariella

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Re: Preiserhöhung der Bahn wegen der "Energiewende"
« Antwort #20 am: 06. November 2013, 16:54:43 »
@Atomausstieg: Du sprichst mir aus der Seele! Die ganze Kampagne, die die Bahn da hinerherzieht, ist völlig zweifelhaft. Da wird die Natur und die Umweltfreudlichkeit schnell an die zweite Stelle verschoben. Das ist reine Werbung für die Bahn. Wirklich schade.
Wir haben nur eine Erde.

 

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