Autor Thema: Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?  (Gelesen 68966 mal)

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Offline RR-E-ft

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Bundesregierung stoppt heute wohl AKW- Laufzeitverlängerung

E.ON und RWE: Atom-Schock

Kommt es zum Ausstieg aus dem Ausstieg vom Ausstieg, jedoch nicht zum Ausstieg aus der Brennelemente- Steuer, kommt es wohl zum Ausstieg aus der Kernenergie, vor allem aber zum Ausstieg der Aktionäre aus den Aktien der Kernkraftwerksbetreiber.

Erst hatten sie kein Glück und nun auch noch Pech.

Um 16.00 Uhr soll die Regierungsspitze vor die Presse treten.

Zu erwarten steht wohl eine noch partielle Kernschmelze im Regierungslager und bei den Werten der Energiekonzerne.

Das Deutsche Atomforum erklärt derweil unter http://www.kernenergie.de , was bei einer Kernschmelze, also der Realisierung des bisher sog. Restrisikos zu erwarten steht. Ein Durchschmelzen bis auf den Tiefpunkt.

Richtig ist:

Durch die katastrophale Entwicklung in Japan sind deutsche Kernkraftwerke weder sicherer noch unsicherer geworden.
Ändern kann sich jedoch die Bewertung deren Sicherheit.

Offline RR-E-ft

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #1 am: 14. März 2011, 14:37:25 »
Deutsches Atomforum erklärt: Kernschmelze.


E.ON hatte sich gegen ein Rütteln an der Verlängerung der Laufzeiten ausgesprochen, RWE gegen einen deutschen Alleingang.
Derweil überprüft auch die Schweiz ihre Pläne zur weiteren Nutzung der Kernenergie.

Sorge auch in den USA

FTD: Super-GAU der Kernenergie

Szenario nicht auf der Rechnung?

Not-Aus für AKW nun auch in Deutschland denkbar

Und siehe da:

AKW- Abschaltung innerhalb von zwei Wochen möglich.

Nachdem das Land BW Anteile  am Kernkraftwerksbetreiber EnBW gekauft hat, ist plötzlich vieles möglich bzw. vieles plötzlich möglich...

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #2 am: 14. März 2011, 18:04:46 »
Zitat
Original von RR-E-ft
Kommt es zum Ausstieg aus dem Ausstieg vom Ausstieg, jedoch nicht zum Ausstieg aus der Brennelemente- Steuer, kommt es wohl zum Ausstieg aus der Kernenergie, vor allem aber zum Ausstieg der Aktionäre aus den Aktien der Kernkraftwerksbetreiber.

Erst hatten sie kein Glück und nun auch noch Pech.
.....
    .. dafür explodiert der ÖKO-DAX für andere Aktionäre und der Einstieg ist dort schon voll im Gange:

    Die \"Freud\", das
+ an einem solchen Tag!

Conergy AG   23,23%   
Nordex SE   17,65%   
Q-CELLS SE   14,74%   
SolarWorld AG   13,28%   

Ausstieg - Umstieg  hier und da .... .. und morgen wird die Kohle teuerer und ...[/list]

Offline RR-E-ft

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #3 am: 14. März 2011, 19:22:37 »
Tüngler: Versorger dann gleich verstaatlichen

EnBW hat ja schon den Anfang gemacht.

Andererseits tragen Aktionäre nun einmal auch ein Risiko, dass sich unternehmerische Risiken und Restrisiken bei Versorgern realisieren, etwa das Risiko des Ausstiegs aus dem Ausstieg vom Ausstieg.
Was politisch beschlossen wurde, kann politisch auich wieder gekippt werden, so wie eine ganze Politik.

Die Bundeskanzlerin sagte, nach dem Moratorium werde nichts wie vor dem Moratorium sein.

Kann auch heißen: Schneeglöckchen, Märzenbecher und Krokusse sind bis dahin verblüht.

Möglicherweise gehen älteste AKW sehr schnell vom Netz

Bei der Tagesschau zu sehen.

Deutsches Atomforum unglücklich  überrascht von möglichen Konsequenzen

Offline RR-E-ft

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #4 am: 14. März 2011, 22:29:00 »
Neckarwestheim 1, Isar 1.... bis eben angeblich noch die sichersten Atomkraftwerke der Welt und nun?

Das Mantra gilt und hilft nicht mehr.

Bemerkenswert auch:

Niemand war wohl je in einer Partei, welche die Nutzung der  Kernenergie befürwortet hat.
Wenn FJS das noch hätte erleben müssen.

CSU verabredet Aus für Isar I

E.ON- Pressemeldung \"Aktuelle Ereignisse in Berlin und München\" steht noch aus

Tagesspiegel: Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg

Druck auf Versorgeraktien wächst

E.ON immerhin kann auf gesteigerte Gasnachfrage hoffen.

Die sonst redselige Hildegard Müller vom BDEW schweigt zum Thema.

Offline taxman

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #5 am: 15. März 2011, 09:07:54 »
Um auf die Frage in der Überschrift zu antworten:

Zitat
Atomkraft in Deutschland - Was ist überhaupt noch sicher?

Sicher ist:
Alles womit man Geld verdienen und keiner die Unsicherheit beweisen kann !
pin.energiepreise@yahoo.de

Dort treffen sich Kunden der Stadtwerke Walldorf, Heidelberg, Hockenheim, Weinheim, Neckargemünd, MVV und Erdgas Südwest!

Offline RR-E-ft

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #6 am: 15. März 2011, 11:18:39 »
Die Sache mit dem Flugzeugabsturz

Deutsches Atomforum gut geübt  im Vernebeln.

Güldner ist stellv. geschäftsführender Vorstand der E.ON Kernkraft GmbH, Hannover.

Geowissenschaftler: Erdbebengefahr für deutsche AKW wird unterschätzt

Offline RR-E-ft

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #7 am: 15. März 2011, 12:02:10 »
Deutsche Atomlobby sieht schwarz-gelb

Wenn E.ON nach dem Gasgeschäft auch noch das Geschäft mit dem Atomstrom wegbrichen sollte, bleibt der Konzern wohl gerupft zurück.

Atomausstieg ist nicht billig

Teurer würde es sicherlich, wenn sich in Deutschland das sog. Restrisiko realisieren sollte.
Dessen Eintritt ist ja nicht ausgeschlossen.
Es stellt sich nur die Frage, wann es passiert, der unwahrscheinliche Fall eintritt.
Es ist so ähnlich wie Lotto- Spielen, nur unter anderen Vorzeichen.

Offline RR-E-ft

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #8 am: 15. März 2011, 12:36:35 »
Sieben deutsche AKW werden (vorübergehend?) vom Netz genommen

Zitat
Die vorübergehende Abschaltung betrifft die AKW Neckarwestheim I, Philippsburg I (Baden-Württemberg), Biblis A und B (Hessen), Isar I (Bayern), Unterweser (Niedersachsen) und das ohnehin stillstehende AKW Brunsbüttel (Schleswig-Holstein). Zudem bleibt das 1983 ans Netz gegangene und nach Pannen abgeschaltete AKW Krümmel in Schleswig-Holstein vom Netz getrennt. Damit werden in Deutschland in den nächsten drei Monaten nur noch neun Atomkraftwerke Strom liefern.

Acht deutsche AKW vorerst vom Netz

E.ON: Isar 1 wird runtergefahren (nicht aus Notwendigkeit, sondern als Diskussionsbeitrag)

EnBW bietet Dialog über Altanlagen an, derweil Noch - MP Mappus den Beschluss über die vorübergehende Stilllegung aus dem Bundeskanzlerinamt wohl schon in der Mappe hat

Offline Christian Guhl

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #9 am: 15. März 2011, 13:10:47 »
\"Vorübergehend\" heißt bis nach den Landtagswahlen. Wer glaubt denn unserer \"Bundes-Mutti\", dass sie plötzlich ihr Gewissen entdeckt hat und Verantwortungsbewußtsein zeigt ? Das ist doch alles Taktik. Nach dem Moratorium wird verkündet werden, dass die AKWs so sicher sind, wie sonst nirgends auf der Welt. Was der Herr Röttgens von sich gibt, ist doch sowieso Nonsens. Glaubt er denn wirklich, es würde ihn jemand fragen, wenn die Meiler wieder ans Netz gehen ? Das werden Mutti und die Konzerne des nächtens unter sich ausmachen.

Offline RR-E-ft

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #10 am: 15. März 2011, 13:22:39 »
Wenn die Bundesregierung und fünf Landesregierungen in äußerster Sorge um die Sicherheit der Bevölkerung auf der Grundlage des Atomgesetzes (§ 19 AtG) entscheiden, dass acht Meiler zunächst vom Netz gehen und alle Meiler überprüft werden, ist dies zunächst anzuerkennen. Dass auch Sorge um den Erhalt ihrer Macht und den Rückhalt ihrer Politik in der Bevölkerung bei der Entscheidung mitschwingen mag, beeinträchtigt die getroffene Entscheidung schließlich nicht.

 Das staatliche Machtwort in der Tagesschau

Bund und Länder scheuen dabei offensichtlich keine rechtliche Auseinandersetzung mit den Atomkonzernen über die Befugnisse nach § 19 Atomgesetz.

Bund und Länder müssen immerhin davon ausgehen, dass die gesetzlichen  Voraussetzungen für die Anordnung der einstweiligen Stilllegung jedenfalls vorliegen. Denn das staatliche Handeln ist an Recht und Gesetz gebunden.

Warum die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen urplötzlich vorliegen sollen, wird jedenfalls nicht auf Anhieb ersichtlich.

Zitat
Die Aufsichtsbehörde kann anordnen, daß ein Zustand beseitigt wird, der den Vorschriften dieses Gesetzes oder der auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen, den Bestimmungen des Bescheids über die Genehmigung oder allgemeine Zulassung oder einer nachträglich angeordneten Auflage widerspricht oder aus dem sich durch die Wirkung ionisierender Strahlen Gefahren für Leben, Gesundheit oder Sachgüter ergeben können. Sie kann insbesondere anordnen,
1.daß und welche Schutzmaßnahmen zu treffen sind,
2.daß radioaktive Stoffe bei einer von ihr bestimmten Stelle aufbewahrt oder verwahrt werden,
3.daß der Umgang mit radioaktiven Stoffen, die Errichtung und der Betrieb von Anlagen der in den §§ 7 und 11 Abs. 1 Nr. 2 bezeichneten Art sowie der Umgang mit Anlagen, Geräten und Vorrichtungen der in § 11 Abs. 1 Nr. 3 bezeichneten Art einstweilen oder, wenn eine erforderliche Genehmigung nicht erteilt oder rechtskräftig widerrufen ist, endgültig eingestellt wird.

Nochmals:

In Deutschland hat sich über Nacht bei Lichte betrachtet nichts verändert.
Die Kernkraftwerke in Deutschland sind nicht weniger sicher oder unsicher als vor einer Woche oder im September 2010.

Die Konzerne könnten deshalb gegen die Entscheidung klagen und Schadensersatz beanspruchen, wenn sich herausstellt, dass die Voraussetzungen für diesen staatlichen Eingriff nicht vorliegen.

Wenn die Voraussetzungen jedoch vorliegen, dann müssten sie wohl auch schon im Herbst 2010 vorgelegen haben.

Dann aber stellt sich das Regierungshandeln im Herbst 2010 in einem völlig neuen Licht dar.

Offline gastrom

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #11 am: 15. März 2011, 13:52:19 »
Ergibt sich für mich die Frage:

Was kommt auf uns zu, wenn die 7 \"alten\" sofort vorübergehend abgeschaltet werden?

Wenn nichts Schlechtes, dann können diese doch auch und erst recht nach den 3 Monaten \"AUS\" bleiben. Wenn ich Herrn Brüderles Ausführungen in der heutigen Pressekonferenz richtig verstanden habe, kommen zumindest keine Engpässe bei Elektroenergie auf uns zu. Und das spricht doch schon mal für dauerhaftes \"AUS\". Oder?

Dann brauchten wir uns zumindest nur noch um die restlichen 10 zu kümmern.

Offline Energietourist

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #12 am: 15. März 2011, 13:54:55 »
Egal wie es ausgeht, die Zeche wird der Verbraucher zahlen müssen.
Die ersten Meldungen, dass Strom teurer wird, laufen schon über die Ticker. Vielleicht führt die Regierung einen Soli für notleidende Versorger ein.

Offline RR-E-ft

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #13 am: 15. März 2011, 13:57:36 »
Wenn Strom teurer werden sollte:
Wer verkauft denn diesen Strom dann teuerer?
Die Stromerzeuger. Und wer sind die Stromerzeuger?!


Strom muss gar nicht unbedingt überhaupt teurer werden, erst recht jedenfalls nicht deutlich teurer.

Tatsächlich sind die Atomkraftwerke an der Börse nämlich gar nicht preisbestimmend.

Preisbestimmend sind nach der merit-order- Preisbildung vielmehr  Stromerzeugungsanlagen mit deutlich höheren Grenzkosten der Stromerzeugung.

Deshalb ist der Atomstrom ja auch nie für die Verbraucher besonders preiswert. Preiswert ist er nur in der Erzeugung, so dass zwischen Erzeugungskosten und hohen Großhandelspreisen ein besonders hoher Profit von den Atomkonzernen abgegriffen wird.

Die Annahme, dass die Verlängerung der Laufzeiten zu günstigen Strompreisen für die Verbraucher führt, ist wohl eher ein modernes Volksmärchen.

Offline RR-E-ft

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Atomkraft in Deutschland- Was ist überhaupt noch sicher?
« Antwort #14 am: 15. März 2011, 14:33:31 »
Atomwirtschaft beugt sich dem Druck von Öffentlichkeit und Politik

Die Papiere von RWE und E.ON befinden sich weiter auf Talfahrt.

Merkel zieht den Stecker

ad-hoc-Meldungen, von RWE und E.ON, welche Anleger vor akuten Risiken warnen könnten, fehlen jedenfalls bisher.

Was das Blatt mit den vier großen Buchstaben schreibt

Fast hat man den Eindruck, Mappus gebe nun den Egon Krenz, der die Wende im Land eingeleitet habe.

Die Bosse in der DDR wollten die Mauer eigentlich auch nur kurzfristig öffnen, um Druck abzulassen.
Sie bekamen dann die Tore aber nie wieder zu. So ist das in der Politik.

 

Der Verein für gerechte Energiepreise