Autor Thema: ständig sinkende Großhandelspreise Strom  (Gelesen 17230 mal)

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Offline Energiesparer51

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #15 am: 17. Februar 2013, 20:44:29 »
http://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Erneuerbare_Energien/eeg_strompreissicherung_20130128_bf.pdf

Zitat

die zunehmende Entsolidarisierung bei der EEG-Umlage durchEigenproduktion und -verbrauch zu stoppen, sowie....

Zitat
Faktor „Eigenproduktion“ und „Eigenverbrauch“:
Der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom1 ist völlig von der EEG-Umlage befreit. Er beläuft sich derzeit auf ca. 2 Mrd. Euro. Der Eigenverbrauch nimmt zu (von 8 % am gesamten deutschen Stromverbrauch im Jahre 2006 auf ca. 10 % im Jahre 2013), weil immer mehr Unternehmen und Private die Kostenvorteile, die damit verbunden sind, erkennen und nutzen. Deshalb liegen auch hier enorme Risiken, insbesondere für die Zukunft.

Zitat
Die Eigenstromerzeugung bzw. der Eigenstromverbrauch wird ebenfalls mit einer Mindestumlage belastet, um eine weitere Entsolidarisierung bestimmter Stromverbraucher zu verhindern. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Altfällen (bei denen Übergangslösungen geboten sind) und neuen Tatbeständen. Grundsätzlich sollen alle Stromverbraucher, auch diejenigen, die ihren Strom selbst produzieren und verbrauchen, an der Finanzierung der Energiewende in einem vertretbaren Umfang beteiligt werden.
(Meines Wissens sollen Anlagen unter 2 MW ausgenommen werden.)

Das hat doch viel Ähnlichkeit mit Abgaben auf selbst erzeugtes Obst.
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Offline DieAdmin

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #16 am: 18. Februar 2013, 08:26:33 »
Auch ich finde, dass der Vergleich mit der Abgabe auf selbstangebautes Obst & Gemüse hinkt.

Sowohl Gartengrundstück, Saatgut und alles was dann an Kosten bis zur Ernte anfällt, finanziert derjenige in kompletter Eigenleistung, ohne irgendwelche Fördergelder zu kassieren.
Erst wer seine PV-Anlage, dann auch so in kompletter Eigenleistung finanziert, wäre dem privaten Obst- und Gemüse-Anbauer gleichgestellt.

Schade finde ich, dass die Hersteller noch nicht wirklich die Garteneigentümer als Zielgruppe erkannt und entsprechende "Pakete" auf den Markt haben. Das "Plug & Save" weist da aber schon die Richtung.

Offline Energiesparer51

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #17 am: 18. Februar 2013, 10:13:48 »
Soweit ich das verstehe, beschränkt sich die beabsichtigte Umlage auf selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom nicht auf Strom aus EEG-Anlagen. Anlagen zur Stromselbstversorgung über 2 MW dürften im Allgemeinen bei Industriebetrieben zu finden sein. Hier wurde auch ohne EEG-Förderung investiert und auch dieser Strom soll nun mit einer Abgabe belegt werden. Sicher gibt es auch EEG-Anlagen über 2 MW, deren Strom selbst verbraucht wird. Das könnten z.B. Industrieanlagen an Wasserkraftstandorten sein. Bisher konnte selbst erzeugter Strom frei von EEG-Umlage und Stromsteuer verbraucht werden, sofern er nicht durch ein öffentliches Netz geleitet wird.

http://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Erneuerbare_Energien/20130213_Eckpunktepapier_Strompreissicherung_bf.pdf

siehe 2.2 
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Offline superhaase

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #18 am: 19. Februar 2013, 12:23:20 »
Auch ich finde, dass der Vergleich mit der Abgabe auf selbstangebautes Obst & Gemüse hinkt.

Sowohl Gartengrundstück, Saatgut und alles was dann an Kosten bis zur Ernte anfällt, finanziert derjenige in kompletter Eigenleistung, ohne irgendwelche Fördergelder zu kassieren.
Erst wer seine PV-Anlage, dann auch so in kompletter Eigenleistung finanziert, wäre dem privaten Obst- und Gemüse-Anbauer gleichgestellt.
Aber genau um den nicht geförderten Strom aus EEG-Anlagen geht es doch hier beim Eigenverbrauch. Der selbst verbrauchte Strom wird ja gar nicht erst gefördert, weil man dafür keine EEG-Vergütung bekommt weil er nicht eingespeist wird. Außer der EEG-Einspeisevergütung erhalten EEG-Anlagen ja bisher keine Förderung.
Einzige Ausnahme, die ich kenne, ist die neu angedachte Förderung von PV-Stromspeichern, wo man einen Tilgungzuschuss bekommt. Das wäre ein Aspekt, der nicht zu dem Vergleich mit dem eigenen Tomatenanbau passt. Würde man nun allerdings den selbstverbrauchten Strom wieder mit einer Abgabe belasten, so würde die Anschaffung eines SPeichers wieder finanziell unattraktiver, und man müsste die Speicherförderung wieder aufstocken --- ein sinnloses linke-Tasche-rechte-Tasche-Spiel.

Ansonsten (abgesehen von der Speicherförderung mittels Tilgungszuschuss) passt der Vergleich schon wie die Faust aufs Auge.

Wollte man wirklich etwas an der Situation bezgl. Beitrag zur EEG-Umlage auch für Selbstverbraucher ändern, dann müsste man die EEG-Umlage zumindest zu einem Teil auf die Anschlussleistung eines Stromverbrauchers erheben, und nicht nur auf den Stromverbrauch. Es ist praktisch ausgeschlossen, dass ein "Selbstverbraucher" sich komplett vom Netz abtrennt, denn der entprechende Aufwand für eine sichere autarke Stromversorgung wäre viel zu hoch.
 
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Offline DieAdmin

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #19 am: 19. Februar 2013, 13:23:57 »
Zitat
Aber genau um den nicht geförderten Strom aus EEG-Anlagen geht es doch hier beim Eigenverbrauch. Der selbst verbrauchte Strom wird ja gar nicht erst gefördert, weil man dafür keine EEG-Vergütung bekommt weil er nicht eingespeist wird.
...

@superhaase,

drehen wir mal die Frage um: Wieviele hätten sich eine solche Anlage angeschafft, wenn es nicht diese EEG-Umlagenfinanzierten Fördertopf geben würde? Ich las mal irgendwo, dass diese erhaltene Einspeisevergütung (die sich an keinem Marktpreis orientiert) für die Ratentilgung verwendet wird. Ein ganz anfälliges Finanzierungskonstrukt, wenn der Netzbetreiber mit den Zahlungen schludert.
Das heißt für mich, das somit auch der Eigenverbrauch (ohne diese so angeschaffte Anlage könnte man ja nicht selber Strom herstellen) gefördert wurde.

Jemand, der einen Garten kauft, bekommt keine Förderung zur Refinanzierung der Anschaffung, wenn er die Tomaten verkauft und noch dazu mit einem EVP. ;)


« Letzte Änderung: 19. Februar 2013, 13:32:35 von Evitel2004 »

Offline superhaase

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #20 am: 19. Februar 2013, 14:16:34 »
@superhaase,

drehen wir mal die Frage um: Wieviele hätten sich eine solche Anlage angeschafft, wenn es nicht diese EEG-Umlagenfinanzierten Fördertopf geben würde?
Der Sinn der EEG-Förderung ist doch inzwischen allen klar, oder?
Selbstverständlich hätte sich praktisch niemand eine EEG-Anlage angeschafft, wenn ihm nicht die garantierte Einspeisevergütung versprochen worden wäre.
Wo ist da das Problem?
Das war und ist der Sinn und Zweck des EEG.

Trotzdem bleibt es dabei, dass nur der finanzielle Anteil der Anlage über die EEG-Umlage gefördert wird, mit dem Strom ins Netz eingespeist wird.
Für den selbst verbrauchten Strom gibt es keine Förderung (mit AUsnahme der inzwischen wieder abgeschafften Einverbrauchsförderung, die aber nur kurze Zeit bestand und wenig in Ansoruch genommen wurde), also auch nicht für den Kostenanteil der Anlage, der dem selbstverbrauchten Stromanteil entspricht.
Das ist doch klar wie Kloßbrühe.

Ebenso muss der Anlagenbetreiber, der ja nur einen Teil seines Verbrauchs durch Eigenstrom deckt, weiterhin Strom zukaufen (selbst wenn er zeritweise Überschüsse der Eigenerzeugung einspeist), so dass er für diesen Teil weiterhin alle Steuern und Abgaben zahlt und so seinen Beitrag leistet. Zugegeben einen geringeren Beitrag als andere, aber er nimmt ja auch das öffentliche Netz etc. nur geringer in Anspruch wenn er weniger Strom aus dem Netz bezieht.
Das ist also völlig in Ordnung.
Wer einen neuen sparsamen Kühlschrank anschafft und damit weniger Strom aus dem Netz bezieht als mit dem noch von Oma geerbten Eisschrank, soll ja auch nicht für den in Zukunft eingesparten Strom irgendwelche Abgaben und Steuern bezahlen.
Da könnte man ja gleich noch die benzinsparenden modernen Autos mit erhöhten Steuern belegen, weil da ja sonst womöglich weniger Mineralölsteuer an den Staat fließen würde. Wir führen dann am besten gleich eine Mindestverbrauchspflicht oder eine ersatzweise steuerlich angesetzte Mindestverbrauchsmenge für alle möglichen Verbrauchsgüter ein, dann sind wir auf der sicheren Seite bei der Staatsfinanzierung.
Die Cayenne-Fahrer sind also letztendlich doch die neuen ethischen Vorbilder? ;)
Unsinnige und unausgegorene Überlegungen sind das doch.

Insbesondere im gewerblichen Bereich werden seit letztem Jahr schon PV-Anlagen gebaut, deren Strom komplett selbst verbraucht wird, also praktisch überhaupt keine EEG-Förderung mehr stattfindet.
Das ist ja der wichtige Effekt der Netzparität, der zu einem weiteren PV-Ausbau führt, ohne weitere EEG-Förderkosten zu verursachen. Dieser Effekt ist seit letztem Jahr wirksam, auch wenn viele PV-Gegner das zuvor immer als Blödsinn und "Märchen" abgetan haben.

Bei der aktuellen Debatte um die Besteuerung oder die Abgabenbelegung von selbst erzeugtem und auch selbst verbrauchtem Strom geht es eben genau um den ungeförderten Strom.
Es ist nicht verständlich, warum dieser Strom besteuert oder mit Abgaben wie der EEG-Umlage belastet werden soll, ebenso wie der Tomatenanbau zum Eigenverzehr. Der Vergleich passt genau.

Auch für die PV-Anlage (oder das Windkraftwerk oder die Biogasanalge), für die keine Förderung in Anspruch genommen wird und kein Strom ins Netz eingespeist wird, weil der Strom selbst verbraucht wird, hat der Betreiber den vollen Mehrwertsteuersatz entrichtet und kann auch keine Abschreibungen (AfA) tätigen.
« Letzte Änderung: 19. Februar 2013, 14:27:54 von superhaase »
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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #21 am: 19. Februar 2013, 15:24:26 »
@Evitel2004, nicht aufs Glatteis führen lassen. Nichts ist in Ordnung was superhaase hier als "Das ist also völlig in Ordnung" verkaufen möchte.

Das dümmliche Tomatenbeispiel taugt nicht als Argument.
Immer wieder, er kann es nicht lassen. Das Tomatenbeispiel hinkt gewaltig. Die Aufgaben und Ziele, die man mit der Energiewende erfüllen bzw. erreichen will, sind von allgemeiner Natur, deren Kosten und Folgen nicht den Stromverbrauchern alleine aufgehalst werden dürfen. Da steht schon unser Grundgesetz dagegen!

Umlagen auf "Tomaten" oder "Strom" sind daher, egal ob selbst angebaut, erzeugt oder auf dem Markt gekauft, kein geeignetes Mittel solche Aufgaben zu finanzieren. Subventionen sind aufgrund vielfältiger Erfahrungen zunächst einmal grundsätzlich in Frage zu stellen. Das Gute wird oft verhindert und das Subventionierte setzt sich als Schlechteres durch.  Wenn eine befristete Subvention einer allgemeinen Aufgabe zum Anschub sinnvoll ist, darf diese nur aus öffentlichen Haushalten finanziert werden. Das was sich hier mit der EEG-Umlage krass in seiner Auswirkung zeigt ist ein verfassungswidriges Beispiel. Wenn nicht, wann dann!? Manche Paragrafen zeigen sich vor Gericht zwar sehr elastisch, aber so elastisch ist Kautschuk auch wieder nicht. Das aufgeblasene EEG-Konstrukt wird früher oder später platzen.

Offline DieAdmin

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #22 am: 19. Februar 2013, 16:05:05 »
@superhaase,

Sie geben ja faktisch zu, dass die PV-Anlagen aus dem EEG-Fördertöpfen finanziert sind ;) Also hinkt der Vergleich mit der Tomatenernte. Würde es diesen EEG-Fördertopf nicht geben, gebe es die Anlagen nicht, somit ist jedweder in einer solchen Anlage erzeugter Strom durch die EEG-Umlage finanziert.

Nur derjenige, der mit normalen Krediten  (wie bsp Autokauf)  + vielleicht irgendwann künftig marktorientierten Preisen diese Anlage sich anschaffte, ist faktisch förderfrei. Und somit den fleißigen Gärtner gleichgestellt und sollte abgabenfrei für die eigenverbrauchte Ernte sein.
(Ich geh in meinen Überlegungen von Privatpersonen aus)

Auch Ihr Beispiel, was ebenso mit einer Abgabe belegt werden müsste, hinkt:  die Anschaffung (Austausch) energieeffiziente Stromverbrauchers.
 Wo kann ich denn bitte meine Rechnungen  hinschicken, um EEG-Fördergelder abzuholen? Ich hätte da so einige. Jüngst sogar meinen PC :D
« Letzte Änderung: 19. Februar 2013, 16:10:52 von Evitel2004 »

Offline superhaase

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #23 am: 19. Februar 2013, 17:07:19 »
@superhaase,

Sie geben ja faktisch zu, dass die PV-Anlagen aus dem EEG-Fördertöpfen finanziert sind ;) Also hinkt der Vergleich mit der Tomatenernte. Würde es diesen EEG-Fördertopf nicht geben, gebe es die Anlagen nicht, somit ist jedweder in einer solchen Anlage erzeugter Strom durch die EEG-Umlage finanziert.
Ja selbstverständlich, bisher sind fast alle PV-Anlage ausschließlich aus EEG-Förderung finanziert, da bisher auch die PV-Anlagen ihren kompletten Strom ins Netz eingespeist haben.

Seit 2012 gibt es und wird es aber zunehmend PV-ANlagen geben, die nur noch zu einem Teil finanziell über die EEG-FÖrderung gefördert werden, oder auch gar nicht mehr, weil sie nur einen Teil des erzeugten Stroms ins Netz einspeisen oder auch gar keinen Strom mehr einspeisen.

Und es geht bei dieser Diskussion doch um den selbstverbrauchten Strom, für den keine EEG-Vergütung kassiert wird.

Das ist genau wie mit den zum Eigenverzehr gezüchteten Tomaten.

Zitat
Auch Ihr Beispiel, was ebenso mit einer Abgabe belegt werden müsste, hinkt:  die Anschaffung (Austausch) energieeffiziente Stromverbrauchers.
Wo kann ich denn bitte meine Rechnungen  hinschicken, um EEG-Fördergelder abzuholen? Ich hätte da so einige. Jüngst sogar meinen PC :D
Wo kann ich als PV-Anlagenbesitzer bitte meine Rechnungen hinschicken für die PV-Anlage, deren Strom ich komplett selbst verbrauche, oder für den Kostenanteil meiner neuen PV-Anlage, für dessen Stromanteil ich keine EEG-Vergütung oder sonstiges Geld erhalte, weil ich den Strom selbst verbrauche?

Wie Sie sehen passt auch dieser Vergleich wie die Faust aufs Auge.  :)

Bis auf die wenigen PV-Anlagen die die vorübergehend erhältliche Eigenverbrauchsförderung über das EEG in Anspruch nehmen, gilt vor allem für zukünftig gebaute PV-Anlagen, bei denen sich teilweiser oder vollständiger Eigenverbrauch des PV-Stroms für den Besitzer lohnt:
Der selbstverbrauchte PV-Strom ist nicht mittels EEG gefördert. Das ist der Knackpunkt.
« Letzte Änderung: 19. Februar 2013, 17:18:45 von superhaase »
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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #24 am: 19. Februar 2013, 18:16:02 »
@superhaase,

ich merk schon. Sie wollens nicht verstehen.

Meinen Standpunkt habe ich klar gemacht. Ihrer ist entgegengesetzt. Damit das nicht in einer Endlosschleife landet, klinke ich mich aus der Diskussion aus.
« Letzte Änderung: 19. Februar 2013, 19:02:41 von Evitel2004 »

Offline Energiesparer51

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #25 am: 19. Februar 2013, 19:31:02 »
Für den kleinen PV-Besitzer mit Eigenverbrauch ist es ja wohl so, dass der vergleichbare Tomatenzüchter einen Anspruch auf Abnahme aller Tomaten, die er über den Eigenverbrauch hinaus produziert hätte, und zwar zu einem deutlich höherem als dem üblichen Marktpreis.

Ich finde in Altmeiers seltsamen (meine persönliche Meinung) Plänen allerdings nirgends einen Hinweis darauf, dass sich hieran etwas ändern soll.

Zur Kasse gebeten werden sollen Eigenerzeuger (Selbstverbrauch) über 2 MW!
Und neuen EEG-Anlagen über 150 KW soll keine feste Vergütung mehr zustehen.

http://forum.energienetz.de/index.php/topic,17998.msg98279.html#msg98279

In diesem Sinne hatte ich den den Tomatenvergleich in diese Diskussion eingebracht, nicht in Bezug auf Eignverbrauch aus kleinen EEG-PV-Anlagen.
« Letzte Änderung: 19. Februar 2013, 19:40:51 von Energiesparer51 »
Trau keinem Pseudowissenschaftler!

Offline superhaase

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #26 am: 19. Februar 2013, 20:06:13 »
@superhaase,

ich merk schon. Sie wollens nicht verstehen.

Aber ich werd mich nicht auf Endlosdiskussionen einlassen. Meinen Standpunkt habe ich klar gemacht.
Das kann ich zurückgeben:

Sie wollen anscheinend nicht verstehen, dass die PV-Anlagen (oder die Anteile von PV-Anlagen), deren Strom nicht per EEG vergütet wird und vom Betreiber selbst verbraucht wird, weder direkt noch indirekt durch das EEG finanziert werden.

Insofern haben Sie Ihren Standpunkt, diese PV-Anlagen bzw. die entprechenden Anlagenanteile wären doch trotzdem mittels EEG gefördert, tatsächlich nicht klar gemacht und er ist mir daher unverständlich.

Sie schreiben doch selbst:
Nur derjenige, der mit normalen Krediten  (wie bsp Autokauf)  + vielleicht irgendwann künftig marktorientierten Preisen diese Anlage sich anschaffte, ist faktisch förderfrei. Und somit den fleißigen Gärtner gleichgestellt und sollte abgabenfrei für die eigenverbrauchte Ernte sein.
(Ich geh in meinen Überlegungen von Privatpersonen aus)
Genau das trifft auf die PV-Anlagen zu, deren Strom selbst verbraucht wird.

Wenn Sie auf die KfW-Kreditprogramme abstellen wollten, dann lassen Sie sich gesagt sein, dass diese KfW-Kredite nur minimale finanzielle Vorteile bringen und die privaten PV-Anlagen mit Sicherheit nicht wegen der KfW-Kredite gebaut werden, sondern auch ohne diese Kredite oder mit ganz normalen Bankkrediten gebaut würden.
Gerade für Privatleute könnte man dieses Kreditprogramm bzgl. PV sicher folgenlos streichen.
Außerdem hat ein KfW-Kredit nichts mit der EEG-Umlage zu tun.
Diese KfW-Kredite verursachen eigentlich keine Förderkosten, denn die etwas billigeren Zinssätze als marktüblich, verursachen dem Staat keine Kosten, im Gegenteil verdient er sogar noch etwas daran durch seine noch günstigere Refinanzierungmöglichkeit. Selbst wenn die KfW für diese Kredite zuschiessen müsste, täte sie das aus der Staatskasse und es würden keineswegs Kosten über die EEG-Umlage auf die Stromverbraucher gewälzt.
Das ist also ein ganz anderes Paar Stiefel und hat mit der EEG-Umalge auf Strom nicht das geringste zu tun.

Für den kleinen PV-Besitzer mit Eigenverbrauch ist es ja wohl so, dass der vergleichbare Tomatenzüchter einen Anspruch auf Abnahme aller Tomaten, die er über den Eigenverbrauch hinaus produziert hätte, und zwar zu einem deutlich höherem als dem üblichen Marktpreis.
Dieser Vergleich hinkt nun allerdings von einer anderen Seite:
Der Staat will gar nicht die kleinen Privatgartenbesitzer dazu animieren, ökologisch erzeugte Tomaten im Überfluss zu produzieren, um damit die gesamte deutsche Tomatenproduktion in einer langfristig angelegten "Tomatenwende" auf nachhaltige Erzeugung umzustellen und den mit neuen Technologien erzeugten Öko-Tomaten den Markteintritt gegen die subventionierten konventionell erzeugten Tomaten zu ermöglichen. ;)
Der Staat macht das also nicht zum Spaß an der Freud, sondern verfolgt ein höheres Ziel. Daher die Animierung der privaten Kapitalgeber (auch der kleinen Privatleute), Geld dafür auszugeben.

Wenn man nun nicht will, dass die Privatleute den Strom selbst verbrauchen und somit die EEG-Umlage entlasten, sondern wieder komplett einspeisen sollen, dann könnte man natürlich auch den Eigenverbrauch mit allen möglichen Abgaben belegen, um ihn wieder unattraktiv zu machen. Allerdings hat das zur Folge, dass dann die EEG-Umlage noch höher werden würde, weil man die hohe Einspeisevergütung von derzeit 18 ct/kWh zahlen müsste, die wesentlich höher ist als der dazugewonnene Umlagebeitrag von derzeit etwa 5 ct/kWh. Das EEG-Umlagekonto würde also mit netto etwa 13 ct/kWh für jede nicht selbst verbrauchte PV-Kilowattstunde zusätzlich belastet.
Eine Entlastung für die anderen Stromverbraucher ergibt sich dadurch jedenfalls nicht.
Der einzige, der davon einen Vorteil hätte, wäre wohl der Netzbetreiber, der Geld für eine physikalisch gar nicht transportierte Kilwattstunde kassieren darf, oder auch noch die Kette der Stromhändler, die mehr Umsatz machen und damit mehr Gewinn erwirtschaften können mit Strom, der physikalisch gar nicht den Erzeugungsort verlässt und eigentlich nicht gehandelt werden müsste.

Wenn man andererseits gar nicht wollte, dass die Privatleute PV-Strom-Überschüsse ins Netz einspeisen und dafür eine überhöhte Vergütung kassieren, dann müsste man die EEG-Förderung für PV ganz abschaffen und das Neid-Problem mit dem Eigenverbrauch aus teilweise EEG-finanzierten Analgen entstünde erst gar nicht.
Aber wir wissen hier wohl alle (bis auf vielleicht wenige Ausnahmen ;) ), warum der Staat den Anreiz für Privatleute und auch gewerbliche Investoren aufrechterhält, PV-Stromüberschüsse zu erzeugen und zu - derzeit noch - überhöhten Preisen ins Netz einzuspeisen.
Im Gegensatz zu der Behauptung von PLUS geschieht dies nämlich nicht, um einen bestimmten Teil der Bevölkerung auf Kosten der armen nicht-privilegierten Stromverbraucher irgendwie reich zu machen. Solch dummes Geschwätz des Herrn PLUS darf man getrost irgnorieren und sollte sich davon nicht irre machen lassen - das grenzt ja schon an eine Verschwörungstheorie.

Zur Kasse gebeten werden sollen Eigenerzeuger (Selbstverbrauch) über 2 MW!
Und neuen EEG-Anlagen über 150 KW soll keine feste Vergütung mehr zustehen.

http://forum.energienetz.de/index.php/topic,17998.msg98279.html#msg98279

In diesem Sinne hatte ich den den Tomatenvergleich in diese Diskussion eingebracht, nicht in Bezug auf Eignverbrauch aus kleinen EEG-PV-Anlagen.
Ja, in diesem Sinne hatte ich auch den Tomatenvergleich verstanden:
Dies bezieht sich ganz allgemein auf selbstverbrauchten Strom, egal aus welcher Quelle. Ob PV, oder Biogas, oder aber auch Erdgaskraftwerke, die für Industriebetriebe mit hohem konstanten Stromverbrauch wie die berühmten Aluhütten etc. wohl die erste Wahl wäre.

Was aber für selbstverbrauchten Erdgasstrom oder anderen konv. Strom gilt, muss wohl für alle anderen Stromarten und somit auch für selbstverbrauchten PV-Strom gelten.
« Letzte Änderung: 19. Februar 2013, 20:26:28 von superhaase »
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Offline PLUS

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #27 am: 19. Februar 2013, 20:51:31 »
......
Im Gegensatz zu der Behauptung von PLUS geschieht dies nämlich nicht, um einen bestimmten Teil der Bevölkerung auf Kosten der armen nicht-privilegierten Stromverbraucher irgendwie reich zu machen. Solch dummes Geschwätz des Herrn PLUS darf man getrost irgnorieren und sollte sich davon nicht irre machen lassen - das grenzt ja schon an eine Verschwörungstheorie...
@Superhaase, jetzt halten Sie aber mal die Luft an und lassen Ihre böswilligen Unterstellungen und queren Interpretationen.  "Dummes Geschätz","Verschwörungstheorie", lesen Sie Ihre Beiträge, da finden Sie solches!

Wenn der PV-Strom schon gefördert werden soll, weil die Politik mehrheitlich der Meinung ist, damit die Umwelt, das Klima und die Versorgung zu sichern, dann ist das eine allgemeine Aufgabe.

Es geht nicht, dass damit dann vielfältig eigennütziger Missbrauch betrieben wird und dazu noch die nicht privilegierten Stromverbraucher bevorzugt grenzenlos belastet werden.

Es geht ganz sicher nicht, dass sich PV-Stromerzeuger, die ohnehin von der Förderung extrem profitieren, in Zukunft zunehmend von diesen allgemeinen Belastungen befreien und die Tilgung der Milliardenschulden den verbleibenden nicht privilegierten Stromverbrauchern überlassen.

Nochmal, das ganze EEG-Konstrukt ist ein Rohrkrepierer und die extreme PV-Förderung ist ein milliardenschwerer längst nicht mehr zu übersehender Fehler. Jetzt wollen sich Nutznießer wie Sie auch noch aus dem Staub machen. Mit den Folgen haben Sie ja überhaupt nichts zu tun, sie wollen nur Geld und Einspeisung für zwanzig Jahre garantiert haben. Wenn sich der Eigenverbrauch rechnet, dann verbraucht man den Strom selbst, wenn nicht will man garantiertes Geld sehen.  Ansonsten geht einem die hinterlassene Zeche nichts an.  Wer die Zeche bezahlt ist Ihnen egal. Eine solche  Haltung nennt man Egoismus.       

Offline RR-E-ft

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #28 am: 07. März 2013, 12:48:20 »
Großhandelspreis an der Strombörse verfällt:

http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/boersenpreis-fuer-strom-verfaellt--69823569.html

Zitat
Weil mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, sinkt der Strompreis an der Leipziger Strombörse.
Er hat sich von acht Cent pro Kilowattstunde im Sommer 2008 auf etwa vier Cent im Januar 2013 halbiert.
.

Der Erhöhung der Kosten der Energieversorger infolge der Erhöhung staatlichen Umlagen stehen gegenüber Sommer 2008 etwa um ca. 4 Cent/ kWh gesunkene Beschaffungskosten gegenüber.
Die Letztverbraucherpreise hätten nur im Umfange der Resultierenden aus der gegenläufigen Kostenentwicklung bei den verschiedenen preisbildenden Kostenfaktoren steigen dürfen.

Um welchen Betrag pro kWh sind die sog. staatlichen Umlagen seit Sommer 2008 gestiegen
und welche Resultierende verbleibt, wenn man davon um ca. 4 Ct/kWh gesunkene Beschaffungskosten abzieht?

Aufgrund der merit-order-Preisbildung wäre der Preisverfall beim Börsenstrompreis wohl noch stärker ausgefallen,
wenn man nicht Kernenergie- Erzeugungskapazitäten zwischenzeitlich zwangsabgeschaltet hätte.

Die Zwangsabschaltung der Kernkraftwerke sollte höhere Börsenstrompreise zur Folge haben.

Bemerkenswerter Weise denken nun Energiekonzerne  wie E.ON darüber nach,
konventionelle Erzeugungskapazitäten still zu legen,
um über ein knapperes Angebot wieder höhere Börsenstrompreise zu erreichen.
Womöglich hat man dort mit dieser Strategie Erfahrung.
« Letzte Änderung: 07. März 2013, 13:07:16 von RR-E-ft »

Offline RR-E-ft

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Re: ständig sinkende Großhandelspreise Strom
« Antwort #29 am: 02. Mai 2013, 00:29:51 »
Es sind auch sinkende Preise für CO2- Verschmutzungsrechte und für Kohle, die zum Strompreisverfall im Großhandel führen.

Sorge um weiteren Strompreisverfall:

http://www.welt.de/newsticker/bloomberg/article115631318/Nein-zur-CO2-Gesetzgebung-foerdert-Kohle-und-senkt-Strompreis.html

Zitat
Die Ablehnung des Backloading ist negativ für die Strompreise und für die Stromerzeugung aus Gas", sagte Gareth Griffiths von der Handelssparte bei EON, dem größten deutschen Versorger, am 17. April auf einer Konferenz in Düsseldorf. "Die Emissionsrechte müssten fast 15 Mal teurer sein, um Unternehmen einen Anreiz zu bieten, von der Verbrennung von Kohle auf Gas umzusteigen."

Der Preis für Strom zur Lieferung im nächsten Jahr könnte bis Juni auf 37,45 Euro je Kilowattstunde fallen, so die durchschnittliche Prognose von sechs Händlern und Analysten, die Bloomberg News befragt hat.

Nach der Ablehnung des Vorschlags, den Verkauf von 900 Millionen Emissions-Zertifikaten in den kommenden drei Jahren zu verschieben und sie erst 2019 und 2020 in den Markt zu geben, haben die Preise für Strom und Emissionsrechte nachgegeben.

Gemeint sind offensichtlich  37,45 EUR/ MWh bzw. 3,75 Ct/ kWh.
Der Spitzenwert im Sommer 2008 lag bei 82,79 EUR/ MWh bzw. 8,28 Ct/ kWh.
« Letzte Änderung: 02. Mai 2013, 00:35:04 von RR-E-ft »

 

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